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Geschichte: Fanfiktion
/ Prominente
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/ Tokio Hotel
/ Label or Love?!
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von audi
erstellt: 27.12.2009
letztes Update: 19.10.2010
Geschichte, Drama / P18 Slash
(fertiggestellt)
Ich hoffe, euch gefällt dieses Kapitel. Lasst es mich wissen :)
Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr! LG
Kapitel 2 - Toms Sicht:
Es war schon weit nach Mitternacht als ich die Haustür von Bill und meiner Villa aufschloss. Alles, was mich empfang, war die Stille und wieder dieses beklemmende Gefühl, dass ich hier nicht mehr hingehöre. Ungeliebt. Ungewollt. Nur war ich ja selbst Schuld an dieser Situation. Statt mein Versprechen über Jahre zu halten, hat es nicht mal ein Jahr gedauert bis ich wieder anfing Pläne zu schmieden, um dann mein Label nach L.A. zu verlegen. Ich hatte zwar noch die Zweigstelle in Hamburg, aber trotzdem war ich wieder der Boss. Der Kopf des Ganzen.
So hatte ich es nicht geplant, doch ich kann und will nun einmal nicht ohne Mode leben. Es macht mich verrückt so viele Ideen zu haben und sie einfach nur aufzumalen und sie nicht zu verwenden. Ich konnte dem Drang nicht widerstehen.
Allerdings hat Bill bei dieser Misere sehr wohl geholfen. Als Model auf meine Bitte eingesprungen und dann ein Jet-Set-Life gestartet. Das hatte ich so nicht geplant. Ich hatte bis zu dem Punkt alles unter Kontrolle, konnte mich noch hin und wieder bremsen, doch nun bin ich machtlos, denn er ist meist noch weniger zu Hause als ich. Wir sehen uns kaum noch. Es tut weh, doch ich glaubte mehr und mehr, dass Bill diese Art Ehe, wie wir sie führen, schon längst akzeptiert und weiter bestehen lassen will. Eine Änderung ist nicht in Sicht und das tat weh.
Ich habe Angst, dass er ganz verschwindet und mit ihm unsere Kinder. Schließlich habe ich keinerlei Rechte. Zu mindestens nicht so starke wie Bill, da ich nur als Adoptivvater eingetragen wurde. Anders ging es ja leider nicht. Behörden stellten sich eben an.
Ich ging die Treppe hinauf und weiter in unser Schlafzimmer. Warum ich diese Nacht nach Hause gekommen war, wusste ich nicht so genau. Klar, da war die Sehnsucht nach Bill, doch war mir bewusst, dass die Chance, dass er da war, sehr gering war. Ja, gar nichtig klein war.
Als ich die Zimmertür öffnete, sah ich wie im Reflex direkt aufs Bett und mein Herz setzte einen Schlag aus, als ich Bills zarten, femininen Körper zusammengerollt in unserem Bett liegen sah. Damit hatte ich nicht gerechnet und umso mehr haute es mich um. Wie lang hatten wir schon nicht mehr zusammen nebeneinander geschlafen? Eine Woche, zwei? Ich wusste es nicht mehr so genau.
Leise schloss ich die Tür hinter mir und trat weiter ins Zimmer ein. Ich konnte nicht anders, als Bill an zu schauen. Ich vermisste ihn und unsere Vergangenheit so, doch ich musste endlich anfangen zu akzeptieren, dass alles verloren war. Unsere Ehe gab es eben nur noch auf dem Papier und unser gemeinsames Imperium hielt uns beisammen. Das Parfüm, die Schmuckkollektion, unsere gemeinsamen Werbedeals.
Zudem würde diese Schlammschacht namens Scheidung ziemlich in der Öffentlichkeit breit getreten, daher mimten wir das glückliche, liebevolle Pärchen, wenn wir gemeinsam irgendwo auftreten mussten. Hier ein verliebter Blick, da ein Küsschen und dort ein glückliches Lächeln. Aber genau diese Auftritte taten weh. Sie waren wie ein Dolch, der mir in die Brust gerammt wird und bei jedem Mal tiefer in mich eindringt. Jedes Mal den Tränen nah, doch ich bin ein Mann und bleibe stark. Ob es Bill auch wehtat, dass wir etwas vorspielen müssten, das schon längst nicht mehr da war, wusste ich nicht.
Liebte er mich überhaupt noch ein kleines Bisschen? Eine Frage, mit der ich überfordert war und deren Antwort ich wohl nie wieder erfahren würde. War Bill so ehrlich und würde es zugeben, wenn er mich nicht mehr wollte? Hatte er wohl schon einen Neuen? Eine Affäre? Einen Liebhaber?
Ich löste meinen Blick von Bill und ging ins neben anliegende Bad, um mich zu waschen, auszuziehen und mir die Zähne zu putzen. Als ich in den Spiegel sah, hatte ich das Gefühl jemanden Fremdes zu sehen. Ich hatte dunkle Schatten unter den Augen und mein Gesicht wirkte sehr traurig und doch merkte keines der Klatschblättchen, dass ich gar nicht glücklich war. Oft genug hatte ich diese Blättchen durchgeblättert mit der Angst, dass sie es wissen und sie aussprechen, was ich nicht laut sagen mag: Bill und ich haben eine Ehekrise und ich weiß nicht, ob wir zusammen gewinnen. Kann es hier überhaupt einen Gewinner und einen Verlierer geben?
Wenn es so war, dann verlor ich freiwillig, denn ich wollte nicht, dass Bill Schmerzen und Leid spürte. Ich wollte ihn, ich habe ihn bei mir und doch konnte ich ihn nicht halten. Es schien als wäre das Wir aus unserem ehelichen Wortschatz gestrichen worden. Aber ich traute mich auch nicht Bill offen zu zeigen, was ich fühlte, was ich dachte und was diese Distanz zwischen uns mit mir machte. Vielleicht ist aber auch genau diese fehlende Kommunikation zwischen ihm und mir das Problem. Es könnte sein, dass er genauso denkt, aber diesen Gedanken verwarf ich sofort. Ich machte mir doch etwas vor. Bill war jemand, der immer über seine Probleme sprach und bisher hatte er nichts gesagt. Für ihn war die Situation also mehr als okay.
Ich verließ das Badezimmer, ging zum begehbaren Kleiderschrank und holte mir eine frische Boxershorts heraus, die ich anzog. Dann brachte ich noch schnell die getragene in den Wäschekorb im Bad und stieg langsam in das Bett, dass ich mir mit Bill teilte. Ich schaltete das Licht aus und starrte im Dunklen auf Bills Konturen, die durch das Mondlicht, dass durch die Jalousie fiel, leicht erleuchtet wurden und es packte mich der Drang Bill zu berühren, ihn fest in meinen Arm zu nehmen und nie wieder los zu lassen, doch alles was ich tat, war, dass ich mich umdrehte, sodass ich ihn nicht mehr sehen konnte und eine einsame, kleine Träne verließ mein Auge, um in dem Kissenbezug zu versinken.
Am nächsten Morgen war Bill schon nicht mehr im Bett als ich wach wurde. Es war kurz nach acht. Die Kinder waren also schon mit Sofie, unserem Au-Pair, auf dem Weg zur Schule. Wie gerädert und durch den Fleischwolf gedreht fühlte ich mich, doch trotzdem stand ich mit der Hoffnung, dass Bill noch da war, auf.
Ohne einmal im Bad vorbei zu schauen, ging ich hinunter in die Küche. Als ich Bill am Tisch sitzen sah, mit seiner Morgenzeitung, war ich ein wenig erleichtert. Ein gemeinsames Frühstück war besser als wieder keinen einzigen Augenblick zusammen zu haben. Auch wenn wir nicht miteinander sprachen, war es mir lieber ihn über den Zeitungsrand hinweg zu beobachten.
„Morgen“, sagte ich, um auf mich aufmerksam zu machen und dann in den Kühlschrank zu gucken.
„Morgen“, grüßte Bill hinter seiner Zeitung zurück.
Ich ließ mich mit einem Jogurt am Tisch gegenüber von Bill sinken und schenkte mir etwas Kaffee in eine Tasse ein. Bill blickte nicht einmal über seine Zeitung. Er schien in einen der Artikel vertieft zu sein. Ich zog den Deckel vom Jogurt ab und stellte fest, dass ich einen Löffel vergessen hatte. Also stand ich noch mal auf, um einen zu holen.
„War ja ganz schon spät gestern, als du kamst“, stellte nun Bill nüchtern fest.
„Ja, ich hatte noch ein paar konkrete Ideen für die Sommerkollektion und die wollte ich lieber sofort festhalten“, rechtfertigte ich mich.
Ich hatte das Gefühl, dass Bill mir einen Vorwurf machte und ich konnte es ihm nicht einmal richtig übel nehmen. Er hatte immerhin für mich Deutschland, seine Familie und seine besten Freunde verlassen. Er hatte alles und jeden für mich verlassen, weil er mich geliebt hatte und nun sah er mich weniger als jemals zu vor. Ich wollte es ändern, doch wieder musste ich daran denken, dass er auch einen vollen Terminkalender hatte und vielleicht gar keine richtige Beziehung mehr zu mir haben wollte.
Ich ließ mich wieder am Tisch sinken und begann meinen Jogurt zu löffeln.
„Und was machst du heute?“, fragte ich Bill, der immer noch hinter seiner Zeitung versteckt war, die wie eine Schutzmauer für ihn zu dienen schien.
Wovor hatte er Angst? Wovor versteckte er sich? War dies das schlechte Gewissen, weil er jemand anderes hatte? Konnte er mich nicht mehr ansehen?
Ich versuchte das stechende Gefühl in meinem Bauch zu ignorieren, doch trotzdem konnte ich nicht mehr weiter essen. Ich stellte den Jogurt beiseite und rührte in meinem Kaffee herum, um mich irgendwie zu beschäftigen und mich am Löffel festzuhalten.
„Sofie sagte vorhin, dass es Adrian nicht sonderlich gut geht seit einigen Tagen. Er sagt, er bekäme schlecht Luft und Husten habe er auch dauernd ziemlich doll, sagte Sofie. Daher werde ich heute Nachmittag mit ihm zum Arzt gehen. Mit Sofie will er nicht, warum auch immer“, erklärte Bill und hatte das erste Mal an diesem Morgen die Zeitung etwas tiefer gehalten, sodass ich sein Gesicht sehen konnte.
Er sah nicht viel besser aus als ich. Tiefe, dunkle Augenränder, müde Gesichtszüge und kein Schimmer von Glück. Er schien sich Sorgen zu machen um Adrian. Ich konnte es schon verstehen. Ich fand es auch nicht behaglich, dass es ihm nicht gut zu gehen scheint.
„Soll ich mitkommen?“, fragte ich ihn deshalb.
„Nein, das kriegen wir schon hin. Du hast doch auch Termine“, winkte Bill ab.
„Die kann man verschieben. Adrian geht vor“, antwortete ich und nahm dann einen Schluck von dem Kaffee, den ich ziemlich kalt gerührt hatte.
„Ach das wird nur eine Erkältung sein. Wenn einer von uns beiden seine Termine absagt, sollte das schon reichen. Ich kann dich ja anrufen, wenn ich weiteres weiß“, schlug Bill nun vor.
Wieso wollte er mich nicht dabei haben? Seine Argumente waren, meiner Meinung nach, nur eine Ausrede, damit ich nicht dabei war. Allerdings war Adrian auch mein Kind und ich hatte doch genauso ein Recht ihn zum Arzt zu begleiten wie Bill es hatte. Jedoch wollte ich nicht einen Streit beginnen und daher gab ich mich mit dem Anruf zufrieden. Bill wird schon seine Gründe haben, warum er mit Adrian allein los wollte.
„Bist du heute Abend zu Hause?“, fragte mich Bill unterdessen und ich kam nicht umhin ihn fragend zu mustern.
Bill hatte schon lange nicht mehr gefragt, wann ich kam und ob ich überhaupt kam. Wollte er sich heute Abend von mir trennen? Wollte er endlich den Schlussstrich ziehen, für den ich keinen Mut aufbringen konnte, weil ich ihn immer noch vom ganzen Herzen liebte, obwohl ich mich dafür hasste, dass ich ihn so oft allein ließ und kaum Zeit für ihn hatte?
Bill blickte mich fragend an, aber seine Miene verzog sich immer mehr zu einem sorgenvollen Blick.
„Ach geht mich nichts an“, sagte er nun und ich war völlig perplex.
Wieso sollte ihn das nichts angehen? Wieso ratterten meine Gedanken nur so und ließen kaum Platz für eine Regung meinerseits. Weshalb habe ich nicht einfach geantwortet?
„Doch! Ich bin, wenn alles gut geht, gegen 20 Uhr zu Hause“, antwortete ich nun schnell.
Er nickte nur und wand sich dann wieder seiner Zeitung zu.
„Hast du Lust heute bei mir im Atelier vorbei zu schauen?“, fragte ich ihn hoffnungsvoll.
„Wieso?“, fragte er überrascht wirkend und blickte mich nun verwundert an.
Unsere Augen trafen sich für einen kurzen Augenblick, doch dann wand Bill seinen Blick wieder ab. Selbst so kleine Nichtigkeiten wie ein kurzer Augenkontakt war schon zu viel bei uns oder wie sollte ich das hier nun werten?
„Ich dachte, wir könnten mal wieder einen Kaffee zusammen trinken oder einfach mal beisammen sitzen“, antwortete ich ehrlich und beherrschte mich gerade noch, sodass ich nicht noch hinzufügte, dass er mir fehlt und ich ihn mehr vermisse als alles andere in meinem ganzen Leben.
Ich wollte ihn nämlich nicht mit so einer Aussage zu etwas zwingen, was er gar nicht wollte und das würde vermutlich passieren, wenn ich ihm sagte, wie sehr ich mich nach ihm sehnte. Nach seinen Lippen, seinen Berührungen, seinem Körper und nach seiner Persönlichkeit. Ich vermisste diesen Menschen, der immer da war und der mich genauso geliebt hat, wie ich ihn liebe und nun ist diese Wärme zwischen uns schon so lange fort, dass ich mich kaum noch an dieses Gefühl erinnern kann.
„Ich weiß nicht, wie lang das beim Arzt dauert, weil wir keinen richtigen Termin haben. Habe da ja erst vorhin kurzfristig angerufen und die wollen uns irgendwie dazwischen schieben“, antwortete Bill und ein eiskalter Stein schien in mein Magen gefallen zu sein.
Es klang wie eine Ausrede und doch wusste ich, dass es nicht so gemeint war. Zu mindestens das kleine Fünkchen namens Hoffnung ging davon aus, dass es der Wahrheit entsprach.
Plötzlich legte Bill seine Zeitung beiseite und stand auf. Fragend blickte ich ihn an, doch er sagte nichts, sondern verschwand einfach aus der Küche und so saß ich alleine da, bis Bill eine halbe Stunde später angezogen und ein wenig gestylt wieder kam. Er sah unwerfend gut aus und ich wollte es ihm am liebsten sagen, doch ich traute mich nicht recht.
„Ich muss noch schnell zu einem Termin“, erklärte er und ergriff seine Handtasche.
„Ich ruf dich später an und wegen deiner Einladung…“, fuhr Bill fort und ich hielt die Luft an, um auch kein Wort der Absage zu verpassen.
„… wenn es nicht zu spät wird, nimm ich die gern an“, antwortete Bill und ich hatte das Gefühl mich verhört zu haben.
Ich blickte ihn überrascht an und ein kleines Lächeln war kurz auf Bills Gesicht zu sehen. So kurz, dass ich mir nicht sicher war, ob es eine Einbildung oder die Realität war.
„Okay“, brachte ich irgendwie hervor.
„Bis dann“, verabschiedete sich Bill und verließ dann die Küche.
Unser Butler Markus kam in die Küche, um den Tisch abzuräumen.
„Sind Sie fertig?“, fragte er mich und ich nickte noch ganz aus der Spur von Bills Abgang mit dem kurzen, vielleicht sogar eingebildetem Lächeln.
Mein Herz schlug mich fast k.o., doch ich hatte das Gefühl ein wenig glücklich zu sein.
„Markus, kneifen Sie mich mal kurz“, bat ich unseren Butler, der mich fragend anblickt.
„Aber wieso?“, fragte er mit einem kritischen Blick.
„Weil ich glaube, dass ich schlafe. Also tun sie es“, drängte ich ihn.
Er kniff mich vorsichtig und da es leicht wehtat, wusste ich, dass ich wach bin.
„Okay, doch kein Traum. Räumen Sie ab“, sagte ich und verschwand, mit einem fragenden Blick von Markus, aus der Küche.
Der Tag konnte richtig schön werden, auch wenn ich ein wenig Angst hatte, dass Bill dieses kleine Hochgefühl durch eine Absage zerstören konnte, doch diesen Gedanken verschob ich, da ich einfach nur diesen kleinen Moment des Glücks ganz allein für mich behalten wollte.
Singend ging ich die Treppen hinauf zum Schlafzimmer, um mich für die Arbeit fertig zu machen.
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