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von xXmausiXx
erstellt: 24.01.2010
letztes Update: 10.12.2010
Geschichte, Drama / P16
(abgebrochen)
„Nächster Halt Bremer Hauptbahnhof. Ausstieg in Fahrtrichtung rechts“, sagte die weibliche Computerstimme. Seufzend zog ich mir meine Jacke und mein Schal wieder an. Der Zug wurde immer langsamer. Schlecht gelaunt nahm ich meinen Koffer und meine Handtasche und ging Richtung Zugtür.
Als der Zug stand hievte ich meinen Koffer mit großer Mühe auf dem Bahnsteig und hielt nach meinem Bruder Ausschau. Doch er war nicht zu sehen. Auch nach einer Viertelstunde war immer noch nichts von ihm zu sehen.
War ja mal wieder typisch für ihn. Sauer setzte ich mich auf meinem Koffer und suchte mein Handy in der Handtasche. Wutentbrannt wählte ich die Nummer von meinem Bruder. Als er endlich abnahm, konnte ich mich einfach nicht mehr zurück halten.
„Fritz! Was bildest du dir eigentlich ein? Wenn du mich schon unbedingt in diese beschießene Stadt holen musstest, dann beweg deinen fetten Arsch sofort zum Bahnhof!“, ich stoppte meine Schiempftirade um Luft zu holen.
Ich wollte gerade wieder anfangen, als am anderen Ende der Leitung eine mir unbekannte Männerstimme anfing zu sprechen.
„Es tut mir leid, wenn dich Clemens vergessen hat“, Moment mal.
„Ich hab doch jetzt nicht die falsche Nummer gewählt?“, innerlich verfluchte ich mich gerade wieder, dass ich die Nummer von meinem Bruder mal wieder aus dem Kopf eingetippt habe, anstatt einfach die eingespeicherte Nummer von ihm zu wählen.
„Nein, nein, das ist schon Clemens Handy.“
„Und warum geht er nicht dran?“
„Weil der sich gerade noch die Haare stylt“, ich verdrehte die Augen. War ja mal wieder typisch für mein Bruderherz.
„Könntest du ihn mir mal schnell geben?“, er antwortete nicht. Ich hörte nur ein Rascheln.
„Ja?“, Clemens. Eindeutig.
„Hallo Bruderherz. Hast du nicht was vergessen?“
„Ähh, nicht das ich wüsste“, ich fing wieder an zu brodeln.
„Dann will ich deinem senil gewordenes Gehirn mal auf die Sprünge helfen. Ich sitze am Bremer Hauptbahnhof und warte nun schon eindeutig zu lange, dass mein Bruder seinen süßen Arsch hierher bewegt und mich abholt.“
„Ohh scheiße. Stimmt ja. Ich bin schon unterwegs“, er legte einfach auf.
--Clemens Sicht—
„Ey Clemens“, ich drehte mich um.
„Kommst du nachher auch noch mit zu mir?“, fragte mich Torsten.
„Ja, hab heute eh nichts vor“, ich zog mir mein Trikot und meine Short aus und ging unter die Dusche. Mal wieder als einer der letzten. Brauch mich ja eh nicht wie die anderen zu beeilen. Wartet ja niemand zu Hause auf mich.
„Clem dein Handy klingelt“, rief Per aus der Kabine.
„Geh mal bitte dran“, ich drehte das Wasser ab und trocknete mich ab.
Mit dem Handtuch um die Hüften ging ich wieder in die Kabine, wo Per mit hochrotem Kopf an meinem Handy hing. Schnell zog ich mich an und stellte mich vor dem Spiegel, um meine Haare wieder an den richtigen Platz zu bringen.
„Clemens“, Per kam herein und hielt mir mein Handy hin, was er mit seiner Hand zuhielt.
„Wer ist dran?“, er zuckte mit den Schultern.
„Ja?“
„Hallo Bruderherz. Hast du nicht was vergessen?“, Emma?
„Ähh, nicht das ich wüsste.“
„Dann will ich deinem senil gewordenes Gehirn mal auf die Sprünge helfen. Ich sitze am Bremer Hauptbahnhof und warte nun schon eindeutig zu lange, dass mein Bruder seinen süßen Arsch hierher bewegt und mich abholt“, Mist! Emma kommt ja heute.
„Ohh scheiße. Stimmt ja. Ich bin schon unterwegs“, ich legte einfach auf und sprintete wieder in die Kabine, zog mir schnell die Jacke über und schulterte meine Sporttasche.
„Clem, muss ich was wissen“, Per sah mich fragend an.
„Nachher Per, ok?“, ich musste jetzt so schnell wie möglich Emma abholen. Per nickte mir nur zu und ich rannte zu meinem Auto, schmiss meine Sporttasche in den Kofferraum, stieg schnell in mein Auto und schlängelte mich durch den Feierabendverkehr Bremens zum Hauptbahnhof.
Am Bahnhof angekommen hielt ich nach meiner kleinen Schwester Ausschau, aber ich fand sie nicht. Der gesamte Bahnhof war wie ausgefegt, nur eine ziemlich dünne, ja beinahe magere Frau saß auf einem Koffer. Also nicht meine Emma.
„Hallo Clem“, die dünne Frau stand auf und kam auf mich zu.
„Emma?“, ich erschrak. War das wirklich meine kleine Emma? Sie war ja schon immer dünn gewesen, aber so dünn?
„Sag jetzt bloß nicht, dass du mich nicht erkannt hast“, sie zog eine Augenbraue nach oben.
„Du hast dich ganz schön verändert“, ich blickte ihr in ihre grünen Augen. Sie waren das einzige, was mich an meine alte Emma erinnert.
„Was erwartest du? Wir haben uns schließlich über 3 Jahre nicht mehr gesehen“, ich musterte sie immer noch.
„Können wir dann so langsam mal zu dir fahren? Mir ist richtig kalt und ich bin auch total kaputt und möchte einfach schlafen.“
„Ja, komm“, ich nahm ihren Koffer und ging zu meinem Auto, wo sie sich sofort auf den Beifahrersitz setzte. Ich legte den Koffer noch schnell in den Kofferraum um danach auch einzusteigen. Die Fahrt über sprachen wir kein Wort, ich wüsste auch überhaupt nicht, was ich mit ihr reden sollte. Sie war mir gerade so fremd. Deswegen war ich auch froh, als wir bei mir zu Hause angekommen waren und wir endlich in meiner warmen Wohnung standen.
„Ich hoffe, dass dir die Zeit bei mir gefällt“, sagte ich noch zu ihr, als ich ihr den Koffer in mein Gästezimmer stellte. Sie erwiderte nichts darauf. Aber was soll sie denn auch darauf antworten? Sie war ja schließlich nicht freiwillig hier.
„Ich lass dich jetzt mal alleine“, langsam schloss ich die Tür hinter mich.
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