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von - -einziGartiG- -    erstellt: 23.01.2010    letztes Update: 02.09.2010    Geschichte, Drama, Familie / P16 Slash    (fertiggestellt)
Bill ließ das alles einfach mit sich machen und wartete ab, bis Tom sich wieder beruhigt hatte. Er musste zugeben, dass er es eigentlich total schön fand, wie der Junge ihn in diesem Augenblick brauchte und ein leichter Schauer überzog seinen Rücken während er sich weiterhin von Tom als Kissen zweckenfremden lies. Nach einigen Minuten lockerte Tom seinen Griff auch etwas und ließ ein wenig von Bill ab, gerade so viel, dass er in dessen Augen blicken konnte. Er wusste, dass er gerade wieder alles falsch gemacht hatte. Schluchzend und mit brüchiger Stimme begann er zu reden: „Je-Jetzt ha-ab ich schon wi-eder einen Fe-ehler gemacht. Es tu-ht mit leid und dein T-Shirt hab ich au-ch nass gemacht.“ immer weiter entfernte er sich nun von Bill und senkte seinen Blick, um seine Strafe, von der er überzeugt war, dass er sie verdient hatte, entgegenzunehmen. Bill war zwar bis jetzt recht großzügig und geduldig gewesen, aber nun, so wusste Tom, hatte er sicher die Nase voll. Erneut stiegen ihm Tränen in die Augen, nicht nur, weil er Angst vor der Reaktion des Jungens hatte, sondern auch, weil er sich eigentlich nichts mehr wünschte, als einen Menschen, der ihn mochte wie er war, ihn wertschätzte und ihm das Gefühl von Geborgenheit geben konnte und ihm in diesem Moment wieder schlagartig bewusst wurde, dass er niemals jemanden kennenlernen würde, der ihm diese Werte vermitteln konnte.

„Schon ok. Das Shirt kann man waschen.“ Schulterzuckend schaute Bill abwechselnd seine Klamotten und Tom an und war wieder einmal etwas überfordert mit der Situation, weswegen er auch nur so eine –wie er fand- dämliche Antwort geben konnte. „Nein, das war ni-icht richtig von mir u-und –ich weiß, dass du mi-ich jetzt bestrafen musst.“ immer schneller rannen die Tränen über sein Gesicht und immer heftiger fing er an zu zittern. Er wünschte sich einfach nur, dass Bill endlich anfangen würde, damit er es schnell hinter sich hatte, aber anscheinend wollte dieser ihn noch etwas länger quälen. Tom überraschte das nicht, auch das war er bereits gewohnt.

Nun sah der Schwarzhaarige ihn nur geschockt an. Bestrafen? Weil er sein Shirt nass gemacht hatte? Das war wohl ein Scherz oder? „Em… ich… tu dir nicht weh. Und schon gar nicht wegen so etwas.“ gestottert kamen die Worte aus seinem Mund und er hätte sich dafür Ohrfeigen können, das seine Stimme nicht stärker und selbstsicherer war. Bills Antwort hatte einen verwirrten Blick Seitens Tom und ein verunsichertes und geflüstertes „Nicht?“ zur Folge. „Nein. Ich schlage dich nicht und auch sonst niemand in diesem Haus wird das tun.“ Tom traute seinen Ohren nicht. Er sollte nicht bestraft werden. Kritisch begutachtete er Bill, in seinen Augen war kein Anzeichen von Lüge zu entdecken, doch trotzdem traute er dem Jungen nicht. So sehr er es auch gewollt hätte, er wurde einfach schon viel zu oft belogen und betrogen und fertig gemacht. Über Jahre hinweg wurde ihm eingeprügelt, dass er niemanden vertrauen konnte, dass jeder ihn hasste und dass das seine eigene Schuld war. Wie konnte er da nun, ganz plötzlich glauben, dass der Schwarzhaarige es wirklich gut mit ihm meinte? Nein, er wollte keine Hoffung zulassen, die dann nur wieder zerstört werden würde und mit deren Tod auch ein weiteres Stück seiner Seele gestorben wäre.

Tom war so fertig, dass er kein Wort mehr aus seinem Mund brachte und einfach nur stumm auf den Bett verhaarte und die Decke musterte. Sie war gelb, mit orangen Streifen. Er hatte die Farbe Gelb schon immer gemocht. Sie vermittelte ihm Hoffnung. Hoffnung, die es nicht gab, die eigentlich für ihn schon längst gestorben war. Nachdem auch weitere Minuten vergingen, in denen keiner der beiden etwas sagte, unterbrach Bill die Stille, die er einfach nicht mehr ertrug. „Wie kommst du eigentlich darauf, dass ich dich bestrafen würde? Haben dass deine Eltern gemacht? Dich geschlagen wenn sie meinten, dass du etwas nicht richtig gemacht hast? Dir wehgetan wegen solcher Kleinigkeiten?“ Bill wollte Tom einfach nur verstehen. Sein Verhalten, seine Gefühle und Gedanken. Tom sah ihn nur einen Moment lang stumm an, bevor er die Knie an seinen Oberkörper zog, seine Arme darum schlang und sein Gesicht versteckte. Nicht schon wieder. Schon wieder fragte ihn jemand nach seiner Vergangenheit. Nach Dingen und Ereignissen, die er vergessen wollte und schon wieder, konnte er sich nicht dazu durchringen, eine Antwort zu geben, da sein Herz gerade wieder dabei war zu zerspringen.

Als Bill das leise Schluchzen wahrnahm, welches eindeutig von Tom stammte, bereute er seine Fragen sofort. Was hatte er sich nur dabei gedacht diesen so zu überrumpeln? Gedanklich gab er sich selber einen Tritt in den Hintern und sagte anschließend: „Es tut mir leid. Ich wollte dich nicht so überfahren. Du musst nicht auf meine Frage antworten. Vergiss es einfach wieder.“ Bill wollte nicht, dass Tom sich schon wieder so fertig machte und dann auch noch seinetwegen. Dieser währenddessen, war mit den Gedanken schon wieder ganz wo anders. Hatte er sich gerade verhört oder hat Bill sich gerade wirklich bei ihm entschuldigt? Bei ihm, Tom? Noch nie hatte das jemand gemacht und in dem Moment, rutschte ihm ein einziger Satz heraus, noch bevor er reagieren konnte, war er auch schon ausgesprochen und dass, obwohl er doch überhaupt nichts von seiner Vergangenheit erzählen wollte: „Ich habe es verdient.“ Bill weitete aufgrund der Worte schockiert seine Augen. Er hatte es verdient geschlagen und gedemütigt zu werden? Wie kam er nur auf so einen schrecklichen Gedanken?
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