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von Labaella    erstellt: 01.01.2010    letztes Update: 18.03.2010    Geschichte, Humor / P16    (abgebrochen)
"Ja, sie schläft wieder in ihrem Trolley. Mal sehen, vielleicht lass ich sie dort."
Mit einer Hand hielt Antonia das Telefon, mit der anderen strich sie ihrer Tochter, welche sich in einem schwarzen Koffer eingerollt hatte, eine Strähne aus dem Gesicht.
Hier her verkroch sie sich gerne, wenn sie wütend oder traurig war. Er lag in einem Wandschrank im Flur und mittlerweile gab es hier alles, was das kleine Mädchen so benötigte: eine weiche Decke, ein kleines Kissen, eine Stoffente und meist auch noch den ein oder anderen Keks oder 'Bomboms'.

2 Tage später

Mia zappelte ungeduldig auf ihrem Kinderstuhl herum.
"Wann tommt Papa?" fragte sie ihre Mutter zum ungefähr zweihundertsten Mal an diesem Tag.
"Er kommt, wenn du aufgegessen hast." 'Bravo.' dachte sich Antonia und lachte sich gedanklich selbst aus. 'Wenn ich mal nicht die geborene Pädagogin bin.'
Doch immerhin wirkte es. Mia sperrte den Mund auf und ließ sich weiter mit Stütchen füttern.
Und wie durch ein kleines Wunder öffnete sich die Haustür, als das letzte Stück in ihrem kirschroten Mündchen verschwunden war.
"Papa!" rief sie und stand mit einem Satz im Flur.
"Hey.. ." Tom ließ seine schwarze Kuriertasche sinken und ging in die Knie, um sein Töchterchen in die Arme zu schließen und hoch zu nehmen.
Antonia betrat nun auch den Flur, begrüßte jedoch zuerst Bill, bevor sie sich von ihrem Freund in den Arm nehmen und küssen ließ.

Es war bereits 19 Uhr, so entschieden sie sich nur noch ein wenig mit Mia fernzusehen.
Diese nun aufrecht zwischen Toms Beinen, fest in seine Arme geschlossen. Während Antonia das TV-Programm nach einer Kindersendung durchforstete, begutachtete Mia interessiert die nackten, behaarten Arme ihres Vaters.
Nach einer Weile drehte sie sich um und ihre klaren blauen Augen sahen ihn ungläubig an."Papi - du kriegst ja Federn!"


Es dauerte gute fünfzehn Minuten bis alle Lachtränen getrocknet waren und Mia die Welt endgültig nicht mehr verstand. Ihrem Papa wuchsen Federn und Mami purzelte vor Lachen fast vom Bett. Verstehe mal einer die Erwachsenen!

Als das Wanda Hosanna, die 13-jährige Schülerin, welche abends zur Popgöre mutierte und Mias großes Idol darstellte, ihren letzten Song geträllert hatte, wurde der Fernseher abgestellt. Mia protestierte lautstark, doch im Gegensatz zu ihrer Mutter, bei welcher Regeln wie die Zubettgeh-Zeit durchaus verhandelbar waren, hatte sie damit bei ihrem Vater keine Chance.
Er trug das kleine Mädchen ins Badezimmer und unter einiger Anstrengung schaffte er es sie bettfertig zu machen.
Schließlich lag sie in ihrem weißen Kinderbett, an welchem seit Kurzem die Gitterstäbe abmontiert waren, so dass sich Tom auf die Bettkante setzen konnte.
Er deckte Mia zu und erzählte ihr von einem kleinen Hund, welcher sich in Paris in den Tourbus der Crew verirrt hatte.
Dann gab er ihr einen Gute-Nacht-Kuss auf die Stirn, knipste das Farbenspiel auf ihrem Nachttisch an und stand auf.
"Schlaf gut Michen."
"Slaf dut."

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