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Geschichte: Fanfiktion
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von WeLoveSoccer
erstellt: 01.02.2010
letztes Update: 09.04.2010
Geschichte, Übernatürlich, Romanze / P18 Slash
(fertiggestellt)
Aber genug davon - wir wünschen allen Lesern ganz viel Spaß mit dem neuen Kapitel!
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Es war kurz vor dem Weckerklingeln, als Thomas wieder die Augen aufschlug. Eigentlich brauchte er den Wecker nicht, aber es war eine Angewohnheit, die er übernommen hatte. Außerdem fiel es im Hotel auf, wenn er als einziger keinen Wecker benutzte. Er streckte sich und rutschte dann aus dem Bett. Sollte er es wagen zum Training zu fahren - oder lieber nicht?
Er fühlte sich ein wenig besser, als gestern und der brennende Hunger war auch weg. Aber wie würde das in der Nähe von so vielen Menschen aussehen?
Andererseits waren es alles Freunde, und da würde er sich zurückhalten können - hoffte er. Und den ganzen Tag im Haus verbringen wollte er auch nicht. Das Training würde heute nicht allzu anstrengend werden, schließlich hatten sie gestern gespielt, aber es würde ihn ablenken.
So stand er auf, machte sich fertig und verließ das Haus. Nahrungsaufnahme musste schließlich nicht sein, nach drei Dosen Blut erst Recht nicht. Aber auch sonst aß oder trank er nur, wenn andere dabei waren - oder wenn er Lust dazu hatte.
Diesmal fuhr er in gesittetem Tempo durch die Stadt und kam schließlich eine knappe halbe Stunde später am Trainingsplatz an. Einige der Kollegen waren anscheinend schon da, ihre Autos standen auf dem Parkplatz, doch im Moment war niemand zu sehen.
Er blieb noch einen Moment im Wagen sitzen und holte tief Luft. Bis jetzt fühlte er sich immer noch ruhig. Jetzt kam es drauf an, wie er sich gleich in der Kabine fühlen würde. Wenn es nicht ging, dann würde er das Training abbrechen und duschen. Das Wasser wusch sämtliche Gerüche weg, so dass er - oder eher die anderen - dann in Sicherheit sein würden.
Er zwang sich zu einem leichten Lächeln und stieg aus. Aus dem Kofferraum holte er seine Tasche, dann schlenderte er langsam zum Zaun, wo ein paar Fans auf die Spieler warteten. Betont fröhlich gab er die gewünschten Autogramme - und prüfte dabei, ob er wirklich im Stande war sich heute in Gesellschaft von Menschen aufzuhalten. Der Zaun würde die Fans im Notfall schützen.
Natürlich nahm er den Geruch der Menschen wahr, aber er fühlte nicht dieses rasende Verlangen von gestern. So würde er das Training durchstehen, da war er sich sicher.
Schließlich winkte er den Fans noch einmal zu und verschwand dann im Inneren des Gebäudes.
Er grüßte seine Kollegen, dann zog er sich schnell um und ging raus um sich aufzuwärmen. Natürlich war das bei ihm nicht nötig, aber alles andere wäre aufgefallen, außerdem tat es einfach gut, sich zu bewegen.
"Morgen Thomas”, begrüßte Michi ihn, der schon beim warmlaufen war. "Geht’s wieder?"
Thomas nickte. "Bin früh ins Bett, dann ging es", log er der Einfachheit halber.
Michi lächelte. "Siehst auch besser aus. Auch wenn du immer noch ganz schön blass bist."
"Ich bin immer blass", grinste Thomas etwas schief.
"Schon, aber nich so”, meinte Michi.
Thomas zuckte mit den Schultern. "Ist aber trotzdem wieder ok."
Nicht ganz überzeugt nickte Michi.
Thomas seufzte innerlich, dann tischte er Michi beim Laufen eine Geschichte von einer kleinen Erkältung auf, die er mit Hausmitteln und einigen guten Tipps seiner Mutter wieder in den Griff bekommen hatte. Seiner Mutter, die schon seit 1982 tot war.
"Solche Hausmittel kennt meine Mutter auch”, lachte Michi. "Und anscheinend helfen die bei dir ja auch."
Thomas lachte, "Salbeitee und heiße Wickel?", fragte er nach.
Michi nickte. "Aber der Salbeitee war bei mir Kamille."
"Kamille hilft auch", nickte Thomas. "Aber Salbei schmeckt besser."
Michi verzog den Mund. "Stimmt nicht. Salbei ist ekelhaft."
Thomas lachte nur und lief weiter, er musste aufpassen dabei nicht zu viel und zu locker zu reden. Schließlich bekam Michi ein Zeichen des Torwarttrainers. "Bis später”, verabschiedete er sich von Thomas.
"Bis später", nickte Thomas und lief seine beiden letzten Runden alleine, bis sie sich beim Trainer einfanden.
Das Training bestand heute zum größten Teil aus Regenerationsübungen.
Anschließend war taktische Schulung angesagt, die sie nach Position getrennt besuchten.
Es war kurz vor Ende der Schulung, dass Thomas wieder begann seine Mitspieler stärker wahrzunehmen.
Sie dufteten verführerisch, so unwiderstehlich. Und sie waren viel zu nah! Luca, Ivica, Miro und Mario - sie alle hatten ihren so einzigartigen Duft. Unwillkürlich leckte er sich über die Lippen, die sich plötzlich rau und aufgesprungen anfühlten.
Miro, etwas streng. Ivica, nach so viel Leben. Luca, nach Freude und Frust gleichermaßen. Und Mario. Seinen Geruch konnte er nicht einordnen, was ihn aber nicht weniger interessant und verführerisch machte. Im Gegenteil!
Sein Blick glitt zu Mario, der mit vor der Brust verschränkten Armen den Worten des Trainers lauschte. Wieder leckte er sich die Lippen.
Ein paar Strähnen hatten sich aus dem Haarband von Mario gelöst und hingen ihm in die Stirn. Immer wieder pustete er genervt um die Haare aus seinem Blick zu vertreiben. Dabei stieß er noch mehr von seinem Geruch aus, der langsam immer intensiver wurde. Thomas blendete die anderen drei aus und konzentrierte sich nur noch auf Mario.
Irgendwann schien Mario den Blick zu spüren und drehte leicht den Kopf. Er lächelte Thomas an. Der musste hart schlucken. Mario strömte einen so verdammt guten Duft aus. Er sah, wie Mario leicht die Stirn runzelte. Vorsichtig schob er sich näher zu Thomas. "Alles ok?" fragte er leise.
Mühsam hielt Thomas die Luft an. "Ist schon alles in Ordnung. Außerdem sollten wir aufpassen!"
Mario nickte, musterte ihn aber weiter aufmerksam. "Michi meinte, du hättest dich gestern schon nicht gut gefühlt."
"Geht schon wieder", zuckte Thomas mit den Schultern. Langsam wurde ihm die Luft knapp, aber wenn Mario weiterhin so dicht bei ihm blieb...
"Aha", machte Mario. Dann drehte er sich um und schnappte sich eine Wasserflasche aus dem Kasten, der hinter ihnen stand. "Hier”, drückte er sie Thomas in die Hand.
Thomas nickte und trank. Wasser half immer, wenn auch nur ein wenig. Blut wäre besser, menschliches Blut, das von Mario.
Immer noch beobachtete Mario ihn, als hätte er Angst, dass Thomas gleich umkippen würde.
Langsam setzte Thomas das Wasser ab, hielt es aber weiterhin in den Händen und konzentrierte sich auf den säuerlichen Geruch, der von ihm ausging.
Es schien eine halbe Ewigkeit zu vergehen, bis der Trainer endlich zum Ende kam. Und die ganze Zeit blieb Mario neben ihm stehen, beobachtete ihn mal offen, mal aus den Augenwinkeln.
Thomas war froh, als er aus dem Raum gehen konnte. Doch viel besser würde es nicht werden, das wusste er. Gemeinsames Mittagessen, anschließend Ruhepause und das zweite Training.
Er hätte doch zu Hause bleiben sollen. Jetzt zu gehen, würde Fragen nach sich ziehen. Er würde zum Doc müssen, dem Trainer rede und Antwort stehen und die neugierigen Fragen seiner Kollegen aushalten.
Und wieder einmal dem Doc auf nicht ganz natürliche Art und Weise klar machen, dass mit seinem Blut alles stimmte, dass er gesund war, und dass es keinen Anlass zur Beunruhigung gab.
"Was stehst du hier noch rum? Hast du gar keinen Hunger?"
"Doch", nickte Thomas und folgte ihm. Das 'Besonders auf dich', verkniff er sich.
"Iss ne heiße Suppe und dann leg dich ein bisschen hin”, schlug Mario ihm vor. "Dann geht’s bestimmt wieder besser. Ist aber auch beschissenes Wetter im Moment. Da ist es leicht sich was einzufangen."
Thomas nickte und folgte ihm in die Cafeteria. Diese Woche wurden italienische Gerichte serviert, was Luca natürlich eine besondere Freude machte. Auch Thomas war das recht - nur heute schienen sich alle gegen ihn verschworen zu haben. Zur Vorspeise gab es Carpaccio, rohes Fleisch.
Unwillkürlich trat er einen Schritt zurück und wäre fast in Mario hineingelaufen.
"Thomas? Komm gleich mit zum Doc, das seh ich mir nicht weiter an."
"Nein”, fauchte Thomas und machte sich von Mario los.
"Thomas", war Mario deutlich erschrocken.
Thomas schluckte und holte tief Luft. Dann sah er Mario fest in die Augen. "Es ist alles in Ordnung."
"Du kippst eben fast aus den Latschen, und jetzt schon wieder. Gar nichts ist in Ordnung!"
Thomas unterdrückte einen Fluch. Er war zu unkonzentriert und Marios verdammter Geruch stieg ihm schon wieder in die Nase. "Es ist alles in bester Ordnung”, versuchte er es erneut.
Mario legte ihm einen Arm um. "Komm wenigstens mit und leg dich hin."
Seufzend nickte Thomas.
"Dann komm", zog Mario ihn sanft mit sich. "Ich hol dir gleich was. Ne Brühe?"
"Brühe klingt gut”, murmelte Thomas und folgte Mario aus dem Speisesaal.
Gemeinsam gingen sie in einen der Ruheräume, dem, der der Cafeteria am nächsten lag. Zum Glück, denn viel länger hätte Thomas die Luft nicht anhalten können.
"Also hinlegen”, sagte Mario unnachgiebig. "Ich bin gleich wieder da."
Thomas nickte stumm und setzte sich auf das Sofa, das dort in einer Sitzecke stand. Kaum hatte Mario das Zimmer verlassen, sprang er auf und öffnete das Fenster.
Kalte Luft strömte herein und vertrieb den süßen Geruch, den Mario hinterlassen hatte.
Leise seufzte Thomas, er hatte sich bisher immer so wohl gefühlt mit Mario, warum machte ihm sein plötzlicher Appetit so einen Strich durch die Rechnung?"
Inzwischen sehnte er den Abend herbei und damit Jakobs Ankunft. Hoffentlich hatte er eine Erklärung für all das hier. Dafür, dass er sich auf einmal nicht mehr unter Kontrolle hatte. Seufzend lehnte er sich gegen den Fensterrahmen und sah nach draußen.
Was, wenn er jetzt gehen würde? Schnell abhauen, sich etwas Blut besorgen, und dann wiederkommen? Nur, um das zweite Training nicht ganz so ausgehungert ertragen zu müssen. Aber Mario würde gleich wieder kommen. Selbst für einen Menschen dauerte es nicht lange den Weg von der Cafeteria bis hierher zurückzulegen. Und in der Tat hörte er wenig später Schritte auf dem Gang. Schnell, wie es nur seinesgleichen konnten, legte er sich auf das Sofa. Er schloss die Augen. Vielleicht konnte er Mario ja überzeugen, gleich wieder zu verschwinden.
"Thomas? Ich hab Hühnerbrühe besorgt", hörte er Marios besorgte Stimme.
Lächelnd drehte Thomas den Kopf zu Mario. "Danke, ist echt nett von dir."
Mario sah ihn kurz an, dann beschloss er, "Ich hol den Doc."
Blitzschnell streckte Thomas eine Hand nach Mario aus und umfasste dessen Unterarm. "Es ist nichts Mario. Deine Besorgnis ist echt lieb, aber mir geht’s schon viel besser."
"So siehst du nicht aus. Ich weiß nicht, wie du heute Nachmittag überstehen willst?"
"Ich werde die Brühe trinken und dann ein bisschen schlafen”, antwortete Thomas fest.
Mario nickte nicht ganz überzeugt. "Ich guck nachher mal nach dir."
Thomas nickte. "Danke."
Als Mario verschwunden war, sah Thomas die Suppe an. Sie roch recht appetitlich, und er beschloss sie zu essen und nicht aus dem Fenster zu gießen. Vielleicht würde das auch diesen unsäglichen Blutdrang besänftigen. Er war auch ein Idiot, dass er sich heute Morgen nicht noch eine Dose von seinem Vorrat eingesteckt hatte. Sonst dachte er oft daran, für den Notfall etwas dabei zu haben. Aber er konnte jetzt nicht schnell nach Hause fahren oder gar laufen.
Es war helllichter Tag und Mario schien grade seinen Beschützerinstinkt entdeckt zu haben. Jedenfalls spürte er ihn durch die Wand hindurch im nächsten Raum. Thomas seufzte leise und begann seine Brühe zu löffeln. Sie war nicht schlecht, aber noch lieber wäre es ihm, wenn er sie mit ein wenig Blut hätte... aufpeppen können.
Er grinste über sich selbst, Hühnerbrühe mit frischen Blutflocken, das wäre doch mal ein Gericht für ein Feinschmeckerlokal. Er stellte die leere Schüssel zurück auf den Tisch und legte sich wieder lang ausgestreckt aufs Sofa. Es dauerte nicht lange, dann klopfte es an der Tür - doch es war nicht Mario, den er spürte. Eher...
"Ja?" rief er.
Die Tür öffnete sich, und der Doc trat ein. "Hallo Thomas, Mario meinte, dir ginge es nicht so gut?"
"Mario hat übertrieben”, antwortete Thomas und setzte sich auf.
Der Doc nickte. "Aber du liegst hier, trinkst vorsichtig Brühe und bist sicher nicht in der Lage nachher das zweite Training zu absolvieren."
Thomas unterdrückte ein Seufzen. "Vielleicht ne leichte Erkältung. Jedenfalls nichts Schlimmes."
"Lass mal sehen", hockte sich der Doc neben ihm und begann die üblichen Untersuchungen - Herz abhören, Blutdruck messen, Hals und Rachen ansehen...
Dabei beugte sich der Arzt dich über ihn und plötzlich starrte Thomas wie gebannt auf die Halsschlagader, die so einladend nah vor ihm lag. Er konnte die Wärme förmlich sehen, die von ihr ausging. Er müsste sich nur leicht vorlehnen... Nur ganz leicht, dann würde er ihn kosten dürfen. Seine Zähne in die empfindliche Haut bohren und das warme Blut auf der Zunge spüren.
Mit übermenschlicher Kraft stieß er den Doc zur Seite und flüchtete in die andere Ecke des Raumes. Er presste sich zitternd an die Wand. Seine Zähne bohrten sich schmerzhaft in seine Unterlippe. Einige Bluttropfen erschienen, gestohlenes Blut, wirkungslos. Er versuchte sich zu beruhigen, dann konzentrierte er sich auf den Doc, der in fassungslos anstarrte.
Er musste all seine Kraft aufbieten, um in die Gedanken des Mannes einzudringen. "Es ist alles ok”, wisperte er fast lautlos. "Du hast mich untersucht und festgestellt, dass ich eine leichte Erkältung habe. Ich soll nach Hause gehen und morgen früh wieder ganz normal zum Training erscheinen."
Der Doc sah ihn etwas irritiert an, dann nickte er. "Wie gesagt, ruh dich aus, und nimm das hier", reichte er ihm ein Mittel zur Stärkung der Immunkräfte.
"Danke”, lächelte Thomas und nahm das Mittel entgegen.
"Und wenns morgen nicht besser ist, dann kommst du noch mal zu mir."
"Natürlich”, nickte Thomas pflichtschuldig.
"Also dann, gute Besserung. Ich gebe Mario und den anderen bescheid, und du fährst jetzt."
"Bis morgen”, verabschiedete sich Thomas.
Er ging betont langsam in die Kabine, holte seine Sachen und verschwand dann.
Erst als er in seinem Wagen saß, erlaubte er es sich ein wenig durchzuatmen. Das war verflucht knapp gewesen! So nah... wie gut, dass Jakob am Abend kam, konnte er immer wieder nur denken. Schnell fuhr er los, direkt nach Hause.
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