■
Geschichte: Fanfiktion
/ Bücher
/ Bis(s)
/ Die Jugendliebe
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
von Miss Red
erstellt: 06.01.2010
letztes Update: 23.07.2010
Geschichte, Romanze / P16
(abgebrochen)
ganz herzlichen Dank für die ersten Reviews und auch für die ersten Favoriteneinträge. Das ist echt Wahnsinn.
Ich habe für Euch das 1. Kapitel im Gepäck und ich hoffe, es gefällt Euch. Meine Teenie-Zeit ist schon eine Weile her, aber an viele Gefühle und Gedanken kann ich mich noch sehr gut erinnern.
Ich freue mich über Reviews und jetzt viel Spaß beim Lesen!
LG, die Miss
Kapitel 1 - Alice
Ein kurzer Blick in den Spiegel verriet mir, dass ich immer noch ich war, aber ich fühlte mich einfach nicht gut dabei. Überhaupt nicht gut. War das wirklich ich? Ich kniff mir in die Wange. „Au!“ Ok, ich war ich.
Wir halten fest: Ich bin jetzt 16 Jahre, hatte noch nie einen Freund, war ungeküsst und wurde von allen immer bloß herablassend belächelt. Woran das lag? Für mich eigentlich ganz einfach. Auch wenn ich für meinen Geschmack ganz tolle rehbraune, große Augen hatte, so war der Rest von mir einfach mehr als gewöhnlich. Ich strahlte nichts aus.
Derzeitige Optik: Tja... Verwaschene, schwarze Jeans (für meinen Geschmack echt zu groß und unförmig), gelber Kapuzenpulli, alte Turnschuh (waren vor Urzeiten auch mal weiß gewesen), kein Make-up -außer schwarzer Wimperntusche- und Pferdeschwanz. Ich lief also so rum wie ... immer.
Zurechtmachen konnte ich mich nicht, dafür fehlte mir schlichtweg das Geschick. Und tolle Sachen kaufen konnte ich nicht, weil dafür das Geld fehlte. Meine Mom ging bei verschiedenen Leuten putzen und wir konnten uns gerade so über Wasser halten. Das war echt zum Kotzen. Ich hatte zwischendurch schon mal überlegt, neben der Schule etwas arbeiten zu gehen, aber das wurde mir verboten. Also musste ich mit dieser Situation klarkommen, ob ich wollte oder nicht.
Laut seufzte ich auf. Das konnte ja wieder ein super Tag in der Schule werden, wenn ich mich morgens schon mit solchen Sachen beschäftigte.
Herzlichen willkommen in meiner kleinen Welt!
Mom war schon los und ich sollte mich jetzt auch langsam auf den Weg machen.
Wie ich das hasste. Die meisten meiner Klassenkameraden wurden zur Schule gefahren oder fuhren mit dem Bus. Wir konnten uns das nicht leisten, also lief ich zu Fuß die 30 Minuten. Eigentlich keine schlimme Strecke, wenn sie nicht nur bergauf gehen würde.
Der einzige Lichtblick war meine beste Freundin Alice, die mir jeden Morgen unterwegs entgegenkam. Ach Alice, der kleine Feger. Sie war das komplette Gegenteil von mir: Immer quietschvergnügt, war total beliebt, hatte reiche Eltern und konnte sich alles leisten. Ständig hatte sie einen neuen Freund, aber mehr als küssen war bei ihr auch nicht drin. Die Typen hingen immer an ihr, aber sie meinte, dass sie den Richtigen noch nicht gefunden hätte.
Warum Alice und ich uns so gut verstanden war mir schon immer ein Rätsel. Dabei hatten wir uns am ersten Tag in der Schule noch von oben bis unten gemustert. Wenn man so zurückdenkt, war das schon irgendwie lustig.
Wir saßen zur Begrüßungsrunde in der Klasse. Alice war mir sofort mit ihrer Art aufgefallen und ich musste sie einfach die ganze Zeit ansehen. Genau dasselbe hatte sie bei mir auch getan, nur, dass ich absolut nichts Auffälliges an mir hatte. Wir saßen uns quasi gegenüber und so war es ein Leichtes sich gegenseitig zu mustern. Der Klassenunterschied zwischen uns war schon von Anfang an klar zu sehen. In der Pause war sie dann zu mir gekommen. „Sag mal, hab ich irgendwas an mir, dass du mich die ganze Zeit so blöde angaffst?“ Hatte sie mich direkt hinter der Tür abgefangen. Verdutzt sah ich sie an. „Sorry, aber du hast mich auch die ganze Zeit so komisch angesehen!“ Versuchte ich mich zu rechtfertigen. Was dann kam, überraschte mich erst recht. Mit einem großen Grinsen nahm sie mich in den Arm und drückte mich fest an sich. Wie perplex stand ich da und regte mich nicht einen Zentimeter. „Ich glaube, wir werden ganz tolle Freundinnen. Das habe ich sofort gespürt, als ich dich gesehen habe. Du bist einfach perfekt!“ Ratterte sie auch sofort herunter, nachdem sie mich losgelassen hatte. „Äh, vertust du dich da gerade? Ich bin alles andere als perfekt.“ Irritiert musterte ich sie. Alice hüpfte gerade von einem Bein aufs andere und klatschte sich die Hände. „Nein, du bist perfekt, du siehst es nur nicht. Hach, das wird toll. Hast du was zu futtern dabei, ich verhungere nämlich gleich.“ Autsch! Mom hatte es aufgegeben mir was mitzugeben und Geld für den Shop hatte ich eh nie bei. „Komm, lass uns zum Shop gehen. Ich geb uns einen aus.“ Als hätte sie meine Gedanken gehört, unglaublich. Sie fasste mich an der Hand und zog mich hinter sich her.
Tja, so fing das an mit der hibbeligen Alice. Seitdem sind wir tatsächlich beste Freundinnen und ich bin wirklich froh, dass ich sie habe.
„Guten Morgen Bellaaaaaaaaaaa! Hast du gut geschlafen? Ich schon und ich weiß auch schon, was wir heute Nachmittag machen. Ich muss nur noch die anderen dazu breitschlagen und dann ist es schon gebongt. Hach, das wird bestimmt Spaß machen!“
Da kam dieses schwarzhaarige Etwas auf mich zugehüpft und riss mich aus meinen Gedanken. Ich hätte sie schon wieder umbringen können, vergessen wir die Gedankengänge von gerade. Sie wusste ganz genau, dass ich ein Morgenmuffel war und meine Eingewöhnungszeit für den Tag brauchte. Ich hasste es, wenn sie mich so früh schon zublubberte.
Ich hätte ihr einfach nicht erlauben sollen, mir jeden Morgen auf dem Schulweg entgegenzukommen. Alice wohnte nämlich in einer ganz anderen Richtung und hatte es sich zu ihrer Lebensaufgabe gemacht, mich unterwegs abzufangen, damit ich nicht allein durch den Park lief. „Man weiß ja nie, was für Gestalten auf einen lauern.“ Hatte sie bekräftigt und ich dann nachgegeben. Na gut, sie hatte ja irgendwie recht, aber der Weg war halt am Kürzesten. Warum sollte ich den Umweg gehen und noch mal 15 Minuten Fußmarsch auf mich nehmen. Andererseits war es aber auch genauso schwachsinnig, dass sie an der Schule vorbeilief, um mich abzuholen.
Wer sollte ihr denn helfen, wenn sie einer überfallen würde, wenn sie auf dem Weg zu mir war. Daran mochte ich gar nicht denken.
„Bella, wo bist du denn schon wieder mit deinem Kopf? Denkst du schon wieder an Michael?“ Boar, an den hatte ich gerade ausnahmsweise mal nicht gedacht und jetzt war es wieder auf mich eingestürmt. „Danke der Nachfrage. Ausnahmsweise hatte ich mal nicht an ihn gedacht Alice. Danke, echt.“ Trotzig verschränkte ich meine Arme vor der Brust und blieb stehen, was Alice zum Kichern brachte. „Bella, du bist heute Morgen ja wieder besonders gut drauf.“ Sie lachte immer noch. „Ich finde das ganze überhaupt nicht witzig. Ich könnte Ani umbringen.“ Super, jetzt war alles wieder da und ich steigerte mich rein. „Ach komm schon. Dass das so ausgeht hätte ja keiner ahnen können. Lass uns los, sonst kommen wir zu spät.“
Schmollend folgte ich meiner besten Freundin zur Schule. Sie hatte ja so absolut keine Ahnung, wie ich mich fühlte.
Vor dem Haupttor stand schon der Großteil der Klasse und wartete auf uns. „Guten Morgen, da seid ihr ja endlich. Wo wart ihr denn so lange?“ Quatschten alle durcheinander. Meine Laune würde heute bestimmt nicht mehr gut werden. Alice rannte wie wild von einer Person zur anderen und drückte jeder einen Kuss auf die Wange, ihr Morgenritual. Wir waren eigentlich eine super Klassengemeinschaft. Von den anderen Schülern wurden wir nur immer blöde gemustert und belächelt.
„Bella hatte mal wieder einen Moralischen, ihr wisst schon warum. Oder Ani?“ Menno Alice. Konnte die denn nicht ein einziges Mal ihre Klappe halten? „Es tut mir echt leid Bella. Ich wusste doch nicht, dass die dich deswegen so durch den Kakao ziehen würden.“ Versuchte Ani sich zum 100. Mal zu entschuldigen. Mein böser Blick ließ sie sofort verstummen und wir machten uns alle auf den Weg zum Klassenraum.
Die erste Stunde war der absolute Horror, Religion. Diese Schnarchnase von Lehrer war mal wieder dabei uns irgendwelche Weisheiten mit auf den Weg zu geben. Mein Blick ging langsam aber sicher hinüber zum Fenster. Ich schaltete ab und schaute stur hinaus, eine ganz tolle Eigenschaft. So konnte mich jemand ansprechen und ich reagierte überhaupt nicht. Stundenlang konnte ich das und so einfach meinen Gedanken nachgehen. Tja und so landete ich in meinem Wirrwarr im Kopf bei gestern.
Ich war total für einen Typen aus der oberen Klasse am Schwärmen, Michael. Jedenfalls war es jetzt wieder Michael. Zwischendurch fand ich immer mal einen anderen ganz süß, aber irgendwie blieb ich immer an ihm hängen. Er war ca. 1,90m groß, schlank und hatte hellblonde Haare. Seine Augenfarbe kannte ich nicht, so nah war ich ihm nie gekommen. Ich glaubte aber, dass sie grün waren. Er war einer der lässigsten und beliebtesten Schüler hier. Er spielte Basketball in der Schulmannschaft und liebte Skateboardfahren. Seine Eltern holten ihn immer von der Schule ab und so konnte ich, wenn wir gleichzeitig aus hatten, ihn noch immer ein Stück begleiten bzw. hinter ihm herlaufen, um ihn zu beobachten. Schwärmerei halt.
Es hatten ein paar aus meiner Klasse mitbekommen -oder wohl eher hatte Alice mal wieder ihren Mund nicht halten können-, dass ich Michael ganz toll fand. Sie zogen mich damit nicht auf, wirklich nicht. Da ich immer nur der Mitläufer war und von keinem wirklich wahrgenommen wurde, hatten es alle einfach so hingenommen. Ich war für alle immer nur die beste Freundin von Alice. Das reichte mir auch völlig. Alice bekam genug Aufmerksamkeit für uns beide.
Blöderweise hatte ich gestern in Geschichte auch mal wieder abgeschaltet und einfach auf einem Zettel rumgemalt. Eigentlich das, was jeder verliebte Teen so tut, Herzchen malen und den entsprechenden Namen dazu. Mein Kunstwerk sah dieses mal richtig toll aus, fand ich. Doch bevor ich es verstecken konnte, hatte Ani es mir aus der Hand gezogen. Leider Gottes saß sie auf meiner linken Seite und hatte es mitbekommen. Ich konnte ja schlecht in der Stunde rumbrüllen und hatte sie nur böse angefunkelt. Es nützte allerdings nichts. Sie tat so, als wäre nichts gewesen.
Ich wusste, dass Ani Michael gut kannte, weil sie in derselben Straße wohnten und zusammen groß geworden waren. Mir schwante Fürchterliches. „Bella, würdest du bitte weiter dem Unterricht folgen!“ Ermahnte mich unser Lehrer. Er musste anscheinend doch etwas mitbekommen haben. Mist.
Den Rest der Stunde passte ich auf und hatte die Sache mit dem Zettel schon ganz vergessen. In der Pause sollte mich das allerdings wieder einholen.
Wie immer lief ich mit Alice quer über den Schulhof und wir quatschten über Gott und die Welt. Eher gesagt quatschten wir mal wieder über einen Typen, den sie an der Angel hatte. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie drei Mädchen aus der Klasse von Michael mit dem Finger auf mich zeigten und sich köstlich amüsierten. Mittendrin stand Michael und lachte, als auch schon Ani auf mich zugestürmt kam. „Bella, es tut mir total leid. Ich wollte Michael das nur zeigen von dir und da kam plötzlich Nina von hinten und hat mir den Zettel aus der Hand gerissen. Jetzt läuft sie damit durch die Gegend. Es tut mir echt total leid.“ Nein, das hatte sie nicht wirklich getan. „Sag mal, spinnst du!“ Fauchte ich sie böse an, doch da wurde ich auch schon von hinten gepackt und umgedreht. Vor mir stand Nina. Mit ihr stand ich schon immer auf Kriegsfuß ohne zu wissen, was ich ihr überhaupt getan hatte. Sie baute sich vor mir auf.
„Na du dumme Kuh. Hast du wirklich gedacht, so etwas würde Michael beeindrucken? Deine Schwärmerei ist so lächerlich. Glaubst du allen ernstes, dass er an dir hässlichen Pute interessiert ist?“ Böse lachte sie auf. Am Liebsten wäre ich jetzt in Grund und Boden versunken. Was hatte Ani da bloß getan? Ich fühlte, wie Tränen sich anbahnten. Doch plötzlich sprang Alice vor mich. „Was fällt dir ein Bella so zu beleidigen? Sie hat dir überhaupt nichts getan und es geht dich auch verdammt noch mal nichts an, für wen sie schwärmt. Das ist ganz allein ihre Sache. Jetzt tue nicht so, als hättest du nicht selbst ein Auge auf Michael geworfen. Das sehe ich dir doch an. Deswegen machst du auch so einen Aufstand.“ Alice war richtig wütend. „Lass sie gefälligst in Ruhe und verzieh dich!“ Sie baute sich richtig vor ihr auf. Ich konnte sie nur bewundern. Ich wusste überhaupt nicht, was ich tun sollte. Im Leben hätte ich mich nicht getraut so mit Nina zu sprechen.
Abrupt wurde ich von der Masse weggezogen. Es war Elvis, unser Hausmeister. Ich stolperte hinter ihm her. Die ganze Zeit hielt ich den Kopf Richtung Boden gesenkt, weil ich einfach niemanden ansehen wollte. Noch dazu wollte ich nicht hinfliegen, weil die Schwerkraft schon immer mein Feind war. Ich schaute erst wieder auf, als ich in Elvis reingerauscht war. „Sorry!“ Murmelte ich leise. Wir waren im Schulgebäude, wie ich nun feststellte. „Jetzt komm mal weiter mit.“ Er zog mich in seinen Kabuff und setzte mich auf einen Stuhl. „Das war ja gerade eine ganz fiese Nummer da auf dem Schulhof. Die restliche Pause bleib mal hier.“ Er drückte leicht meine Schulter. „Danke. Ich kann noch gar nicht glauben, dass das da grad passiert ist.“ Flüsterte ich nur. Elvis schloss die Tür. Keine zwei Minuten später hielt er mir eine Tasse heißen Kakao vor die Nase. Irritiert sah ich ihn an. „Trink schon.“ Meinte er nur und setzte sich neben mich.
Es tat gut nicht mehr bei den anderen zu sein und Elvis ließ mich auch einfach in Ruhe. Er hatte genug Erfahrung mit Schülern um zu wissen, wann man sie einfach mal in Ruhe ließ.
Natürlich wurde ich in der nächsten Pause auch nicht in Ruhe gelassen. Ich hatte echt an der Sache zu knabbern. Ich wollte nicht zum Gespött der Schule gemacht werden und genau das war passiert, dank Ani.
„Bella, kommst du mit raus? Die Stunde ist zu Ende.“ Alice rüttelte wie wild an meiner Schulter. „Au! Man Alice, ja ich komm ja schon.“ Irgendwie ging sie mir heute tierisch auf die Nerven.
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
