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von mentalmirror    erstellt: 03.02.2010    letztes Update: 07.08.2010    Geschichte, Allgemein / P16    (abgebrochen, keine anonymen Reviews)
Heute noch feuriger Verehrer mit Blumen und prickelnder Verführung; morgen schon ein dickbäuchiger Faulpelz, der den ganzen Abend Fußball schaut und ständig Ihren Namen schreit. Woran liegt es, dass Männer innerhalb einer Beziehung dermaßen schnell nachlassen?

Dass ein Mann Ihnen, nachdem er für Sie die Wasserkisten hoch getragen, die Wäsche gemacht und ein Drei-Gänge-Menü gezaubert hat, vielleicht temporär nicht mehr die Aufmerksamkeit entgegen bringt, die Sie sich von ihm wünschen, kann man ihm wohl kaum zum Vorwurf machen.
In dieser Situation hat er Leistung gezeigt und bittet Sie stillschweigend um seinen Lohn für getane Mühen: seine Ruhe.

Lässt er Sie die Kisten allerdings selbst schleppen, beschwert sich über Wäsche und Essen und erwartet auch noch, ständig mit einem kühlen Bier versorgt zu werden, beginnt Frau doch darüber zu grübeln, ob er immer schon so war, oder sich diese neuen Fähigkeiten erst angeignet hat.

Wohl kaum. Neu ist dieses Verhalten sicherlich nicht. Es steckte schon immer in Ihrem Mann. Er hat sich eben nur nicht getraut, Ihnen diese Seite auch zu zeigen. Schlicht und ergreifend aus Angst, Sie könnten es sich anders überlegen und er steht wieder (allein) im Regen.
Wie verwandeln sich also Aufmerksamkeit und Zuvorkommen in Gleichgültigkeit und Faulheit?

Nun, die Stichworte hierfür sind: Sicherheit und Abhängigkeit.
Sie stehen in direkter Beziehung zueinander.

Genauer betrachtet, ergibt sich aus der "Sicherheit" folgendes Bild:
Im Anfangsstadium einer Beziehung versucht der Mann, sich um jeden Preis mit seinem Balzverhalten von der Masse möglicher anderer Mitbewerber abzuheben. Er wird aufmerksam, charmant, zuvorkommend und vieles mehr sein. Eben alles, um Ihnen zu imponieren. Und sei es Ballett auf dem Hochseil tanzen, weil Sie ihn mit ihrem unwiderstehlichen Hundeblick darum gebeten haben.

Er kann sich Ihrer nicht sicher sein. Entweder haben Sie noch nichts Exklusives oder diese Exklusivität ist noch sehr zerbrechlich.
Logischerweise wäre man(n) schön blöd, Ihnen zu diesem Zeitpunkt zu zeigen, dass es eben auch andere Seiten gibt.
So wie Sie sich ihm anfangs wohl kaum ungeschminkt und in Schlabbershirt präsentieren wollen.

Im Laufe der Beziehung wird er sich Ihner aber immer sicherer werden. Vielleicht haben Sie gemeinsam einige Klippen umschifft. Tag und Nacht gestritten, nur um sich die nächsten drei Tage wieder zu versöhnen.  Oder Sie ergänzen sich so toll, dass Sie sich gar nicht mehr trennen wollen.

Dies ist der Punkt, an dem er Sie gefangen hat. Er ruht sich auf seinen Lorbeeren aus. Es wurde genug um Sie geworden, Sie gaben ihm doch schon Ihre Hand samt Rest, der noch daran hängt. Wieso sollte er nunmehr Energie darauf verwenden?

Kurzum: Er ist sich Ihrer (zu) sicher! Und hat auch keinen Grund daran zu zweifeln, dass sich das so schnell ändern wird.

Eine Ergänzung dazu bringt die "Abhängigkeit":

Ja, Sie sind stark, frei und unabhängig... aber eben doch nur ein bisschen.
Abhängigkeiten entstehen in jeder Beziehung. Sei es emotional, wirtschaftlich oder auf anderen Gebieten. Und obwohl es niemand zugeben möchte, wird eine gewisse Abhängigkeit sogar geschätzt, bzw. in vielen Fällen zumindest akzeptiert.

Männer sind sich ihrer Rolle als Versorger sehr wohl bewusst und damit oftmals zufrieden. Es ist etwas, über das sie sich definieren können. Etwas, dass sie sagen lässt: "Ich bin zu etwas gut und ich werde gebraucht."
Eben mit dieser Vorstellung hat er Sie abermals gefangen. Er käme nicht auf die Idee, dass sich daran etwas ändern könnte, oder dass Sie sich in die Gefahr begeben würden, diese Abhängigkeit aufgeben zu wollen.

Was natürlich nicht heißen soll, dass er in anderen Teilbereichen nicht auch von Ihnen abhängig ist. Aber das würden Männer selbstverständlich nie zugeben.

Wie hilft dieses Wissen, Ihren Mann zu verändern?

Zeigen Sie im bei Gelegenheit, dass er sich Ihrer nicht so sicher sein kann, wie er vielleicht glaubt. Flirten Sie ein bisschen mit anderen Männern oder schauen Sie ihnen auf offener Straße hinterher. Eben so, als wenn Sie Single wären. Dieses Verhalten, was von einer Frau bei ihrem Mann meist sofort bestraft würde, kann bei ihm wahre Wunder wirken. Aber Vorsicht: bei allzu eifersüchtigen Männern kann dies mehr Probleme bereiten als lösen! Also übertreiben Sie es nicht.

Geben Sie sich nicht zu abhängig. Do-it-yourself ist das Stichwort!
Zeigen Sie ihm, dass Sie nicht immer seine Hilfe brauchen und lassen Sie ihn ein bisschen an ihrer Abhängigkeit zweifeln. Versuchen Sie Dinge, die Sie vorher immer ihn haben machen lassen, mal allein zu lösen. Auch bei Projekten, die Sie sich selbst sonst nie zugetraut hätten.
Das wirkt sich nicht nur positiv auf Ihr Selbstwertgefühl aus, sondern lässt ihn auch noch Beifall klatschen, wenn er sieht, was für eine tolle Frau er hat.
Zerstören Sie damit allerdings nicht sein Ego. Lassen Sie ihn auch spüren, dass Sie ihn brauchen. Nur eben ein bisschen weniger als vorher.
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