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von Judy-BoE    erstellt: 31.01.2010    letztes Update: 28.04.2010    Geschichte, Allgemein / P12    (abgebrochen)
Hallo zusammen!

Es geht weiter, aber etwas spann ich euch noch auf die Folter. Natürlich tauchen jetzt noch einige andere Spieler auf. Die Geschichte spielt zwar im Dezember 2009, allerdings halte ich mich nicht an die Wirklichkeit. Ich bemühe mich alles möglichst genau zu recherchieren, ich habe aber auch so meine Lieblingscharaktere, die ich natürlich auch verwende.

Aber nun: Viel Spass!

~~~~~~~~~~


Etwas verloren stand Philipp nun neben dem Autowrack. Gerade war der Rettungswagen mit Isabella unter Blaulicht und Martinshorn losgefahren. Dann entdeckte er neben dem Sitz die rote Decke, die vor kurzem noch Isabella gewärmt hatte. Er hob sie auf und betrachtete sie gedankenverloren.
„Komm mit in den Bus! Du bist ja ganz nass. Du musst raus aus den Klamotten.“
Philipp schrak auf, als ihn Andreas so plötzlich ansprach. „Mh, was?“ irritiert blickte er ihn an.
„Komm jetzt!“ Andreas zog ihn am Ellebogen in Richtung des Busses, wo sich schon alle wieder auf ihre Plätze zurückgezogen hatten und sich teilweise aufgeregt mit ihren Sitznachbarn unterhielten. Nur Busfahrer Peter Reis wurde noch von zwei Polizisten befragt.
„Na los, zieh deine nassen Sachen aus, wir brauchen dich im nächsten Spiel. Ich such dir was Trockenes. Hier, nimm solang die Decke hier.“ sprachs, drückte Philipp eine Decke in die Hand und war schon wieder weg, ehe dieser auch nur einen Muskel bewegen konnte.
Erst jetzt, in der Wärme des Busses, fiel Philipp auf, wie kalt ihm eigentlich war. Mit steifen Fingern begann er sich aus der nassen Kleidung zu schälen. Kaum war er damit fertig, tauchte Andreas auch schon wieder auf und drückte ihm eine saubere trockene Trainingshose, T-Shirt und Handtuch in die Hand. „Hier, nicht, dass du noch krank wirst. Du hast ganz blaue Lippen.“
„Hey, Philipp. Da, nimm, setz dir die Kapuze auf, deine Haare sind ja auch ganz nass.“ ertönte es hinter ihm. Er drehte sich um und nahm den Kapuzenpulli von Michael Rensing entgegen.
„Danke“
„Kein Ding, wie soll ich denn ohne dich meinen Kasten sauber halten?“ mit einem Zwinkern setzte sich Michael wieder auf seinen Platz.

Philipp hatte sich gerade tief in einer Decke vergraben hingesetzt, als schon MüWo an ihn herantrat. „Philipp, alles in Ordnung? Ach, ich sehe schon, der Andi hat sich gut um dich gekümmert.“ lobend klopfte er Andreas Ottl auf die Schulter.
„Ja, aber mir ist trotzdem noch kalt.“
„Ach, mit einem Tee geht das auch schnell vorbei. Kommst du bitte mit nach vorne, die Polizei möchte dich noch kurz sprechen.“ forderte MüWo ihn auf.
Sie gingen nach vorne, wo sich zwei Polizisten mit Christian Nerlinger, dem Teammanager unterhielten.
„Brauchen sie denn noch lange? Die Spieler sind müde und wir haben ja noch ein Stück zu fahren.“
„Nein, keine Angst. Wir wollen nur noch kurz Herrn Lahm sprechen, dann wäre es das soweit. Sollten noch Fragen auftreten, werden sich unsere Münchner Kollegen bei ihnen melden.“ beruhigte ihn der ältere Polizist.
Sein Kollege wandte sich an Philipp. „Herr Lahm, uns wurde berichtet, sie hätten sich länger mit der Verletzten unterhalten.“ Philipp nickte zustimmend. „Können sie uns eventuell ein paar Angaben zu ihrer Person machen?“
„Nun ja, viel weiß ich auch nicht. Sie heißt Isabella, ihr Freund, der Fahrer, Thomas. Nachnamen hat sie jedoch nicht genannt. Sie hat in Stuttgart Ernährungswissenschaften studiert und gerade ihren Abschluss gemacht. Die beiden waren auf dem Weg in den Skiurlaub nach Österreich. Mmmh, mehr fällt mir jetzt auch nicht ein, tut mir leid.“ schüttelte er bedauernd den Kopf.
„Kein Problem, sie haben uns damit schon sehr geholfen. Vielen Dank.“ „Wir wünschen ihnen noch eine gute Heimfahrt.“ Damit verabschiedeten sich die beiden Polizisten.

Philipp wollte schon zurück zu seinem Platz, als ihn der Mannschaftsarzt zurückhielt und ihm einen Becher heißen Tee hinhielt. „Hier, damit dir schnell wieder warm wird. Und Philipp, mach dir nicht zu viele Sorgen, ja? Ich hab die Nummer des Notarztes. Ich werde später mal nachfragen, ob es etwas Neues gibt.“ er legte einen Arm um Philipps Schultern und sah in eindringlich an. „Du hast ihr so viel geholfen, ihr Mut gemacht. Jetzt musst du ihrem Überlebenswillen und den Ärzten vertrauen.“
„Mmh, ich werde es versuchen.“ versicherte ihm Philipp mit einem zaghaften Lächeln und begab sich wieder zurück auf seinen Platz neben Andreas.

Kaum hatte er es sich, in die Decke gekuschelt, am Fenster gemütlich gemacht, setzte der Bus seine Fahrt Richtung München fort. Gedankenverloren sah er aus dem Fenster und trank dabei seinen Tee in kleinen Schlucken. Um sich herum hörte er die anderen Spieler die sich in kleinen Gruppen leise über das Erlebte unterhielten. Alle waren schockiert, wie schwer dieser Unfall gewesen war. Selbst Lukas stand der Sinn nicht nach Scherzen.
„Glaubst du der Fahrer überlebt das? Hast du seinen Kopf gesehen? Als wir da die Scheibe eingedrückt haben, ich dachte der wäre tot. So viel Blut überall.“ schaudernd schloss er seine Augen, riss sie jedoch sofort wieder auf. „Oh Gott, ich glaub ich krieg heute Nacht kein Auge zu, ich hab immer wieder das Bild von ihm vor mir, wie sie ihn blutüberströmt mit diesen völlig verdrehten Beinen aus dem Auto holen.“
Bastian saß neben ihm und wusste nicht was er sagen sollte. Auch er hatte immer wieder Bilder von dem Schwerverletzten vor sich. Wie sie verzweifelt versuchten, die Tür aufzubekommen und schließlich die Fensterscheibe eindrückten, um an Thomas heranzukommen. „Geht mir genauso.“ murmelte er dann. „Da siehst du, wie schnell das gehen kann, die beiden konnten ja gar nichts mehr machen. Der Irre kam da so schnell an. Wenn wir nicht gewesen wären, hätten sie ja ausweichen können, aber so.“ dann verstummte er.
„Ich glaub wir müssen uns ganz dringend bei Peter bedanken. Wenn der nicht so gut reagiert hätte … nee, da denk ich jetzt lieber nicht drüber nach.“ merkte Lukas nach kurzer Stille an.
„Ja, auf jeden Fall!“ lass mal überlegen, vielleicht fällt uns ja was ein.

„Na Fips, alles ok? Ist dir wieder warm?“ Philipp schreckte auf, als Michael ihn so unerwartet ansprach. Dieser hatte sich umgedreht und schaute jetzt über die Rückenlehne hinweg Philipp forschend an.
„Mmh, ja, ach ich weiß auch nicht. Ich kann nicht aufhören an sie zu denken. Sie hat mich so angeschaut, so hilfesuchend, so vertrauensvoll. Als ob ich irgendetwas hätte machen können, alles ungeschehen machen oder so. Dabei konnte ich ihr doch gar nicht helfen.“
Sofort protestierten sowohl Andreas als auch Michael.
„Hey, denk doch so was nicht, du konntest das auch nicht verhindern.“
„Natürlich hast du ihr geholfen. Du hast ihr die Angst genommen, ihr Mut gemacht, sie abgelenkt und so vielleicht ein paar Schmerzen genommen.“
„Ja, vielleicht. Aber trotzdem, als sie bemerkt hat, dass sie ihre Beine nicht bewegen konnte, sie hatte eine solche Panik. Ich hoffe sie schafft das. Als ihre Augen zugefallen sind und sie meine Hand losgelassen hat, “ mit zitternder Hand trank er einen Schluck Tee, „klar, das war wegen des Zeugs was ihr der Notarzt gegeben hat, aber trotzdem, ich dachte kurz jetzt stirbt sie. Ich hab mich so hilflos gefühlt.“ Die ganze Anspannung ließ jetzt nach und die zurückgehaltenen Gefühle stürzten auf Philipp herein. Eine einsame Träne bahnte sich einen Weg seine Wange herab.
Andreas legte einen Arm um Philipps Schultern und versuchte ihn zu beruhigen. „Hey, immer mit der Ruhe. Sie wird es schaffen. Wir können ja wenn wir angekommen sind MüWo fragen, ob er was Neues weiß.“
„Ja gut, der hat auch mit dem Notarzt Nummern getauscht.“ murmelte Philipp und versuchte sich in Andreas Umarmung zu entspannen. Doch plötzlich richtete er sich auf und lauschte angestrengt. Leise konnte man ein Handy klingeln hören. Philipp steckte aus reiner Gewohnheit die Hände in die Jackentasche, fand aber dort nicht das gesuchte Telefon.
„Wo ist denn mein Handy?“ fluchte er und bekam es in der nächsten Sekunde von Michael vor die Nase gehalten. Es klingelte immer noch. Ohne einen Blick auf das Display zu werfen ging er ran.
„Lahm.“
„Genau richtig du lahme Socke. Wo hattest du denn wieder dein Handy vergraben?“ tönte es da aus dem Lautsprecher.
„Hallo Timo!“
„Ich wollte dir zu eurem super Spiel gratulieren. Ich konnte ja leider nicht kommen. Was müsst ihr auch immer zur gleichen Zeit spielen wie wir, häh, sag mir das mal.“
„Danke. Also so aufgedreht wie du bist, habt ihr aber auch gewonnen oder?“
„Ja, endlich mal wieder. Und du bist du noch nicht zu Hause? Ich hatte es schon mal auf dem Festnetz probiert.“
„Na dann auch von mir herzlichen Glückwunsch. Und nein ich bin nicht zu Hause. Wir sitzen noch im Bus auf der A8“ entgegnete Philipp zum Ende mit ernster Tonlage.
„Wie, jetzt noch? Gell ihr fandet Stuttgart so schön, dass ihr gar nicht mehr weg wolltet.“
„Naja nicht so ganz. Wir sind bei Augsburg in einen Unfall verwickelt worden.“
„Was!? Aber euch geht’s allen gut, oder?“
„Ja, uns ist nichts passiert. Aber da war ein junge Frau, Isabella.“ Philipp stockte und musste erst einmal tief durchatmen.
„Wie jetzt, wer ist Isabella? Die ganze Geschichte und von vorne bitte.“
„Ich weiß auch nicht, ich hab Musik gehört und rausgeschaut.“ sprudelte es richtiggehend aus Philipp hervor. „Es hat recht stark geregnet. Ein Auto hat uns gerade überholt, und da kam auf einmal von vorne eins entgegen. Der war so schnell. Sie hatten keine Chance noch auszuweichen. Wir waren ja rechts und links dann die Leitplanke. Ich glaube Thomas, der Fahrer, hat noch gebremst und versucht nach rechts zu ziehen. Der Falschfahrer ist dann frontal mit ihnen zusammengeknallt. Dann hab ich sie nicht mehr gesehen. Peter, unser Busfahrer, hat dann sofort angehalten und ich bin auch mit raus. Das eine Auto hatte uns wohl noch am Heck gestreift und ist dann in die Leitplanke geknallt. Das andere hat sich anscheinend überschlagen und lag dann total zermatscht auf der rechten Spur. Wir hatten so ein Glück dass so wenig Verkehr war. Ich mein, von uns hat doch keiner dran gedacht, dass da vielleicht noch andere Autos reinknallen könnten. Ich wollte nur helfen. Ich bin dann auf das nicht ganz so kaputte Auto zugelaufen. Eine junge Frau saß auf dem Beifahrersitz. Sie war sogar bei Bewusstsein. Oliver kam dann dazu, wir haben versucht die Tür aufzumachen, aber sie hat geklemmt. Irgendwann ging sie dann endlich auf und ich hab die Frau angesprochen. Sie hatte solche Angst um ihren Freund. Der lag da völlig regungslos und das Blut lief seinen Hals hinab. Lukas und Basti haben sich dann um ihn gekümmert. Ich hab dann Isabella, so hieß sie, versucht zu beruhigen, sie hatte Schmerzen. MüWo hat sich dann um sie gekümmert, sie hatte solche Panik als sie ihre Beine nicht bewegen konnte. Dann hab ich ihre Hand genommen um sie zu beruhigen. MüWo hat dann ihre Jeans aufgeschnitten, weil da ein großer Blutfleck war. … oh Gott, wenn ich nur dran denke, so etwas hast du noch nicht gesehen. Da war eine große Wunde auf ihrem Oberschenkel und da stach ein Stück Knochen heraus. Brrr“ Philipp stockte, mit zitternder Stimme fuhr er dann fort. „ Mir war so übel. Aber sie, sie hatte nur die Augen zugemacht und drückte ganz fest meine Hand. Der Notarzt ist dann gekommen und MüWo ist ein Schmerzmittel holen gegangen. Ich sollte sie wach halten, aber sie war so müde. Als dann die Feuerwehr sie raus schneiden wollte, sollte ich weg, aber sie wollte mich auf keinen Fall loslassen. Hat meine Hand umklammert und mir nur ganz fest in die Augen geschaut. Dieser Blick, so vertrauensvoll. Sie hat so schöne Augen. Der Notarzt hat ihr dann wohl so einen richtigen Hammer gegeben. Ihr sind einfach die Augen zugefallen. Als sie dann meine Hand losgelassen hat, hab ich wirklich einen Moment gedacht, jetzt stirbt sie.“ Nun versagte seine Stimme ganz.
Timo wusste erst einmal nicht was er sagen sollte. Man hörte nur ein paar kräftige Schnaufer durch das Telefon.
„Wow, mein Gott. Das ist ja schrecklich. Ich hoffe so, dass sie wieder gesund wird.“ stieß er schließlich hervor.
„Ja ich auch.“ murmelte Philipp
„Und wie geht es dir?“ erkundigte sich Timo.
„Geht so, ich muss gestehen, es hilft drüber zu sprechen. Auch wenn ich das zuerst nicht glauben konnte. Ich sitze hier mit Andi und Rense. Die haben mich vorhin etwas beruhigen müssen. Nach dem ganzen Stress wurde es mir irgendwie auf einmal zuviel.“
„Dann ist ja gut, wenn jemand für dich da ist, grüß die beiden von mir. Dann wünsch ich euch noch eine ruhige Fahrt. Ich melde mich morgen noch einmal bei dir. Okay?“
„Klar, danke dass du zugehört hast.“
„Hey, ist doch klar. Wofür sind Freunde sonst da?“
„Schlaf gut, bis morgen.“
„Du auch und denk nicht so viel nach.“
„Mhm, ich geb mein Bestes. Tschüß!“
„Tschüß!“
Langsam steckte er sein Handy in die Tasche, schaute dann auf, „Liebe Grüße von Timo soll ich euch ausrichten.“ und schenkte den beiden dann ein vorsichtiges Lächeln. Das Gespräch mit Timo hatte ihm wirklich geholfen.
„Hier, das war zusammen mit deinem Handy in deiner Jackentasche.“ Damit drückte Michael Philipp einen iPod in die Hand.
„Wie? Aber... mmh, schon gut, danke. Wo hab ich nur wieder die Kopfhörer gelassen?“ suchend blickte er sich um.
Andreas lachte und griff in die Tasche an der Rückenlehne vor ihm. „Hier, probiers mal damit.“ Er zog die gesuchten Kopfhörer aus der Tasche, doch am Ende waren sie schon an einen iPod angestöpselt.
„Häh, was ist das denn jetzt? Welcher ist denn nun deiner?“
Auch Philipp war leicht verwirrt. Probehalber machte den iPod in seiner Hand an und schaute nach, was zuletzt gespielt wurde. Als er dann den Titel In the Summertime von Mungo Jerry las, sah er überrascht auf. „Das ist gar nicht meiner! Wie kommt der denn in meine Jacke?“ ratlos sah er die beiden an.
„Schau doch mal, was noch so drauf ist. Lass mal hören. Vielleicht können wir ja so rausfinden, wem er ist.“
Philipp stöpselte die Kopfhörer an und machte die Musik so laut, dass alle drei sie hören konnten. Dann öffnete er die zuletzt gehörte Liste die unter dem Titel mitsingen abgelegt war. Dort fanden sie Titel wie: Hang on Sloopy; Girls, Girls, Girls; Sloop John B.; Ein Sommer für mich; Männer sind Schweine; Nur einen Kuss.
„Also der kann doch keinem Mann gehören, oder?“ Andreas sah die anderen fragend an.
„Ich weiß nicht, schau mal weiter.“ forderte Michael Philipp auf.
Der fand noch einen Ordner mit dem Titel Entspannung. Als er ihn öffnete konnte man das erste Stück Smooth Criminal gespielt von David Garrett hören. Alle waren überrascht, so etwas hatten sie noch nicht gehört.
„Könnte er nicht von Isabella sein?“ erkundigte sich Michael vorsichtig.
„Mmh, sie ist auf jeden Fall die einzige Frau, mit der ich in den letzten Stunden Kontakt hatte. Aber wie soll er dann in meine Jacke gekommen sein?“ angestrengt versuchte Philipp sich zu erinnern. Andi und Michael wussten darauf auch keine Antwort und ließen ihn lieber in Ruhe nachdenken. „Vielleicht … ja das könnte es sein.“ stieß er auf einmal hervor. „MüWo hat Isabella einen Zugang gelegt. Sie hatte etwas in ihrer Hand und er hat es mir dann einfach in die Hand gedrückt. Ich muss es dann wohl eingesteckt haben.“
„Dann ist das wohl ihrer. Einen interessanten Musikgeschmack hat sie auf jeden Fall.“ merkte Michael an.
„Ich werde mal MüWo fragen wo sie hingebracht wurde. Dann bringe ich ihn ihr zurück. Sie wird ihn in nächster Zeit wohl gut gebrauchen können.“ Philipp wollte schon aufstehen, doch Andreas hielt ihn zurück.
„Warte doch noch zehn Minuten. Wir sind sowieso gleich da. Dann gehen wir gemeinsam zu ihm.“
„Na gut.“ brummte Philipp, setzte sich die Kopfhörer auf und stöberte noch etwas durch Isabellas Musik.

Kurze Zeit später hatten sie endlich das Trainingsgelände erreicht. Bevor sie jedoch den Bus verlassen konnten, ergriff Jürgen Klinsmann das Mikrofon. „So, da wären wir. Da es ja jetzt doch recht spät geworden ist, wird das Training morgen auf 14:00 Uhr verschoben. Also schlaft gut Jungs und ihr wisst ja, wir Trainer und Betreuer haben immer ein offenes Ohr für euch.“ Während alle anderen sich um ihr Gepäck kümmerten gingen Philipp, Andi und Michael zu MüWo. Dort hatten sich auch schon Lukas, Basti und Oliver Schmidtlein eingefunden. Der Arzt hatte schon das Handy am Ohr.
„Hallo, Müller-Wohlfahrt hier.“ meldete er sich.
„Ich wollte mich erkunden wie es den Verletzten geht.“
„Oh…ja, das hatte ich schon befürchtet.“
„Und die junge Frau?“ Dann hörte er eine zeitlang nur zu.
„Mmh, das war auch meine Vermutung. Da kann man ja jetzt nur auf einen guten Ausgang hoffen.“
„Vielen Dank. Dann noch eine hoffentlich ruhige Nacht für sie.“
„Auf Wiederhören.“
Gespannt hatten die Spieler das Telefonat verfolgt und sahen den Arzt nun neugierig an.
„Also, der Geisterfahrer ist noch auf dem Weg in die Klinik gestorben. Thomas, der Fahrer des anderen Autos hat schwere Kopfverletzungen und wird gerade operiert. Es ist auf jeden Fall äußerst kritisch. Auch die junge Frau schwebt noch in Lebensgefahr. Sie hat innere Verletzungen, mehrere Brüche im Bein und zudem eine Verletzung an der Wirbelsäule. Welche Auswirkungen diese Verletzungen haben, muss die Zeit zeigen.“ fasste er das Telefonat zusammen.
Er legte einen Arm um Philipps Schultern, der war bei dem Bericht ganz blass geworden. „Ihr habt auf jeden Fall euer Möglichstes getan. Wer weiß, ob die beiden noch am Leben wären, wenn ihr nicht so schnell reagiert hättet.“ dabei schaute er alle eindringlich an. Sie sollten sehen, wie ernst ihm diese Worte waren. „So, jetzt ab nach Hause ins Bett! Vielleicht gibt es morgen ja schon was Neues.“ Damit verpasste er Philipp einen Klaps auf und schob ihn in Richtung der einsam herumliegenden Taschen.

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