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Geschichte: Fanfiktion
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von JuliaLupin
erstellt: 14.01.2010
letztes Update: 21.01.2010
Geschichte, Humor / P16
(abgebrochen)
Das Telefon klingelt. Schon wieder. Hat man hier denn nie seine Ruhe?
Mittlerweile sollte ich ja eigentlich daran gewöhnt sein. Bin ich aber nicht. Das ist mein Problem.
Ich meine, es ist ja wohl klar, dass auf einer Polizeistation wie dieser, also mitten in LA, dauerhaft das Telefon klingelt.
Dumm nur, dass ich die Einzige im Büro bin und ich mache ganz bestimmt nicht die Arbeit für diesen dummen Polizisten, der sein Büro nicht wiederfindet.
Wieder schnaube ich.
Ich sitze hier jetzt schon geschlagene 48 Minuten und noch immer scheint sich Keiner um mich zu kümmern.
Mhm, ob sie es wohl merken würden, wenn ich jetzt abhaue?
Kommt darauf an, ob sie Flint schon angerufen haben. Wenn nicht, dann ja. Wenn schon, dann ja, aber man würde eine Fahndung nach mir rausgeben. Das wäre dann noch beknackter.
Ich werfe einen Blick zur Tür und gehe langsam zum Fenster. Genervt auf die Uhr schauen, dann sieht es so aus, als wenn ich nur aus Langweile hier stehen würde.
Müsst nämlich wissen, dass jedes Büro über einen Einwegspiegel verfügt und irgendjemand sicher hinter Diesem da in der Ecke steht und mich beobachtet.
Also, das Fenster befindet sich einen Stock über dem Erdboden, überleben könnte ich, aber dann könnte ich mir mit meinen hochhackigen Schuhen die Knochen brechen. Nicht so schön.
Also kann ich das schon mal abhaken.
Die Tür öffnet sich und herein tritt George.
Häh, was macht der denn hier?
Als er mich sieht, stoppt er, um direkt danach laut zu seufzen und die Augen zu verdrehen.
„Kann ich nicht mal zwei Wochen erleben, in denen ich dich nicht hier sitzen habe?“, fragt er genervt.
Ich grinse.
„Man lässt mich nicht auf normalem Wege hierher kommen, also muss ich mir was einfallen lassen, immerhin liebe ich dich doch so doll Georgilein.“ Schön mit den Wimpern klimpern und einen zuckersüßen Ton annehmen und George wird rot um die Nase rum.
Man kann ihn immer wieder so leicht verarschen.
„Aber warum bist du in diesem Büro?“, frage ich ihn mit einem Hundeblick und schon schmilzt er beinahe dahin.
„Man hat mich befördert und nun bin ich Abteilungsleiter.“, meint er stolz und lässt seine Brust anschwellen.
Mit einem autoritären Schritt, so denkt jedenfalls George, stolziert er zu seinem Schreibtisch und deutet auf den Stuhl vor sich. Gleichzeitig mit mir setzt er sich hin.
„Also, Xenja.“, fängt er übertrieben ernst an. Will er jetzt, nur weil er Abteilungsleiter ist, plötzlich auf superautoritär und so ein Scheiß machen? Das kann er sich abschminken.
Ich unterbreche ihn, bevor er weiterreden kann. „Glaubst du ich bin jetzt beeindruckt, dass du Abteilungsleiter bist? Das kann nicht dein Ernst sein. Jeder Trottel kann Abteilungsleiter werden!“
Upps, jetzt habe ich ihn verletzt. Na toll, jetzt habe ich auch noch meinen letzten Trumpf verspielt. Nämlich, dass George in mich verknallt ist. Der wird jetzt schön sauer sein.
Und schon zieht er seine Augenbrauen beleidigt zusammen.
Wenn er beleidigt ist, ist er ziemlich hart. Jedenfalls zu Anderen, bei mir habe ich keine Ahnung, denn ich habe ihn bis eben gerade noch nie beleidigt.
Abermals geht die Tür auf.
Ich drehe mich um und sehe Flint und Chief Masen eintreten.
„Xenja, kannst du auch mal KEINEN Unsinn anstellen!? Das würde mir so Einiges ersparen…“
Flint kommt auf mich zu, küsst meine Wange und pflanzt sich neben mich.
Er hat das Sorgerecht für mich. Jedenfalls glauben das alle, dabei kannte ich ihn bis vor sechs Wochen gar nicht.
Ich habe ihm aus der Patsche geholfen und ab da stand er in meiner Schuld und nun ja, er tut halt so, als wäre er mein großer Bruder.
Chief Masen guckt mich ganz böse an. Ich lächele einfach zurück.
Er stellt sich schräg hinter George und fängt an zu reden.
„Nun, Xenja, die Lage ist diesmal ernst. Das ist nun das 27-mal in den letzten sieben Wochen und dulden kann ich dein Verhalten nicht mehr.“
Oh Scheiße. Das hört sich gar nicht gut an.
„Und da Flint dein Vormund ist, müssen wir leider Maßnahmen gegen euch beide einrichten.“
Meine Gesichtszüge entgleisen mir. Wenn sie Flint in meine Bestrafung mit reinziehen, dann bin ich auf jeden Fall zu weit gegangen. Zu weit, sie könnten mir vielleicht Jugendknast aufbrummen und ihm eine Geldstrafe. Dabei hat er doch so wie so schon nicht genug Geld.
„Flint, du bist anscheint nicht mehr in der Lage, für sie zu sorgen und sie richtig und verantwortungsvoll zu erziehen. Wir müssen dir leider die Vormundschaft entziehen.“
Die Farbe weicht mir aus dem Gesicht.
Das bedeutet ich musste wieder auf die Straße, denn in ein Heim würde ich ganz sicher nicht noch einmal gehen.
George schaut zum ersten Mal seit Minuten auf in mein Gesicht. Seine Augen sagen förmlich, dass es ihm Leid tut. Doch das hilft mir jetzt auch nicht weiter.
Diesmal kann mich nicht Flint und auch nicht George da raus hauen.
„Xenja, wir müssen dich leider Gottes in ein Heim schicken.“
Diese Worte lassen mich mein Gesicht zu einer Grimasse verziehen. Ich wollte da nicht hin.
George und Flint sehen mich besorgt und mitleidig an.
Wie tief war ich gesunken, dass man mich schon so ansah?
Musste wohl sehr tief sein.
Chief Masen grinste nur schäbig und ging zur Tür raus.
Flint nahm meine Hand, George ging mit einem „Ich rede mal mit ihm.“ Dem Chief hinterher.
Als die Tür hinter ihm zu krachte, erwachte ich aus meiner Starre.
Schnell zog ich mir die hochhakigen Schuhe aus. Ich musste es versuchen.
„Flint, hast du deinen Geldbeutel dabei?“
Die Stirn runzelnd gab er ihn mir. „Was hast du vor?“
„Ich gehe.“
Mit diesen Worten ging ich zum Fenster, riss es auf und sprang hinaus. Dann rannte ich um mein Leben.
Ich hörte hinter mir noch ein erschrockenes „XENJA!“, doch ich war schon in der Menschenmenge verschwunden.
Ich machte mich zu meinem Lieblingscafè auf, welches zwei Blocks weiter war.
Dort lies ich mich erst mal nieder und bestellte mir einen Kaffee.
„Der Kellner brachte ihn mir schnell und fragte besorgt: „Geht es dir gut? Du blutest.“
Ich schaute auf meinen Unterarm, auf dem sich eine längliche, blutige Wunde abzeichnete.
„Oh.“, war mein Kommentar.
Muss mich wohl am Fensterrahmen geritzt haben.
Ich zuckte mit den Schultern und trank genüsslich meinen Kaffee.
Irgendwann wurde mir langweilig und ich schaute aus dem Fenster.
Bis sich jemand neben mich setzte, war ich still.
„Kannst du dich nicht wo anders hins…“ Es war George.
Wie hatte er mich gefunden?
Ich hatte dieses Cafè niemals erwähnt, geschweige denn Andeutungen darauf gemacht.
Er antwortete mir ruhig. „Man hat dich öfters hier in der Nähe aufgefasst und außerdem hast du mir gegenüber mal erwähnt, dass du vor und nach so einer dummen Sache immer Koffein brauchst. Ich weiß welchen Kaffee du trinkst und dies ist der einzige Laden in der Gegend, der ihn verkauft.“
Toll, er lässt mal wieder diesen superintelligenten Polizisten durchblicken.
Währenddessen überlege ich mir, wie ich ihm entkommen kann. Toilette ist eine gute Lösung, doch bevor ich anfangen kann zu Reden, tut er es.
„Ich habe noch einmal mit dem Chief gesprochen. Er ist bereit dich nicht ins Heim zu schicken, sondern zu deinen Verwandten…“
Ich verdrehe die Augen, sind die wirklich so doof oder tun die nur so?
„Ich habe keine Verwandten mehr, wie oft denn noch?“
George seufzt.
„Jetzt hör mir doch erst mal zu! Man hat herausgefunden, dass der Onkel deiner Großmutter noch Nachfahren in einem ort namens La Push hat. Wir haben sie bereits vor zwei Tagen kontaktiert und vor wenigen Minuten kam das Ok, du kannst bei ihnen wohnen, solange du willst.“
Ich war wie erstarrt. Ich hatte Familie.
Ein Lächeln breitet sich langsam auf meinem Gesicht aus.
Vielleicht hatte ich ja doch etwas, wo ich hingehörte.
(Zeitsprung; Drei Stunden später)
„Ok, wir haben jetzt das Ergebnis. Ihr seid in keinster Weise miteinander verwandt. Also, wieso habt ihr vorgegeben, ein Geschwisterpaar zu sein?“
Chief Masen funkelt mich gefährlich an.
Provokant beuge ich mich vor und meckere ihm ins Gesicht.
„Ich zieh AUF KEINEN FALL in irgend so ein Ökokaff irgendwo in der Pampa!“
„Doch das wirst du!“, schreit Chief Masen schon fast.
Dann geht er.
Flint sitzt geknickt neben mir, er muss eine hohe Buße zahlen. Wegen mir. Ich fühle mich dreckig.
George steht in der Ecke und schaut mich böse und traurig an.
Ich ignoriere ihn und umarme Flint tröstlich.
Georges Augen blitzen bei der Berührung gerade zu gefährlich auf.
„Tut mir Leid, Flint. Das wollte ich nicht. Ich zahle dir alles zurück, versprochen.“
Er seufzt und umarmt mich ebenfalls.
„Das ist es nicht. Ich hatte nie eine kleine Schwester, auf die ich aufpassen musste. In den letzten Wochen bis du zu einer geworden für mich. Doch, wie gesagt, ich konnte nicht richtig auf dich aufpassen und das schmerzt mir. Deswegen nehmen sie mir dich jetzt weg…“
Die Tür knallt ziemlich laut hinter George zu. Er ist anscheint richtig wütend.
„Ich bleibe doch immer deine Schwester.“, murmele ich in Flints Ohr. „Und ich werde die ganz oft schreiben.“
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