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von byaLady    erstellt: 26.12.2009    letztes Update: 02.08.2010    Geschichte, Drama / P18 Slash    (abgebrochen)
so.. da ist das zweite pitel :)

ehm.. vllt ein bisschen mehr als 1 kommi dieses mal- würde mich freuen :D

PS: bin vom 30. bis zum 3.1. nicht da und weiß nicht ob ich internet habe- werde aber weiter schreiben.

viel spaß

MusicSoul
_____________________

Pokerface II: Ich habe.. Angst

[Tom]

Irgendwie verloren stehe ich hier im Flur und starre auf Bills Rücken. Ich will das nicht. Ich will nicht zu meiner.. meiner Mutter. Sie will mich doch sowieso nicht mehr sehen. Sie hat mich ja weggeschickt und.. und sie will mich sicherlich nicht wieder sehen. Und ich will da auch gar nicht hin. Nie wieder wollte ich in dieses beschissene Viertel und jetzt.. jetzt kommt Bill daher und zieht mich grinsend mit. Ich.. wie kann er das tun? Wie kann er dabei grinsen und Späße machen und sich noch so sicher im Recht fühlen? Das.. ich wusste doch das.. ich.. ich hätte das nicht alles erzählen dürfen. Jetzt denkt er das er mir helfen muss aber das will ich doch gar nicht. Ich will da jetzt nicht hin, ich will es einfach nicht.

Aber.. aber ihm sagen kann ich das jetzt auch nicht. Wenn ich Bill jetzt sage das ich da nicht hin möchte, dann.. also, wenn ich es ihm nochmal sage.. dann.. er.. er wird denken ich habe Angst. Ich habe ja auch.. Angst, aber.. er soll das nicht wissen. Ich hab mich doch so sehr geöffnet und dabei will ich es doch gar nicht. Er weiß schon so unglaublich viel über mich das es mir richtig unheimlich ist und ich mich total unwohl in seiner Nähe fühle. Ich habe das Gefühl als ob er mich durchschaut. Mich ansieht und sofort weiß was ich denke und fühle. Und das ist wirklich das abscheulichste Gefühl das ich kenne. Als ob ich nicht ein bisschen Privatsphäre mehr habe..

Aber was soll ich denn jetzt machen? Ich kann doch weder hingehen noch hier bleiben.. was.. was soll ich denn jetzt machen? Ach scheiße..

„Tom? Ey, Erde an Tom.“ Ganz plötzlich wedelt eine Hand vor meinem Gesicht und zwei braune Augen sehen mich an. „W.. was?“, bringe ich stammelnd raus und sehe Bill einen Moment verwirrt an. „Ja.. ja, ich komm ja schon.“, schiebe ich dann noch hinterher und dränge mich grob an ihm vorbei. Mit lauten und schnellen Schritten polter ich das Treppenhau herunter, reiße die Eingangstüre auf und trete raus auf den betonierten Boden vor dem Wohnhaus. Frische Luft. Einatmen. Ausatmen.

Beinahe ängstlich fährt mein Blick von rechts nach links und von links nach rechts zurück. Mein Auto streife ich nur einen Moment ehe ich den Blick wieder auf die großen Steinchen unter meinen Füßen senke. Scheiße. Ausweglos.

Sanft legt sich auf einmal Bills Hand auf meine Schulter und er tritt neben mich. „Tom?“, fragt er leise woraufhin ich unsicher den Kopf hebe. „Was liegt dir auf der Zunge, hm? Du siehst aus als wolltest du was los werden.. auch vom Herzen aus.“, spricht Bill leise weiter und nickt mir aufmunternd zu. Er weiß überhaupt nicht wie unglaublich schwer mir das gerade fällt. Es reicht doch schon das ich meine Gefühle vor mir zugeben muss. Jetzt soll ich sie ihm auch noch mitteilen? Damit er noch mehr von mir weiß und noch mehr einfach auf mich einreden kann? Damit er mir noch mehr erzählen kann was ich gerade fühle und denke und wie es besser wird?

Nervös kaue ich auf meiner Unterlippe, zupfe regelrecht an dieser herum. Es fällt mir so unfassbar schwer, diese Worte über die Lippen zu bringen. Zögernd öffne ich die Lippen einen Spalt breit, sehe Bill krampfhaft nicht an sondern starre weiterhin auf die kleinen Steinchen im Beton unter meinen Fußsohlen, die plötzlich so extrem interessant geworden sind, und kann mich kaum überwinden zu antworten. Doch irgendwie bekomme ich es tatsächlich hin. „Ich.. ich.. ich habe.. habe.. Angst..“, hauche ich leise und nervös und beginne augenblicklich mit meinem Lippenpiercing zu spielen.

Sofort spüre ich Bills Hand, die mir sanft über die Schulter streichelt. „Oh Tom. Das ist doch völlig normal und verständlich. Wirklich. Ich weiß das du Angst hast und ich verstehe es auch. Aber ich bin dabei, okay? Wir gehen da jetzt zusammen mal hin und.. das wird schon.“, antwortet Bill ehe er einen Moment schweigt und meinen Kopf zu sich hoch drückt. „Sieh mich mal an, Tom. Du willst doch deine Mutter auch wieder sehen, oder? Ich glaube nicht das sie dir egal ist. Weil sie deine Mutter ist. So viel weiß ich einfach. Und wie du die letzten Jahre deiner Vergangenheit erzählt hast sagt das für mich auch das du sie wieder sehen willst. Und deswegen gehen wir jetzt, okay? Tom, einmal musst du den ersten Schritt machen.“

Durchdringend sieht Bill mich nach seinen letzten Worten an, doch kann seinem Blick nicht stand halten. Somit drängel ich mich wieder mal einfach an ihm vorbei und sitze wenige Augenblicke später in meinem Auto. Stecke den Schlüssel ins Zündloch, lege die Hände um das Lenkrad und starre vor mich. Hole tief Luft. Es ist nur eine Fahrt. Nur zu einem Wohnblock. Ich klingel und sage 'hallo'. Mehr nicht. Ist nichts wichtiges.

Ohne es zu merken setze ich mein altes Pokerface wieder auf und starre völlig ausdruckslos nach vorne während ich auf das Gaspedal drücke und los fahre. Die Straße weiter. Abbiegen.. und immer weiter. Ich schweige während der gesamten Fahrt. Spreche kein Wort und bin noch immer völlig ausdruckslos und gleichgültig. Eine glatte Oberfläche. Innerlich wie äußerlich kein Gefühl. Bis wir da sind.

Abrupt trete ich auf die Bremse und mit einem Ruck hält der Wagen an. Fest krallen sich meine Finger um das Lenkrad sodass bereits die Knöchel weiß hervor trete. Weder Bills Worte noch Berührungen nehme ich war bis ich plötzlich ruckartig aussteige, die Autotüre hinter mir zuschlage und zwei, drei Schritte vom Auto weg trete. Es sieht noch aus wie früher. Es hat sich kaum etwas verändert.. die gleichen Graffities. Aber ich bin ja auch gerade.. ein Jahr weg. Eineinhalb. Nicht viel länger. Die gleichen Mülltonnen. Der gleiche heruntergekommene Spielplatz. Die gleiche Schaukel. Tischtennisplatte. Kleine kaputte Mauer. Die gleichen grauen und kaputten Hauswände von denen der Putz abbrökelt.

Mit zu Fäusten geballten Händen laufe ich weiter. Ich achte gar nicht mehr auf Bill und bin auch in mir drin unglaublich kalt und ausdruckslos. Wenn ich jetzt etwas zulasse.. ich.. ich könnte nicht mal garantieren das ich nicht zusammen breche. Ich gehe weiter. Fixiere mit meinen Augen nur einen einzigen Punkt: Die Eingangstüre zum Wohnhaus meiner Mutter. Ich gehe darauf zu, wie eine Maschine. Völlig unfähig zu irgendetwas anderem. Ich stoße die Türe auf. Sie ist nicht zu- das Schloss ist kaputt. Das war es schon immer.

Ich trete ein. Gehe Stufe um Stufe nach oben, passiere alte Türe um Türe bis ich stehen bleibe. Mir die Luft weg bleibt. Ich jedem Moment zusammenbreche, wenn ich nicht wie früher bleibe. Ich.. ich habe.. Angst..
________________

PS: hoffe ihr habt die absichtliche wirkung bemerkt, wenn die 'ichs' am satzanfang, hier gegen ende des pitels, fehlen. war absichtlich und ich weiß, das es gram. nicht korrekt ist :)

guten rutsch schonmal<3

MusicSoul
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