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von Anne S-Listing    erstellt: 26.12.2009    letztes Update: 18.10.2010    Geschichte, Romanze / P18    (fertiggestellt)
Cindy und ich beschlossen noch den Rest der Woche in Magdeburg zu bleiben. Ich rief kurz meinen Chef an und klärte das ab. Da ich in einem kleinen Betrieb arbeitet, war das gar kein Problem für mich, mir noch ein paar Tage länger frei zu geben. Bei Cindy hat auch die Urlaubsverlängerung keine Probleme bereitet.

Cindy rief Hagen an und berichtete ihm, das wir noch bis zum nächsten Wochenende bleiben würden. Ich glaube das Cindy mehr von Hagen wollte, als nur mal so nen One-Night-Stand. Jedenfalls kam es mir so vor und ich denke ich werde recht damit behalten. Die haben sich super gut verstanden und ich kenne Cindy ja auch schon einige Jahre um über solche Gefühle ihrerseits Bescheid zu Wissen. Sie benahm sich auch anders als wenn es nur ein normaler Flirt gewesen wär.

„Sag mal, dich scheint es ja ganz schön erwischt zu haben“ grinste ich sie an „hhm“ bekam ich nur zur Antwort. Cindy war am träumen, hihi. „Cindy, meine Mandeln sind schlecht“ grinste ich weiter „hhm“ wider nicht mehr und Cindy lächelte selig. „Cindy, jetzt wach mal auf aus deinem Traum“ ich rüttelte sie leicht an der Schulter“ sie schreckte auf und sah mich fragend an „haste was gesagt?“
„ja, hab ich! Aber du hast geträumt“ ich lachte „Hagen scheint dich ja ganz schon in seinen Bann gezogen zu haben. Das hübsche Kerlchen!“ lächelte ich sie an. „Boah, Anne, erzähl nicht son scheiß. Ist doch gar nicht wahr“ sie wurde leicht rot um die Nase und ich musste einfach anfangen zu lachen. „Sorry“ lachte ich „du solltest dich mal sehen“ und immer noch musste ich lachen. „Du meinst es sei nicht wahr?“ grinste ich „dann schau mal in den Spiegel. Du bist ja total in Hagen vernarrt“ stellte ich bestimmend mit ernster Stimme fest. „Der Kleine ist dir weiß Gott nicht egal! Das sieht doch ein Blinder. Und du ihm auch nicht. Jedenfalls denk ich mir das. Aber IHN kenn ich ja nicht so gut wie dich. Aber DIR ist ER nicht egal“ redete ich weiter auf sie ein. Cindy wurde verlegen „ja, kann schon sein. Als wir gestern nen Blues getanzt haben, hab ich richtig Bauchschmerzen bekommen“ ich lächelte sie an „siehste“ Cindy nickte mir bejahend zu. „Aber das bleibt unter uns. Das wird doch eh nichts! Und vor allen Dingen hab ich keine Lust auf eine Wochenendbeziehung. Da bin ich nicht der Typ für“ teilte sie mir mit. Ich nickte „aber wenn es doch funktioniert? Du hast es doch noch gar nicht ausprobiert. Und so weit ist es ja nun auch nicht“ versuchte ich ihr begreiflich zu machen. Obwohl ich wahrscheinlich genau das gleiche gesagt hätte. Ich bin auch kein Frau für ein Fernbeziehung. Aber Magdeburg war ja nun wirklich nicht sooo weit von Braunschweig entfernt. Da konnte man doch später sicher das eine oder andere Regeln.

Die Tage hier in Magdeburg waren wirklich lustig. Hagen betätigte sich als Stadtführer und zeigte uns alles sehenswerte, was Magdeburg vor zu weisen hatte. Auch im Allee-Center wurde natürlich halt gemacht. Wobei es bei halten selbstverständlich nicht geblieben ist. Das Center war echt riesig … vergleichbar mit unseren Schloss-Arkaden, naja, vielleicht ein bisschen größer aber als Vergleich kann man das schon mal so sehen.

Hagen bemühte sich sehr um Cindy. Die Beiden waren echt nur noch am flirten, wenn sie sich sahen. Ich kam mir dann manchmal wirklich überflüssig vor, als ob ich gar nicht dabei wäre. Das konnte auch schon ganz schön nerven.

In den nächsten zwei Tagen waren wir fast den ganzen Tag im Allee-Center. Wir konnten gar nicht genug davon bekommen.

Hagen brachte noch einen Freund mit, der sich dann um mich kümmern sollte, wenn die beiden Turteltauben mal wieder zu viel turtelten. Ihn kannten wir schon aus dem Club. Da war er auch mit bei und ich muss sagen der gefiel mir persönlich auch noch am besten von den jungen Hüpfern.

Er hieß Georg und war gut gebaut. Man sah ihm an, das er auch öfter im Fitness-Studio seine Freizeit verbrachte. Nett war er außerdem und sehr, sehr zuvorkommend, was mir natürlich auch gleich mal wieder sehr imponierte. Die waren gar nicht so schlecht erzogen, die Ossi-Jungs grinste ich dann immer in mich hinein, wenn mal wieder so eine Situation entstanden war, in dem man doch den Unterschied zu unseren Jungs aus dem Westen sah. Obwohl Georg und Hagen in einer Zeit groß geworden sind, wo die Grenze ja schon längst offen war. Die Beiden kennen ja nur ein Deutschland. Sind halt doch um einiges jünger als Cindy und ich, die ja die Grenzöffnung mehr oder weniger miterlebt hatten.

Georg hatte lange braune Haare. Hab ich euch schon gesagt, das ich Männer mit langen gepflegten Haaren liebe? Ich denke schon. Also, Georg hatte also lange Haare und jetzt bei Tageslicht sah man auch seine wunderschönen grau-grünen Augen. Der Kerl hatte eindeutig was an sich, was auch mein kleines Herzchen ein bisschen höher schlagen ließ, wenn ich ihn so ansah.

Wir kamen ins Gespräch und ich erfuhr, das er Musiker war und in einer Band spielte. Gut, ich hörte gern Musik. Aber bekannt schien die Band wohl nicht zu sein, dachte ich mir. Sonst würd ich ihn ja eventuell schon mal im Fernsehen gesehen haben. Er erzählte mir das er den Bass spielte und er wirklich glücklich war mit seinen Kumpels Musik machen zu dürfen. Ich nickte zustimmend. Er hatte noch zu seinem Aussehen eine sexy Stimme. Tief, aber sexy irgendwie. Jedenfalls hörte ich ihm gern zu, wenn er sprach.

„Wenn du Lust hast, kannst du ja mal mit auf ein Konzert kommen“ meinte Georg zu mir „dann lernste auch den Rest meiner Freunde kennen.“ Ich sah ihn fragend an „Wie Konzert?“ Georg grinste frech „also ein Konzert ist eine Veranstaltung, in der eine Band spielt und die Fans sich freuen“ dabei grinste er frech und  knuffte mich in die Seite „ach nee! Ehrlich? Das hätt ich jetzt wirklich nicht gedacht.“ Lächelte ich zurück „ist das heute noch?“ Georg grinste wieder „nö, aber im nächsten halben Jahr, wird’s wohl los gehen. Wir sind da noch in der Planung“ in nickte zustimmend. „Auch gut, haben Cindy und ich wieder einen Grund nach Magdeburg zu kommen“ lachte ich Georg an. Er zock fragend eine Augenbraue in die Höhe „ähm“ kam aus seinem Mund „wir spielen nicht in Magdeburg. Ich glaube als nächstes spielen wir in Hannover.“ er überlegte kurz „ja, ich glaub unsere Tour fängt wahrscheinlich in Hannover an“ meinte er „aber ist auch kein Problem. Hagen kann euch ja in Braunschweig abholen und mit zur Halle bringen“ ich nickte nur. Das mit der Tour und der Halle hatte ich nicht ganz mit bekommen, da ich irgendwie in Gedanken verfallen war um welchen Club es sich wohl in Hannover handeln könnte, in dem er mit seiner Band spielte.

Ich grübelt so vor mich her und bekam nicht wirklich mit, wie Cindy und Hagen am knutschen waren und Georg mich von oben bis unten anschaute. Zu sehr war ich in Gedanken versunken.
„Anne?“ wurde ich dann irgendwann von Georg angesprochen „ähm“ ich wurde leicht rot, weil er mich auch noch anstubste „sorry, war grad in Gedanken.“ „Jaaa, das hat man gemerkt“ grinste Georg weiter. „Cindy und Hagen wollten kurz noch mal in den einen Schuhladen“ „oh, nein, der arme Kerl“ grinste ich Georg an „wenn Cindy in einen Schuhladen geht, heißt das Stunden lang Schuhe anprobieren“ lachte ich. Georg lachte zurück „und was machen wir zwei Hübschen dann jetzt noch?“ fragte ich Georg und war mir nicht ganz wohl bei der Frage. Nicht das er sich was dabei denkt. Ich hatte schon irgend wie mitbekommen, das er wohl an mir interessiert war. Aber ich wollte nicht so darauf eingehen. Auch hatte mir Cindy vorgestern noch zu verstehen gegeben hat, das Hagen ihr erzählt hätte, das Georg sich vorstellen könnte mehr aus dieser Bekanntschaft zu ziehen. „Wenn du aber was anderes vor hast, ist das auch ok“ warf ich schnell noch hinterher. Georg fing an rum zu drucksen „naja, eigentlich hab ich noch Bandprobe“ nuschelte er in seinen nicht vorhandenen Bart „kann ich aber absagen, wenn du möchtest, kannst aber auch gerne mit kommen“ lächelte er mich schüchtern an „nee“ ich schüttelte den Kopf „geh ruhig. Ich kann mich auch noch mal schön dem Wellness-Bereich unseres Hotels widmen. Mach du dir mal keine Umstände“ lächelte ich ihn an und war insgeheim schon ganz froh, nicht weiter mit ihm zusammen sein zu müssen. Obwohl es doch ganz interessant gewesen wäre mal auf so einer Bandprobe dabei zu sein.

Mir war grad echt komisch geworden, Georg schaute mich so eigenartig an. Sein Blick war irgendwie voller Hoffnung, aber auch voller Zweifel. Und als ich dann auch noch verneinte glaubte ich in seinem Blick doch ein wenig Trauer gesehen zu haben. Ich musste aber aus dieser Situation einfach raus. Weg von Georg um meine aufkommenden Gefühle und auch Gedanken zu sortieren. Ich wollte ihm ja nicht wirklich weh tun. Aber ich war mir gerade ziemlich unsicher, was Georg anging.

„Darf ich dich wenigstens noch ins Hotel fahren? Das liegt doch glaub ich auf dem Weg?“ fragte er mich fest und ich merkte, dass es ihm auch nicht gerade leicht viel, seine Stimme ein klein wenig wackelte. Ich nickte ihm zustimmend zu und stand von meinem Stuhl auf. Holte mein Handy aus der Tasche und schrieb Cindy eine SMS, das ich wieder ins Hotel zurück fahr.

Ich wollte das Handy grad wieder weg stecken, als Georg es mir aus der Hand nahm „darf ich mal eben?“ fragte er mich „ja klar“. Er tippte irgendwas in mein Handy und gab es mir dann wieder. „Wenn du mal Langeweile haben solltest, kannste dich bei mir melden“ lächelte er mich an. Ich schaute ihn verwundert an und sah dann, das er mir seine Handynummer in mein Handy gespeichert hatte. Ich war total verlegen „ähm, ja, mach ich dann mal“ und schaute immer noch verlegen auf mein Handy.

Georg fuhr mich also noch zum Hotel und als ich aussteigen wollte, hielt er mich noch kurz zurück. „Ich würd mich freuen, wenn du dich mal melden würdest. Einfach nur so! OK?“ fragte er noch. Ich nickte „ja, kann ich machen“ flüstert ich und stieg aus.
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