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von MagicSunny
erstellt: 25.12.2009
letztes Update: 31.12.2009
Geschichte, Drama / P16 Slash
(fertiggestellt)
2. Kapitel
Der Palast des Zauberers war ein imposantes Bauwerk, und das nicht nur von außen betrachtet. Im Inneren war es nicht minder beeindruckend, wie Fiyero abermals feststellte, als er durch die Flure eilte. Die Gänge, die im äußeren Bogen lagen, waren auf der einen Seite vollständig verglast, sodass einem ein wundervoller Ausblick auf die Smaragdstadt geboten wurde. Je weiter man in das Labyrinth aus Fluren, Gängen, Räumen und Treppen eindrang, desto weiter schien man sich von der Stadt und dem städtischen Leben zu entfernen. Er fragte sich, wie groß dieses Labyrinth sein mochte, aber er konnte es sich nicht vorstellen, zumal er wusste, dass die Bereiche, die er kannte, nur ein kleiner Teil dieses Komplexes waren und dieser Teil ihm schon zu groß, ja beinahe unendlich vorkam.
Sein Blick glitt zu der großen Glaswand links von ihm. Es schneite. Er mochte Schnee nicht (, denn im Vinkus verhieß er, dass es Zeit wurde das weite Grasland zu verlassen und das große Schloss zu betreten, in dem er sich so eingesperrt fühle), aber dieser vermochte ihn nicht von seinem Vorhaben abzubringen, rein gar nichts würde das schaffen! Er musste es tun! Er musste sie suchen und er würde sie finden, irgendwann!
Mit einem Ruck blieb er stehen und starrte in den dunklen, von weißen Schneeflocken durchdrungenen Himmel. Hatte er da hoch oben eine Bewegung gesehen? Er starrte hinaus, konzentrierte sich so stark er konnte, doch der Schatten, den er erblickt hatte, war verschwunden. Sah er jetzt schon Gespenster, oder war er zu langsam gewesen?
Mit einem Seufzer wandte er sich nach ein paar Augenblicken um, zurück in die Richtung aus der er gekommen war. Es war die heilige Nacht der Lurline und er verbrachte sie nicht mit seiner Verlobten!
Er konnte nicht leugnen, dass Glinda mit ihren Worten, dass Elphaba nicht gefunden werden wollte, recht hatte. Ansonsten hätte er sie bereits gefunden, sie in seine Arme genommen, sie festgehalten, sie niemals mehr losgelassen! Und er konnte nicht leugnen, dass er Glinda die Gute liebte, doch nur so wie es ein Bruder tat. Er wollte sie vor allem Bösen beschützen, alles Schlechte von ihr forthalten und nun ließ er sie alleine. In Oz‘ Namen! Es tat ihm leid, er hatte ein schlechtes Gewissen, doch er konnte sich nicht überwinden, dass Fest der Liebe mit ihr zu verbringen, wenn doch seine wahre Liebe irgendwo da draußen war und er nicht wusste, wie es ihr ging! Er musste sie finden!
Er würde die gesamte Nacht lang suchen, und am Morgen in den Palast zurückkehren, pünktlich zum Frühstück. Er würde das Geschenk, das er Glinda gekauft hatte, mitnehmen und es ihr vor all den Mitessenden überreichen. DAS würde ihr sicherlich gefallen! Sie liebte es im Rampenlicht zu stehen! Es würde sie aufmuntern. Es war ein wertvolles Geschenk und sie war diesen Kinkerlitzchen hoffnungslos verfallen.
Sie war eine Schönheit und liebenswürdig, aber sie war nicht seine Liebe und er wusste, dass sie das wusste. Sie überspielte es oft, wie bei der Bekanntmachung ihrer Verlobung vor ein paar Wochen. In der Öffentlichkeit war sie eine ganz andere Person, als sie es im privaten Leben war. Er war sich im Klaren, dass er zu wenig Zeit, in der sie ungestört waren, mit ihr verbrachte. Sie hatten sich voneinander entfernt. Er spürte jedes Mal, wie sie sich an ihm festhalten wollte, doch er ihren zarten Fingern entglitt, weil er nicht bei ihr sein konnte, nicht so, wie sie es verdienen würde. In seinem Herzen war eine andere Frau, sie hatte sich schon während des Studiums dort hineingeschlichen, doch damals hatte er dies nicht wahrhaben wollen. Nun konnte er es nicht leugnen, nicht vor sich selbst und erst recht nicht vor Glinda!
Er schüttelte den Kopf, setzte sich wieder in Bewegung und erreichte alsbald die große Treppe, die zum Eingangsportal führte. Mit gestrafften Schultern schritt er die Stufen hinab und blickte auf die zwei Soldaten, die ihn heute auf seiner Suche begleiten würden. Es waren zwei enge Freunde von ihm, sie waren treu und loyal. Sie würden sie, wenn sie sie gefunden hatten, niemals einkerkern oder töten, denn er hatte ihnen einen anderen Befehl gegeben! Dies waren genau die Männer, die er für seine Suche brauchte und er schätze sich glücklich, dass er sie gefunden hatte!
Sie begrüßten sich. „Heute in die Kälte raus, hm?“, fragte einer der beiden mit einem Grinsen auf den schmalen Lippen. „Ich würde viel lieber in ein Freudenhaus gehen und mich mit einer Dirne vergnügen. Ihr wisst ja, meine liebe Frau ist mir davongelaufen!“ Er war ein herber Kerl, aber eine gute Seele.
Der andere Soldat war noch blutjung, ein hübscher Bursche. Er zerrte an seinem schwarzen Pullover als Fiyero seinen Blick auf ihn richtete. Sie hatten auf die grüne Uniform, auf die Hellebarden und auf die großen Breitschwerter verzichtet, sie würde nur auffallen und sie verraten. Außerdem würden sie nicht im Auftrag des Zauberers unterwegs sein! Sie würden heute in keiner Weise dem großartigen Zauberer von Oz dienen!
„Ist das heute dein erstes Lurlinalien, das du nicht daheim verbringst, Buldigian?“
„Ja, Sir“, erwiderte der junge Bursche. „Aber das ist okay. Ich bin sogar ganz froh darüber, nicht bei meiner Familie zu sein. Sie beäugen meine Berufswahl sehr kritisch, meinten, ich hätte etwas weit besseres machen können als Soldat zu werden.“
„Es gibt nichts Besseres als richtig mit einem Schwert umgehen zu können!“
Fiyero lächelte den beiden zu. „Ich danke euch“, sagte er. „Nicht jeder hätte auf die Feierlichkeiten verzichtet um mir bei meiner Suche zu helfen. Ich weiß nicht, was euch dazu bewegt und eigentlich will ich das auch gar nicht wissen. Es genügt, dass ihr mir durch eure bisherigen Taten bewiesen habt, dass ihr meine Kameraden, meine Freunde seid!“
Die anderen beiden wichen seinem Blick aus. Der junge Bursche, weil er errötete und damit nicht umzugehen wusste und der herbe Kerl, weil er solch‘ Worte nicht gewohnt war und sich keine Schwäche eingestehen wollte. Beide wussten sie jedoch, was Kameradschaft und Freundschaft, Loyalität und Treue bedeutete.
„Lasst uns gehen und nicht unnötig Zeit vertrödeln“, sagte Fiyero nun. „Ich glaube, dass wir sie hier in der Smaragdstadt finden werden, auch wenn wir diese Stadt schon lange durchsuchen. Irgendwo hier in der Nähe muss sie sein, das spüre ich!“
Als sie gerade durch das Eingangsportal hinaus ins Freie treten wollten, ließ sie eine erhobene, strenge Stimme innehalten. Sie wandten sich um und erblickten Madame Akaber. die flankiert von zwei bulligen Soldaten die Treppe herunter kam. „Hauptmann!“, rief sie. Ihre kalten Augen betrachteten Fiyero, ließen in ihm das Verlangen aufkommen sich zu winden wie eine Schlange um ihrem Blick zu entkommen, doch er beherrschte sich. Jetzt war sie ihm so nah, stand direkt vor ihm, sodass er ihren Atem auf seinem Gesicht spüren konnte. Sie lächelte. „Mein lieber, lieber Hauptmann, ich glaube, Sie leben nur für ihren Beruf! Sogar am heutigen Abend wollen Sie sich auf die Suche nach der bösen Hexe des Westens machen, wo doch Ihre Verlobte Ihre vollkommene Aufmerksamkeit herbeisehnt! Sie stellen Ihre Aufgabe über Ihre Liebe! Wie ehrenvoll! Ich hoffe nur, Sie werden es der Guten zurückzahlen, dass sie so sehnsuchtsvoll auf Sie wartet!“
„Natürlich, Ma’am. Ich muss meinen Männern mit gutem Beispiel vorangehen“, erwiderte er.
„Natürlich, doch die werten Herren brauchen ihre Ruhe und sollten die Feierlichkeiten genießen.“ Sie wandte sich an die beiden Soldaten, die dicht hinter Fiyero standen. „Gehen Sie nach Hause!“ Sie sahen sich zögernd um, dann gingen sie. Sie konnten dieser Dame nicht widersprechen, sie war zu einflussreich! Dass wussten sie alle.
„Nun, mein lieber Hauptmann“, richtete sie das Wort wieder an Fiyero. Ihr Gesicht hatte einen triumphierenden Ausdruck angenommen, ein böses Lächeln verzerrte ihre Lippen. „Ich werde Ihnen zwei von meinen persönlichen Leibwachen zur Seite stellen. Sie werden sehen, diese beiden sind äußerst geeignet um eine Hexe zu suchen, sie zu finden und sie zu jagen. Sie sind sehr qualifiziert.“ Durch ihren Gesichtsausdruck war unmissverständlich, was nach der Jagd mit der Hexe geschehen würde, was sie im Sinn hatte, welche Aufgabe sie den beiden bulligen Soldaten, die jetzt abscheulich grinsten, aufgetragen hatte. „Sie sind doch damit einverstanden, dass diese beiden Herren Sie begleiten werden, nicht wahr, Hauptmann?“
Madame Akaber: Eine Frau mit vielen Gesichtern. Einst die Schulleiterin der Shiz Akademie, nun Pressereferentin des Zauberers. Sie war diejenige, in deren Händen sich die Fäden des Landes zusammenfanden. Gutherzig, oder grausam. Es kam immer auf den Standpunkt der jeweiligen Person an und wie leicht oder schwer sie zu beeinflussen war.
„Natürlich, Ma’am“, sagte Fiyero. Er konnte ihr nicht widersprechen, ansonsten würden ihm sogleich sämtliche Knochen gebrochen werden. Im Nachhinein würde es so aussehen, als hätte er einen tragischen Unfall gehabt oder er würde ganz verschwinden. Wer konnte das schon sagen!
„Gut, dann wünsche ich Ihnen allen Fröhliche Lurlinalien!“ Nun hatte ihre Stimme wieder einen mütterlichen Ton angeschlagen und mit wehendem Rock, klirrenden Hals – und Armketten schritt sie von dannen.
Zurück blieben die beiden bulligen Soldaten, die nun einen desillusionierten Fiyero in ihre Mitte nahmen. Heute Nacht würde er nicht mit Erfolg nach ihr suchen können, denn das würde ihren und unweigerlichen seinen eigenen Tod bedeuten. Wie hatte er auch denken können, dass sein eigentliches Begehren bei dieser Suche ungehindert weiterleben durfte! Es war nur eine Frage der Zeit gewesen, bis Madame Akaber seinem Unterfangen einen Riegel vorlegen würde und eben dies hatte sie soeben getan.
Am Fest der Liebe, an dem er sie unter allen Umständen hatte finden wollen, an dem er sich am stärksten nach ihr sehnte und nur die Suche nach ihr ihm half diese Zeit zu überstehen, ganz gleich ob sie erfolgreich oder erfolglos sein würde.
TBC?
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Anmerkung:
@ Fea: Danke für deinen Kommentar, er ist zeitgleich ein schönes Weihnachtsgeschenk an mich. :)
Anmerkung:
@ Fea: Danke für deinen Kommentar, er ist zeitgleich ein schönes Weihnachtsgeschenk an mich. :)
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