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Geschichte: Freie Arbeiten
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von Camena
erstellt: 01.01.2010
letztes Update: 01.01.2010
Geschichte, Drama / P12
(fertiggestellt)
Stop the cavalry
Nein, das war nicht das Weihnachten, das er sich gewünscht hatte.
Wann immer er in die Zukunft gesehen hatte, hatte er gehofft, dann eine Familie zu haben, mit diesen das »Fest der Liebe« feiern zu können. Eine Familie hatte er – eine Frau und einen gerade mal einjährigen Sohn – aber feiern konnte er trotzdem nicht mit ihnen.
Er konnte nicht mit ihnen um den schön geschmückten Weihnachtsbaum stehen, mehr oder weniger gut Lieder singen, zusehen, wie sein Sohn mit dem Leuchten in den Augen, das für kleine Kinder so typisch war, seine Geschenke öffnete. Es war ihm auch nicht möglich, hinter seiner Frau zu stehen, sie zu beobachten, wie ihre schlanken Finger langsam das Geschenkspapier um genau die eine Kette löste, die sie sich schon so lange im Geheimen gewünscht hatte.
Nein, nicht einmal anrufen konnte er, sosehr er es auch wollte.
Keine Lieder, kein schön geschmückter Baum, keine Familie, die er so gerne wieder einmal in den Arm schließen würde. Überhaupt hatte er seinen Sohn erst so wenige Male gesehen, dass man es wohl an einer Hand abzählen hätte können. Eine Schande. Und nun das; Weihnachten ohne den Menschen, die ihm am wichtigsten waren.
Aber der Krieg hörte ja nicht auf, nur weil Weihnachten war. Das »Fest der Liebe« war kein Grund, um das sinnlose Töten zu beenden. Nein, es wurde genauso ausgeharrt und auf Angreifer geschossen, wie an jedem anderen Tag, auch wenn allen von ihnen zumindest im Hinterkopf das Wissen herumspukte, was heute für ein Datum war.
Und an diesem Tag starben genauso Menschen. Keiner überlebte eine Kugel, die sein Herz durchbohrte, oder eine Bombe, die ihn zerfetzte, nur weil Weihnachten war. Nein, darauf wurde keine Rücksicht genommen. Grausam.
Doch am grausamsten war, wie er fand, dass er niemals ein Weihnachten mit seiner Familie feiern würde. Keine Christbaumkugel mehr aufhängen, keine Lichterketten einschalten, kein Haus dekorieren würde. Niemals das Leuchten in den Augen seines Sohnes, den dankbaren Kuss seiner Frau wahrnehmen würde.
Er würde hier sterben, mit einer Kugel im Herz und den Gedanken, die er sich gerade so lange machen konnte, bis sein Hirn wegen Sauerstoffmangels seinen Dienst quittierte.
Und am traurigsten fand er, dass seine Familie später die Nachricht bekommen würde, dass dies genau am Weihnachtsabend passiert war, während diese gerade die Karte lasen, die er schon vor Tagen weggeschickt hatte.
Nächstes Weihnachten holen wir alles nach. Ich verspreche es.
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Kurz, aber ich mag es. Mir tun einfach die Leute, die irgendwo im Krieg feststecken, leid… Ob das wirklich eine Weihnachtsgeschichte ist, weiß ich allerdings nicht, ich nehme es einfach an.
Ein schönes 2010.
P.s.: Über Kommentare würde ich mich - wie immer - freuen.
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