Fanfiktion / Reale Personen / Musik / Tokio Hotel / Ein Teil von mir
Kapitel 1
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von sorrows    erstellt: 02.02.2010    letztes Update: 19.03.2010    Drama / P16     12 Reviews
Titel: Ein Teil von mir

Autor: Sorrows

Rating: PG–16

Cover: http://img15.imageshack.us/img15/4073/covereinteilvonmir.png

Genre: Drama, Romantik, Allgemein

Claimer: Sarah, Sandra und alle weiteren fiktiven Personen gehören mir. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind nicht beabsichtigt.

Disclaimer: Die Personen, Dinge etc. rund um Tokio Hotel herum gehören nicht mir, sondern sich selber.

Zusammenfassung: Nach einem One–Night–Stand wird Sarah ungewollt schwanger, woraufhin sie sich die Frage stellen muss: Soll sie das Kind behalten oder nicht?




Kapitel 1


Ich hasse Streit. Vor allem hasse ich Streit mit Tom.
Tom hasst auch Streit. Und vor allem hasst er Streit mit mir.

Doch obwohl uns beiden das so klar ist, kommen wir oft nicht drum herum uns so richtig zu fetzen. Sogar so zu fetzen, das Tom meistens mit den Worten „Das war’s“ verschwindet oder mich aus seiner Wohnung raus wirft.

In den letzten fünf Jahren haben wir viel und häufig gestritten. Ich kann das schon gar nicht mehr an meinen bloßen Händen abzählen…
Und doch haben wir uns letzten Endes immer wieder zusammen gefunden da sich immer wieder einer entschuldigt hat. Meistens war das Tom, denn Tom ist auch oft der der unseren Streits Aufschwung bietet.  

Theoretisch kann man gar nicht mit ihm streiten weil Tom oft im Streit sehr unfair wird und einem die gemeinsten Dinge an den Kopf wirft. So habe ich bereits ein ums andere Mal gedacht das wir uns nun wirklich getrennt haben.

Davon bin ich auch ausgegangen als wir uns das letzte Mal gestritten haben und ich daraufhin eine große Dummheit begangen habe.  

Erst am Mittag hatten Tom und ich uns richtig gefetzt. Ich weiß schon gar nicht mehr genau worum es überhaupt ging, es war jedenfalls richtig heftig.

So heftig, das ich mich am Abend alleine hemmungslos in irgendeinem Club betrunken und dann den größten Fehler meines Lebens begannen habe. Ich habe mit einem anderen Mann geschlafen…

Und nun, anstelle das die Sache einmalig und in Vergessenheit geraten würde, scheine ich die Quittung meines unüberlegten Fehlers zu bekommen.

Meine Menstruation ist schon seit Wochen ausgeblieben. Zuerst habe ich mir da gar keine Gedanken zu gemacht. Der ganze Stress in den letzten Wochen, hätte schon eine Erklärung für die ausfallende Regelblutung sein können.

Doch nachdem nun weit mehr als sechs Wochen ins Land gezogen sind, wird mir plötzlich klar dass etwas mit mir nicht stimmt.

Diese plötzlichen Übelkeitswellen, der verrückt spielende Kreislauf, die Heißhungerattacken, die Stimmungsschwankungen…

Ich habe die Befürchtung schwanger zu sein.

Eigentlich hätte ich schon eher darauf kommen müssen, doch letztendlich hatte ich einfach bloß Angst vor der Wahrheit. Der Wahrheit, der man nicht einfach so ausweichen kann.

Einzig meine beste Freundin Sandra, die so ziemlich alles über mich weiß, hat mich letztendlich dazu gedrängt einen Schwangerschaftstest zu machen. Ich selber hätte das sicher immer wieder bloß vor mir hergeschoben.

So sitzen Sandra und ich nun also hier in dem kleinen Badezimmer meiner Wohnung und starren wie gebannt auf das weiße Stäbchen in meiner Hand.  

Die Chancen stehen fünfzig zu fünfzig. Fast kommt es mir vor als würde ich eine Münze werfen, die Einfluss auf mein Schicksal hat.
Kopf du lebst, Zahl du stirbst…

Doch alles was mir heute bleibt ist dieses weiße Stäbchen, worauf ein rosa Streifen für Schwanger und ein grauer Streifen für nicht schwanger in wenigen Minuten erscheinen könnte.

Natürlich hoffte ich auf Letzteres.

Die Minuten ziehen sich dahin. Laut Gebrauchsanweisung dauert es zwei Minuten bis das Testergebnis feststeht. Eine Minute ist bereits um und die Zweite will und will einfach nicht vorübergehen.

Sandra und ich sitzen auf dem hohen Rand meiner Dusche und klammern uns aneinander fest. Das weiße Stäbchen habe ich inzwischen in meinen Schoß gelegt, da meine Hände zu sehr zittern. Die Anzeige des Schwangerschaftstests strahlt nahezu etwas Bedrohliches aus.

Wir warten und warten und geben dabei die Hoffnung nicht auf, auch wenn für mich das Ergebnis eigentlich schon längst klar ist.

Ich muss einfach Schwanger sein. Anders kann ich mir die plötzlichen Veränderungen an meinem Körper nicht erklären…

In der letzten Woche erst habe ich zwei Kilo zugenommen da ich plötzliche Hungerattacken bekommen und daraufhin viel gegessen habe. Meist esse ich bei einer solchen Attacke dann verschiedene Sachen in Kombination mit anderen Lebensmitteln durcheinander, sodass Sandra ein ums andere Mal bloß von meinen reinen Erzählungen beinahe schlecht geworden war.

Außerdem tun meine Brüste weh und ich bilde mir ein das sie eindeutig größer sind als sonst…

Sogar meine innere Stimme flüstert mir, dass da in meinem Unterleib etwas ist. Ein kleines Würmchen, das bloß darauf wartet dass ich es ernähre damit es wachsen kann.

„Ich kann nicht hinsehen.“, flüstere ich, nachdem zwei Minuten vergangen sind. Mein Blick klebt an den grauen Fliesen meines Badezimmers.

Das Ergebnis steht nun fest.  

Sandra und ich sehen uns in die Augen. „Wir brauchen aber Gewissheit.“, flüstert Sandra, die heute mehr mit mir leidet als andere es jemals zuvor getan haben.
Ein Grund weswegen sie schon seit Jahren meine beste Freundin ist.
Meine Seelenverwandte… Jemand der alles über mich weiß.

Ich sehe Sandra in die dunkelblauen Augen und nicke kurz. Dann hole ich tief Luft, ehe ich meinen Blick auf den Schwangerschafstest richte.

Für einige Augenblicke wird mir schwarz vor Augen. Der rosa Streifen im Display scheint mich beinahe zu blenden. Mir wird heiß und kalt zugleich. Ich muss mich an Sandra festhalten um nicht umzukippen und dann fange ich einfach bloß noch zu weinen an.

~*~


„Das Schlimmste ist ja eigentlich das ich es mir schon gedacht habe.“, schniefe ich einige Stunden später. Der größte Schock und Heulkrampf liegt bereits hinter mir und ich sitze nun nur noch schniefend auf meinem Sofa und weiß nicht wohin mit mir. „Aber ich wollte es auch einfach nicht wahrhaben.“

„Ach Sarah…“ Sandra nimmt mich zum wahrscheinlich hundernsten Mal in den Arm und streichelt mir über den Kopf. „Das tut mir so unendlich Leid für dich.“

„Hmm…“, wimmere ich bloß und bin froh das Sandra immer für mich da ist und ich mich bei ihr ausheulen kann. „Ich weiß nun gar nicht was ich machen soll.“

„Na ja, du wirst dich entscheiden müssen ob du das Kind behalten willst oder nicht.“, sagt Sandra ruhig. „Und dann musst du natürlich noch mit Tom sprechen ob er überhaupt schon bereit für ein Kind ist.“

Mir zieht sich schmerzhaft der Magen zusammen und das Gewicht des schlechten Gewissens scheint mich niederzudrücken.

Sagte ich, dass Sandra alles von mir weiß?
Nun da gibt es eine einzige Sache worüber ich sie bisher noch nicht aufgeklärt habe…

„Sandra“, schniefe ich und löse mich wieder von ihr. „Ich muss dir da noch was sagen.“

„Ach ja? Was denn?“ Aufmerksam ruht ihr Blick auf mir. Ich weiß, dass ich es mir nur einbilde doch für mich sieht es so aus als würden mich ihre Augen anklagend anblicken.
Als wüsste sie es schon längst…

„I–Ich – Ich bin mir nicht sicher ob das Kind überhaupt von – von Tom ist…“, flüstere ich und traue mich gar nicht Sandra anzugucken.

Das Taschentuch, welches ich schon seit geraumer Zeit in meiner Hand halte und mit welchem ich mir immer und immer wieder über die Augen wische, zerrupfte ich nun in tausend kleine Einzelteile.

Ich kann hören wie Sandra neben mir tief Luft holt. Gespannt warte ich auf die Bombe, die bestimmt gleich explodieren wird.

Doch alles was sie sagt ist bloß ein ungläubiges: „Was?“

Ich nicke bloß und traue mich immer noch nicht meiner Freundin in die Augen zu schauen. Scham durchflutet mich und meine Wangen verfärben sich dunkelrot.

Eigentlich hatte ich mir selber geschworen niemals ein Wort über diese eine Nacht zu verlieren. Ich hatte sie aus meinem Gedächtnis streichen wollen.
Niemand sollte je davon erfahren…

Doch nun weiß es Sandra. Und Sandra möchte natürlich direkt alles ganz genau wissen. „Du hast Tom betrogen?“

Ich nicke bloß.

„Echt?“

Wieder nicke ich.

„Oh man. Das hätte ich niemals… erwartet.“, meint sie langsam. „Nicht von dir! Wann und wo? Und wieso und mit wem?“

„Sandra…“ Ich werfe ihr einen tadelnden Blick zu. Darüber reden wollte ich auf gar keinen Fall.

„Ach komm, erzähl mir davon.“ Sie stößt mir sachte in die Seite. „Du kannst nicht erwarten dass du mir so etwas Unglaubliches erzählst und ich dann nicht nachfrage. Ne, so nicht Fräulein.“

Ich seufze, ziehe meine Knie an meinen Körper und bette meinen Kopf darauf. „Ich möchte das einfach bloß vergessen.“

„Mit einem Kind im Bauch von einem anderen als Tom lässt sich das ganze aber sehr schlecht vergessen.“, belehrt Sandra mich und ich habe große Lust ihr einfach den Mund zuzuhalten.

Ich will das nicht hören!

„Sei nicht so stur, Zicke. Erzähl mir genau was passiert ist.“, fordert sie mich auf und wieder bekomme ich einen sachten Stoß in die Seite.

Ich seufze nur noch genervter, gebe meinen Widerstand allerdings auf, da ich weiß, dass Sandra eh keine Ruhe geben wird bis sie alles weiß.
Und vielleicht wird es mir ja auch endlich ein wenig besser gehen wenn ich mir diese Sache von dem Herzen geredet habe…

„Weißt du noch als Tom und ich uns so übel gestritten haben?“, frage ich.

„Ehm… Das ist schwer zu sagen. Ihr streitet euch so oft das ich da leider den Überblick verloren habe wann es wohl am übelsten war.“, spottet Sandra.

Nun gebe ich ihr einen kleinen Stupser in die Seite. „Man, als ich gedacht habe dass es nun wirklich für immer aus ist. Ich habe dich doch heulend angerufen."

Sandra öffnet den Mund und ich weiß sofort das sie wieder eine spottende Bemerkung fallen lassen will – ich rufe sie öfters heulend an wenn Tom und ich uns gestritten haben – allerdings scheint sie es sich im nächsten Moment anders überlegt zu haben, denn sie sagt bloß: „Ja, das weiß ich noch.“

„Ja…“, murmle ich. „An dem Abend habe ich beschlossen mich einfach mal hemmungslos zu betrinken.“

„Oh Gott…“, unterbricht mich Sandra. „Und das wo du sonst doch so strikt gegen Alkohol bist.“

„Hmm…“ Ich knabbere auf meiner Unterlippe herum und nicke nebenbei. „Ich weiß. Das war einfach eine völlige Schnapsidee.“

„Allerdings.“

„Ja.“, mache ich bloß und rege mich innerlich ein wenig darüber auf das Sandra mich so oft unterbricht. Aber etwas anderes habe ich von ihr auch gar nicht erwartet. „Ich habe mein halbes Konto geplündert um mich in eine andere Welt zu beamen. Kennst du die Disco im Industriegebiet?“

„Die Nachtschicht?“

„Ja, genau die.“

„Das ist doch voll der abgewrackte Club…“

„Ich weiß. Aber ich war bereits ziemlich angetüdelt als ich da ankam.“, berichte ich und rufe mir den Abend in Erinnerung. Eigentlich weiß ich nicht mehr viel davon, außer das ich gesoffen wie ein Loch habe und dann irgendwann plötzlich dieser gutaussehende Typ vor mir gestanden hat.

Davon erzähle ich nun auch Sandra. „Der stand halt auf einmal vor mir und hat gefragt ob er mich zu einem Getränk einladen darf. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt.“

„Was habt ihr getrunken?“

„Boa, keine Ahnung. Irgendetwas mit Bacardi oder so.“ Ich zucke etwas unbeholfen mit den Schultern. „Für mich hat eh alles gleich geschmeckt und nachdem wir etwas getrunken haben, haben wir ein wenig getanzt. Na ja, tanzen konnte man das wohl nicht mehr nennen.“

Sandra grinst. „Wieso?“

„Weil er auch schon ganz schön betrunken war und ziemlich schnell zur Sache kam. Er hat mich halt einfach geküsst und so… Irgendwie war von Anfang an klar worauf er hinaus wollte und ehrlich gesagt hat mich das nicht wirklich gestört. Er sah immerhin echt super aus und ich wette du würdest ihn auch ganz schön scharf finden.“ Nun muss ich trotz der miserablen Situation auch kurz grinsen. „Und er weiß was er tun muss um… na ja… Das es dir halt gefällt.“

Sandra lacht leise und wackelt vielsagend mit den Augenbrauen.

Mir steigt schon wieder die Röte ins Gesicht. Ich kann es noch nicht so ganz fassen dass ich mich gerade mit Sandra über meinen One–Night–Stand unterhalte.
Mein Sexualleben ist, trotz das sie meine beste Freundin ist, mir dann doch meist immer zu privat, als das ich da offen drüber mit Sandra spreche.

„Was ist dann passiert?“, will sie wissen.

„Er meinte ich solle mit ihm rausgehen und ich habe einfach bloß genickt und mich mitziehen lasen. Draußen ging dann die Fummelei weiter und… na ja… Er hat mich zu so einem großen Bulli gezerrt, der wohl ihm gehört…“ Ich spüre, dass mein Gesicht beginnt zu glühen, während Sandras Augen immer größer werden.

„Nicht ehrlich, oder?“, will sie direkt wissen. „Der hat dich doch nicht wirklich in so einem Kleinbus vernascht, oder?“

„Ehm… Doch.“, gebe ich kleinlaut zu und meine Gesichtsfarbe gleicht sicher der einer roten Ampel. Mir ist ganz heiß im Gesicht und ich muss meine kühlen Finger an meine Stirn legen um mich etwas abzukühlen.
Außerdem wende ich meinen Blick von Sandra ab weil mir das ganze wirklich peinlich ist.

Ich habe mir diese Nacht und mein Verhalten selbst Tage später im nüchternen Zustand nicht einmal erklären können. Was war bloß in mich gefahren? Ich habe die Berührungen von dem anderen Mann wahrscheinlich einfach bloß zu sehr genossen.

Er hat mein geschundenes Herz mit seinen Küssen getröstet.

„Boa, manchmal bist du echt ein durchtriebenes Luder.“ Mit dieser Aussage macht Sandra es nur noch schlimmer.

Ich vergrabe das Gesicht in meinen Händen und wünsche mir ein Loch, welches sich unter mir auftut sodass ich mich in ewiger Dunkelheit verstecken kann um dieser Peinlichkeit endlich zu entgehen.

„Hey, das braucht dir doch nicht peinlich sein…“, ruft Sandra und legt einen Arm um meine Schulter. „Du weißt doch auch immer Bescheid was bei mir wo abgelaufen ist.“

Das ist in der Tat wahr. Im Gegensatz zu mir ist Sandra nicht wirklich bereit dafür eine längere Beziehung zu führen. Sie wechselt ihre Kerle lieber wie Unterhosen, hat hier und da ein paar kleine Affären und ist ansonsten sehr zufrieden über ihre vorhandene Freiheit und Unabhängigkeit.
Manchmal wünschte ich, ich wäre ein wenig mehr wie sie. Offener und Spontaner…

Doch ich bin eher spießig und verklemmt. Manchmal ist dies auch ein Grund weswegen Tom und ich uns streiten.

Aber ich schaffe es einfach nie zu hundert Prozent aus meiner Haut zu kommen. Das mag vielleicht an meiner strengen katholischen Erziehung liegen, die ich während meiner Kindheit genießen durfte. Jedenfalls rede ich mir selber oft ein, dass es daran liegt ohne mich überhaupt genauer mit mir selber auseinander zu setzen…

Langsam hebe ich meinen Kopf wieder und sehe Sandra an.
„Was soll ich denn nun machen?“, möchte ich wissen und hoffe auf einen guten Rat. „Ich habe nicht nur Tom betrogen, nein nun bin ich auch noch schwanger. Von einem anderen Mann!“

Wieder kullern mir Tränen aus den Augenwinkeln, obwohl ich der Meinung bin in der letzten Stunde so viel geweint zu haben, das es mit Sicherheit für ein ganzes Leben reichen würde.

„Hey, hey…“ Sandra nimmt mich erneut in den Arm und drückt mich an sich. Ihre Hände streichen über mein Haar und beruhigend flüstert sie mir ins Ohr: „Du hast Tom doch gar nicht richtig betrogen. Ihr wart immerhin nicht zusammen als das passiert ist. Und das du nun schwanger bist… Nun das ist wohl etwas doof gelaufen.“

Ich lache ein spöttisches, heiseres Lachen. „Ja, doof gelaufen.“, zische ich ironisch. „Du hast ja auch gut reden. Du hast schließlich nicht dieses… Ding in deinem Bauch.“

„Mensch Sarah, mach dich nicht so fertig.“, bittet Sandra. „Wieso habt ihr denn auch nicht verhütet?“

„Haben wir ja.“, gebe ich trotzig zurück. „Aber irgendwas ist da scheinbar schief gelaufen. Es war ja so klar das, wenn ich einmal einen Fehler mache, ich dafür bezahlen muss. Wieso sollte es auch mal andere treffen, die viel schlimmer sind in solchen Dingen als ich?!“

Sandra drückt mich noch ein bisschen enger an sich. „Es wird alles wieder gut. Hey, sieh mich mal an…“ Widerwillig hebe ich mein tränenverschmiertes Gesicht und blicke Sandra in die Augen. „Wir finden schon einen Weg der für alle das Beste ist. Sieh mal, du bist doch noch nicht lange schwanger. Eine Abtreibung ist also noch möglich. Das wäre doch die einfachste Lösung und du müsstest Tom nicht einmal die Wahrheit sagen.“

Ich schniefe laut und wische mir über die Augen. „A–Abtreibung?“, stammle ich.

„Ja, das geht heutzutage ganz einfach. Meine Schwester hat sich doch vor einigen Jahren auch ein Baby wegmachen lassen, weil sie dafür noch nicht bereit gewesen ist. Das ging damals völlig ohne Probleme.“

Ich nicke. „Ja, aber ich kann – Ich kann doch kein Baby töten.“

„Das ist doch noch gar kein richtiges Baby. In den ersten drei Monaten ist das nur so ein ganz kleines Würmchen.“ Sandra hält ihre Finger hoch und deutet einen ganz kleinen Abstand zwischen Daumen und Zeigefinger an. „Du tötest es nicht, denn es ist ja noch gar nicht lebensfähig.“

„Ich weiß nicht.“, schüttle ich mit dem Kopf. „Das geht mir gerade alles zu schnell. Ich will nicht jetzt schon über eine mögliche Abtreibung nachdenken, wo ich doch gerade erst von – von dem Baby erfahren habe.“

„Okay, das kann ich verstehen.“ Sandra greift nach den Taschentüchern auf dem Sofatisch und reicht mir eins, womit ich mir lautstark die Nase putze. „Ich wollte dir nur diese Möglichkeit offen halten, ja? Du kannst ja in Ruhe darüber nachdenken.“

„Hmm…“, mache ich und greife nach einem weiteren Taschentuch um mir damit über die Augen zu wischen. Reste von meiner Wimperntusche kleben danach daran und ich zerknülle das Taschentuch in meiner Hand. „Und was soll ich bis dahin machen?“

„Na ja“ Sandra kaut auf ihrer Unterlippe herum. „Kommt drauf an was dir am liebsten ist. Eigentlich müsstest du dem Vater Bescheid geben. Weißt du denn noch seinen Namen?“

Zögerlich nicke ich. Natürlich weiß ich den Namen noch.

Diese gemeinsame Nacht war unglaublich gewesen. Unglaublich schön. Ich schäme mich dafür so darüber zu denken, doch abstreiten kann ich es auch nicht.

„Er heißt Bill.“, murmle ich.

„Gut. Bill…“ Sandra nickt nachdenklich. „Und weißt du wo er wohnt? Hast du eine Telefonnummer oder so?“

„Nein.“

„Puuuh, wie wollen wir ihn denn da finden?“

Ich kaue auf meiner Unterlippe herum und starre die Maserung meines Sofatisches an. „Vielleicht ist er am Wochenende wieder in der Nachtschicht.“, schlage ich dann zögernd vor.

___________________________

Halloooo!

Ich kann es gerade selber nicht glauben das ich Euch diese Fanfiktion präsentiere. Sie schlummert bereits seit geraumer Zeit (um genau zu sein seit Septemeber) auf meinem Computer fertig geschrieben herum.
Aber irgendwie habe ich bis heute mich nie... hmm... getraut sie online zu stellen. Dabei mag ich sie eigentlich ganz gerne, vor allem weil ich mich mal wieder an die Ich-Perspektive heran getraut haben, dessen nicht jedermanns Sache ist aber vielleicht gefällt ja jemanden von Euch der Anfang :)

Die Geschichte wird 12. Kapitel beinhalten, die ich nun nach und nach überarbeiten und anschließend online stellen werde.
Rechnet mit einem Upload von zwei Kapiteln die Woche, wenn ich es nicht schludern lasse (Und ich weiß das ich das eig zu oft mache ~.~ ;'D)

Kurze Info noch am Rande: Da die Fanfiktion nun doch schon realtiv "alt" ist hat Bill auch noch die lange Mähne vor seinem Iro. Ich mag das ehrlich gesagt nicht umändern, da es an einigen Stellen dann nicht mehr passen würde. Es sei mir hoffentlich verziehen!

Bis Freitag!
 
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