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Kapitel 1
                         Der große Plan


Blut ist bekanntlich dicker als Wasser, aber wie weit würdest du gehen um deinen zum Tode verurteilten Bruder zu retten? Michael Scofield ist genau in dieser Situation. Vor etwa einem Jahr wurde sein Bruder Lincoln Burrows wegen Mordes am Bruder der Vizepräsidentin zum Tode auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. In drei Monaten ist es soweit, aber Michael hat einen Plan, denn nicht nur er ist fest von der Unschuld seines Bruders überzeugt und er wird nicht zulassen dass man ihn für etwas bestraft, was er nicht getan hat…
Michael saß in dem Tätowierstudio, in das er seit einem Monat fast jeden Abend gekommen war und ließ sich von Nathalie, der Frau die das Meisterwerk auf seinen Oberkörper gezaubert hatte, die letzten Feinheiten einstechen. „So. Es ist fertig.“, sagte sie und legte ihre Geräte in eine silberne Metallschale um sie später zu reinigen. Michael betrachtete sich in dem Spiegel der nur wenige Meter entfernt von ihm stand. „Entspricht es Ihren Vorstellungen?“, fragte sie und entleerte die Metallschale über einem Becken mit Wasser. „Es ist ein Kunstwerk.“, antwortete Michael, während er sich seinen Pullover überzog. „Die meisten fangen mit etwas Kleinerem an, wie zum Beispiel Mami oder der Name der Freundin, aber Sie lassen sich in nur einem Monat den ganzen Oberkörper tätowieren. Andere hätten sich dafür zwei Jahre Zeit gelassen.“ Sie gab ein Reinigungsmittel in das Becken und zog sich Handschuhe über. „Ich habe diese Zeit nicht. Ich wünschte ich hätte sie.“ Mit diesen Worten verschwand Michael aus der Tür des Ladens und ging zielstrebig nach Hause in sein Büro, dessen Wände mit Zeitungsausschnitten und einem riesigen Bauplan des Fox River Staatsgefängnis, in dem sein Bruder saß, behangen waren. Michael holte unter seinem Schreibtisch einen Pappkarton hervor, riss alles von den Wänden und stopfte es in die Kiste. Als er damit fertig war, nahm er aus seinem Computer die Festplatte und warf sie durch das Fenster hinter sich direkt in den Fluss, der nicht weit von seiner Wohnung entfernt war. Danach zog er seinen Pullover aus und lehnte sich in die Tür, die zu seinem Balkon hinausführte. Er blickte auf den Fluss vor ihm und wusste, dass er heute die letzte Nacht in seinen eigenen vier Wänden verbringen würde und dass ab morgen alles anders werden würde. Denn morgen sollte sein Plan beginnen…
Es ist erstaunlich, dass eine Nacht viel langsamer vorbei geht, wenn man nicht schlafen kann, obwohl man doch genau dieselbe Zeit überbrückt, wie wenn man schläft. Es war fünf Uhr morgens und Nika hatte wieder einmal die ganze Nacht kein Auge zu machen können. In letzter Zeit passierte ihr das öfter, doch heute wusste sie weshalb. Heute war der Tag auf den Michael gewartet hatte und an dem ihr Plan beginnen sollte. Sie richtete sich auf und stieg aus dem Bett. Nachdem sie geduscht und gefrühstückt hatte sah sie aus dem Fenster auf eine große Bank, die sie in fünf Minuten zu Fuß erreichen könnte. Sie war schon seit einigen Monaten nicht mehr dort gewesen, denn als sie das letzte Mal auf dem Weg dorthin war, hatte sie Michael getroffen und auf noch eine solche Begegnung konnte sie sehr gut verzichten.
Damals war sie kurz vorher einkaufen gewesen und in Gedanken ganz wo anders bog sie um eine Ecke und Michael lief in sie hinein. Ihre Einkäufe verstreuten sich über den gesamten Fußgängerweg. Natürlich half er ihr diese wieder aufzuheben, was ja alles eigentlich noch ganz normal war, doch dann fragte er: „Entschuldigen Sie bitte, aber sind Sie nicht Nika Mahone?“ Sie starrte ihn verwundert an und beinahe wären ihr ihre Einkäufe erneut aus den Händen gerutscht. „J-Ja. Woher wissen Sie das?“, stotterte Nika. „Mein Name ist Michael Scofield und ich brauche Ihre Hilfe.“, erklärte Michael und Nikas Gesichtsausdruck wurde misstrauisch. „Ähm ich weiß nicht, was ich für Sie tun kann, aber erzählen Sie mir doch erst einmal worum es geht.“ Stammelte sie immer noch etwas sprachlos über diese seltsame Begegnung. „Wie wäre es, wenn wir an einen Ort gehen würden, wo nicht so viele Menschen sind?“, fragte Michael und so langsam wurde Nika das Gefühl nicht mehr los, dass diese Begegnung kein Zufall war. „In Ordnung. Ich bringe schnell meine Sachen nach Hause. Ich wohne nicht weit von hier…“ Plötzlich kam Nika eine Idee. „Wissen Sie was, warum kommen Sie nicht einfach mit und ich mache uns zu Hause einen Kaffe?“, fragte Sie. Michael war einverstanden und sie machten sich zusammen auf den Weg zu ihr nach Hause.
Auch Michael war mittlerweile wach und bereit aus dem Haus zu gehen. Er trug einen beigen Anzug unter dem er problemlos seine zwei Pistolen verstecken konnte. Der Weg von ihm nach Hause zu der Bank, auf die Nika immer noch sah, kostete ihn nur wenige Minuten. Es kostete ihn weitaus mehr Mut im Inneren dieser Bank seine Waffen hervorzuholen und sie auf die Sekretärin zu richten. Sie gab ihm das Geld, das ihr zur Verfügung stand doch Michael wollte noch mehr. „Öffnen Sie den Tresor!“, befahl er in einem angespannten Ton zu der Frau, die ihren Kopf und ihre Hände auf den Schreibtisch vor Michael gelegt hatte. „Den Tresor kann nur der Filialleiter öffnen.“, sagte die Frau ängstlich. „Wo ist er?“ „Nun ja. Um diese Zeit befindet er sich immer im White Castle.“, antwortete die Sekretärin. „Im White Castle?“, wiederholte Michael etwas gelassener. „Die verkaufen dort diese viereckigen Fisch…“ „Ja. Das ist mir bekannt.“, sagte er und feuerte einen Schuss durch seine Pistole in die Decke des Gebäudes ab. „Öffnen Sie den Tresor.“, befahl Michael erneut. „Sir, Sie haben schon eine viertel Millionen Dollar. Vielleicht wäre es besser Sie…“ Erneut konnte sie ihren Satz nicht beenden, denn von draußen ertönten Polizeisirenen und Hubschrauber tauchten am Himmel auf. „Legen Sie die Waffen auf den Boden und kommen Sie mit erhobenen Händen heraus!“, rief eine Stimme durch ein Megafon. Bevor Michael die Pistolen auf den Boden legte, konnte man auf seinem Gesicht deutlich die Genugtuung ablesen, die er empfand, denn sein Plan hatte funktioniert. Nika hatte wie vereinbart die Polizei gerufen, nachdem Michael in die Bank gegangen war und sie kamen  genau zur richtigen Zeit. Der Schuss war abgefeuert.
Nika hatte sich einen Tee gemacht und dann mit dem Telefon zurück an den Tisch vor ihrem Fenster gesetzt. Dann wartete sie. Ab und zu trank sie einen Schluck aus ihrer Tasse und starrte dann wieder auf den Eingang der Bank. Sie wartete darauf, dass Michael auftauchte und sie wie vereinbart die Polizei anrufen konnte. Sie erinnerte sich noch ziemlich genau, was er damals, als sie ihn zu sich eingeladen hatte, erzählt hatte.
Sie waren gerade durch die Tür gekommen und Nika hatte ihre Tüten auf die Anrichte in der Küche gestellt. Sie stellte zwei Tassen in ihren Kaffeeautomaten und drückte auf start. Während der Kaffee in die Tassen lief, räumte sie ihre Tüten in den Kühlschrank aus und nahm anschließend die Tassen, Zucker und Milch mit ins Wohnzimmer und setzte sich zu Michael an den Tisch am Fenster. „Danke.“, sagte Michael und nahm die Tasse entgegen, die Nika ihm hinhielt. „Also. Ich denke Sie sind mir eine Erklärung schuldig, Mr. Scofield.“, forderte Nika und nahm einen Schluck Kaffe. Michael warf ein Stück Zucker in seinen Kaffee und rührte um. „Wenn es Ihnen nichts ausmacht würde ich es bevorzugen wenn Sie mich einfach Michael nennen.“ „Also gut, Michael. Ich würde sehr gerne wissen woher du meinen Namen kennst.“ „Ich weiß mehr über dich als du denkst.“, antwortete Michael. Das Gefühl in Nika, dass ihre Begegnung geplant war verstärkte sich und sie misstraute Michael immer mehr. „Wer bist du?“, fragte sie, als es plötzlich begann zu regnen. Sie schauten gleichzeitig nach draußen und dann wieder sich gegenseitig an. „Mein Name ist Michael Scofield.“, wiederholte Michael selbstsicher und wartete auf eine Reaktion. Plötzlich fiel es Nika wie Schuppen von den Augen. Natürlich, warum war sie nicht früher darauf gekommen. Sie wurde doch gewarnt, dass der Bruder von Lincoln sie aufsuchen würde. Sie sprang auf und verschüttete dabei die Hälfte ihres Kaffees auf dem Boden unter ihr. „Weißt du jetzt wer ich bin?“, fragte Michael und als Nika nickte fuhr er fort. „Ich habe eine Bitte an dich… Eigentlich ist es mehr als eine Bitte, aber du bist die einzige die mir helfen kann, weil du beim Secret Service bist. Aber zuerst muss ich wissen, ob ich dir vertrauen kann.“ „Woher weißt du das alles?“ Nika dachte an die Pistole, die nur wenige Schritte entfernt in einer Schublade auf sie wartete und dennoch gab es etwas an Michael, das sie so sehr faszinierte, dass sie nicht anders könnte, als ihm schließlich doch zu vertrauen.
Sie saß nun schon einige Minuten an dem Tisch vor ihrem Fenster und sah hinaus auf den Eingang der Bank. Plötzlich tauchte er auf und Nika griff zu dem Telefon und wählte die Nummer der Polizei. Kurze Zeit später kamen sie auch schon zu der Bank und Nika beobachtete alles von ihrer Wohnung aus. Sie sah wie Michael in Handschellen abgeführt wurde und in einem der Polizeiwagen verschwand. Sie fuhren in die Richtung in der auch das Gebäude für die Untersuchungshaft stand. Nun war Michael auf sich allein gestellt sie musste nun abwarten.
Nachdem Michael einige Zeit in der Untersuchungshaft saß, wurde er nun in den Gerichtssaal gebracht, in dem seine Anhörung stattfinden sollte. Seine Anwältin Veronica Donovan und sein Neffe LJ waren schon dort. Eigentlich hatte Michael nicht gewollt, dass LJ dabei war, aber er durfte das nicht entscheiden. Er setzte sich neben Veronica und die Richterin las die Anzeige vor und Michael bekannte sich von Anfang an schuldig. Veronica versuchte ihn aus der Sache wieder raus zu bringen, doch dies gelang ihr nicht, da Michael jede Art von Hilfe abschlug. Um das Urteil zu besprechen zogen sich die Richterin und ihre Leute zurück und Michael wurde in einen Nebenraum mit einigen kleinen Zellen gesperrt und Veronica bat bei dem Wächter um eine Minute allein mit Michael. „Was ist nur los mit dir? Warum lässt du mich dir nicht helfen?“, fragte sie. „Du hast schon mehr als genug für mich und meinen Bruder getan. Du musst mir nicht helfen.“, antwortete Michael und starrte durch die Gitterstäbe seiner kleinen Zelle in an die Wand hinter Veronica. Nach einigen Minuten öffnete der Wachmann die Zelle und brachte ihn zurück in den Gerichtssaal, in dem die Richterin ihr Urteil verkünden sollte. „Ich sehe es sehr selten dass sich jemand schon zu Anfang einer Anhörung für schuldig bekennt. Da dies Ihr erstes Verbrechen war tendiere ich eigentlich zu einer Bewährungsstrafe, aber die Tatsache, dass am Tatort eine tödliche Waffe abgefeuert wurde, muss ich zu härteren Maßnahmen greifen. In Ihren Unterlagen bitten Sie um eine Unterbringung in der Nähe Ihrer Wohnung in Chicago. Ich werde Ihnen diese Bitte erfüllen. Das nächste Gefängnis dort ist das Sicherheitsstufe eins…“ Veronica unterbrach sie: „Stufe eins? Die maximale Sicherheitsstufe…“ „Ich bitte Sie mich nicht mehr zu unterbrechen. Also wo war ich stehen geblieben? Das nächste Gefängnis dort ist das Sicherheitsstufe eins Fox River Staatsgefängnis. Ihr Strafmaß beläuft sich auf fünf Jahre. Eine frühere Entlassung kann nach zwei Jahren stattgegeben werden.“ Damit war das Urteil gesprochen und Michael wurde abgeführt. „Onkel Michael!“, rief LJ während er aufsprang. „Geh nach Hause LJ. Das ist nichts für deine Augen!“, rief Michael seinem Neffen zu, der den Tränen nahe war.
Zur selben Zeit hatte Nika sich von ihrem Fenster gelöst und die Kaffeetasse in die Spülmaschine gestellt. Das Telefon stand auf der Ladestation und sie machte sich gerade auf den Weg zu ihrem Lieblingsplatz in Chicago, der Stadtbibliothek. Dort konnte sie abschalten und alle ihre Sorgen vergessen. Und davon hatte sie in letzter Zeit genug gehabt.
An dem Tag an dem Michael ihr gesagt hatte, dass er eine Bitte an sie hätte, hatte alles begonnen. „Ich muss wissen, ob ich dir vertrauen kann, Nika.“, sagte Michael immer wieder. „Michael… Wenn du so viel über mich weißt ist dir sicher auch bewusst, dass, ich beim Secret Service aussteigen wollte.“ Nika setzte sich langsam wieder und starrte hinunter in ihren Kaffee. „Ich wollte aussteigen… aber… sie lassen mich nicht gehen.“ Sie blickte Michael in die Augen und er sah, dass sie Angst hatte. Plötzlich merkte sie, dass sich zwischen ihr und Michael eine Verbindung aufbaute und sie ihm tatsächlich vertrauen konnte. „Ich bin erst seit vier Jahren beim Secret Service und… und… sie haben mir alles erzählt über Lincoln und über dich.“, stammelte Nika und sah wieder in ihren Kaffee. „Was haben sie dir erzählt, Nika?“, fragte Michael und starrte sie an, während sie in ihrem Kaffee rührte. „Ich… ich werde dir helfen, Michael. Aber ich kann dir nicht sagen, was sie mir über euch erzählen.“ „Warum nicht?“ „Weil sie mich töten würden!“, sagte Nika in energischem Ton und sah Michael, der am anderen Ende des Tisches saß und nicht wusste, was er sagen sollte, wieder ins Gesicht. „Ich werde dir helfen. Ich werde dir alles erzählen was ich weiß, wenn du mir versprichst, dass ich dir wirklich vertrauen kann.“, murmelte Nika. „Du kannst mir vertrauen. Allerdings, wenn du mir jetzt sagst, dass du mir hilfst, musst du es auch wirklich tun. Egal um was ich dich bitte.“ Nika nickte. Jedoch hatte sie keine Ahnung worauf sie sich einließ und welcher Gefahr sie sich aussetzte, denn Michaels Plan war alles andere als risikofrei.
Nika war inzwischen in der Bibliothek angekommen und setzte sich an einen der Tische, an denen sie schon früher öfter gesessen hatte. Sie zweifelte immer noch an ihrer Entscheidung Michael zu helfen, doch sie konnte nun nicht mehr zurück.
Michael befand sich inzwischen in einem Transporter, in dem Häftlinge zum Beispiel von einem Gefängnis in ein anderes gebracht werden. Er wurde ins Fox River gebracht und bekam dort neue Kleidung, die er gegen seinen Anzug tauschen musste. Sein Anzug, seine Schuhe, seine Uhr und alles andere, was er bei sich trug, musste er abgeben und ein Wachmann packte alles in eine braune Papiertüte und gab sie einem anderen Wächter, der sie in einen großen Lagerraum brachte. Michael war nicht der einzige, der heute neu in dieses Gefängnis gebracht wurde. Zusammen mit den anderen Häftlingen, musste er zuerst duschen, dann seine neuen Klamotten anziehen und zuletzt noch ein Formular ausfüllen, auf dem er seinen Beruf und weitere Informationen angeben musste. Damit fertig stand er von der Bank, auf der noch einige andere Männer saßen auf und ging zu dem Wächter, der die Formulare entgegennahm. „Ich brauch den Namen und die Nummer.“, sagte der Wächter und Michael antwortete: „Scofield Michael. 94941.“ „Irgendwie gläubig, Scofield?“ „Noch nie drüber nachgedacht.“ „Gut, denn hier drin gibt es nur zwei Gebote. Das erste lautet: Du hast hier Anspruch auf gar nichts.“ „Was steht im zweiten Gebot?“ „Siehe Gebot Nummer eins.“ Michael schnalzte und blickte dann zurück auf den Wächter. „Alles klar.“, grinste er. „Was ziehst du hier eigentlich für ne Show ab?“, fragte der Wärter skeptisch. „Ich weiß nicht was Sie meinen. Ich sitze meine Zeit ab und verschwinde.“ Michael ging an dem Wärter vorbei und wartete darauf in seine neue Unterkunft gebracht zu werden.
Nika kam oft an diesen Ort. Es half ihr die Dinge zu vergessen, die sie Tag für Tag erlebte. Nachdem ihre Mutter Pam und ihr großer Bruder Ryan gestorben waren hatte sie alle ihre Freunde verloren und hatte sich in ihre Bücher vergraben. Sie arbeitete nun schon einige Jahre für den Secret Service und hatte sich in dieser Zeit zu einem hohen Tier dort hochgearbeitet. Dadurch hatte sie Zugriff auf sämtliche Beweise und Informationen der Fälle, die der Secret Service übernommen hatte. Darunter war unter anderem auch der von Lincoln Burrows und seinem Bruder Michael. An den meisten Tagen, an denen sie in diese Bibliothek kam, ging sie erst abends wieder nach Hause, doch heute war ihr dies nicht vergönnt, denn kurz nachdem sie ihr Buch aufgeschlagen hatte klingelte ihr Handy. „Ja?“, meldete sich Nika. „Miss Mahone, kommen Sie bitte umgehend in mein Büro, ich muss mit ihnen sprechen.“, sagte Agent Kellerman. „Ich komme.“, antwortete Nika. Sie klappte ihr Handy zu und beendete damit das Gespräch. Sie packte ihr Buch zurück in ihre Tasche und machte sich auf den Weg zu dem Büro ihres Mitarbeiters.
„Die vierzig öffnen.“, rief ein Wärter namens Bellick, als er zusammen mit Michael vor einer der Zellen stehen blieb. Sie war genau wie alle anderen mit einem Etagenbett, einer Toilette mit integriertem Waschbecken und einem kleinen Tisch, auf dem die Bibel und ein Notizblock lagen, ausgestattet. Die Gitterstäbe öffneten sich und Michael wurde mit einem Korb, in dem sich seine neuen Klamotten und seine Bettwäsche befanden, in die Zelle gebracht. Er stellte die Sachen auf dem unteren Bett ab, während Officer Bellick schrie: „Die vierzig wieder schließen! Viel Spaß mit dem Neuen, Sucre.“ Er wand sich von der Zelle ab und ging zu seinen Kollegen zurück. Michael war nun mit seinem Zellengenossen allein und sah durch die Gitterstäbe nach draußen zu den anderen Häftlingen, von denen er manche besser kannte, als diese es im Moment erwarten konnten.
Den Weg zu ihrer Arbeit, kannte Nika besser als alles andere und deshalb dauerte es nicht lange, bis sie dort angekommen war. Sie ging durch die große gläserne Eingangstür und gelangte so in das Gebäude des Secret Services. Von außen konnte man nicht erkennen, was sich im Inneren abspielte und das war auch besser so, denn nicht alles, was dort vor sich ging, sollte an die Öffentlichkeit gelangen. Sie ging die Treppe hoch ins oberste Stockwerk, in dem die wirklich wichtigen Mitglieder saßen und begab sich ans Ende des Ganges, wo Agent Kellerman sein Büro hatte. „Herein.“, sagte Kellerman, nachdem Nika an die Tür seines Büros geklopft hatte. Sie drückte die Türklinke nach unten und trat ein. „Ah, Miss Mahone. Gut, dass sie so kurzfristig Zeit für mich hatten.“, begann Kellerman und schob eine Akte, die er in der Hand hatte, in eine Schublade unter seinem Schreibtisch. „Wieso wollten Sie, dass ich herkomme?“, fragte Nika und setzte sich auf einen Stuhl, der vor Kellermans Schreibtisch stand. „Da Sie meine Partnerin sind, bin ich dazu verpflichtet Ihnen alle Informationen, die ich bekomme umgehend zu berichten, das wissen Sie, oder?“ Als Nika nickte fuhr er fort: „Es sind noch etwa drei Monate bis zu der Hinrichtung von Lincoln Burrows und je näher das Datum kommt, desto mehr befürchte ich, dass am Ende doch noch die Wahrheit rauskommt.“, erklärte Kellerman besorgt. Nika wusste was er meinte und antwortete: „Vertrauen Sie mir. Niemand wird je die Wahrheit erfahren. Dafür werde ich sorgen.“
„Öffnet die Zellen! Es ist Zeit für den Hofgang!“, rief ein Wärter durch den Gang, in dem Michael und Sucre saßen. Nachdem die Gitter geöffnet worden waren, machte sich Michael auf den Weg nach draußen, wo er anfangs allein am Zaun herumstrich, bis Sucre zu ihm stieß. „Weißt du wo Lincoln Burrows ist?“, fragte Michael ohne zu Zögern. „Von dem solltest du dich lieber fernhalten.“, warnte Sucre, doch Michael ließ sich davon nicht abschrecken. „Ach ja? Und wieso?“, fragte er und ging mit Sucre einige Schritte weiter, bis sie schließlich Lincoln sahen, der mit einem Basketball in der Hand an der Wand hockte und auf den Boden starrte. Er sah Michael und Sucre nicht. „Er hat die Todesstrafe bekommen. Es ist egal was er hier macht. Die können ihn ja nicht zweimal grillen.“, meinte Sucre spöttisch. „Wie komme ich zu ihm?“, wollte  Michael wissen und starrte seinen Bruder an. „Gar nicht. Er kommt manchmal zur PI und zum Gottesdienst.“, antwortete Sucre. „PI?“ Michael blickte zu Sucre. „Prison Industrie. Das ist so was wie ne arbeitende Knastgemeinschaft.“, erklärte Sucre. „Wieso willst du unbedingt zu diesem Burrows?“, fragte Sucre und wandte den Blick von Lincoln zu Michael. „Weil er mein Bruder ist.“, antwortete Michael nachdenklich und ging von dem Zaun weg. Sucre ließ er völlig verwirrt zurück.
Nika hatte inzwischen das Büro von Kellerman verlassen und war in ihr Eigenes, das nur wenige Meter entfernt war gegangen. Nachdem sie einige Dokumente und Akten auf die Seite gelegt hatte, stieß sie auf ein Foto aus ihrer High School Zeit, auf dem sie ihrem damaligen Freund, David, einen Kuss gab. Sie grinste und schob das Foto in ihre Handtasche. Sie hatte keine Ahnung wo David sich jetzt befand und ahnte nicht, dass sie ihm näher war, als sie glaubte.
Michael wanderte immer noch über den Hof des Gefängnisses und hatte sich inzwischen Orientierung verschafft. Einige Häftlinge spielten an Tischen Poker, andere trainierten an den dafür vorgesehenen Geräten und wieder andere versammelten sich gerade zu einem Basketball-Spiel. Michael ging hinüber zu den Pokertischen und stellte sich neben einen Mann der gerade die Karten mischte. „Abruzzi.“, begann Michael. „Bring mich in die PI.“ „Ja sicher. Du hast nichts, was ich brauchen könnte.“, behauptete Abruzzi spöttisch. Michael legte einen gefalteten Kranich aus Papier auf den Tisch vor Abruzzi. „Da wär ich mir nicht so sicher.“, sagte Michael. „Ich habe mich wohl geirrt. Mein größter Wunsch: Eine Ente.“ Er legte die Karten beiseite und betrachtete den Kranich. „Verschwinde.“, befahl er Michael, doch dieser war noch nicht fertig. Abruzzis Mitspieler standen auf und drohten auf Michael los zu gehen. „Überleg es dir einfach noch mal.“, schloss Michael ab und verschwand.
Nach einiger Zeit wurde der Hofgang beendet und Michael wurde von einem Wärter in den Besuchsraum gebracht, in dem Nika bereits auf ihn wartete. Als er sie erblickte begann er zu lächeln. Er kam auf sie zu und umarmte sie zur Begrüßung. „Hallo Nika.“, sagte er. „Wie geht es dir?“, fragte sie während sie sich setzten. „So weit ganz gut.“, antwortete er. „Wie läufts?“ Sie sah ihm in die Augen und versuchte daraus schlau zu werden, vergebens. „Bis jetzt lief alles glatt. Unser Plan funktioniert.“, bemerkte er optimistisch, doch Nika war sich ihrer Sache nicht so sicher. Sie unterhielten sich noch über einiges, bis die Besuchszeit schließlich zu Ende war. Dann verabschiedeten sie sich und als Nika ging fiel aus ihrer Handtasche das Foto, das sie in ihrem Büro eingesteckt hatte. Michael hob es auf und betrachtete es. Nika war schon fort und so behielt er es. Dann wurde er von einem Wärter zurück in seine Zelle geführt.
Am nächsten Morgen begab Michael sich in die Gefängniskapelle, um dort nach dem Gottesdienst Lincoln einen Besuch abzustatten. Als der Pfarrer endete stand Michael auf und kurz darauf entdeckte Lincoln ihn. „Michael?“, fragte dieser völlig verdutzt. „Wieso bist du hier?“ „Weil ich dich hier rausholen werde.“, antwortete Michael, doch Lincoln reagierte skeptisch. „Das ist völlig unmöglich.“ „Nicht wenn man diesen Laden hier mit konstruiert hat.“ Mit einem Lächeln im Gesicht verschwand er wieder zurück in seine Zelle und Lincoln ging in die Einzelzelle, in der untergebracht geworden war.
Währenddessen waren LJ, Lincolns Sohn, und ein Freund auf ihren Fahrrädern in eine enge Seitengasse gebogen und hielten vor einer schweren Eisentür. Ein Mann öffnete die Tür und begab sich zusammen mit den beiden Jungs zu einem nahe stehenden Auto und öffnete den Kofferraum. Aus diesem holte er eine große Plastiktüte, die mit Marihuana gefüllt war. Er gab sie LJ und dieser steckte sie in seinen Rucksack. Er packte den Rucksack auf seinen Rücken und griff nach seinem Fahrrad und der Mann erklärte LJ  noch einmal die Regeln ihres Deals. Dann verschwand er wieder durch die Tür und LJ machte sich mit seinem Freund auf den Weg zurück. Doch weiter als bis zum Ende der Gasse kamen sie nicht, denn dort wurden sie von einem Streifenwagen ausgebremst. Sie versuchten noch in die andere Richtung zu fliehen, doch auch dort war inzwischen ein Polizeiwagen erschienen. Sie ließen ihre Fahrräder fallen und gaben sich widerwillig geschlagen.
Inzwischen war Nika in ihrer Wohnung angekommen und verschwand erst einmal unter der Dusche. Danach suchte sie in ihrer Handtasche nach dem Foto, doch sie fand es nicht. Fluchend schmiss sie die Tasche auf den Boden und entdeckte plötzlich, dass auf ihrem Anrufbeantworter eine Nachricht gespeichert war. Sie drückte auf die Taste zum abspielen und begann ihre Küche aufzuräumen. „Hi Nika. Ich bins Tiffanie. Ich wollte nur mal hören wie es dir so geht. Ich hab lang nichts mehr von dir gehört und wollte fragen, ob wir uns noch mal treffen könnten. Ruf mich einfach an, wenn du Zeit hast. Bis dann.“ Nika lächelte. Tiffanie war zwar einige Jahre jünger als sie, doch dennoch verstanden sie sich bestens. Sie griff nach dem Hörer und wählte ihre Nummer. „Bagwell.“, meldete sich Tiffanie. „Hi Tiff. Hier ist Nika. Ich habe gerade deine Nachricht abgehört.“, begann Nika. „Oh ja. Hast du in nächster Zeit einen Termin für deine Freundin frei?“, grinste Tiff. „Natürlich. Für dich habe ich doch immer Zeit. Wie würde es dir nächsten Mittwoch passen?“, schlug Nika vor und kritzelte bereits in ihrem Kalender herum. „Mittwoch klingt gut. Ich muss jetzt los. Wir sehen uns dann in drei Tagen. Ciao.“ „Bye.“, endete Nika und legte den Hörer wieder auf die Gabel.
Michael war nun wieder in seiner Zelle, doch dort blieb er nicht allzu lange, denn er wurde von Henry Pope, dem Gefängnisleiter, in dessen Büro gebeten. Er wurde zu Pope gebracht und dieser bat ihn sich zu setzen. „Sie haben in Ihrer Akte angegeben, dass Sie arbeitslos seien. Doch das stimmt nicht ganz, hab ich Recht? Ich weiß, dass Sie von Beruf Statiker sind.“, erklärte Pope, doch Michael saß nur da und verfolgte Pope mit seinem Blick, da dieser im Zimmer umher ging. „Was hat ein Mann, wie Sie, in einem Gefängnis zu suchen?“, fragte Pope berechtigt. „Ich bin wohl einmal falsch abgebogen.“, meinte Michael. „Also bei Ihnen klingt das wie ein Verkehrsvergehen. Als wären Sie nur mal falsch in eine Einbahnstraße gefahren.“ „Früher oder später tut das jeder Mal.“, sagte Michael gelassen. Nach einiger Zeit kam Pope dann zu dem eigentlichen Grund, warum er Michael zu sich gerufen hatte. Dazu gingen die beiden in ein Nebenzimmer, in dem eine naturgetreue Nachbildung des Taj Mahals stand, das allerdings noch nicht fertig war. Pope beugte sich vor, um so in das Innere des Models zu sehen und Michael tat es ihm gleich. „Sehen Sie das Problem? Wenn ich das hier weiter baue, bricht das alles wie ein Kartenhaus zusammen.“ Sie standen wieder auf und Pope wartete auf eine Reaktion von Michael. „Sie könnten dreimal die Woche hier in meinem Büro arbeiten. Weit weg von dem Gefängnisalltag. Was sagen Sie dazu?“, bot Pope an. „Ich kann nicht.“, antwortete Michael ohne seinen Gegenüber anzusehen. „Was meinen Sie mit <<Ich kann nicht>>? Hören Sie, ich kann Ihnen versichern, dass es wesentlich besser ist, wenn ich Ihnen hier was schuldig bin, als umgekehrt.“, sagte Pope selbstsicher. „Ich lass es darauf ankommen.“ „Dann haben wir nichts mehr zu bereden.“ Michael wurde von zwei Wärtern zurück in seine Zelle geführt und Pope blieb etwas enttäuscht in seinem Büro mit dem Taj Mahal zurück.
LJ war derweil von der Polizei nach Hause gebracht worden und durfte sich nun von seiner Mutter einiges anhören. „Ein Kilo Marihuana? Wolltest du damit eine ganze Stadt versorgen?“, warf sie ihm vor. Als LJ begann zu lächeln rastete sie endgültig aus. „Das ist nicht witzig, LJ. Was ist nur los mit dir? Letztes Jahr hast du fast überall Einsen gehabt. Du bist viel zu clever um dein Leben einfach so weg zu schmeißen. Ich denke dir fehlt jemand, der dir Grenzen setzt.“ Sie stützte sich auf den Tisch, an dem auch LJ saß, als Adrian, LJs Stiefvater, hereingeschneit kam und sie küsste. „Solange es nicht unser Sugar Daddy ist.“, sagte LJ respektlos. „Gib ihm eine Chance. Er ist ein guter Mensch.“, rechtfertigte Lisa. LJ sah schmunzelnd über seine Schulter aus dem Fenster. „Es ist wegen deinem Vater, stimmts?“ „Nein. Ich habe keinen Vater.“, schimpfte LJ. „Ich kann dir sagen, es war keine unbefleckte Empfängnis.“ LJ sah auf den Boden. „Na gut. Statten wir ihm einen Besuch ab.“ „Nein. Mom.“ Die entsetzte Reaktion von LJ störte Lisa keineswegs. „Glaub mir, das gefällt mir genauso wenig wie dir. Aber irgendetwas muss jetzt passieren.“  Schimpfend rannte LJ aus der Küche geradewegs in sein Zimmer.
Wenige Stunden später wurde Michael von Veronica Donovan, einer früheren Freundin und seiner Anwältin, besucht. Sie wollte von ihm wissen warum er sich bei seiner Anhörung von Anfang an für schuldig bekannt hatte. „Vergiss meinen Fall. Wenn du Lincoln und mir wirklich helfen willst, musst du herausfinden, wer ihm diesen Mord angehängt hat.“, sagte Michael eindringlich. „Was meinst du damit. Die Beweise waren eindeutig.“ „Die Beweise waren getürkt.“, meinte Michael, doch Veronica wusste nicht, was sie davon halten sollte. Allerdings hatte Michael keine Zeit für Erklärungen, denn die Besuchszeit war vorüber und er musste sich von Veronica verabschieden.
Derweil herrschte bei den Mitarbeitern von John Abruzzis Mafia Unruhe. Ein Kuvert mit einem gefalteten Kranich und einem Foto des Verräters von Abruzzi erreichte einen der beiden Vertreter von Abruzzi. Dieser zeigte es sofort dem andern Vertreter, der sehr überrascht war. Einige Zeit später rief Abruzzi an und sie erzählten ihm von dem Kuvert. Als sie den Kranich erwähnten fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Er musste zu Michael.
Nika schlenderte in der Zwischenzeit durch einen Park, der sich in der Nähe ihrer Wohnung befand, als sie eine Bank entdeckte und sich auf diese setzte. Sie sah in den Himmel und da über ihr ein Baum seine Äste ausstreckte, malte die Sonne Muster auf ihr Gesicht. Sie lächelte. Dann senkte sie ihren Blick wieder und verschloss die Hände vor ihren Augen. Sie weinte. Die vergangenen Jahre waren alles andere als einfach für sie gewesen und sie wünschte sich nichts mehr als eine Familie. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum sie zu Michael so schnell Vertrauen gefasst hatte. Er war für sie wie der große Bruder, den sie nie hatte. Oder besser gesagt den sie hatte, aber der nun nicht mehr bei ihr war. Die einzige Familie, die sie noch hatte, war ihr Vater, der sie grenzenlos liebte und dafür schon so manche Grenze überschritten hatte. Wegen einer dieser Überschreitungen hatte sie den Kontakt zu ihm abgebrochen. Wegen einem Fehltritt seinerseits hatte sie ihre Familie verloren. Ihren Bruder und ihre Mutter würde sie wegen ihm nie wieder sehen. Er hatte sie getötet.
Michael befand sich derzeit auf dem Hof und saß auf einer Tribüne, als Abruzzi und zwei seiner Männer auf ihn zukamen. „Sag mir wo Fibonacci ist.“, forderte Abruzzi. „Bring mich erst in die PI.“, entgegnete Michael. Nach einiger Zeit der Diskussion verlor Abruzzi die Nerven und wandte sich von Michael ab. Seine Männer jedoch kamen Michael bedrohlich nah. „Wenn die auf mich losgehen, wirst du es bereuen.“, warnte Michael und stand auf. Doch Abruzzi interessierte das nicht im Geringsten und die Männer begannen Michael zu verprügeln. Als die Wärter dies mitbekamen schossen sie aus den Aussichtstürmen auf den Boden des Hofes, woraufhin die Häftlinge sich auf die Knie warfen.
Währenddessen war LJ bei seinem Vater im Gefängnis angekommen und wartete, dass Lincoln zu ihm gebracht wurde. Nach einigen Augenblicken war es dann soweit. Sein Vater wurde in einen Gitterkäfig gebracht, vor dem ein Stuhl stand, auf den LJ sich setzte. Lisa stand hinter ihm und erklärte: „LJ wurde festgenommen.“ „Weswegen?“, fragte Lincoln. „Besitz von Marihuana. Ich dachte, dass du mal mit ihm reden solltest bevor…“ sie brach den Satz ab. „Ich hinüber bin?“, spottete Lincoln. „So hab ich das nicht gemeint.“ Sie sah auf den Boden. „Das weiß ich doch. Danke, Lisa.“ Sie wendete sich ab und ging nach draußen. „Marihuana. Geraucht, Gedealt?“, begann Lincoln. „Das macht kaum nen Unterschied.“, konterte LJ. „Oh man. Du hast noch dein ganzes Leben vor dir und wirfst es jetzt einfach weg?“ „Hey. Ich weiß genau was das hier wird. Du erzählst mir, dass das ein Fehler war und dass so was in der Akte nicht gut aussieht. Wenn ich dann hier rausgehe bin ich ein anderer Mensch und werde am Ende vermutlich Zahnarzt.“ „Besser als im Knast zu enden.“, stellte Lincoln fest. LJ wusste das er Recht hatte, aber er wollte es nicht zugeben. Also stand er auf und wollte gehen. „Jetzt weiß ich wie ein väterlicher Rat aussieht.“ LJ wandte sich ab, doch Lincoln war noch nicht fertig. „Sie werden mich töten. In drei Monaten bin ich tot.“, rief er und hoffte auf eine Reaktion. „Das bist du für mich schon jetzt.“, sagte LJ vollkommen kühl und ging.
 
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