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Geschichte: Fanfiktion
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/ Fußball
/ Eine Beziehung mit Biss
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von WeLoveSoccer
erstellt: 01.02.2010
letztes Update: 09.04.2010
Geschichte, Übernatürlich, Romanze / P18 Slash
(fertiggestellt)
Ich wollte doch nie eine FCB-Fanfic schreiben... nie,nie,nie.
Aber dann war da dieses Bild, dieses Foto eines Nachwuchsspielers, auf dem eine anatomische Besonderheit zu sehen war... besonders beim Lachen. Das rosa Plotbummy zog sich einen schwarzen Umhang über und hat uns nicht mehr in Ruhe gelassen.
Das hier ist das Ergebnis, wir hoffen, es gefällt.
Silberchen (und Buffy017)
Thomas wischte sich den Mund ab. Es musste ja niemand mitbekommen, was er gerade getan hatte. Überhaupt hätte er das hier gar nicht in der unmittelbaren Nähe von so vielen Menschen tun sollen.
Aber er hatte einfach Durst gehabt, diesen brennenden Durst, der unbedingt gestillt werden musste, der so gefährlich werden konnte. Nicht für ihn, sondern für die anderen.
Langsam stand er auf, griff sich die geleerte Dose und ging zur Ecke, wo ein Waschbecken angebracht war. Er wusch sich gründlich, den Mund, das Gesicht, die Zähne. Dann warf er einen kritischen Blick in den Spiegel, der über dem Waschbecken hing. Seine Zähne waren noch immer auffällig groß, aber schon wieder etwas geschrumpft. Er musste nicht mehr lange warten, bis er sich wieder unter Menschen wagen konnte.
Seufzend lehnte er sich das kühle Porzellan und schloss die Augen. In Moment wie diesen hasste er das, was er war. Er hasste diesen Teil in sich, den er nicht immer kontrollieren konnte. Diesen Teil, der nicht menschlich war. Diesen Teil, der so anders war als alle anderen Menschen um ihn. Wobei - 'andere Menschen' würde ja bedeuten, dass er selbst ein Mensch war.
Aber das war er nicht mehr. Schon lange nicht mehr. Wenn er in den Spiegel sah, sah er einen jungen Mann von Anfang 20. Und so sahen ihn auch alle anderen. Dabei war das eine Lüge.
Er war älter als das, viel älter. Etwa 40 Jahre älter als er den Menschen weismachte. Geboren 1951, am 13. September 1951 Und bis zu seinem 18. Geburtstag hatte er ein ganz normales Leben geführt. Als Bauernsohn in einem kleinen Dorf in einem abgelegenen Zipfel Bayerns.
"Thomas, bist du endlich fertig?", unterbrach ihn eine bekannte Stimme.
"Moment noch!" rief Thomas zurück und öffnete wieder die Augen. Kurz kontrollierte er seine Zähne und nickte zufrieden. Jetzt sahen sie wieder aus wie immer. Und auch sonst war nichts verräterisches mehr zu sehen.
Er setzte ein Lächeln auf und öffnete die Tür. "Fertig”, lächelte er sein Gegenüber an.
"Dann komm", drängelte Schweini ihn an und zog ihn mit sich aus der Kabine. "Was war denn gerade los?"
"Nichts”, sagte Thomas schnell. "Hatte nur was vergessen."
Basti nickte. "Beeil dich mal, die anderen warten schon." Thomas verdrehte die Augen. Und das ausgerechnet von Basti, der gern mal unpünktlich war. Er sagte aber nichts, sondern folgte ihm lediglich durch die Katakomben des Stadions nach draußen zum Bus.
Sie waren tatsächlich die letzten, was ihnen einen strafenden Blick ihres Trainers einbrachte. Ohne weiter etwas zu sagen setzten sie sich auf ihre Plätze - Basti zu Marc, er selbst zu Michi Rensing. Der lächelte nur kurz an, sagte aber nichts, wofür Thomas mehr als dankbar war. Er hatte keinen Bock sich jetzt zu unterhalten. Zu sehr schwirrte das, was ihm eben passiert war, noch im Kopf herum.
Es war Monate her, dass so ein Zwischenfall passiert war. Er hatte wirklich gedacht es im Griff zu haben. Aber der Durst war zu groß gewesen. Seit Wochen schon brauchte er mehr Blutrationen als vorher.
Er wusste nicht, woran das lag - vielleicht an der größeren körperlichen Anstrengung jetzt, wo er so erfolgreich Fußball spielte. Aber er hatte sich auch vorher nie geschont. Das allein konnte es also nicht sein. Nein, irgendwas hatte sich verändert. Er wusste nur nicht, was.
Er schloss die Augen und lehnte sich zurück. Mit Musik in den Ohren konnte er sich ablenken, das tat gut. Außerdem vermied er es so, dass jemand ihn ansprach.
Michi machte schon Anstalten, das fühlte Thomas mit seinen geschärften Sinnen. Einer der Effekte, wenn er gerade getrunken hatte. Er tat dennoch so als würde er es nicht mitbekommen.
Michi war nett und eigentlich unterhielt er sich gern mit ihm, aber im Moment hatte er Angst, was Dummes zu tun. Zum Beispiel auf die pumpende Halsschlagader zu starren, die so verführerisch da lag und auf ihn zu warten schien. Sie rief ihn förmlich, versprach süßes, warmes, pulsierendes Blut - fast schien es ihm unmöglich sie zu ignorieren.
Unwillkürlich verkrampfte er sich. Es war Jahre her, dass er Menschenblut getrunken hatte und doch hatte er plötzlich diesen einmaligen, unverwechselbaren Geschmack im Mund.
"Thomas? Alles in Ordnung?", hörte er Michis Stimme durch die Bässe aus seinem mp3-Player.
Er nickte knapp und versuchte die Wärme und Michis Geruch zu ignorieren. Er hätte mit dem Trinken warten sollen, verdammt. Seine Sinne würden ihn hier noch um den Verstand bringen. Noch über eine Stunde würde er es aushalten, neben Michi sitzen zu müssen und dem Duft seines Blutes widerstehen.
Er fühlte wie seine Zähne wieder ein Stück länger wurden und presste seine Lippen noch fester zusammen. Er presste die Augen zu und zwang sich ganz flach durch den Mund zu atmen.
"Thomas?" hörte er erneut Michi. Diesmal klang er eindeutig besorgt. "Thomas, du bist kreidebleich. Soll ich den Doc holen?"
Thomas schüttelte nur den Kopf und versuchte sich zu beruhigen. Bisher hatte er sich und seine Besonderheit vor dem Doc verbergen können, aber mit Zeugen wurde es schwieriger. Einen einzelnen Menschen konnte er bis zu einem gewissen Grad beeinflussen, aber bei einer ganzen Gruppe wurde es unmöglich.
"Thomas, du machst mir Sorgen. Kipp hier nicht noch um!"
"Geht schon”, stieß er unter all seiner Willenskraft hervor.
Nicht ganz überzeugt nickte Michi. "Ich hol den Doc, wenns schlimmer wird."
"Kannst du... das Fenster aufmachen?" fragte Thomas immer noch mit geschlossenen Augen. Michi zögerte einen Moment, dann drehte er die Klimaanlage über Thomas etwas auf. Thomas holte tief Luft. Die Kälte tat gut und die klimatisierte Luft vertrieb für einen Moment sogar Michis Geruch aus seiner Nase. Er konnte sich endlich etwas entspannen. Und er beschloss, zukünftig irgendwelche scharfen Bonbons dabei zu haben... "Michi - hast du mal nen Kaufgummi für mich?"
"Ja klar”, sagte Michi sofort und kramte einen Moment in seiner Tasche. Dann drückte er Thomas ein Kaugummi in die Hand.
"Danke", nickte Thomas und schob das Kaugummi in den Mund. Es vertrieb auch den letzten Rest von Michis süßem Geruch, und auch, wenn Thomas das ein wenig bedauerte, war es gut so. Endlich konnte er sich wirklich entspannen.
"Besser?" fragte Michi nach einem Moment.
Thomas nickte. "Ja, besser. Danke."
Michi lächelte. "Gut. Aber was war denn los?"
Thomas zuckte mit den Schultern. "Weiß nicht. War nen anstrengendes Spiel."
"Hatten wir schon schlimmere...”, meinte Michi.
Thomas zuckte mit den Schultern. "Vielleicht brüte ich auch etwas aus - weiß man nie..."
"Dann... leg dich hin, wenn wir zu Hause sind. Und geh zum Doc, wenn du morgen auch noch so beschissen aussiehst."
Thomas nickte. "Mach ich", versprach er. Auch, wenn er zu jemand anderem gehen würde, nicht zu ihrem Vereinsarzt.
Der könnte ihm eh nicht helfen. Schließlich war es keine Krankheit im eigentliche Sinne, unter der er litt. Aber vielleicht sollte er Jakob anrufen, einen der älteren ihrer Sorte. Ja, das würde er tun. Jakob hatte ihm schon mehr als einmal geholfen und vielleicht hatte er eine Erklärung, für seine momentane Verfassung.
Mit dem Kaugummi im Mund und dem festen Vorsatz, Jakob anzurufen, konnte er sich endlich entspannen. Und zum ersten Mal an diesem Tag schien das Glück auf seiner Seite zu stehen. Sie kamen gut durch den abendlichen Verkehr bis zum Vereinsheim.
Schnell verabschiedeten sie sich voneinander, dann konnte Thomas endlich in seinen Wagen steigen und nach Hause fahren. Er fuhr schnell, zu schnell, aber er hatte keine Geduld mehr und wollte nach Hause. Außerdem - was sollte ihm schon passieren?
Wenig später hielt er vor dem Haus, in dem er seit dem Sommer wohnte. Gemütlich, und - was besonders wichtig war - im Schatten großer Bäume. Er parkte sein Auto etwas schief in die Parkbucht ein und stieg hastig aus. Die Sonne verursachte ihm Kopfschmerzen und ließ seine Augen brennen.
Wenn er Fußball spielte, dann hatte er genügend Adrenalin im Körper, dass er das nicht merkte, aber gerade heute war er anscheinend doch besonders empfindlich. Schnell holte er seine Tasche aus dem Kofferraum und lief dann zur Haustür.
Der kühle Hausflur empfing ihn und ließ seine Kopfschmerzen sofort verblassen. Zum Glück hatte er daran gedacht, alle Vorhänge zuziehen, so dass nur ganz wenig Licht ins Haus fiel.
Geschafft legte er sich auf das Sofa und versuchte sich zu entspannen. Aber er fand keine Ruhe. Schließlich stand er auf und ging in die Küche zu seinem Kühlschrank. Vielleicht war die Blutkonserve vorhin nicht frisch genug gewesen oder zu wenig.
Er nahm sich eine der kühlen Dosen, und schon fühlte er, wie seine Zähne wieder wuchsen. Er grinste, und er fühlte, wie die Zähne herausstanden. Vermutlich bräuchte er gar keinen Dosenöffner, grinste er, um an das Blut zu gelangen.
Er nahm trotzdem den Dosenöffner zur Hand. Schnell hatte er die Dose geöffnet und setzte sie an. Auf ein Glas verzichtete er diesmal, das hätte ihm zu lange gedauert. Kühl, aber so süß rann das Blut durch seine durstige Kehle.
Natürlich war warmes Blut besser. Die Wirkung hielt länger vor, der Geschmack war besser, aber zur Not ging es auch so.
Er ließ den letzten Tropfen aus der Dose rinnen, dann schloss er genießerisch die Augen. Er konnte sich gerade noch zusammenreißen, die Dose nicht noch auszulecken. Schon jetzt spürte er deutlich, wie das Blut ihn beruhigte und die Anspannung vertrieb. Es tat einfach gut, machte ihn ruhiger und... menschlicher.
Menschlicher... Thomas schnaubte. An Tagen wie heute hatte er das Gefühl, als könnte er nicht weiter von den Menschen entfernt sein.
Er spülte die geleerte Dose gründlich aus und warf sie dann in den Müll. Er musste vorsichtig sein, dass niemand erfuhr, was er da zu sich nahm.
Dann ging er zurück ins Wohnzimmer. Er nahm das Telefon aus der Ladestation, legte sich aufs Sofa und wählte Jakobs Nummer, die hoffentlich noch aktuell war. Jakob hatte die lästige Angewohnheit seinen Namen und Wohnort häufig zu wechseln. Doch dieses Mal hatte er Glück, er musste keine langwierigen Nachforschungen anstellen, bevor er die ruhige, vertraute Stimme hörte.
"Hallo Thomas”, meldete sich Jakob.
"Hallo", seufzte Thomas froh.
Jakob schwieg einen Augenblick. "Hast du Ärger, Kleiner?"
"Ich weiß nicht", gab Thomas zu. "Ich hab Hunger, mehr als sonst. Zwei Dosen heute! Und als Michi da neben mir saß... ich hätte ihn fast angefallen!"
"Seid wann geht das so?"
Thomas zuckte mit den Schultern. "Ein paar Wochen... aber heute war’s besonders schlimm."
"Erzähl”, forderte Jakob ihn auf. "Was war heute so anders, als sonst."
Thomas versuchte irgendetwas zu finden, aber eigentlich war alles so wie immer.
Jakob seufzte vernehmlich. "Und davor? Irgendwas muss der Auslöser dafür sein Thomas."
"Ich weiß es nicht", murmelte Thomas. "Der Sport ist es nicht, oder?"
"Nein”, sagte Jakob sofort. "Du bist viel ausdauernder als... deine Kollegen, viel stärker."
Thomas nickte, manchmal fiel es ihm schwer Müdigkeit vorzutäuschen, wenn zu viel Fitness auffällig werden würde. "Hör zu, ich glaube es ist besser, wenn ich zu dir komme”, sagte Jakob ein wenig überraschend.
Thomas zögerte kurz, dann nickte er. Vielleicht würde Jakob ihm so helfen können. "Ich bin morgen Abend bei dir."
"Danke", nickte Thomas nur. Er musste nicht fragen, ob Jakob ihn finden würde.
"Bis dann”, verabschiedete sich Jakob und legte auf.
Thomas nickte. "Bis dann...", flüsterte er ins Telefon.
Seufzend legte er das Telefon auf den Tisch und schloss die Augen. Ob Jakob schon wusste, was los war? Und wenn ja - was war dann los? War er krank? Konnte er überhaupt krank werden? Immerhin war er kein Mensch mehr, also konnte er sich nicht vorstellen, dass er so etwas wie eine Grippe bekommen konnte. Oder gab es irgendwelche Krankheiten, die nur sie bekommen konnten, die den Menschen unbekannt waren? Hatte er vielleicht verdorbenes Blut getrunken? Aber das hätte er doch bestimmt gemerkt, oder?
Andererseits - woran sollte er es merken? Oder hatte er sich an irgendeiner Krankheit angesteckt? Aber bei wem? Schließlich kam er mit niemandem seiner Art zusammen. Jakob war der einzige, zu dem er unregelmäßigen Kontakt hatte und auch dann meistens nur übers Telefon. Es gab noch mehr von ihnen, das wusste er, aber er hatte kein größeres Interesse viel Zeit mit ihnen zu verbringen.
Es gab ein paar, die lebten wie er. Die viel Kontakt zu den Menschen suchten und ein normales Leben zu führen versuchten. Das waren vor allem die Jungen. Die Alten zogen sich meistens zurück und beobachteten nur noch.
Vielleicht würde er auch einmal so werden. Wenn er mehrere Generationen von Menschen überlebt hatte, wenn er sich der Trauer über ihren Tod nicht mehr aussetzen wollte. Aber im Moment war ihm sein Leben, so wie er es führte, lieber. Vielleicht würde er irgendwann auch einen Gefährten finden und nicht allein bleiben. Davor hatte er Angst. Irgendwann einsam und allein zu sein.
Er seufzte leise und sah nach draußen. Die Sonne war inzwischen untergegangen, er würde recht problemlos auf die Straße gehen können. Doch was, wenn er wieder einem dieser verdammt verführerisch riechenden Menschen begegnen würde?
Würde er sich wieder zurückhalten können? Würde er das überhaupt wollen? Das vorhin, das war Michi gewesen. Michi, den er kannte und mochte. Hätte er bei einem Fremden auch solche Hemmungen? Oder würde er ihn einfach überfallen und ihm das nehmen, was ihn am Leben hielt? Was, wenn er dabei gesehen werden würde? Oder wenn er zu viel nahm?
Er hatte noch nie einen Menschen getötet. Noch nie! Tiere ja, grade als er noch ganz jung gewesen war. Um Menschen hatte er immer einen großen Bogen gemacht. Und das wollte er auch nicht ändern. Also würde er drinnen bleiben und sich von den Menschen fernhalten.
Er seufzte leise, etwas Bewegung hätte ihm sicher gut getan, aber das würde er vielleicht später in der Nacht nachholen. Thomas nickte. Das war ne gute Idee. Irgendwann gegen drei sollte es schön ruhig draußen sein. So machte er es sich auf dem Sofa gemütlich, legte eine DVD ein - und wartete.
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