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von ShiMousha    erstellt: 21.01.2010    letztes Update: 21.04.2012    Geschichte, Mystery / P16 Slash    (in Arbeit, keine anonymen Reviews)
Kapitel 2

Die Pizza war nicht gerade die beste, welche Twiggy je gegessen hatte, doch sie machte satt. Als er bezahlte und das Restaurant verließ schien zum ersten Mal seit seiner Ankunft die Sonne über England. Die zuvor grau erschienen Straßen begangen langsam sich mit Farbe zu füllen und die Gegend wirkte gleich viel freundlicher. Twiggy hielt sich die Sonne als Schirm über seine Augen, damit sich seine Augen leichter an das plötzliche Licht gewöhnen konnten. Aus seiner Umhängetasche holte er die Karte erneut raus und versuchte seinen Standort ausfindig zu machen. Nach minutenlanger vergeblicher Suche hatte er seinen Standpunkt gefunden und ließ den Finger über den restlichen ihm vorliegenden Weg gleiten. Weit schien es nicht mehr zu sein. Doch das Twiggy dachte schon zu Beginn, dass es nicht sonderlich lange dauern würde bis er an seinem Erbstück angekommen wäre. Da hatte er sich bitter getäuscht. Ein wenig Unterhaltung fehlte ihm schon. Noch nicht einmal seinen iPod hatte er mitgenommen. Musik hätte ihn jetzt definitiv aufgeheitert. Doch so sollte es nicht sein und Twiggy lief nach einem kurzen ausdrucksvollen Seufzer weiter. Die Straßennamen wurden langsam immer länger und die Häuser nobler. Weiße Villen reihten sich aneinander; mit großen Gärten und prunkvollen Zäunen davor. Wohl um unbedeutendes Pack wie er es auch war fern zu halten. Twiggy wusste zwar, dass von ihm keine Gefahr ausging, aber er sah nun mal aus wie ein Junkie. Leicht beeindruckt zog er an den Häusern vorbei und sah ab und an Gesichter in den Fenstern, welche jedoch sofort verschwanden, wenn er länger hinsah. Insgeheim hoffte er, dass sein Erbstück auch ein ebenso elegantes Anwesen war, welches er dann verkaufen könnte. Einziehen wollte er gewiss nicht und seine Brüder drinnen wohnen lassen erst recht nicht. Und genau an diesem Punkt kam ihm ein Gedanke. Seine Brüder. Hatten diese auch geerbt? Und warum bekam ausgerechnet er dieses Haus? Schließlich hatte er drei jüngere Brüder, welche auch erben konnten und wahrscheinlich genau wie er von diesem Onkel noch nie gehört haben. Er hatte auch des öfteren mit dem Gedanken gespielt, dass das Ganze auch ein Fake sein könnte und man ihn hereingelegt hatte. Das würde er dann ja spätestens beim Anblick des fehlenden Erbstückes merken. Oder vielleicht hatten seine Brüder ebenso gigantische Stücke geerbt. Wer ein Schloss oder eine Villa hier besaß hatte gewiss noch ganz andere Dinge.
Twiggy zog die Straßen weiter entlang und sehnte sich nach seinem Erbstück. Er hatte keine Lust mehr weiter durch England zu laufen nur um ein Anwesen zu suchen, welches vielleicht gar nicht existierte. In diesem Fall würde er dem Verfasser des Briefes mal ordentlich die Meinung geigen. Schließlich ging für Suche sein verdienter Urlaub dahin. Er hätte sich viel besser vorstellen können jetzt an einem schönen Strand zu liegen und die Sonne zu genießen oder mit George, seinem Guru, eine interessante kulturelle Reise zu machen. Aber nein. Jetzt war er hier. Im Vereinten Königreich. Er seufzte leise. Seine Füße taten ihm schrecklich weh und er hatte auch keine Lust den langen Weg zurück zu laufen. Wenn er daran dachte, dass er spätestens um 18Uhr wieder zurückgehen sollte hatte er schon gleich keine Lust mehr weiter zu laufen. Aber es musste einfach sein! Er wollte jetzt verdammt nochmal wissen was es mit dem Anwesen auf sich hatte und warum gerade er es geerbt hatte.

Ungefähr zwei Stunden und tausende Nerven weiter kam Twiggy in die Straße, in welcher sein Erbe stehen sollte. Die Häuser zu seinen Seiten waren allesamt groß und in einem alten Stil gebaut. Wahrscheinlich stammten sie aus der Barockzeit, aber genau konnte Twiggy das nicht sagen, wohl weil er sich nicht sonderlich mit Architektur auskannte. Je länger er die Straße entlang ging desto größer wurden auch die Gebäude. Viele von ihnen sahen verlassen und ziemlich heruntergekommen aus, als ob diese in Vergessenheit geraten sollten. Die Fenster waren nur grob mit inzwischen maroden Holzbrettern vernagelt worden und in den Gärten herrschte teilweise ein wahrer Urwald.
Twiggy schaute auf seine Karte. Welches von diesen recht gruselig wirkenden Anwesen war denn nun seines? Er schaute noch einmal auf den Zettel, auf welchen er die Adresse aufgeschrieben hatte. Es musste ganz in der Nähe sein. Der Bassist ging ein paar Schritte weiter und schaute sich noch einmal um. Er sah niemanden, den er fragen könnte, ob er hier überhaupt richtig war. Noch einmal schaute er auf seine Karte und hielt nach Straßenschildern Ausschau. Er musste hier richtig sein, jedenfalls waren die Namen alle gleich. Auf dem Zettel stand auch die Hausnummer und auf den Villen an seiner Seite waren diese in großen Lettern an den Toren zu finden. Er ging die Straße weiter bis er zu dem Tor kam an welchem die Zahl 333 stand. Hier war er richtig. Das war also sein Anwesen. Eine riesige Villa war hinter dem Gittertor zu sehen. Sehr alt und an manchen Stellen schon verfallen. Scheinbar hatte sich sein Onkel nicht wirklich darum gekümmert. Twiggy rüttelte an dem Tor herum in der Hoffnung das es nicht abgesperrt war. Und tatsächlich. Nach wenigen Minuten gab es nach und Twiggy konnte den steinigen Weg betreten der vom Tor zur Villa hinauf führte.
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