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von Grisu
erstellt: 06.01.2010
letztes Update: 14.09.2011
Geschichte, Abenteuer / P16
(pausiert)
Denise und Orlando sind verheiratet, Lisa und Matt verlobt. Kelly hat auf die Bitte Lisas eine Assistentin für Lisa eingestellt. Danita Cortèz heißt die junge Frau. Sie macht von Anfang an Matt schöne Augen, was zu einem heftigen Streit zwischen Matt und Lisa führt. Auch Denise und Orlando haben gerade ein paar Probleme. Denise hat Schwierigkeiten, sich daran zu gewöhnen, dass ihr Ehemann ständig von jungen Frauen angehimmelt wird. Orlando wird es zu viel, sich zu streiten und er verschwindet einfach für ein paar Tage in ein Hotel.
An dieser Stelle setzt dieser Teil der Story an!
Entführt!
Leicht genervt sah ich die Post durch und grübelte im Stillen darüber nach, was, verflucht noch mal, in den Hirnen von Matt und Orlando vorgehen mochte, dass sie derart kindisch einfach meinten, verschwinden zu müssen. Die Beiden dachten nicht im Traum daran, wie Denise und Lisa sich wohl fühlten. Ich hätte sie beide Prügeln mögen. Denise war inzwischen schon am Rande eines Nervenzusammenbruches, weil sie sich Sorgen um ihren Mann machte. Und Lisa war auch nicht mehr in der besten Verfassung ihres Lebens. Ich nahm mir fest vor, zumindest Matt einiges zu erzählen, wenn er die Freundlichkeit hatte, wieder aufzutauchen. Wütend auf die beiden Männer sah ich weiter die Post durch. Und dann stutzte ich. Was war das für ein Umschlag? Jemand hatte den Namen des Senders und die Anschrift irgendwo ausgeschnitten und auf den Briefumschlag geklebt. Ich grinste. Was sollte denn der Quatsch? Wer wollte denn da besonders komisch sein? Kopfschüttelnd und noch immer vor mich hin grinsend riss ich den Briefumschlag auf. Ein zusammen gefalteter Zettel kam zum Vorschein. Ich faltete diesen Zettel auf und dann verging mir mein Grinsen schlagartig. „Wir haben Matthew Fox und Orlando Bloom in unserer Gewalt! Unternehmt nichts und wartet auf Anweisungen. Keine Polizei, sonst sind die Beiden tot! Bleibt am Telefon!“
Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen! Das konnte doch nur ein böser Scherz sein! Minutenlang saß ich wie gelähmt da, die Nachricht, zusammen gestellt aus verschiedenen, aus Zeitungen und Zeitschriften ausgeschnittenen Wörtern, in der Hand und starrte gebannt auf den Text. Die kurzen Sätze brannten sich in diesen Minuten unauslöschlich in mein Gehirn. Geistesabwesend griff ich dann zum Telefon. Ich rief Lauren an, unsere Sicherheitsbeauftragte, und erklärte ihr knapp und präzise „Lauren, ich bin es, Kelly, komme bitte augenblicklich zu mir ins Büro und bring Josh und Christa mit. Keine Fragen jetzt, beeil dich, ich mache keinen Spaß, verstanden?“ Ohne eine Antwort abzuwarten legte ich auf. Das erste Mal in meinem Leben war ich wirklich völlig ratlos! Die Minuten zogen sich endlos in die Länge. Ich wünschte, die drei wären endlich bei mir. Nervös trommelten meine Finger auf dem Schreibtisch herum. Dann klingelte das Telefon und ich hätte vor Schreck fast aufgeschrien! Ich riss den Hörer an mich. „Holloway!“ „Ich bin es, Dom, kannst du ...“ „Nerv mich nicht, ich hab keine Zeit!“ schnauzte ich Dominic vollkommen entnervt an und knallte den Hörer wieder auf die Station. Das gab es doch alles nicht! Das musste ein Alptraum sein, aus dem ich sicher gleich schweißgebadet, aber erleichtert, aufwachen würde. Wie hypnotisiert starrte ich weiter auf den Zettel, als meine Bürotür aufgerissen wurde. Vor Schreck entfuhr mir diesmal wirklich ein kleiner Aufschrei. Josh, Christa und Lauren standen in der Tür und stürmten jetzt in mein Büro.
Josh sah mich an und war mit drei schnellen Schritten bei mir. „Baby, was ist? Du bist ja weiß wie eine Wand!“ entfuhr es ihm und im nächsten Moment hielt er mich schon in seinen Armen. Kurz genoss ich die Sicherheit, die er mir damit gab, dann machte ich mich sanft frei. „Setzt euch!“ forderte ich Lauren und Christa auf. Josh blieb neben mir, den Arm um meine Schultern gelegt und zog sich den Ersatzstuhl heran. Ich ließ mich wieder in meinen Schreibtischstuhl sinken und sagte dann, mich zur Ruhe zwingend „Wir haben ein Problem. Ich habe einen Brief in der Post gehabt. In diesem Brief steht, dass Matt und Orlando ... entführt wurden.“ Christa starrte mich an, als hätte ich soeben verkündet, Weihnachten wäre abgeschafft worden. Lauren war da praktischer veranlagt, sie fragte mich sofort „Wo ist der Wisch? Hast du ihn angefasst?“ Ich nickte. „Natürlich habe ich das, es stand ja nicht von außen drauf, dass es ein Entführerschreiben ist.“ Mit spitzen Fingern hob ich den Zettel hoch und las den drei entsetzt Lauschenden die Worte noch einmal vor. „Wir haben Matthew Fox und Orlando Bloom in unserer Gewalt! Unternehmt nichts und wartet auf Anweisungen! Keine Polizei, sonst sind die Beiden tot! Bleibt am Telefon!“ Sekundenlang herrschte Schweigen, dann sagte Josh leise „Wir müssen die Polizei einschalten.“ Ich nickte. „Selbstverständlich müssen wir das. Und was viel Schlimmer ist, wir müssen Denise und Lisa unterrichten.“ Mir lief ein Schauer über den Rücken. „Soll ich das machen?“ bot Chris sich sofort an. Ich schaute sie dankbar an, schüttelte aber den Kopf. „Lisa ist meine beste Freundin, ich glaube, diese Nachricht sollte ich ihr selber überbringen, aber ich möchte, dass du dabei bist, okay. Lauren, hier ist das Schreiben sowie der Briefumschlag, in dem es gekommen ist. Und ich gebe dir hier ein Glas mit, auf dem nur meine Fingerabdrücke sind, dann wisst ihr, welche auf dem Brief von mir sind ... Ich möchte, dass du das zur Polizei bringst, wende dich bitte an Inspektor James Craddock, er ist ein guter Freund von mir. Ich verlasse mich darauf, dass alles ohne Aufsehen in die Wege geleitet wird, verstanden? Kein Großaufgebot!“ Lauren nickte, ich versenkte den Zettel und den Umschlag in einem großen Briefumschlag, das Glas hatte ich schon in einen andern Umschlag gesteckt, reichte beides an Lauren weiter und wortlos hastete sie aus meinem Büro.
Einen Moment saßen wir drei zurückgebliebenen stumm da, dann griff ich nach dem Telefon. Ich rief im Cutter Room an und Denise meldete sich „Bloom?“ „Denise, ich bin es, Kelly, würdest du bitte mal zu mir kommen?“ „Jetzt gleich? Ich bin mitten in ...“ Ich unterbrach sie „Ja, bitte, jetzt sofort, es ist wichtig.“ „Gut, dann bin ich gleich bei dir.“ Ich legte auf, wählte aber sofort wieder und hatte nach dem zweiten Klingeln bereits Lisa an der Strippe. „Hallo, Süße, ich bin es. Wo treibst du dich rum?“ „Hey, Kel, das ist ja witzig! Ich bin auf dem Weg zum Fahrstuhl, ich wollte gerade zu dir!“ „Das ist gut, ich warte auf dich.“ Ich legte auf. „Sie ist auf dem Weg, Denise kommt auch gleich. Ich habe zum ersten Mal im Leben Angst davor, jemandem etwas mitzuteilen.“ Chris nickte. „Das habe ich auch. Aber wir schaffen das gemeinsam, okay. Es bleibt uns nichts anderes übrig.“ Ich lachte resigniert. „Du hast Recht, was bleibt uns denn als Alternative.“ Josh saß neben mir und hatte seinen Arm immer noch um meine Schulter gelegt. Er gab mir damit unglaublichen Halt und Sicherheit. Dankbar schaute ich ihn an. „Ich bin schrecklich egoistisch, aber ich bin einfach nur unendlich dankbar, dass du ... dass du hier bei mir bist, ich würde verrückt, wenn sie dich hätten.“ Ohne es überhaupt zu merken liefen mir Tränen über die Wangen. Josh zog mich an sich und hielt mich fest, bis ich mich wieder ein wenig gefangen hatte.
In diesem Moment ging auch schon die Tür auf und Lisa kam herein, unmittelbar gefolgt von Denise. „Hallo, da sind wir, was ist denn so Geheimnisvolles los, dass du uns beide hier her zitierst?“ fragte Denise neugierig. Ich biss mir unwillkürlich auf die Lippe und musste tief durch atmen. Dann sagte ich bedrückt „Bitte, setzt euch erst mal, ihr Beiden.“ Erstaunt und jetzt leicht beunruhigt setzten sich die beiden jungen Frauen in die Sessel, Chris war aufgestanden und lehnte am Fenster. Denise und Lisa sahen jetzt eindeutig verängstigt von Einem zum Anderen und Lisa war es schließlich, die ungeduldig fragte „Was ist eigentlich los? Können wir mal zur Sachen kommen?“ Ich nickte. „Ja, das sollte ich wohl. Vom Zögern wird es auch nicht besser. Hört zu, es tut mir unendlich leid, aber ich habe heute Morgen die Nachricht bekommen, dass Matt und Orlando ... nun, dass die Beiden entführt wurden.“ Fassungs- und verständnislos sahen die Freundinnen mich an.
Dann stieß Lisa wütend hervor „Was redest du denn für einen Blödsinn? Was soll dieser Quatsch? Warum tust du das?“ Sie wurde lauter. Denise saß stumm da und warf mir einen Blick zu, als hätte ich den Verstand verloren. Christa öffnete den Mund, um einzugreifen, aber ich sagte ganz ruhig „Lisa, Denise, bitte, ihr wisst, dass ich damit nie Spaßen würde. Es ist einfach so, dass ich einen Brief in der Post hatte, in dem eindeutig steht, dass jemand Matt und Orlando in seiner Gewalt hat. Weitere Informationen werde ich telefonisch bekommen. Der Brief ist bereits auf dem Weg zur Polizei. Das ist leider alles, was ich euch im Moment sagen kann. Mehr Informationen haben wir derzeit mich. Außer natürlich, dass wir alles in unserer Macht stehende tun werden, um die beiden Männer unbeschadet wieder zu bekommen.“ Denise war immer blasser geworden. Jetzt stotterte sie verzweifelt „Wer sollte denn ... Ich meine, wer ... Niemand entführt Schauspieler ... warum ...“ Sie verstummte und Tränen liefen über ihre blassen Wangen. Lisa saß jetzt ganz still da und starrte mich an, einen derart hoffnungslosen Ausdruck in den Augen, dass es mir ins Herz schnitt. „Und ich hab ihn angeschrien.“ stammelte sie verzweifelt. Und dann schluchzte sie heftig auf. Ich eilte um den Schreitisch herum und ging vor ihr in die Hocke. Ich nahm sie in den Arm. Aus dem Augenwinkel sah ich, dass Chris sich um die jetzt ebenfalls heftig weinende Denise kümmerte. „Süße, ich schwöre dir, ich werde alles, einfach alles tun, um Matt heil zu dir zurück zu bringen, das schwöre ich dir wirklich.“
Bebend lag Lisa in meinen Armen. „Was wollen sie?“ schluchzte sie tonlos. „Das wissen wir noch nicht, bisher habe ich nur den Zettel erhalten. Sie werden mich anrufen, das ging aus dem Schreiben eindeutig hervor. Und dann werden sie mir sicher nähere Informationen geben. Was die wollen ist sicher Geld.“ Leise sagte Christa, die sich um Denise bemühte „Wir brauchen eine Fangschaltung. Vielleicht haben wir Glück und die lassen sich Orten.“ Ich nickte nur und bat dann Josh, für uns alle einen Drink fertig zu machen. Er stand wortlos auf und ging an meine Bar. Fünf Gläser vor sich hin stellend, fragte er leise „Willst du die Polizei wirklich einschalten?“ Ich zögerte kurz, dann nickte ich. „Ja, das sollten wir tun. Jim wird uns helfen. Er wird alles meinen Wünschen entsprechend in die Wege leiten. Wir brauchen professionelle Hilfe.“ Josh hatte inzwischen die Gläser mit Scotch und Eis gefüllt und drückte Lisa und Denise, dann Christa und mir, ein Glas in die Hand. Denise schüttelte den Kopf, aber Josh sagte sanft, aber bestimmt „Komm schon, Kleines, das ist jetzt Medizin, okay.“ Mit zitternden Händen griff sie schließlich nach dem Glas. „Wie soll es denn jetzt weiter gehen?“ fragte sie tonlos, während sie den Whiskey in kleinen Schlucken herunter würgte. „Wir müssen erst einmal abwarten, bis der oder die Entführer sich melden, damit wir erfahren, was genau die eigentlich von uns erwarten und wollen.“
Genau in diesem Moment klingelte mein Telefon erneut. Kollektiv zuckten wir alle zusammen. Ich sprang auf und sagte schnell „Ich nehme nebenan ab!“ Dann hastete ich in Lindseys Büro, warf die Tür hinter mir zu und fuhr Lindsey, die gerade nach dem Hörer greifen wollte, an „Finger weg, keinen Ton, verstanden!“ Ich riss den Hörer hoch und meldete mich „Ja?“ Eine dumpf klingende, männliche Stimme fragte mich „Kelly Holloway?“ Ich wedelte mit der Hand in Richtung Tür und Lindsey verstand mich. Sie erhob sich sehr leise und schlich aus dem Raum. „Ja, ich bin Kelly Holloway, mit wem spreche ich?“ „Nenn mich John Wayne.“ erwiderte die Stimme mit einem äußerst gemeinen Unterton. Ich zwang mich zur Ruhe. „Okay, Mr. ... Wayne, was kann ich ...“ „Halt dein Maul und hör zu!“ fuhr John Wayne mich aggressiv an. „Wie haben eure Freunde. Noch geht es ihnen einigermaßen gut. Wenn du die Polizei einschaltest, wirst du von beiden einen Finger zugeschickt bekommen, verstanden?“ Ich schluckte. „Ja, ich habe Sie verstanden. Was noch?“ „Zwei Millionen, in kleinen Scheinen.“ „Zwei ...“ entfuhr es mir entsetzt. „Maul halten und zuhören. Finde ich einen Sender, oder Farbmarkierungen oder irgendetwas anderes verdächtiges an dem Geld, schicken wir dir ihre Hände! Und sollte ich einen einzigen lausigen Cop auch nur von weitem wittern, schicken wir dir ihre Köpfe! Hast du Bitch das verstanden?“ Wieder musste ich trocken Schlucken, diesmal vor Wut. „Ich bin nicht taub! Und wenn Sie wollen, dass ich Ihnen auch nur weiter zuhöre, will ich mit Matt sprechen, haben Sie das verstanden, Mr. Wayne?“
Nach diesen Worten wurden mir die Knie weich, aber ich musste einfach Gewissheit haben, dass dieser Psychopath Matt und Orlando wirklich hatte und dass es den beiden gut ging. Am ganzen Körper zitternd wartete ich auf eine Antwort. Dann wäre mir vor Schreck fast der Hörer aus der Hand gefallen, als ich plötzlich Matts Stimme hörte, verängstigt, erschöpft und etwas undeutlich, nuschelnd. „Kelly?“ „Matt! Ist alles in Ordnung?“ „Einigermaßen.“ Seine Stimme klang gepresst, er musste wirklich große Angst haben. „Sie haben uns ziemlich übel zusammen geschlagen. Aber sonst lassen sie uns in Ruhe.“ Kurz schwieg er, dann stieß er hastig und mit zitternder Stimme hervor „Sie sind unmaskiert ...“ Ich hörte ein Aufstöhnen und dann einen dumpfen Schlag und wusste, dass Matt sich für diese wichtige Information gerade wieder Schläge eingefangen hatte. Tränen liefen mir über die Wangen, als ich ihn aufschreien hörte. Dann war wieder die Stimme von John Wayne zu hören. „Du weißt Bescheid, Bitch! Schaff das verdammte Geld ran, wir melden uns wieder!“ Es knackte in der Leitung und die Verbindung war unterbrochen.
Erschlagen saß ich da. Der Hörer in meiner Hand tutete vor sich hin und endlich wachte ich aus der Erstarrung auf und legte ihn sachte auf die Station. Keine Maskierung. Ich zitterte am ganzen Leib. Das hieß nichts Anderes, als dass sie nie vorhatten, die beiden Männer lebend laufen zu lassen. Ich hatte nicht die Kraft, aufzustehen und wieder nach nebenan zu gehen. Wie sollte ich den beiden Frauen da drüben diese Nachricht überbringen? Die Nachricht, dass die Chance, die Männer, die sie liebten lebend wieder zu sehen nahe null war? Ich zuckte zusammen, als leise die Tür zu meinem Büro geöffnet wurde. Josh streckte den Kopf herein und fragte sanft „Ist alles in Ordnung? Waren sie das? Was wollen sie?“ Ich schaute ihn an, ratlos, verzweifelt, hoffnungslos, verängstigt bis ins Mark. Erschrocken machte Josh die Tür hinter sich zu und hastete zu mir. „Baby, was ist los“ fragte er unsicher. Ich konnte mich nicht mehr beherrschen. Aufschluchzend sank ich in seine Arme. Ich klammerte mich so an ihm fest, dass er zusammen zuckte, weil meine Nägel sich in seine Haut bohrten. „Hey, hey, ist ja alles gut, ich bin hier, ich bin doch bei dir, Süße. Es geht mir gut!“ Er hatte meine Gedanken sofort erraten. Das war unglaublich. „Ich weiß, ich will dich spüren, ich muss dich spüren, ich ... Oh, ich ... Sie wollen 2 Millionen, in kleinen Scheinen, und ... Schatz, sie werden Matt und Orlando umbringen! Sie haben sich den beiden unmaskiert gezeigt.“
Abermals zuckte Josh zusammen, diesmal vor Schreck. „Oh, verdammt!“ fluchte er verzweifelt. „Wenn die nicht maskiert sind, sieht es wirklich schlecht aus.“ Ich nickte hoffnungslos. „Das dürfen Denise und Lisa nicht erfahren, das ist klar. Das würde ihnen alle Hoffnung nehmen.“ Josh nickte. „Auf keinem Fall!“ „Schatz, es geht den Beiden auch jetzt schon nicht gut. Matt meinte, sie seien übel zusammen geschlagen worden. Und als er mir das mit dem nicht maskiert sein sagte, habe ich gehört, dass er dafür wieder geschlagen wurde. Ich hab ihn aufschreien gehört!“ Ich weinte wieder heftiger. Josh hielt mich in seinen Armen und streichelte mir beruhigend über den Rücken. „Hey, Kleines, ich weiß, dass du Matt sehr magst, wir werden ihn zurückbekommen! Wenn keine Chance besteht, sie mittels Lösegeldzahlung frei zu bekommen, dann werden wir uns etwas anderes einfallen lassen müssen.“ sagte er liebevoll. „Wir dürfen nicht jetzt schon die Hoffnung aufgeben, Süße.“ Ich atmete tief ein. „Du hast Recht, Schatz, das dürfen wir nicht. Wir werden jetzt da rein gehen und Denise und Lisa das Blaue vom Himmel herunter lügen, und dann ... ich weiß es nicht, aber es wird uns schon etwas einfallen.“ Ich riss mich jetzt wirklich zusammen. Dann gingen Josh und ich entschlossen in mein Büro zurück, wo wir schon mehr als gespannt erwartet wurden. Als ich die hoffnungsvollen Gesichter sah, wurde mir das Herz schwer. „Was wollen sie? Wie geht es Matt und Orlando? Sag schon endlich, was ist los?“
Ich zwang ein zuversichtliches Lächeln auf mein Gesicht. „Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut. Ich durfte kurz mit Matt reden, er sagt, sie werden anständig behandelt, haben Essen und Trinken bekommen und man lässt sie in Frieden.“ Mein Blick zuckte ganz kurz zu Christa, dann fuhr ich fort „Sie wollen 2 Millionen Dollar, in kleinen Scheinen. Und sie werden sich wieder bei mir melden.“ Ich wollte Lisa und Denise für eine Weile regelrecht loswerden und so fragte ich sie „Ihr beide könnt hier im Augenblick nicht viel machen, wie wäre es, wenn ihr euch mit Patty um das Lösegeld kümmert?“ Lisa nickte. „Ja, etwas zu tun zu haben ist besser, als hier rum zu sitzen.“ Sie zog Denise hoch und Josh wollte ebenfalls aufstehen. „Ich begleite euch, wartet.“ sagte er. Geradezu panisch hielt ich ihn zurück. „NEIN! Entschuldigt, nein, bitte, Schatz, ich brauche dich hier bei mir, ohne dich bin ich nur halb so ruhig, wenn die Entführer wieder anrufen.“ stieß ich hastig hervor. Chris hatte sofort begriffen, was wirklich in mir vorging. Der Gedanke, dass Josh da draußen möglicherweise auch in Gefahr war, war derzeit zu viel für mich. Verständnisvoll sprang sie mir sofort bei. „Kelly hat Recht, Josh, du solltest hier bei ihr bleiben, du gibst ihr Kraft und Ruhe, mit den Entführern vernünftig zu verhandeln.“ Josh sah mich an und nickte. „Natürlich, entschuldige, Baby, das war dumm von mir.“ Lisa und Denise verschwanden jetzt und eilten zu Patty hinüber. Chris fragte, kaum dass sie mein Büro verlassen hatten „So, was ist los?“ Seufzend sank ich auf meinen Stuhl. Dann klärte ich Chris vorbehaltlos über alles auf, was ich am Telefon wirklich zu erfahren bekommen hatte. Erschüttert starrte sie mich an. „Oh, mein Gott. Das darf doch nicht wahr sein. Wir müssen Zahlen, so schnell wie möglich, damit sie unseren guten Willen sehen.“
Alle drei hatten wir nicht mit bekommen, dass die Tür zu meinem Büro leise geöffnet worden war. Inspektor Craddock und sein Assistent, Randy Myer, standen in der Tür und hatten Christas Worte gehört. Jetzt sagte James Craddock ruhig „Das ist genau das, was wir jetzt nicht machen dürfen.“ Allmählich wurde es uns schon zur lieben Gewohnheit, uns kollektiv zu Erschrecken. „Mein Gott, Jim, hast du uns erschreckt!“ entfuhr es mir wütend. Ich stand auf und begrüßte den alten Freund bedrückt. „Schön, dass du gleich gekommen bist. Wir haben wirklich ein Problem.“ sagte ich unglücklich. Josh und Christa kannten Jim natürlich ebenfalls. Christa und er waren nicht die allerbesten Freunde, aber Josh und Jim mochten sich. „Denise und Lisa, Matt und sie sind inzwischen übrigens verlobt, habe ich Geld holen geschickt.“ Jim und Randy ließen sich jetzt von mir noch einmal genau erklären, wie das Telefonat abgelaufen war. Als Jim erfuhr, dass die Entführer ihre Gesichter nicht verbargen, schüttelte er besorgt den Kopf. Christa warf jetzt genervt ein „Wir brauchen schnellstmöglich eine Fangschaltung. Und dann müssen wir den Entführern schnellstens das Geld zukommen lassen!“ Jim schüttelte den Kopf. „Tut mir Leid, weder das Eine noch das Andere. Bezahlen wäre hier mit Sicherheit vollkommen verkehrt. Und Fangschaltungen ...“ Christa unterbrach ihn ärgerlich. „Ach, und warum dürfen wir das nicht? Vielleicht ist es die einzige Methode, Matt und Orlando da raus zu helfen! Und warum keine Fangschaltung?“ „Nun, das ist es ganz bestimmt nicht, denn solange die Entführer noch etwas von euch wollen, sind die beiden Männer in relativer Sicherheit. Wenn ihr gezahlt habt, werden sie nicht mehr gebraucht und was das bedeutet, muss ich sicher nicht erklären. Habt ihr eine Idee, wo sie die beiden erwischt haben könnten?“
„Nein, ich habe keinen Schimmer, aber Lauren Shriver, unsere Security Chefin, untersucht mit ihrer Truppe bereits das ganze Setgelände, denn nur da könnten die Beiden erwischt worden sein.“ Jim nickte. „Verstehe. Aber versteht die Frau auch etwas von ihrem Job?“ fragte er ein wenig besorgt. Widerwillig musste ich grinsen. „Sie kommt von eurer Konkurrenz, sie versteht ihr Handwerk absolut.“ „Oh, FBI, wie schön.“ Jim wollte etwas sagen, aber noch einmal wurde er brüsk von Christa unterbrochen. „Verflucht noch mal, wärest du wohl so freundlich, zu erklären, warum du auch gegen eine Fangschaltung bist?“ Jim sah Chris ruhig an. Dann erklärte er „In der heutigen Zeit der Digitalisierung der aller meisten Telefonnetze sind die guten alten Fangschaltungen überflüssig. Wir können dank der Technik jeden Anruf bis zur letzten Vermittlungsstelle zurückverfolgen. Also, man könnte sagen, Fangschaltungen sind aus der Mode gekommen. Aber mal ganz was Anderes. Habt ihr die Möglichkeit, die anderen Schauspieler kurzfristig irgendwo unter zu bringen, wo sie bis ... wo sie erst mal sicher sind?“ „Das wollte ich jetzt in die Wege leiten.“ erwiderte ich. „Gut, nur als Vorsichtsmaßnahme, um auf Nummer ganz sicher zu gehen.“ Josh sah mich jetzt an und schüttelte den Kopf. „Vergiss es!“ sagte er ruhig. Dankbar lächelte ich ihn an. „Nein, Honey, keine Sorge. Ich brauche dich wirklich an meiner Seite.“ Ich überlegte kurz. Dann griff ich nach dem Telefon und rief bei dem kleinen Kãne’ohe Bay Airport an, wo die Senderflugzeuge stehen hatte. Neben einem Helikopter waren wir ja im Besitz einer Gulfstream V, die bis zu 14 Passagier transportieren konnte. Ich wies das Personal an, die Maschine schnellstens startklar zu machen. Dann bat ich Christa, Lindsey zurück zu holen.
Nachdem Christa sich auf die Suche gemacht hatte, rief ich Lauren über ihr Handy an. „Lauren, hör zu, ich möchte, dass du alle Darsteller schnellstens zum Airport schaffst. Die Gulfstream steht bereit, meine Sekretärin Lindsey wird die Leute begleiten. Wir schaffen sie von der Insel runter, bis ... bis alles vorbei ist. Sei so gut, und kläre die Leute auf, aber nur das absolut nötigste. Der Pilot hat genaue Instruktionen, wo er sie hinbringen soll. Und Lauren, keine Ausnahme, keine Diskussion, ausnahmslos alle haben zu verschwinden, okay?“ „Gar kein Problem, verlass dich auf mich. In einer Stunde sitzen alle im Flieger.“ Lauren legte auf und ich war in gewisser Weise erleichtert, dass ich die Sorge um die anderen Schauspieler so erst einmal los war. Einen letzten Anruf musste ich noch erledigen. Ich wählte die Nummer von Scott Patterson, unserem Piloten. „Hallo, Scotty, ich bin es, Kelly. Hör mir jetzt bitte genau zu. Wir haben einen Notfall, der es erforderlich macht, dass die Darsteller schnellstmöglich von der Insel geschafft werden. Ich habe weder Zeit noch Lust, es dir in allen Details zu erklären, das muss warten, okay? Ich will, dass du schnellstens zum Airport fährst. Check die Maschine, sie wird startklar gemacht und dann fliegst du die Leute zu Marco. Keine Fragen jetzt. Lindsey wird euch begleiten und auf dem Flug wird sie euch alles ausführlich erklären. Ich möchte, dass du ebenfalls dort bleibst, verstanden?“ Scott war intelligent genug, mich jetzt nicht mit Fragen zu reizen. Er hatte meiner Stimme wohl entnommen, dass es ernst und sehr wichtig war. Ohne zu Zögern sagte er ruhig „Ich bin schon unterwegs, Kel, verlass dich auf mich. Bye!“ „Bye. Danke, Scotty!“
TRAILER
Josh und ich nickten übereinstimmend. „Das befürchte ich auch. Matt klang so verängstigt. Ich glaube nicht, dass wir uns darauf einrichten sollten, dass die Beiden frei gelassen werden.“ erklärte ich unglücklich. „Warum hast du die Mädchen dann überhaupt los geschickt, das Geld zu besorgen?“ fuhr Christa mich ungehalten an. Ruhig sagte ich „Zum Einen, damit sie etwas zu tun haben und zum Anderen, damit wir das Geld für einen eventuellen Notfall auf jedem Fall parat haben.“
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