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von Equinox    erstellt: 31.01.2010    letztes Update: 16.05.2010    Geschichte, Abenteuer / P16    (abgebrochen)
„Howdy-ho!“
„S-Sully?“
„Elena?? Bist du das?“
„Ja, ich bin’s. Sag mal, hat Nate seine Handynummer geändert? Ich kann ihn jetzt schon seit 2 Tagen nicht erreichen. Er meinte doch, er meldet sich. Hat er dich angerufen, Sully?“
„Nein, ich dachte, er hat dich angerufen. Ich hab geglaubt, ihr wolltet ein bisschen Zeit alleine…“
„W-Was?? Sully, Nate und ich sind nicht….egal, also hat er dich nicht angerufen?“
„Nein. Dich auch nicht?“
„Das hab ich doch gerade gesagt!“
„Hm…das ist seltsam…“
„Seltsam? Das ist total untypisch für ihn! Sully, ich mach mir Sorgen!“
„Ach, Nate ist’n zäher Hund, dem geht’s sicher gut.“
„Aber wieso meldet er sich nicht?“
„Keine Ahnung!“
„Sully, ich hol’ dich ab und wir fahren zu seiner Wohnung, okay? Ich will nur wissen, ob er mal wieder das Land verlassen hat. Wer weiß vielleicht musste er weg und hat einen Zettel hinterlassen, weil er wusste, dass ich-“
„Jaja, schon gut, stell den Wasserfall mal wieder ab! Komm einfach her und wir fahren hin, den Rest besprechen wir unterwegs, okay?“
„Danke, Sully! Bis gleich!“
„Kein Thema…bis dann!“

„Hm…kein Zettel an der Tür…“, murmelte Elena und betrachtete die robuste Holztür genau. „Vielleicht hat er ja drinnen einen Zettel hinterlassen…“
„Was hast du immer mit deinen Zetteln?“, brummte Sully und pochte gegen die Tür. „Nate! Bist du da?“, rief er mit seiner rauen Stimme und wartete eine Antwort ab. Nichts.
Sully zuckte mit den Schultern und drückte den Türknauf nach unten. Die Tür war nicht verschlossen. Mit einem kräftigen Stoß von Sully schwang sie auf. „Haha! Sesam öffne dich! Ladies first…“ Mit einer eleganten Handbewegung gebot er Elena einzutreten.
„Nate?“, fragte sie vorsichtig und sah sich um. Auf einem Beistelltischchen sah sie das noch ungeöffnete Geschenk, dass sie und Sully dort hingelegt hatten. „Sully, ich glaube er war gar nicht hier!“ Sully brummte etwas Unverständliches und schlug die Tür zu.
Plötzlich vernahmen die beiden ein Husten, das von Nates Schlafzimmer kam. „Sully, hast du das gehört?“, flüsterte Elena kaum hörbar. Der nickte bloß und starrte auf die geschlossene Tür. Elena eilte voran und riss die Schlafzimmertür auf.
Nate lag ausgestreckt auf dem Bett, ein Fuß lugte über den Bettrand hinaus, auf seinem Gesicht glitzerten Schweißperlen und seine Nase war so rot, dass sie Rudolph dem Rentier ordentlich Konkurrenz machte. „Nate?“, fragte Elena vorsichtig und beugte sich zu ihm hinunter. „Elena…“, sein Hals musste trockener als die Sahara in der prallen Mittagssonne sein. „Nate, was fehlt dir denn?“, fragte sie und strich ihm liebevoll über den Kopf.
„Mein Hals…meine Nase…mein Kopf…Fieber“, nuschelte er und hörte sich an, als würde er gleich dahinsterben. Elena musste sich sehr zusammenreißen, um ein Lachen zu unterdrücken. „Nate, ich glaube du hast Grippe. Warst du schon beim Arzt?“ Er schüttelte nur kaum merkbar den Kopf.
„Elena“, krächzte er, packte den Kragen ihrer Bluse und zog sie zu sich heran. „Hilf mir!“ Ein Hustenanfall schüttelte ihn und er ließ sie wieder los. „Oh Gott…Großmutter, bist du das?“, fragte Nate und sah starr nach oben. Schnaubend packte Elena ein Kissen und warf es nach Nate. „Jetzt reicht’s aber, Nate! Du bist schon angeschossen worden und da hast du dich auch nicht so aufgeführt!“ „Das war nichts gegen das hier!“, wehrte er sich und hustete erneut.
„Ach, ich hol dir ein paar Medikamente und ratz fatz bist du wieder auf den Beinen!“ Elena verließ den Raum und brummte noch mürrisch im Gehen: „Männer!“
Währenddessen Kam Sully herein und hielt sich augenblicklich die Hände an die Kehle. „Oh mein Gott! Was stinkt hier nur so fürchterlich?“ „Das bin ich, okay?!“, rief Nate verärgert, was er gleich bereute, weil ihn ein weiterer Hustenanfall schüttelte.
Und wieder einmal war Sullys polterndes Gelächter zu hören. „Haha Nate, hast du dir ein Souvenir vom Himalaja mitgenommen?“
„Was? Wovon redest du?“, fragte Nate, nachdem er sich die Seele aus dem Leib gehustet und sich mehrere Male geräuspert hatte. Wieder lachte Sully los und schlug sich dabei auf den Schenkel, weil er es so lustig fand.
„Naja wo solltest du dir diese Grippe sonst geholt haben, wenn nicht vom ewigen Stapfen durch Schnee und Eis?“
Nates Augen weiteten sich. „Verdammt, Sully, du hast Recht! Verdammte Scheiße, diese Wichser verklag’ ich! Ich werde ihnen eigenhändig die-“ Mit einer abwertenden Handbewegung beendete er seinen Satz, da er schon wieder wie verrückt hustete, begleitet von Sullys Lachen.
Elena kam erst nach zwanzig Minuten wieder, einige Einkaufstüten in ihren Händen. „Nate, ich musste in die Apotheke, du hast ja wirklich nichts zu Hause! Und wenn, dann nur Sachen, die für die schlimmsten Arten von Verletzungen gut sind!“ „Ich bin auf alles vorbereitet“, meinte er schulterzuckend. „Aber auf ne Grippe nicht!“, grinste Sully verschmitzt. Nate verdrehte die Augen. Er wusste schon, warum er ihnen nichts von seiner „Krankheit“ erzählt hatte, zumal es Elena war, die ihm vor seiner Abreise geraten hatte, sich eine andere Winterjacke zu kaufen, da seine von den letzten Expeditionen schon ziemlich mitgenommen gewesen war. „Hier, trink das, dann geht’s dir bestimmt gleich besser!“, meinte Elena und hielt ihm ein Glas hin, dessen Inhalt eine seltsame Farbe hatte. „Das gehört also zu der Gattung von Getränken „Haben Sie das schon getrunken oder werden Sie das erst trinken?“…“, murmelte Nate und schluckte den „Trunk“ auf Ex hinunter. „Gott ist das ekelhaft!“, rief er und kniff die Augen zusammen. „Das ist Medizin, was hast du erwartet?“, antwortete Elena und verdrehte genervt die Augen. „Du tust ja fast so, als ob du noch nie krank gewesen wärst!“
„Hallo? Als ich das letzte Mal Grippe hatte war ich sechs! Vergib mir, wenn ich das schon verdrängt habe!“ „Zumal es ja erst 3 Jahre her ist…“, meinte Sully grinsend. Nate nahm sein Kopfkissen und schleuderte es ihm ins Gesicht. Als es von Sullys Kopf abgeprallt war und er volle Sicht auf Nate hatte, streckte Nate ihm die Zunge raus. „Siehst du?“, fragte Sully Elena und deutete mit dem Finger auf Nate, der seine Zunge schnell wieder dort versteckte, wo sie hingehörte, bevor Elena es sehen konnte. „Ihr seid beide irgendwo zwischen Kindergarten und Pubertät stehen geblieben!“, meinte Elena und verdrehte die Augen. „Hey, Elena, gib’ ihm bloß nichts mehr von dem Zeug, davon wird er bösartig!“ Nate lachte sich leise ins Fäustchen. „Nate, du scheinst mir auf dem besten Weg der Besserung! Nimm dieses, wie Sully es nennt, „Zeug“ dreimal am Tag, dann noch diese Pillen und diese dort auch! Ich schau die Tage wieder vorbei! Wenn du dich gut genug fühlst, kannst du ja mal einen Blick auf dein Geschenk werfen!“ „Mach ich, danke, Schwester.“ Elena verdrehte die Augen und beugte sich zu ihm hinunter. Nate schürzte erwartungsvoll  die Lippen und Schloss die Augen, doch Elena gab ihm bloß einen flüchtigen Kuss auf die Stirn. „Glaubst du, ich will mich anstecken?“, flüsterte sie mit einem verschmitzten Grinsen, als sie Nates Gesicht sah. „Also dann, Nate, wir sehen uns in ein paar Tagen! Und den hier“, sie packte Sullys Arm „nehm’ ich mit, sonst gibt’s hier noch ne Rauferei!“ „Bye, Nate!“, rief Sully und ließ sich von Elena aus dem Raum ziehen. Nate seufzte zufrieden, schloss die Augen und schlief schnell ein.
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