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von ratz    erstellt: 30.01.2010    letztes Update: 23.04.2010    Geschichte, Romanze / P12 Slash    (abgebrochen)
Danke :*
Rechtschreibfehler & anderes, Ebay ist dankbar, und so ;)
_________

Kapitel III: Say, I'm happy.


“Seh ich scheiße aus.”
Patrick betrachtete sich im Spiegel.
Die Haare zerzaust und durchnässt.
Das T-Shirt triefte vor matschigem Schlamm.
Lästig pellte er einige schon hartgewordene Stücke Erde aus seinem Gesicht und drehte seinen Kopf.
Hinter ihm stand Benny, ihm die Hand auf die Schulter gestützt.
“Oh mein Gott.”, rief er dann aus verzog das Gesicht.
“Du siehst wirklich scheiße aus. Und jetzt bist du auch noch voll Matsch.”
Benny grinste schief und ging weiter.
Beleidigt äffte Patrick ihn nur nach, schüttelte sich noch einmal und haute sich neben Allan auf die Bank.
Er legte den Kopf schief und betrachtete ihn.
“Wir sehen zwar scheiße aus..aber man. Das war geil.”
Patrick grinste den Klitschnassen Dänen an.
“So etwas habe ich das letzte mal gemacht, als ich als kleiner Junge Mädchen noch doof fand.”
“Ich habe Mädchen immer geliebt und respektiert.”
“Ich weiß nicht, warum ich dir das nicht so genau abkaufe.”
“Thorsten, was hast du ihm wieder erzählt?”
“Ich wasche meine Arschbacken - Äh Hände in Unschuld.”
“Thorsten!”
“Was denn?”
“Hier sind kleine Kinder anwesend!”
Er deutete auf das Grüppchen von Leuten, welches sich um Kevin versammelt hatte.
Dann grinste er und vergrub seine Hand in seiner Hosentasche.

“Patrick!”, nörgelte Thorsten. “Man zeigt nicht mir nacktem Finger auf angezogene Leute!”
“Keeeevin!”, Patrick formte seine Hände zu einem Trichter und hielt sie vor seinen Mund. “Mach dich nackisch!”
Dieser drehte sich schlagartig zu ihm um und zeigte ihm einen Vogel.
“Sind wir hier bei ‘Pati befiehlt, alle anderen handeln’ ?”
“Also ich hätte nichts da gegen, dort zu sein.”
Patrick grinste.
Doch als er merkte, dass der hartgewordene Lehm beim Trocknen an der haut spannte, haute er sich selbst auf die Oberschenkel und erhob sich.
“Ich geh mich mal befriedigen - äh duschen.”
“Ich komm mit - also duschen.”
“Ich auch. Ich habe Angst, dass was kaputt geht.”
So verschwanden die 3 nacheinander in der Dusche.

Doch es dauerte keine 5 Minuten, da ertönte der erste Schrei aus ihrer Richtung.
Patrick war auf der Seife ausgerutscht und räkele sich nun am Boden.
Das Bild muss köstlich gewesen sein.
Jedenfalls hätte sich Thorsten sich zu dem Zeitpunkt nichts sehnlicheres gewünscht, als eine Kamera dabei zu haben.
Doch so ungerecht die Welt auch war, sein Handy hatte er nicht mit in den Duschraum genommen.
Jaja. Das Leben war kein Ponnyhof.



20 Minuten später kamen die drei frisch geduscht zurück in die Kabine.
Sichtlich erschöpft ließen sie sich nebeneinander auf die Bänke fallen.
“Ich will gar nicht wissen, warum ihr so erschöpft seid.”, kam Benny wieder zu ihnen.
“Ich bin vor dem ‘Biene Maja Bad und Duschgel’ geflüchtet!”
“Ich weiß gar nicht was du gehabt hast, das riecht voll toll nach Honig.”
Allan hielt sich seinen Arm unter die Nase und roch zur Show daran.
Dann gab er quietschende Geräusche von sich, die symbolisieren sollten, dass es gut roch.
Benny grinste nur.
“Ich fühle mich wie im Kindergarten.”
“Ich war gerne im Kindergarten.”
“Wie oft hast du was kaputt gemacht?”
“Frag nicht.”
“Das interessiert mich aber!”
“Reicht es wenn ich sage, dass meine Kindergärtnerinnen froh waren, dass mich nun meine Lehrer ertragen mussten?”
“Ja, darunter kann ich mir was vorstellen.”
“Und was haben deine Lehrer dann gesagt?”, wurde Allan neugieriger und tappselte leicht mit den Füßen auf der Erde.
“Die haben mich immer nach meinem Traumberuf gefragt.”
“Was hast du geantwortet?”
“Frauenarzt!”
Benny begann zu lachen und schien gar nicht mehr damit aufzuhören.
Irgendwann stützte er sich an Patricks Schulter ab und ließ sich neben ihn sinken.
“Du bist ne Bohne, Patrick. Ich bin froh, dass du deine Meinung geändert hast und jetzt hier neben mir sitzt.”
“Ich auch..”
Die beiden grinsten sich an.
Dann beugte sich Benny vor, lugte um Patrick herum und schaute zu Allan.
“Was ich noch fragen wollte..”, setzte er an. “Wie kommst du an Biene Maja Duschgel?”
“Das müssen meine Kinder darin vergessen haben, wieso fragst du?”
“Ich wollte auch immer schon so eins haben.”
“Die kriegt man nur bei uns in Dänemark.”
“Maaaaaaaaaaanno. Bringst du mir eins mit, wenn du hin fliegst?”
“Kommt sofort auf die To-Do Liste.”
“Juchu. Ich liebe dich.”
Benny fiel ihm um den Hals und sprang wieder auf.
Dann hüpfte er in der Kabine herum und feierte ausgelassen mit sich selbst.
Tja, wenn man sonst niemanden hatte, mit dem man feiern konnte.


“Jungs, ich mach mich. Ich..wollte noch schreiben.”
Die Jungs runzelten die Stirn.
“Einen Brief an die Familie und so.”
“Soll ich dich fahren?”
Thorsten hob schon die Jacke aus seinem Spind.
“Ne, lass mal. Ich vertret mir mal die Beine. Frische Luft tut gut. Ich..muss jetzt..weg.”
Allan stand auf, drehte sich um seine Jacke zu holen und schaute auf den Boden.
Ehe sich die Jungs auch nur verabschieden konnten, war er geflohen.
Plötzlich kam alles in ihm hoch.

Seine Kinder.
Er würde seine Kinder nie wieder sehen, wenn seine Frau nicht mit ihnen nachkommen würde.
Und das würde sie nicht tun.
Das wusste er doch.
Es überkam ihn einfach so.
Seine Augen hatten sich leicht mit Tränen gefüllt.
Doch seine neuen Mannschaftskollegen sollten nicht sehen, dass er schwach war.
Dort nicht drüber stehen konnte.
Damit würde er doch alles zerstören.
Nein, sie sollten ihn nicht so sehen.
Deshalb war er einfach abgehauen.
Vor seinen Problemen davon gelaufen.
Welch ein Feigling er doch war.

“Pass doch auf!”
Von der Seite wurde Allan von einem Typen angerempelt.
Vielleicht sollte er doch einmal hinschauen, was er da tat.
Oder einfach auch nicht.
Planlos durch die Stadt irren.
Irgendwie kam er schon zum Hotel.

Der Wind pfiff nur so, als er an den Marktplatz einbog.
Er fegte durch Allans Haare.
Steuerte ungebremst auf sein Gesicht zu.
Er dachte, seine Tränen würden Eiszapfen bilden.
Doch es war ihm egal.
Hauptsache, niemand erkannte ihn.
Erkannte ihn so, wie es ihm wirklich ging.
Sah den Schwachen ihn ihm.
Der, der er normalerweise war.
So, wie er ohne seine Schutzwand war.
Wenn er alleine war.
Jemand IHN sah.
Den wahren.
Allan Jepsen.
_________
Diese Geschichte ist frei erfunden und  alle Personen sind real. Damit gehören sie sich selbst.
Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld.
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