Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
«
»
von Zelda-Angel    erstellt: 22.01.2010    letztes Update: 08.02.2010    Geschichte, Romanze / P18    (abgebrochen, keine anonymen Reviews)
Vielen Dank für eure Reviews *luftsprung*

Sorry, dass es mit dem dritten Kapi so lange gedauert hab, bin voll im Fasenachts-Stress. Zum Glück ist der Spuck in (für mich) zwei Wochen vorbei. Ich mach's ja nur wegen dem Tanzen. Meine Cousine ist bei den Guggys, das wär nix für mich... ;-)

So, viel Spaß beim Lesen. Weiter gehts.




Kapitel 3

Beim Schulsprecher- und Vertrauensschülertreffen zwecks des Halloweenfestes schlug Ginny vor:
„Ich finde, wir sollten dieses Jahr mal was anderes machen. Was peppiges, nicht nur da sitzen und uns die Bäuche vollhauen. Jemand Vorschläge?“
„Wir könnten Dumbledore fragen, ob er die Schicksalsschwestern anheuert“, schlug jemand vor.
„Geht nicht, ich weiß, dass die an Halloween eine Konzert in London spielen“, sagte ein Mädchen aus Hufflepuff.
„Wie wär’s mit Karaoke?“, schlug Hermine vor. Alle sahen sie an.
„Wär doch witzig“, meinte sie unsicher.
„Ich finde das super“, sagte Ginny und dann meinten auch die anderen, dass das keine schlechte Idee wäre.
„Ich frag Dumbledore“, sagte Hermine.

„Das war auch gar nicht uneigennützig, was?“, meinte Ginny grinsend.
„Nee. Ich muss ja meine Liste abhaken. Und wir brauchen Champagner. Oder vielleicht wär es klüger, mich am Abend vor den Weihnachtsferien volllaufen zu lassen, was meinst du?“
„Hm, wär vielleicht besser, da hast du mehr Zeit, um deinen Kater auszukurieren. Du bleibst ja über Weihnachten hier, oder?“
„Ja, ich muss schließlich lernen, wenn ich den besten Abschluss in der Geschichte dieser Schule hinlegen will. Und wenn ich es nicht schaffe, hab ich es wenigstens versucht.“
„Richtige Einstellung.“

Dumbledore fand die Karaoke-Idee toll und die Vertrauensschüler und Schulsprecher überlegten, welche Songs in die magische Karaoke-Maschine gefüllt werden sollten.

Eine Woche später war Halloween. Hermine war super-nervös. Bestimmt würde sie sich vor der ganzen Schule blamieren. Dass Ginny Harry und Ron überredet hatte, mitzusingen und selbst auch mitsang, beruhigte sie kein bisschen.
Nach dem Festessen verkündete Dumbledore die Neuigkeit des Karaoke (obwohl es ohnehin schon die ganze Schule wusste). „Möchte jemand freiwillig anfangen?“ Hermine, Ginny, Ron und Harry hauten sich einen Feuerwhiskey hinunter, dann standen sie alle auf. „Dafür bring ich dich um, Ginny“, fauchte Ron. „Ach, sei still.“
Mit bangem Blick warteten die vier, welchen Song sie wohl bekamen. Zum Glück war es ein bekannter Hit, den alle kannten. Da standen die vier also und grölten (singen konnte man es nun wirklich nicht nennen =) den Song, während sich ihre Mitschüler vor Lachen kaum halten konnten. Aber es trauten sich dann auch andere Schüler auf die Bühne, meistens in Gruppen, aber einige waren so mutig, sich allein auf die Bühne zu stellen und zu singen, aber die konnten es auch. „Ich hatte keine Ahnung, dass Lisa Turpin so gut singt“, sagte Ginny beeindruckt.
Der Abend war ein voller Erfolg und Hermine war zufrieden, als sie später ihre Liste hervorkramte und der Punkt „Karaoke singen“ durchgestrichen war.

Snape legte sich, seit er die Liste kannte, jede Nacht vorm Schlosstor auf die Lauer, um Hermine zu erwischen, wie sie Nachts am See spazieren gehen wollte oder das Gewitter auf dem See zu erleben.
Aber Hermine wusste das natürlich, denn sie hatte sich von Harry die Karte des Rumtreibers ausgeliehen.
„Damit ist klar, dass Snape über die Liste Bescheid weiß.“
„Blöd, dass die Geheimgänge bis nach Hogsmeade führen, sonst könnten wir uns einfach so raus schleichen.“
„Wir könnten einen Besen nehmen. Das kriegt Snape nie mit.“
„Ich weiß nicht, er hat bestimmt an alles gedacht.“
„Hm. Dann müssen wir einfach rausgehen und dürfen einfach nicht mehr reinkommen.“
„Du meinst, ich muss rausgehen und darf nicht mehr reinkommen.“
„Ach, ich möchte mit. Ich finde das total aufregend.“
„Na gut, Gewitter auf See und Mitternacht am Ufer spazieren ist in Ordnung. Aber wenn du nichts dagegen hast, würde ich das Nacktbaden um Mitternacht gerne allein tun.“
„Wer sagt, dass du das eigentlich im See machen musst? Du könntest doch auch ins Bad der Vertrauensschüler gehen.“
„Aber der See ist mir lieber. Das könnte ich mit dem Punkt Schlafen unter dem Sternenhimmel verbinden.“
„Oder mit Nacht durchmachen und Sonnenaufgang sehen.“
„Ja.“
„Aber was machen wir jetzt mit Snape?“
„Ich werde heute Nacht mal prüfen, welche Art von Alarmzauber er angewandt hat. Wenn wir Glück haben, hat er nur den Gryffindorturm belegt und wir könnten uns mit einem Besen vom Astronomieturm stürzen oder so“, meinte Hermine.
„Glaub ich aber nicht.“
„Ich auch nicht.“

Hermine hatte Recht. Snape hatte das ganze Schloss mit Alarmzaubern ausgestattet, damit niemand raus- oder reinkam, ohne dass er informiert wurde.
„Was machen wir jetzt?“, fragte Ginny.
„Snapes Zauber aktivieren sich automatisch mit der Sperrstunde und bleiben bis morgens um sechs aktiv. Das heißt, wenn wir uns aussperren lassen, müssen wir die Nacht durchmachen.“
„Wir könnten bei Hagrid pennen.“
„Würd ich schon gern, aber du kennst Hagrid, dem rutscht gern mal was raus und dann sind wir erledigt.“
„Hermine! Ich habs’s! Dobby könnte uns helfen. Elfenmagie ist anders als Zaubermagie. Ich bin sicher, dass Dobby Snapes Zauber aufheben kann, zumindest gerade solange, dass wir mit einem Besen vom Turm loskommen!“
„Natürlich! Du bist ein Genie, Gin! Dobby, kommst du bitte mal her?“
Es ertönte ein leises Plopp und der Hauself stand vor ihnen. Hermine erklärte ihm alles.
„Du darfst niemandem etwas erzählen, versprichst du uns das?“
„Dobby verspricht es ganz fest.“
„Danke, Dobby. Wir rufen dich, wenn es soweit ist.“
Dobby verneigte sich und verschwand.
„Also weißt du, ich glaube mit dem Baden im See musst du bis nächstes Jahr warten. Dafür ist es jetzt viel zu kalt“, meinte Ginny.
„Ginny, wozu sind wir Hexen?“
„Jetzt erzähl mir nicht, dass du einen Zauber kennst, der das Wasser im See aufwärmt.“
„Doch. Ich hab ihn zwar noch nicht ausprobiert, aber es müsste gehen.“
„Also manchmal kann ich dich einfach nur bewundern.“
„Ach, hör auf.“
„Weißt du, ich glaube, du kannst es wirklich schaffen, einen besseren Abschluss als Tom Riddle hinzulegen. Würd mich ja interessieren, was der böse Dunkle Lord sagen würde, wenn er erfährt, dass eine Muggelstämmige ihn übertrifft. Der würde sich ganz schön ärgern.“
„Oja. Aber jetzt steht erst mal Projekt See an.“

Mitte November wachte Hermine nachts vom krachenden Donner eines Gewitters auf. Ein Blitz erhellte das Zimmer. Plötzlich war Hermine hellwach. „Gin, wach auf!“
Sie rüttelte Ginny, die inzwischen quasi bei ihr eingezogen war, wach. Ginny gähnte. „Was ist denn los?“
Als Antwort ein weiterer Donnerschlag.
„Hermine, hast du jetzt etwa vor, auf den See rauszufahren?“, fragte Ginny verschlafen. „Genau das.“
Ginny warf einen Blick auf die Uhr. „Es ist halb zwei, Mine.“ „Na und? Du wolltest doch unbedingt mitkommen.“ „Schon gut, schon gut, ich steh ja schon auf.“
Die Mädchen zogen sich an, hüllten sich in Regenmäntel und Ginny holte ihren Besen. „Dobby? Es ist soweit.“ Mit einem leisen Plopp erschien der Hauself im Zimmer. „Tut mir leid, dass wir dich geweckt haben, Dobby.“ „Das macht nichts.“
Ginny öffnete das Fenster und der Wind blies die Regentropfen ins Zimmer. „Los, Dobby.“ Dobby kniff die Augen zusammen, anscheinend konzentrierte er sich. Er machte kreisende Bewegungen mit den Händen und am Ende schnippte er mit den Fingern. „Erledigt.“ „Vielen Dank, Dobby, du kannst wieder schlafen gehen!“ „Danke, Miss, danke.“

Ginny und Hermine setzten sich auf den Besen und düsten zum Fenster hinaus. Ginny hatte Schwierigkeiten, den Besen in die richtige Richtung zu lenken, weil der Wind sehr heftig war. „Ich will ja nichts sagen Mine, aber das war wirklich eine bescheuerte Idee. Wie bist du da nur drauf gekommen?“
„Weiß ich nicht mehr.“ Nach ein paar Minuten hatte Ginny den Besen unter Kontrolle und steuerte auf den See zu.
„Irgendeine Spur von Snape?“
„Kann nichts erkennen. Wir landen am besten am anderen Ende, im Wald, da sieht uns keiner.“ Im Wald waren sie vor Wind und Regen geschützt und Hermine verwandelte einen großen Stein in ein kleines Boot. „Dann los.“
Die Mädchen stiegen ein und fuhren hinaus auf den See. Der Regen peitschte Ihnen ins Gesicht und der See schlug Wellen. Blitze zuckten in atemberaubenden Formen über den Himmel und erleuchteten das Schloss.
„Das sieht echt irre aus“, sagte Ginny. „Schau dir die Blitze an!“ Still und beeindruckt verfolgten die Mädchen das Gewitter. Nach ungefähr einer halben Stunde zog es weiter über die Berge und die Wolken lösten sich langsam auf.
„Das war eine tolle Erfahrung“, sagte Ginny bibbernd. „Hab ich doch gesagt. Los, gehen wir wieder rein. Bin mal gespannt, ob Snape uns Punkte abzieht. Beweisen kann er es ja nicht, ohne Dumbledore die Liste zu zeigen, die er eigentlich nicht haben dürfte.“
Sie landeten hinter dem Schloss und riefen Dobby her, damit er sie reinlassen konnte. Dann fielen beide todmüde in die Betten.

Am nächsten Nachmittag warf Snape Hermine immer wieder wütende Blicke zu und sie wusste ja, warum. Aber er sagte nichts, rief sie nach der Stunde auch nicht her und zog ihr auch keine Punkte ab.

Nach der Stunde saß Snape wütend in seinem Büro. Da hatte die kleine Granger es doch tatsächlich geschafft, sich trotz seiner Sicherheitszauber aus dem Schloss zu schleichen. Wie hatte sie das nur geschafft? Widerwillig musste er sie dafür bewundern, sie war wirklich clever. Anscheinend wusste sie, dass er das Passwort ihrer Liste geknackt hatte, was ihr anscheinend aber auch ziemlich egal war. Er hatte erwartet, dass sie angekrochen kam und ihn anflehte, niemandem etwas zu verraten und ihr das Duplikat der Liste auszuhändigen, aber sie tat es nicht.

Zwei Tage später fehlte sie im Unterricht und als Snape abends in sein Büro kam war der Punkt „Blau machen, obwohl ich nicht krank bin“ durchgestrichen. Aber sie war wohl im Krankenflügel gewesen und hatte sich etwas geben lassen. Madam Pomfrey hatte sie nicht dort behalten, sondern gesagt, dass sie im Gryffindorturm bleiben sollte und schlafen sollte. Was die kleine Granger aber sicher nicht getan hatte, aber er konnte es ihr ja nicht beweisen.

Zwei Wochen vor Weihnachten war wieder ein Hogsmeade-Wochenende. „Willst du das wirklich durchziehen, Hermine?“, fragte Ginny. „Jep. Ich will weg von dem braven Mädchen, Ginny. Kommst du nun mit oder nicht?“ „Klar komm ich mit.“
Die Mädchen gingen mit den anderen runter nach Hogsmeade, verschwanden dort aber in einer Seitenstraße und apparierten in Hermines Heimatstadt. Dort führte Hermine Ginny durch die schneebedeckten Straßen zu einem kleinen Geschäft.
„Hallo, Hermine. Pünktlich auf die Minute.“ „Hi, John. Das ist Ginny, eine Freundin von mir. Ginny, das ist John.“ John war ein großer, in Leder bekleideter, breiter Kerl, der über und über tätowiert war. Ein wandelndes Tattoo.
„Also Hermine, bist du sicher, dass du das wirklich willst? Wenn’s erst mal da ist, kriegst du’s nicht mehr weg.“ „Ich bin sicher, hundertpro.“ „Welches soll’s denn sein? Letztes Mal konntest du dich nicht entscheiden.“ Hermine nahm einen Ordner mit Motiven. „Dieses hier“, sagte sie und zeigte auf ein hübsches Tattoo, das eine Rose darstellte. „Gute Wahl. Wo möchtest du es hin haben?“ „Hier, aufs rechte Schulterblatt. Ungefähr hier.“ Hermine zeigte auf die Stelle.
Ginny beobachtete fasziniert, wie die Farbe unter die Haut gestochen wurde. „Tut das weh?“, fragte sie. „Nein“, sagte Hermine. „Es kommt drauf an, wo man es hin haben will“, erklärte John. „Wenn du es irgendwo haben willst, wo nicht viel Fleisch bzw. Fett zwischen Haut und Knochen ist, tut es mehr weh. Möchtest du auch eins?“ „Oh, nein, danke. Mum würde mich umbringen.“
Schließlich war das Tattoo fertig. „So, die nächsten paar Tage darf kein Wasser dran kommen, denk dran.“ „Alles klar.“ „So, dann noch das Piercing. Das hast du dir ja beim letzten Mal schon ausgesucht.“ John holte die kleine Schachtel. „Das ist aber hübsch, Hermine“, sagte Ginny. John desinfizierte die Haut. „Okay, entspann dich und versuch, an was anderes zu denken, dann spürst du nichts.“
Ginny sah gespannt zu, wie das Loch in den Bauchnabel gestochen wurde und das Schmuckstück angebracht wurde. „Die nächsten zwei Wochen kein Sport“, sagte er. „Hab ich eh keine Zeit für“, meinte Hermine, während sie sich wieder anzog. „Vielen Dank, John.“ „Gern geschehen.“ Hermine zahlte und die Mädchen apparierten nach Hogsmeade zurück.
„Verdammt, es ist schon dunkel, schnell zurück zur Schule.“

Ein paar Tage später war der Schorf am Tattoo weg und Hermine und Ginny betrachteten es im Spiegel. „Es ist echt hübsch. Und das Bauchnabelpiercing sieht echt sexy aus, Hermine.“ „Danke, Gin. Ich denke, bis zum Weihnachtsball machen wir Pause mit der Liste.“ „Gute Idee.“

Snape hatte natürlich gemerkt, dass nach dem Hogsmeade-Wochenende zwei weitere Punkte durchgestrichen waren. Das waren die, von denen er erwartet hatte, dass Granger am Ende kneifen würde. Aber sie hatte auch das durchgezogen. Und er musste zugeben, dass sie ihn immer mehr beeindruckte. Überhaupt die ganze Liste mit den Zielen, die sie sich allein fürs letzte Schuljahr gesetzt hatte, war schon beeindruckend, aber noch beeindruckender war, dass sie ihre Ziele auch erreichte. Er musste Hermine einfach dafür bewundern, wie zielstrebig und ehrgeizig sie war. Was sie sich wohl für das Leben nach Hogwarts vorgenommen hatte?

Sie brachte ihn ganz schön ins Grübeln. Welche Ziele hatte er eigentlich? Mal abgesehen von seinem Auftrag hatte er kein Ziel. Aber was wäre mit der Zeit danach, nach Voldemort? Würde er bis in alle Ewigkeit hier Zaubertränke unterrichten? Immer der verhasste Tränkemeister sein? Er konnte sich erinnern, dass Lily ihn einmal gefragt hatte, ob er denn später nicht auch gerne eine Familie hätte. Er hatte ihr nicht geantwortet, weil er damals in sie verliebt gewesen war und gewusste hatte, dass zwischen ihnen nie etwas sein würde. Aber jetzt? Lily war seit 16 Jahren tot und er hatte auf seinem Weg nur immer Voldemort gesehen und sein Leben völlig vergessen. Eigentlich wäre es schön, jemanden wie Lily zu finden. Jemanden, die er genauso gern haben konnte wie sie.

In der nächsten Stunde Zaubertränke ertappte Snape sich dabei, wie er Hermine anstarrte. Sie war eifrig am Brauen, sodass sie es nicht bemerkte. Vielleicht sollte er sich an ihr ein Beispiel nehmen...

Am nächsten Morgen staunte Hermine nicht schlecht, als sie beim Frühstück per Eulenpost einen großen, bunten Blumenstrauß geschickt bekam. „Wow, Mine, von wem ist der denn?“, fragte Ginny. Sie suchten nach einer Karte, fanden aber keine. „Keine Ahnung. Ich wüsste nicht, von wem er sein könnte. Keine Ahnung.“ „Ein Blumenstrauß ohne Grund. Ist doch eigentlich auch mal schön“, meinte Ginny. „Stimmt. Sie sind wunderschön.“
Oben saß Snape am Lehrertisch und konnte sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen.

Die Woche vor Weihnachten war hektisch. Hermine und ihre Vertrauensschüler waren mit den Vorbereitungen für den Weihnachtsball beschäftigt und gleichzeitig musste Hermine noch für zwei Klassenarbeiten pauken, nämlich Zaubertränke und Alte Runen. Sie war froh als die Woche vorbei war.
Am Samstagmorgen besuchte sie mit Harry und Ron Hagrid. Sie mussten durch tiefsten Schnee stapfen, um zur Hütte zu kommen. Fang stürzte sich begeistert auf Ron, während Harry und Hermine sich setzten.

„Sag mal Hagrid, hast du ne Ahnung, was mit Snape los ist?“, fragte Harry. „Was soll mit ihm sein?“, fragte Hagrid. „Naja, er ist nur nach ganz selten fies zu uns Gryffindors und zieht uns kaum noch Punkte ab. Hat Dumbledore ihm den Kopf gewaschen oder was?“ „Keine Ahnung, hab nichts mitgekriegt.“ „Kommst du heute Abend zum Ball, Hagrid?“, fragte Hermine, um das Thema zu wechseln. „Ja, denk, ich schau ma rein. Hab gehört, ihr sollt euch dieses Jahr selbst übertroffen haben.“ „Komm heut Abend und schau es dir an“, sagte Hermine lächelnd.

Sie blieben zum Mittagessen bei Hagrid, ehe sie gegen zwei wieder rauf zur Schule gingen. Im Innenhof veranstalteten Seamus, Dean und ein paar andere gerade eine Schneeballschlacht. Harry und Ron stürzten sich begeistert ins Getümmel. Hermine überlegte kurz, dann scharrte sie auch Schnee zusammen und warf den Ball auf Ron. „Hey! Na warte!“ Und schon war die schönste Schneeballschlacht im Gange. Eine Viertelstunde später war Hermine klatschnass und verabschiedete sich.
„Was hast du denn gemacht?“, fragte Ginny, als Hermine in den Gemeinschaftsraum kam. „Schneeballschlacht. Ich leg mich jetzt in die Badewanne. Kommst du später und hilfst mir?“ „Na klar.“

Zugleich staunte Snape nicht schlecht, dass Hermine schon fast die halbe Liste geschafft hatte. Und irgendwie hatte er das Gefühl, dass da heute Abend noch mehr abgehakt wurde. Wie sie wohl aussehen würde? Beim Weihnachtsball in der vierten Klasse hatte sie schon sehr hübsch ausgesehen, aber damals war sie fünfzehn, jetzt war sie achtzehn, eine hübsche, junge Frau. Eigentlich hatte Snape überhaupt keine Lust gehabt, zum Weihnachtsball zu gehen, aber dann dachte er daran, dass sie ja da sein würde und er würde nur kurz sehen wollen, wie sie aussah, dann würde er wieder verschwinden. Was zum Teufel dachte er da eigentlich? Snape, ich glaub, du wirst alt und dein Gehirn langsam senil.

Hermine hatte sich inzwischen wieder aufgewärmt und stieg entspannt aus der Wanne. Sie hatte einige Ballkleider dabei, aber sie wusste nicht, welches sie anziehen sollte. Ginny lag auf ihrem Bett und las die Modeseite der Hexenwoche.
„Ginny, welches Kleid soll ich anziehen? Hilf mir!“ Ginny kletterte vom Bett. Sie holte alle Kleider von Hermine aus dem Schrank und hing sie alle nebeneinander auf. Die beiden betrachteten die vier Kleider skeptisch.
„Also das rosa Kleid nicht. Ich hab heute keine Lust auf rosa“, sagte Hermine schließlich. „Okay.“ Ginny hängte das Kleid weg.
„Bei dem blauen weiß ich nicht, ich glaube, es ist viel zu pompös mit dem vielen Tüll und es ist mit Reifrock so breit, da brauch ich zwei Meter Sicherheitsabstand um mich rum.“
„Wollt ich auch gerade sagen“, sagte Ginny, während Hermine das Kleid weghing.
„Also ganz ehrlich, ich finde, du solltest das schulterfreie anziehen. Dieses weiße mit dem hübschen hellblauen Glitzermuster.“
„Meinst du? Ich finde, das rote sieht verruchter aus.“ „Ich finde, dass es irgendwie billig aussieht. Zieh das weiß-blaue an, damit wirst du einfach umwerfend aussehen.“
„Meinst du wirklich?“
„Hundertpro!“
„Okay.“
„Halt! Du musst noch überlegen, was du drunter ziehst.“
„Was?“
„Naja, wer weiß, was heute Nacht alles abgeht. Außerdem fühlt man sich viel sexier, wenn man schöne Unterwäsche anhat.”
„Okay. Was schlägst du vor?“
„Ich würde was blaues nehmen, passend zu dem blauen Muster vom Kleid.“
Hermine kramte im Schrank herum. „Ich hab nix blaues.“ „Dann färbe ich es mit einem Zauber um. Zeig mal her.“
Hermine holte einen trägerlosen weißen Spitzen-BH und das passende Höschen heraus. Ginny färbte sie mittels eines Zaubers um. „Strümpfe noch“, erinnerte Ginny sie. Hermine holte Kniestrümpfe aus einer Schublade. „Also Mine, ehrlich, das geht doch nicht.“
Ginny ging zur Schublade und kramte darin herum. „Das hier musst du anziehen“, sagte sie und hielt ihr halterlose Seidenstrümpfe hin.
„Na gut. Ich werde heute Abend sowieso alleine ins Bett gehen also blamier ich mich auch nicht.“
„Wie du meinst.“
„Was ziehst du eigentlich an?“, fragte Hermine. „Warte.“ Ginny düste zur Tür raus und war zehn Sekunden später zurück. „Das hier.“
Sie hielt ein rotes Kleid mit Spagetti-Trägern hoch. „Scharf.“ „Ich weiß. Aber du wirst trotzdem besser aussehen als ich. Mit wem gehst du eigentlich?“
„Mit niemandem.“
„Was?!“ „Ich hab keinen gefragt. Es war doch Damenwahl, aber ich wollte allein hingehen. Ich finde schon jemandem zum Tanzen. Du hast doch hoffentlich nichts dagegen, wenn ich mal Harry auffordere?“ „Natürlich nicht.“

Später ging Hermine mit Harry, Ron, Ginny und Lavender hinunter zum Ball. Einige Schüler waren schon da, die Lehrer waren schon vollzählig. Snape sah aus wie immer, ganz in schwarz, während die anderen Lehrer sich mehr Mühe gegeben haben. Hagrid dagegen hatte wieder seinen furchtbaren Braunhaaranzug an.

Snape hatte unwillkürlich die Luft angehalten, als Hermine die Große Halle betreten hatte. Sie sah einfach nur wunderschön aus, wie ein Engel. Die Haare waren hochgesteckt und ein paar einzelne Locken umrahmten sanft ihr Gesicht. Doch dann stutzte er. Sie war allein gekommen, ohne Partner. Welcher Idiot hatte bloß abgelehnt, als sie gefragt hatte? Waren die denn alle blind? Manchmal verstand er seine Spezies selbst nicht. Jemand rief sie und sie drehte sich um. Und da, da konnte er es sehen. Er hatte sich schon gefragt, wo sie sich wohl das Tattoo hatte hinmachen lassen. Auf ihrem rechten Schulterblatt prangte eine schwarze Rose. Er fand, dass das gut zu ihr passte und es sah hübsch aus, hätte er nicht gedacht. Eigentlich hasste er Tattoos.

Eine Stunde später war der Ball in vollem Gange, es wurde gelacht und getanzt. Hermine stand mit Ginny an der Bar und leerte bereits ihr viertes Glas Champagner. Ein bisschen schwindlig war ihr schon. Da hörte sie, wie ihr absoluter Lieblingssong gespielt wurde. „Los Ginny, wir tanzen!“ Die Mädchen liefen auf die Tanzfläche und kurz darauf hatte sich ein Kreis aus Mitschülern um sie herum gebildet, weil die beiden so verrückt tanzten. Als das Lied zu Ende waren, klatschten alle spontan Beifall. Hermine und Ginny lachten, gingen zurück zur Bar und holten sich das nächste Glas Champagner. Zwei Stunden später war Hermine ganz schön beschwipst. Sie saß neben Harry am Tisch. „Alles klar, Hermine?“ „Mir geht’s super!“ Das stimmte auch, sie hatte mit vielen Jungs getanzt, die sie aufgefordert hatten.

Snape hatte sie den ganzen Abend heimlich beobachtet. Anscheinend hatte es ihr nichts ausgemacht, dass sie allein gekommen war, denn sie konnte sich vor den Jungs kaum retten. Doch beim Tanzen stellten sie sich alle ziemlich dämlich an. Am liebsten wäre er dazwischen gegangen und hätte Hermine selbst aufgefordert, aber das ging natürlich nicht, weil er ihr Lehrer war. In diesem Moment wünschte er, er wäre jemand anders.

„So in Gedanken, Severus?“ Dumbledore war zu ihm getreten und folgte seinem Blick.
„Eine Augenweide, unsere Schulsprecherin, nicht wahr? Es kommt mir vor wie gestern, als der Sprechende Hut sie nach Gryffindor gesteckt hat. Und jetzt ist sie schon erwachsen. Meine Güte, wie die Zeit vergeht.“
Snape nickte. „Es ärgert dich, dass sie nicht nach Slytherin gekommen ist“, stellte Dumbledore amüsiert fest.
„Sie ist sehr klug, sehr ehrgeizig, sehr zielstrebig“, antwortete Snape knapp. „Zweifellos die beste Schülerin seit Jahren.“  
„Richtig. Und zweifellos auch sehr hübsch“, antwortete Dumbledore, zwinkerte und ging davon. Snape seufzte. Dem entging aber auch gar nichts.

Hermine hatte eine Stunde durchgetanzt. Inzwischen war es weit nach Mitternacht, die meisten Schüler waren schon nach oben gegangen, auch ihre Freunde. Aber Hermine wollte noch nicht gehen. Sie stand mit ihrem ungefähr millionsten Glas Champagner an der Bar und sie schwankte ein bisschen. Sie sollte kurz frische Luft schnappen. Langsam ging sie durch die Eingangshalle nach draußen.

Snape beobachtete, wie Hermine nach draußen ging. Sie ging sehr unsicher und er fand es besser, ihr zu folgen. Er sah sich kurz um. Die meisten Lehrer waren schon weg, nur Trelawney saß noch mit ihrer Sherry-Flasche da und Hagrid lag mit Flitwick betrunken in der Ecke.
Draußen sah er gerade noch, wie das Schlosstor leise zufiel. Langsam ging er nach draußen. Draußen, zwischen den Winterrosenbüschen, wo die Lichterfeen umher flatterten, lehnte sie an einem Baum. Langsam ging er zu ihr. „Ist Ihnen nicht kalt, Miss Granger?“
Erschrocken fuhr sie herum. Als sie ihn erkannte, entspannte sich ihr Gesicht ein wenig und ihre Lippen verzogen sich zu einem kleinen Lächeln.
„Nein, gar nicht, Professor Snape. Ich glaub, das liegt daran, dass ich mehr Champagner getrunken hab, als mir gut tut.“ Ihre Stimme war unnatürlich hoch und sie redete für ihre Verhältnisse ziemlich undeutlich.
„Vielleicht sollten Sie zu Bett gehen.“
„Ach was, ich hab eh schon viel zu viel getrunken, dann kann ich auch noch weiter machen, das ist jetzt auch egal. Vielleicht sollte ich mir richtig die Kante geben.“
„Und das soll vernünftig sein?“, fragte er amüsiert.
„Ich habe nie behauptet, dass ich vernünftig sein will.“
„Waren Sie aber meistens.“
„Vielleicht will ich ja nicht mehr vernünftig sein.“
„Höre ich da etwa diesen gewissen Granger-Unterton?“
„Vielleicht.“
Sie grinste ihn an. Das wird jetzt gerade ziemlich gefährlich, Snape. Mach, dass du weg kommst. Von drinnen erklang die Musik des Balls. Aber anstatt zurückzugehen, hörte er sich selbst fragen: „Möchten Sie tanzen?“ Anstatt ihm jetzt sarkastische Bemerkungen an den Kopf zu werfen, wie er erwartet hatte, nickte sie: „Ja. Gern.“
Er trat an sie heran und nahm ihre Hand, während eine Stimme in seinem Kopf hartnäckig rief: Hau ab, hau ab, hau ab! Aber selbst wenn er gewollt hätte, sein Körper hätte nicht auf ihn gehört. Er zog Hermine an sich und legte seine Hand auf ihren Rücken, dann begannen sie zu tanzen. Ihre großen, braunen Augen funkelten eigenartig, während sie ihn mit einer Mischung aus Skepsis und Neugier ansah.

Hermine konnte kaum glauben, was sie da gerade tat. Sie tanzte mit Snape, dem fiesen Tränkemeister, den sie eigentlich hasste wie die Pest. Merlin, Hermine, hast du schon soviel Panik, keinen abzukriegen, dass du dich jetzt sogar Snape an den Hals wirfst?, hörte sie eine Stimme in ihrem Kopf. Und doch genoss sie es auf seltsame Art und Weise. Als er ihre Hand genommen hatte, hatte das ein Prickeln ausgelöst, das ihren Arm hinaufgekrochen war und sich dann in ihrem ganzen Körper ausgebreitet hatte. Vielleicht lag das am Champagner. Ja, ganz bestimmt. Dann hatte sie morgen auch eine super Ausrede.
Aber sie genoss es, wie er sie ansah. Immerhin war er ein Mann und keiner von diesen pubertierenden Jungs und genau das war das ausschlaggebende. Es gefiel ihr, dass ein erwachsener, erfahrener Mann sie schön fand. Er verzog zwar keine Miene, aber in seinen schwarzen Augen sah sie ein schwaches Schimmern, was sie bestimmt noch nie bei ihm gesehen hatte. Und in den letzten Wochen hatte sie ihn oft erwischt, wie er sie angeschaut hatte.
Das Lied war zu Ende und ging sofort in das nächste über, ein sehr langsames Lied. Automatisch zog er sie näher an sich und sie schmiegte sich wie selbstverständlich an ihn. Wieder stieg ihr sein Kräuterduft in die Nase. Sie legte ihre Wange an seine Brust und schloss die Augen. Es war einfach schön, in den Armen eines Mannes zu liegen und die Welt um sich herum zu vergessen. Als sie merkte, dass das Lied sich dem Ende zuneigte, hob sie wieder den Kopf und sah ihn an. Und ehe sie wusste, was sie da tat, hatte sie seinen Umhang gepackt, sich auf die Zehenspitzen gestellt und ihn geküsst. Nur ganz kurz, aber sie hatte es getan. Erst einen Moment später merkte sie, was sie getan hatte und sprang einen Schritt zurück.

------------------------------------------------------

Ich weiß, fiese Stelle *hihi* Aber es soll  ja spannend bleiben.
Bis zum nächsten Mal und reviewt fleißig.
«
»
Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
> Nutzungsbedingungen <   > Datenschutz <   > Impressum <          v3.9-7097