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von MalaikaSnape    erstellt: 24.12.2009    letztes Update: 24.08.2011    Geschichte, Romanze / P18    (pausiert)
Kapitel 2





Sie fand sich auf einem Bett wieder, aber es war nicht ihres. Sie sah sich suchend um, doch sie erkannte nichts. Der Raum war groß und ebenso das Bett. Wunderschöne, Französische Fenster gaben zu ihrer Linken den Blick auf einen weiten Garten frei, doch es dämmerte bereits und somit war nicht viel zu sehen. Hermine erhob sich vom Bett und betrachtete es, es war aus dunklem Holz gefertigt und sah sehr edel aus, darauf war blütenweiße Bettwäsche und helle Stoffe zierten das Himmelbett. Sie sah sich weiter um. Drei Türen waren zu sehen, ein großes Bücherregal, daneben eine kleine Couch und ein Sessel mit einem kleinen Tisch. Im Kamin tanzte ein Feuer und spendete Wärme. Vor den Fenstern hingen schwere, bestickte Vorhänge und auf dem Parkett lagen große Teppiche. Verteilt im Raum waren Kerzen und von der Decke hing ein Kronleuchter. Hermine hätte schmunzeln mögen, dass ihr in diesem Moment ein Licht aufging. Sie war, wo auch immer, weil Malfoy sie hier haben wollte. Sie wollte sich nicht länger umsehen, sondern nur einen Weg aus dem Haus finden und irgendwie wieder nach Hogwarts kommen, denn das Buch, was offensichtlich zu einem Portschlüssel gemacht worden war, funktionierte nicht. Sie ging zur ersten Tür und fand sich in einem kleineren Zimmer wieder, was sich als Ankleidezimmer entpuppte. Sie schloss die Tür und ging zur nächsten, sah in ein riesiges Badezimmer. Sie hätte sich das Bad gern genauer angesehen und vielleicht sogar die Badewanne, was eher ein Pool war, ausprobiert, doch sie wusste, dass besagter Malfoy mit Sicherheit in der Nähe war. Sie schloss auch diese Tür wieder und erschrak, als sie Lucius dahinter sah, denn er hatte es ausgenutzt, dass die Türen in den Raum  zu öffnen waren und hatte sich somit hinter der Badezimmertür versteckt. Er lächelte leicht, Hermine funkelte ihn wütend an, hatte dennoch Angst vor ihm, denn sie hatte nicht einmal einen Zauberstab, mit dem sie sich hätte wehren können.

„Ich will Ihnen nichts tun und es tut mir Leid, Sie auf diese Art und Weise hergebracht haben zu müssen, aber ich wollte mit Ihnen sprechen. Setzen wir uns?“, kam es ruhig von ihm und er deutete auf Couch und Sessel. Hermine sah ihn empört an.

„Ich will auf der Stelle zurück nach Hogwarts! Sie haben mich ohne mein Einverständnis hinterlistig hierher gebracht – so etwas nennt man Entführung! Und jetzt wollen Sie allen Ernstes mit mir reden?! Ich bin doch nur eine muggelgeborene Hexe! Ein… Schlammblut, wie Ihr Sohn schon so schön feststellte…“, fauchte Hermine wütend und dachte überhaupt nicht daran, sich zu setzen und sich mit ihm zu unterhalten. Er seufzte.

„Ich habe mich bereits entschuldigt. Sie hätten doch sonst erst recht nicht mit mir gesprochen. Draco ist etwas temperamentvoll und weiß sich noch nicht ganz zu zügeln. Ich bitte, ihn und sein Verhalten zu entschuldigen. Bitte, setzen Sie sich und beantworten Sie mir doch eine einfache Frage. Ich werde dafür Sorge tragen, dass Sie unbeschadet wieder nach Hogwarts kommen.“, sagte er und deutete erneut in Richtung Kamin. Hermine gab nach, denn so würde sie nicht weiterkommen und da er vor der Tür stand, durch welche sie den Raum verlassen könnte, konnte sie die Fluchtmöglichkeit vorerst knicken.

„Was wollen Sie von mir?“, fragte sie barsch und er schüttelte leicht den Kopf, denn es missfiel ihm, dass sie derartig mit ihm sprach, irgendwo  fand er es allerdings auch interessant, denn niemand sonst wagte es, so mit ihm zu sprechen, alle redeten nur in untertänigem Ton mit ihm, außer vielleicht der Dunkle Lord und Severus. Sie jedoch war ein Mädchen, welches 16 Jahre alt war. Sie würde bald 17 und somit gerade volljährig sein und sie sprach mit ihm, als sei sie älter als er und verfüge über mehr Macht.

„Warum haben Sie mich vorhin so angesehen? Sie wissen genau wer ich bin und haben mich nicht zum ersten Mal gesehen.“, fragte er schlicht und Hermine hörte ihm zu, wollte auch direkt antworten, doch dann fiel ihr auf, dass sie es gar nicht konnte. Sie fragte sich selbst, warum sie ihn so angesehen hatte – wie hatte sie ihn überhaupt angesehen?

…. Seine Augen sahen so anders aus, als das letzte Mal… sie passten so gar nicht zu seinem Bild… schienen nicht ihm zu gehören… Er sah überhaupt anders aus…

Während Hermine überlegte, beobachtete er sie genau und musterte sie dann leicht. Sie trug keine Schuhe, keinen Umhang und ihre Krawatte war gelockert. Sie hatte es sich wohl irgendwo bequem gemacht und nach dem Buch gegriffen. Er fragte sich, wie sie sich wohl gefühlt hatte, als sie hier in seinem Zimmer wieder erschien. Langsam hob sie ihren Blick und traf seinen.

„Ich… weiß es nicht genau…. Es… ist wie jetzt gerade… Ihre Augen scheinen nicht zu Ihnen zu passen, sie sehen nicht so kalt aus und Sie wirken nicht mehr so, wie das letzte Mal, als ich Sie gesehen habe… Sie sehen nicht mehr so unnahbar aus, menschlicher…. Es ist auch nicht mehr Arroganz oder Überheblichkeit… es ist mehr… Erhabenheit…“, erklärte Hermine und verlor dabei ihre Wut auf ihn und vergas auch ein Stück weit, wer er und wo sie war. Letztlich war sie in seiner Gewalt und er hatte sie in  der Hand, entschied je nach Lust und Laune über ihre Zukunft. Er spürte das und war erstaunt. Er hatte sich selbst gefragt, warum er so reagiert hatte und es war eigentlich nur eine fixe Idee, sie zu sich aufs Manor zu holen, doch es stellte sich gerade als gute Idee heraus. Als er vorhin das Haus betreten hatte, war ihm seine Frau entgegen gekommen und hatte etwas verloren – er hatte es, ganz Gentleman, aufgehoben und ihr gegeben und in diesem Moment war ihm bewusst geworden, warum er Hermine gegenüber so war. Sie interessierte ihn, irgendetwas reizte ihn an ihr, an ihrer Art. Damals war es ähnlich bei Narzissa gewesen. Er würde sich nicht in Hermine verlieben oder es gar schon getan haben, aber sie begeisterte ihn in einer Art und Weise wie ein kleiner Junge sich für eine Eisenbahn begeistern konnte. Ein wenig erstaunt über die Ehrlichkeit ihrer Worte war er dann doch und sie nicht minder, denn sie senkte ihren Kopf und spielte leicht verloren mit ihren Fingern.

„Sie haben mich gefragt und ich habe geantwortet. Bringen Sie mich jetzt bitte zurück nach Hogwarts. Ich muss zurück…“, kam es dann leise murmelnd von ihr und er hatte Mühe, sie zu verstehen, erhob sich aus dem Sessel und setzte sich zu ihr auf die Couch, ließ jedoch gebührenden Abstand zu ihr. Fragend sah er sie an.

„Sie werden zurück kommen, das habe ich versprochen. Aber weshalb müssen Sie so unbedingt zurück? Morgen ist Freitag und dann ist Wochenende.“, fragte er. Er wusste von Draco, dass Hermine sehr strebsam war und irgendwo wünschte er sich das von seinem Sohn auch. Doch er konnte nicht nachvollziehen, was so wichtig war, dass sie unbedingt nach Hogwarts wollte – wobei er sehen konnte, dass ihr seine Gesellschaft auch nicht gerade behagte.

„Wenn Sie mir keinen Schaden zufügen, dann Professor Snape, sollte ich zu spät zum Nachsitzen erscheinen.“, erklärte sie und sah in seine Augen, erschreckte sich leicht darüber, wie nah er ihr war und automatisch dachte sie an den Kuss.

„Das wird er nicht, da bin ich mir sicher, denn er wird keinen Grund dazu haben.“, wisperte er und seine Stimme verursachte bei Hermine ein leichtes Kribbeln, wodurch sich ihre Nackenhärchen aufstellten. Hermines Verstand verabschiedete sich, mit ihm jegliche Angst vor dem Mann vor sich. Erst, als sie durch sein offenes Haar strich, nahm sie es wirklich wahr und sah gebannt darauf, wie es gleich flüssiger Seide durch ihre Finger rann. Er ließ sie gewähren und sah ihr zu, sie schien regelrecht fasziniert. Dann gähnte sie und rutschte an ihn heran, kuschelte sich an ihn und schloss die Augen. Er hielt einen Moment den Atem an, musste erst einmal sortieren, was gerade alles schief gelaufen war… und das war eine Menge. Er wollte nur wissen, warum sie ihn so angesehen hatte und dann sollte sie zurück nach Hogwarts. Jetzt kuschelte sie sich an seine Seite und war auf dem besten Weg, einzuschlafen. Er hätte schreien mögen, denn es fühlte sich verdammt gut an.

… Gut… ich bringe sie gleich zurück nach Hogwarts und spreche mit Severus… er soll ihr die Erinnerungen hieran nehmen… für Gedächtniszauber hatte er schon immer ein Händchen…. Aber wie soll ich sie zurück bringen? Dumbledore hat Zauber über die Schule verhängt, die es unmöglich machen in das Schloss zu apparieren, wobei es mich wundert, dass ich diese mit einem Zauber so einfach umgehen konnte – sonst wäre sie jetzt nicht hier... warum musste sich das dumme Ding auch die Schuhe ausziehen und den Umhang ablegen… von der Appariergrenze bis in den Turm… dann hat Severus morgen seinen Spaß mit einem kranken Löwenkind…

Lucius sah auf die junge Frau, die noch immer an seiner Seite lag und mittlerweile wirklich schlief. Abwesend strich Lucius über ihre gewellten Haare und überlegte, wie er sie nun ins Schloss bekommen sollte. Ihm kam eine Idee und er hob Hermine ein Stück, ließ sie auf die Couch sinken um sich erheben zu können. Er trat an den Kamin und warf Flohpulver hinein und steckte den Kopf in die Flammen.

„Severus.“, flüsterte er und doch hörte er seine Stimme im Wohnzimmer des Dunkelhaarigen wiederhallen. Lucius wartete ungeduldig, dass Severus ihm antwortete und endlich sah er ihn. Severus kam näher an den Kamin und sah auf Lucius‘ Abbild in den Flammen.

„Was willst du, Lucius?“, fragte Severus knapp und ihm war anzumerken, dass er noch immer daran dachte, was er gesehen hatte. Jedoch Lucius wusste natürlich nichts davon und sah Severus verwundert an. Schließlich schüttelte Lucius leicht den Kopf und kam zurück zu seinem Anliegen.

„Ich brauche deine Hilfe, mein Freund. Ich brauche dein Können, was Gedächtniszauber anbelangt und einen Weg, jemanden nach Hogwarts zu bringen.“, erklärte Lucius und Severus sah ihn fragend an, hob eine Augenbraue, denn so ganz folgen konnte er ihm nicht. Lucius seufzte leicht. Er würde wohl nicht um die Wahrheit herumkommen und somit sah er einmal kurz zu Hermine, dann wieder zu seinem Freund.

„Hör zu, ich habe einen kleinen Fehler gemacht… Miss Granger ist derzeitig mein Gast und sie sollte dringend ins Schloss zurück, idealerweise soll ihre Erinnerung hieran, ein Traum sein.“, erklärte der Ältere und seine Stimme überschlug sich nahezu. Severus schüttelte den Kopf, wollte kaum glauben, was er hörte.

„Dann war der kleine Zusammenprall nicht ohne Folgen… nun ja, ich helfe dir. Dafür erklärst du mir, was das mit dem Kuss auf sich hatte.“, entgegnete Snape und Lucius nickte, zog den Kopf zurück, denn das letzte Flohpulver war verpufft und er wollte sich weder Gesicht noch Haare versengen. Er nahm Hermine auf den Arm und löste die Zauber um sein Haus, disapparierte und kaum dass er weg war, entstanden die Banne neu. Er kam an der Appariergrenze an und sah sich, verborgen im Schatten eines Baumes um. Eine dunkle Gestalt kam auf sie zu – er wusste, dass es Severus war und blieb ruhig, sah noch einmal zu Hermine. Severus warf nur einen Blick auf Lucius, dann widmete er sich der schlafenden Schülerin und änderte ihre Erinnerung.

„Ich nehme sie mit einem Desillusionierungszauber mit ins Schloss und wecke sie in der Nähe des Turms. Sie wird glauben, sie sei geschlafwandelt.“, erklärte Severus und hob Hermines Körper mit einem Mobilcorpus an, legte einen Desillusionierungszauber über sie und sah zu Lucius.

„Danke, mein Freund. Dann werde ich jetzt…“, begann er, wurde jedoch unterbrochen.

„Richtig, DU gehst auf direktem Weg in meine Räume und wenn ich wiederkomme, möchte ich eine Erklärung haben! Bist du jetzt völlig verrückt geworden? Los!“, kam es von Snape und er war wirklich sauer, deutete aufs Schloss. Lucius stieg in die Kerker hinab und Severus brachte Hermine zum Turm. Ein paar Flure vorher stoppte er und sah sich um, stellte sie aufrecht auf ihre Beine und sprach einen Aguamenti über sie aus. Sie quiekte.

„Was zum… was machen Sie… Wieso?“, kam es absolut desorientiert von Hermine und sie sah zu Snape, dann um sich herum und schließlich an sich herunter – sie war bis auf die Knochen patschnass und Snape grinste süffisant.

„Wenn Sie es einfach nicht erwarten können, mich zu sehen – wir sehen uns am Wochenende noch lange genug. Vorerst würde ich Ihnen raten, sich trockene Sachen anzuziehen, sonst werden Sie noch krank. Ab in den Turm! 10 Punkte Abzug von Gryffindor für nächtliches Herumstreifen durch die Flure.“, kam es von Snape und Hermine sah ihn irritiert an.

„A..aber ich… ich… Mr. Malfoy…“, stotterte Hermine, denn so ganz war noch nicht angekommen, dass es nur doch ein Traum war. Severus setzte einen fragenden, fast amüsierten Blick auf.

„Ich heiße eigentlich Snape und sehe Mr. Malfoy auch nicht ähnlich… Vermutlich haben Sie von ihm geträumt… Sie sind schlafgewandelt, nehme ich an – es sei denn, sie laufen immer schnarchend und mit geschlossenen Augen durch die Flure.“, gab Snape zurück und Hermine wollte kontern, doch verkniff es sich, nickte nur leicht und drehte sich um, ging in den Turm zurück. Snape eilte in die Kerker, denn auf die Erklärung war er nun doch sehr gespannt.





„Dann lass mich nicht länger warten, Lucius.“, sagte Snape, während er sein Wohnzimmer betrat und an Lucius vorbeirauschte, sich in den Sessel setzte und zu seinem Freund sah, der wieder auf der Couch Platz genommen und sich bereits einen Whiskey genehmigt hatte.  Lucius sah ausdruckslos zu ihm.

„Du hast sie geküsst und ihr vorhin aufgeholfen, ihre Bücher eingeräumt und ihr gegeben. Selbst mit Narzissa springst du nicht immer so freundlich um – warum mit ihr? Was ist los mit dir?“, kam es von Severus und auch, wenn er nicht hinter der Ideologie des Dunklen Lords stand, bei Lucius sah das doch ein wenig anders aus – dachte er zumindest. Severus beobachtete seinen Freund genau, denn dieser war verdächtig ruhig. Plötzlich sprang er auf und tigerte durch Severus‘ Wohnzimmer, ballte die Hände zu Fäusten, lockerte sie wieder, hob die Hand und wollte sprechen, schwieg dann doch. Irgendwie sah es lustig aus und ähnelte ein wenig einem Stummfilm, doch das blieb nicht lange so.

„Verdammt! Severus, ich weiß es nicht! Ich habe mir vorhin eben diese Frage gestellt… auf irgendeine Art und Weise… scheint sie mich zu interessieren… Irgendetwas… ist da…“, gab Lucius dann erst sehr lautstark von sich, dann war es fast nur noch ein schwaches Wispern. Beides war jedoch von heftigen, weiten Gesten untermalt. Severus war aufgrund der plötzlichen Lautstärke fast zusammengezuckt, dann sah er ihn fragend an und war nicht in der Lage, etwas zu sagen – nicht ein einziger bissiger Kommentar lag auf seinen Lippen, sodass Lucius ihn fragend ansah. Er verstand nicht direkt, dass diese Information mit der Nachricht, Voldemort hätte einen Muggel geheiratet und Waisenkinder adoptiert, gleichzusetzen war – man war zu tiefst erstaunt und wusste nicht so recht, wie man gucken sollte.

„Du… hast dich… in sie… verliebt?“, kam es leise fragend von Severus und seine Stimme klang, als habe er sie Jahre lang nicht mehr benutzt. Lucius drehte sich zu ihm um und starrte in das dunkle Augenpaar. Dann setzte er sich zurück auf die Couch und schien zu überlegen. Eigentlich hätte er ohne Zögern antworten müssen und zwar mit einem deutlichen Nein, doch er tat es nicht.

„Ich denke nicht… aber irgendetwas ist da… es ist mir völlig egal, wer sie ist…“, antwortete er schließlich und nun war es an Severus, aufzuspringen. Er stellte sich vor Lucius und sah ihn zornfunkelnd an. Lucius war etwas irritiert.

„Du weißt es nicht?! Du warst damals in Narzissa verliebt! Wie hat es sich angefühlt? War es so? … Du hast dich in mich verliebt! Wie hat es sich angefühlt? Du tust gerade so, als seist du ein Teenager, der gerade in die Pubertät gekommen ist und dein Benehmen ist nicht anders!“, grollte Severus vorwurfsvoll und Lucius sah ihn mit weiten Augen an. Er hatte ja mit vielem gerechnet – aber nicht damit.

„Nein… es ist nicht wie bei Narzissa, auch wenn ich vorhin ebenso nett zu ihr war, wie ich es bei Narzissa war. Es ist auch nicht wie bei dir…“, erklärte Lucius und war nebenbei aufgestanden, legte seine Hand auf Severus‘ Arm und sah ihm fest in die Augen. Irgendwo hatte er immer noch Gefühle für Severus, denn niemand kannte oder verstand ihn besser. Severus sah ein wenig aus, wie ein kleines Kind, welches die Toffees, die es haben wollte, nicht bekam. Lucius‘ Blick wurde liebevoll, dann lächelte er.

„Du bist doch nicht etwa eifersüchtig?“, fragte der Blonde amüsiert und erntete einen mehr als bösen Blick und ein tiefes Knurren. Lucius lachte leicht, strich dabei über Severus‘ Wange in seine Haare, küsste ihn schließlich.

… eifersüchtig? Auf die kleine Miss know-it-all ? Sicherlich nicht… Sie ist ein Nerv tötendes Kind und noch dazu eine dumme Gryffindor!... Potters Anhängsel…

Severus‘ Gedankengang war knapp, denn Lucius war bei ihm und somit wollte sein Kopf nicht sonderlich arbeiten. Er ließ sich etwas fallen und Lucius legte seine Arme um ihn. Er sog den Duft der unzähligen Kräuter ein, der an Severus haftete, ihn irgendwo ausmachte. Severus löste sich von dem Blonden und sah ihn einfach an.

„Es ist spät.“, sagte Severus knapp und der unausgesprochene Teil war dennoch sehr verständlich und kam auch bei Lucius an, doch dieser sah ihn nur leicht Kopf schüttelnd an. Er würde nicht gehen – Narzissa wartete nicht auf ihn, denn Hermine war seit längerem das einzige weibliche Wesen in seinem Bett gewesen. Er fasste Severus‘ Hand und zog ihn ins Schlafzimmer, sodass dieser gar nicht so schnell reagieren konnte. Er fand sich dann neben seinem Bett, vor Lucius stehend wieder und starrte in die grauen Augen des Älteren. Sie schwiegen und doch sprachen ihre Blicke und Gesten mehr als tausend Worte. Severus spürte überdeutlich, dass er Lucius vermisste. Sein Herz hatte Lily gehört und ein Teil davon würde es wohl immer, allerdings hatte Lucius ihm gezeigt, dass er sein Leben nicht rückwärts leben konnte, sondern nach vorn sehen musste und nicht blind am Leben vorbeilaufen sollte. Sie lagen eng an einander gekuschelt im Bett und spendeten einander Nähe und Wärme. Beide hatten es vermisst. Lucius schlief schließlich in Severus‘ Armen ein und dieser strich noch einmal sanft über die langen blonden Haare, schloss dann selbst die Augen.
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