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von Mickay    erstellt: 26.12.2009    letztes Update: 26.12.2009    Geschichte, Abenteuer / P16    (fertiggestellt)
Wenn der Schnee fällt und das Blut verwischt


Es war lange her, seit es das letzte Mal geschneit hatte, jetzt vielen die kleinen Flocken zu tausenden vom Himmel und bedeckten den kalten Boden.
Damian blickte hoch in den dunklen Himmel und die kleinen weißen Sterne landeten auf seinem Gesicht, ohne zu schmelzen, denn seine bleiche Haut war eiskalt und ihr fehlte jegliche menschliche Wärme.
Er strahlte eine Kälte aus, die nur der eisige Wind, der durch den Park strich, überbieten konnte und seine Haut schimmerte weiß in dem Licht des Mondes, der voll und rund am Himmel stand. Sein schwarzes Haar stand wir in alle Richtungen an und einzelne Strähnen fielen in sein Gesicht, so dass seine Augen im Dunkeln verborgen blieben.
Er stand da, wie eine Statue, regungslos und anmutig. Stundenlang blieb er so stehen, seine Hände in den Hosentaschen vergraben, den langen Mantel geöffnet.
Die ganze Zeit schneite es, tausende von weißen Flocken rieselten herab und blieben auf dem gefrorenen Boden liegen. Eine weiße, pulvrige Decke bedeckte die Welt und mit jedem Windstoß stoben die vielen Flocken von neuem auf
Verdammter Schnee. . .
Der durchdringende Blick seiner azurblauen Augen wurde hart und sein makelloses Gesicht verfinsterte sich, seine Muskeln spannten sich an und durch seinen Körper zuckte die Energie wie Stromstöße. Der Griff um die zarte Kette in seiner Hosentasche wurde eisern, und das zarte Metall verbog sich unter seiner rohen Kraft.
In seinem Kopf war alles still, kein Gedanke störte seine Ruhe, aber in seinem Herzen tobte ein Sturm. Ihn durfte er nie entfesseln, egal um welchen Preis, aber. . .
In der ferne läutete ein Glockenturm
Mitternacht
Etwas veränderte sich und verzerrte die Realität. Es war Zeit.
Die Laternen im Park flackerten, dann erloschen sie und eine komplette Dunkelheit legte sich über das Gebiet. Damian grinste und wandte sich vom Nachthimmel ab, sein langer Mantel flatterte, als ein Windstoß ihn erfasste und er sich umdrehte. Dort in der Dunkelheit verborgen, war etwas. Ein dunkles, brodelndes Wesen, angefüllt von Dunkelheit. Damian blickte in das Gesicht eines riesigen, pechschwarzen Wolfes, der zähnefletschend auf dem Weg stand, sein Fell stand wie nach einem Stromschlag von seinem Körper ab und sein Knurren ließ ihn am ganzen Körper beben.
„Du bist also sein neues Schoßhündchen“, spottete Damian und ging in die Hocke.
Der Wolf warf seinen mächtigen Kopf hin und her und Speichel troff von seinen Lefzen. Er ließ seinen Blick über den Körper des Tieres wandern, die bis zum zerreißen gespannten Muskeln an seinem Hals und seinen Hinterläufen und die riesigen Augen. Augen, die schon lange kein Tageslicht mehr gesehen hatten, Augen die durch grenzenloses Leid gebrochen waren. Als letztes ließ Damian seinen Blick über die Beine des Tieres gleiten. Getrocknetes Blut verklebte an manchen Stellen das pechschwarze Fell und aus frischen Wunden ran dunkelrotes Blut.
Mitleid keimte in ihm auf und er stand langsam wieder auf, ließ den mächtigen Wolf dennoch keine Sekunde aus den Augen, bereit jeden Augenblick anzugreifen. Aber das Tier bewegte sich nicht. Seine Augen sprachen zu Damian und versuchten ihm zu vermitteln, dass er nicht kämpfen wollte und ein leiser Hauch von Angst vernebelte die stumpfen Augen, als es Damians Aura spürte. Der Wolf wollte fliehen, aber sein Körper gehörte ihm nicht mehr, Flucht war unmöglich.
Normalerweise verspürte Damian auf der Jagd oder während des Tötens ein Gefühl der Freude und sein Blut begann zu kochen und der Geruch von frisch vergossenem Blut versetzte ihn in einen Rausch, bis er fast in eine wilde Raserei verfiel. Und er genoss jede einzelne Sekunde davon. Aber heute war es anders, zum ersten Mal verspürte er keine Freude.
Er ließ seine Hand in seine Manteltasche gleiten, seine Finger umfingen den Griff der Beretta und als er sie herauszog, leuchtete das blank polierte, schwarze Metall im Mondlicht. Er richtete seine Waffe auf das Tier, zielte direkt auf das Herz. Wieder knurrte der Wolf und stampfte mit einer Pfote auf. Der frisch gefallene Schnee wirbelte kurz auf.
Damian fühlte eine so große Leere in sich und das Klicken der Waffe, als er sie entsicherte, war das einzige Geräusch das die Stille durchbrach.
„Ich erlöse dich von deinem Leid“
Seine leise Stimme war wie ein Startschuss, der  Wolf stieß sich mit seiner muskelbepackten Hinterhand vom Boden ab und kam mit riesigen Sätzen auf ihn zu.
Damian wartete, zählte die vorbeieilenden Sekunden. Sein Finger betätigte den Abzug.
Der Schuss war ohrenbetäubend und alles lief wie in Zeitlupe vor ihm ab. Die Kugel war nur ein kleiner goldener Punkt vor der schwarzen Masse und drang mühelos durch das weiche Fleisch. Der Wolf zuckte kurz, blieb aber nicht stehen, flog einfach weiter auf Damian zu, das Maul weit aufgerissen und die schneeweißen Zähne gebleckt.
Eine winzige Sekunde.
Er hörte, wie die Kugel das Herz zerriss und der letzte Glanz aus den Augen verschwand. Nun flog der Körper nicht mehr aus eigener Kraft, die Muskeln erschlafften und der leblose Körper stürzte zu Boden, überschlug sich ein paar Mal und unter der Wucht des Aufpralls, brachen Knochen entzwei.
Es war wieder still geworden.
Blut tropfte dampfend heiß aus dem Einschussloch und bildete schon bald eine Lache um den verrenkten Körper. Der Duft stieg Damian in die Nase, verlockend, verführerisch, unwiderstehlich.
Er warf keinen Blick zurück, sein Auftrag war erledigt.
Was interessierte ihn, was jetzt geschah.
Sein eigenes Verderben begann an seinem Herzen zu zerren und er schaffte es nicht länger sich zu kontrollieren, der Drang war zu übermächtig. Seine Augen leuchteten rot und aus seinem Mund ragten bedrohliche Fänge.
Warum? Warum er? Warum nicht jemand anderes?
Er rannte los, seine Beine flogen über den Schnee und der kalte Wind blies in sein Gesicht. In der Ferne erklang wieder der helle Klang von Kirchenglocken.
Sein Körper vibrierte und das Feuer in seinem Inneren schwoll an.
Gedanken, wirr und doch glasklar, schwirrten durch seinen Kopf.
Was tat sein Sohn gerade? War er schon aufgestanden und zum Weihnachtsbaum gerannt? Dachte er an ihn?
Und sie? Verschwendete sie überhaupt einen Gedanken an ihn?
Der Schmerz überwältigte ihn.
Wie lange konnte er es noch durchstehen?
Die Verwandlung ergriff Besitz von seinem Körper und seinem Geist. Ein dunkles Beben zersetzte seinen Körper, riss seine Knochen und Muskeln auseinander und setzte sie zu etwas neuem, bestialischen zusammen. Lange, schlanke, muskulöse Läufe, scharfe Krallen und sein Maul mit den elfenbeinfarbenen Reißzähnen war zu einem schmerzerfüllten Heulen geöffnet. Damians menschliche Gefühle und  Empfindungen versanken tief in ihm und machten Platz für ein Denken, das keine Möglichkeiten sah; entweder töten oder getötet werden. Dem nach Blut rufenden Drang in seinem Herzen nachzugeben.
Das war das, zu was sie ihn gemacht hatte. Der Fluch, der nun sein Leben bestimmte und ihn zwang seine Feinde zu töten.
Er begann wieder zu rennen, seine Beine trabten über den lockeren Schnee und sein Atem stand in weißen Wolken vor seinem Maul.
Es war der Wolf, der wieder durch die Nacht streifte, nach Blut lechzend, in seiner Gier gefangen und eins war sicher, Weihnachten würde in Blut getaucht werden.


Wär ned wenn ihr ein Kommi dalassen würded^^
 
 
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