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von Anki
erstellt: 21.12.2009
letztes Update: 13.05.2010
Geschichte, Drama / P18 Slash
(fertiggestellt)
Santa Clause is coming to town
‚Heiligabend‘, dachte Toni, als er am Morgen aufwachte. Im nächsten Moment sprang er aus dem Bett und zog sich hurtig an. „Wie spät isses?“, rief er nach unten und erhielt ein dreitöniges „Spät genug!“ aus dem Wohnzimmer. Ein Blick auf die Uhr verriet ihm dann letztendlich, wie spät es war.
„Auf geht’s. Erst Baum schmücken und dann ab in die Kirche. Ach, und Toni – dein Handy hat eben geklingelt, hast es gestern hier liegen lassen, Gonzo stand drauf, aber ich bin nicht dran.“ Toni stockte kurz der Atem, dann besann er sich, als ihm einfiel, dass er vor seinen Eltern stand.
„Ich geh… dann mal schnell telefonieren“, murmelte Toni schnell, sah Felix‘ eindringlichen Blick. „Ja man, Felix dann komm halt mit.“ Felix lief seinem Bruder hinterher, schloss die Tür. Toni ließ sich auf sein Bett fallen, drehte das Handy in seinen Händen und dachte ein wenig nach. „Komm schon, ruf ihn an“, versuchte Felix seinen großen, sonst so starken, Bruder aufzumuntern und klopfte ihm gegen die Schulter.
Er wählte die Nummer und hörte das Klingeln, dann Gonzos Stimme. „Hey Toni, schön dass du zurückrufst. Ich wollte dir nur schnell schöne Weihnachten wünschen, an Silvester sehen wir uns ja dann“, tönte ihm die fröhliche Stimme des Verteidigers entgegen, die ihm willkürlich ein Lächeln aufs Gesicht zauberte.
„D-Danke“, stotterte Toni trotz allem. „Dir auch ‘ne schöne Feier.“
„Geht ihr in die Kirche oder feiert ihr nur zu Hause?“, fragte Toni und versuchte, das Gespräch ein wenig zu lockern. „Wir feiern zuhause und heute Abend ist dann Bescherung“, meinte Gonzo und lächelte.
Toni lächelte. Er stellte sich Gonzo zuhause vor. Er würde bestimmt umwerfend aussehen. „Ich… Gonzo, meine Eltern rufen. Wir müssen noch den Baum schmücken und mein Bruder nörgelt auch schon…“, drückte er sich vor dem weiteren Gespräch und blickte in Felix‘ entgeistertes Gesicht. Toni verabschiedete sich kurz und legte dann auf.
„Ich hab weder genörgelt noch hab ich gedrängelt“, fauchte Felix und Toni zuckte mit den Schultern. „Tut mir Leid, dass ich das jetzt behauptet habe, aber… ich hätte keine Sekunde länger ausgehalten, mit ihm zu sprechen.“ Felix grinste, nickte dann. „Also ist das der Kerl, von dem du neulich in Rätseln geredet hast“, stellte er fest und Toni nickte nur.
„Komm schon, Baum schmücken, da krieg ich dich auch abgelenkt“, lachte Felix und zog seinen großen Bruder hinter sich die Treppen runter. „Ihr geht raus und wir schmücken“, befahl Felix und seine Eltern verschwanden mit einem „Um 16 Uhr geht die Kirche los, um 15.30 sollten wir auch fahren.“
Toni schaute kurz auf die Uhr. „Okay, das schaffen wir“, meinte er optimistisch und schob seine Eltern aus dem Wohnzimmer. „Nachher dürft ihr gucken und wehe ihr spickelt!“
Toni und Felix hatten viel Spaß, wickelten Lametta um sich und sahen aus wie geschmückte Tannenbäume, ehe sie ernst wurden und sich dem Baum zuwendeten.
Der Weihnachtsbaum war ihrer Meinung nach einer der schönsten in den letzten paar Jahren und etwas geschafft steckte Toni den Weihnachtsstern auf den Tannenbaum, der den weihnachtlichen Raum noch mehr Weihnacht verlieh und sah ihr Kunstwerk stolz an. „So lässt sich Weihnachten doch feiern“, meinte Felix dann grinsend und Toni nickte, trank einen Schluck Wasser.
„Könnt reinkommen“, rief Felix nach draußen und wenig später bestaunten ihre Eltern den Baum. „Super“, lobten ihre Eltern und Toni grinste glücklich. „Ich geh dann noch schnell duschen“, beschloss er und hüpfte unter die Dusche.
Der Gottesdienst war schön, er traf viele alte Freunde und unterhielt sich davor, sowie danach mit einigen von ihnen. „Toni, auf jetzt, wir wollen gehen“, drängte ihn sein Vater und er verabschiedete sich schnell.
Felix grinste und schaute ihn an. „Was?“, fragte Toni genervt. „Schaust du Typen immer so auffällig auf den Arsch?“, flüsterte er Toni ins Ohr, welcher zusammenzuckte und ein „Hab ich überhaupt nicht“ schnaubte. „Hast du“, meinte sein Bruder zwinkernd und gab ihm einen Klaps auf den Hintern. „Lass.Es“, fauchte Toni und lief dann auf Höhe seines Vaters.
„Nicht an Heiligabend noch streiten“, bat Roland und Felix und Toni nickten synchron. „Ja, ich lass es schon“, meinte Felix und legte einen Arm um seine Mutter. „Ja, mein Sohn?“, fragte sie, schon wissend, dass dieser irgendwas wollte. „Was krieg ich?“, er lächelte unverschämt und seine Mutter schloss die Augen. „Kinder“, flüsterte sie leise.
„Nichts, wenn du weiter so fragst“, meinte seine Mutter und schüttelte den Kopf, schloss die Türe auf und ließ ihre Kinder sowie ihren Mann in die warme Stube treten.
Es roch weihnachtlich, nach Spritzgebäck und Lebkuchen. Nach Glühwein und Punsch. „Kommt schon rein, draußen ist’s kalt“, scheuchte ihr Vater sie ins Wohnzimmer und sie bestaunten erneut den – von ihnen – wundervoll geschmückten Baum.
Die Bescherung war wunderschön. Es war nicht viel, aber Toni und Felix waren auch ohne Geschenke wunschlos glücklich. Sie hatten die besten Eltern der Welt und sie hatten sich. ‚Wenigstens einen, dem er sich anvertrauen konnte‘, dachte Felix und seufzte. „Was seufzt du?“, fragte sein Vater und der Jüngere der Kroos-Brüder schüttelte nur den Kopf. „Nur Belangloses“, meinte er ausweichend und sah Toni an, dessen Herz wieder so laut schlug, als würde es seinen Brustkorb sprengen. Es war ein Wunder, dass seine Eltern es nicht hörten…
Felix machte als Letztes das Geschenk seines Bruders auf und fiel ihm – fast kreischend – in die Arme. „Danke, großer Bruder“, flüsterte er ihm ins Ohr. „Bitte bitte.“ Toni grinste und drückte seinen Bruder noch einmal fest.
„Weißt du, ich kann es ihnen nicht sagen“, murmelte Toni fast lautlos, so dass nur Felix es hören konnte. „Wieso?“, fragte dieser ebenso leise und beendete die Umarmung. „Ich hab Angst sie zu enttäuschen.“ Toni seufzte leise, wartete darauf, dass seine Eltern wieder ins Wohnzimmer kamen. „So enttäuschst du sie noch mehr“, stellte Felix fest und die Tür öffnete sich.
Tonis kleiner Bruder streifte sich das Leverkusen-Trikot mit den Unterschriften voller Stolz über. „Ein bisschen einfallslos“, gab Toni zu und Felix schüttelte begeistert den Kopf. „Ich find’s super!“, er streckte einen Daumen nach oben um seiner Freude Ausdruck zu verleihen.
Seine Eltern lachten ihn an und man sah, wie stolz sie auf ihn waren. Noch…
„Wollen wir einen Film schauen?“, schlug Felix nach einem Moment der Stille, die ihm unbehaglich wurde, vor. Toni, Roland und Birgit nickten und Felix schob eine der geschenkten DVDs in den Player, setzte sich neben seinen Bruder.
„Ihr Tuschelmäuse“, nannte ihre Mutter sie immer, weil sie, egal welcher Film lief über Gott und die Welt redeten und auch dieses Mal blieb diese liebevolle Bemerkung nicht aus.
Felix schaute nur halbherzig auf den Film, kannte ihn schon, was seine Familie wohl nicht bemerkte. Gelangweilt zupfte er Toni irgendwann am Saum dessen Hemdes und bekam einige böse Blicke entgegen geworfen.
„Hör auf“, zischte er, „sonst vergess ich mich wirklich.“
Felix seufzte. „Seit ich es weiß, bist du sowas von griesgrämig“, fauchte Felix etwas zu laut und Tonis Herz blieb für einen Moment stehen. „Was weiß Felix, was wir nicht wissen?“, wollte sein Vater gleich neugierig wissen und stellte den Film auf Pause. Toni schüttelte den Kopf.
Nicht, nein. Ich kann das nicht. Er seufzte, schaute seine Eltern an. „Ich…“, fing er an, leckte sich über die Lippen.
„Ich… ich bin schwul.“ Jetzt war es draußen. Jetzt war er tot. Und seine Eltern würden ihn als Schande bezeichnen. Als jemanden, der den Haussegen schief hängen ließ. Der nicht mehr dazugehörte, weil er lieber Männer fickte, als Frauen. Und er war sich doch noch nicht einmal sicher, ob er überhaupt schwul… Vielleicht war er auch bi?
„Sag, dass das nicht wahr ist.“ Apathisch schaute sein Vater ihn an, hob seine Hand. „Schlag mich doch!“, fauchte Toni und blickte seinen Vater provozierend an.
„Toni, schau mich an“, bat seine Mutter leise und er blickte in verletzte, enttäuschte Augen. „Was, Mama?“, fragte der ältere Kroos-Bruder. „Bist du dir denn sicher?“, wollte seine Mutter wissen und er schüttelte langsam den Kopf. „Hab mich verliebt“, nuschelte er leise und traute sich nicht, seinen Vater anzuschauen.
Toller Santa, der ihn da an Heiligabend beschenkt hatte…
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