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Geschichte: Freie Arbeiten
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von Eorindiel
erstellt: 09.12.2009
letztes Update: 09.12.2009
Geschichte, Drama / P12
(fertiggestellt)
Es ist kein Theaterstück, aber es handelt vom Theater und ist meiner Freundin mehr oder weniger passiert...
„Es ist ein Nein.“, sagt er.
Er sagt es mit Ehrlichkeit und Härte, die mich beide scharf schockierten. Ich höre nicht den Wind gegen das Fenster peitschen, doch genauso klingt es in meinem Innersten, nur dumpfer und hohl.
„Ja!“, rufe ich schnell, an allen Mächten rütteln wollend, worauf er mich verwirrt ansieht.
„Wie? Wussten Sie das?“
„Nein...“, schon widerstrebender. „Ich meinte, ja, warum?“
Ich lüge. Ich ziehe mich aus der Affäre mit diesen Worten, habe für einen Moment geglaubt, die Zeit zurückdrehen zu können. Fortuna, hast du mich verlassen? Ich habe dich doch gerufen. Ich habe es mir doch so gewünscht. Mond in den Fischen, der ideale Tag, die Herzen der Menschen zu erreichen, ja, das Universum anzuflehen und endlich auch einmal Glück zu haben.
„War das Ihr erstes Vorsprechen?“, fragt mich die Sprecherzieherin.
„Nein, mein zweites. Ich war schon an der Ernst Busch.“
„Und was haben die gesagt?“, will der Dozent mit einem seltsamen Ton wissen.
„Die fanden mich ganz toll, haben mich aber nicht weiter gelassen, weil ihnen persönlich die zweite Rolle nicht gefallen hat.“
„Um es mal so auszudrücken...“, fährt der Dozent fort. „Wir finden Sie nicht toll. Sie haben nur etwas vorgeführt, aber nicht natürlich agiert und die Figuren nicht verstanden.“
Er redet immer weiter. Dieselben Sachen, mit anderen Worten. Er sieht mich nicht an, starrt auf sein Blatt. Während ich spielte, sah er mich schon nicht an, schrieb nur. Die Farbe seines Kullis ist blau. In meinen Augen sammeln sich Tränen wie Tintenkleckse.
Ich darf nicht weinen.
„Sie brauchen gar nicht wiederzukommen. Und wenn sie doch wiederkommen wollen, nicht vor nächstem Jahr.“
Ich weiß wieder, was er davor mit seinen Sätzen zum Ausdruck gebracht hat: Sie sind untalentiert. Ich soll am besten aufhören, soll mich vom Jugendclub entfernen, mehr ins Theater gehen. Das sagt er mir. Ich denke an David, meinen Regisseur, der mir soviel Hoffnung geschenkt und Mut zugesprochen hat.
Der Dozent will mich nach Dresden schicken, an große Theater.
„Was hat er denn gegen Freiberg?“, wird mich David später fragen.
Doch jetzt sitze ich nur da und schaue die Sprecherzieherin hilflos an.
„Ihnen fehlt das Gefühl. Es ist so, dass die Figur den Text entdeckt und nicht einfach aufsagt.“, sagt diese mit einem freundlichen Lächeln.
Ich fühle mich verraten. Sie hat mich während des Vorsprechens angelächelt. Ich dachte, ich hätte ihr gefallen. Ganz beeindruckt war sie...wahrscheinlich doch nicht. Noch dazu wirft sie mir vor, was ich bei den anderen der Gruppe bemerkt und verurteilt habe. Ich frage mich, ob beide mein Spiel überhaupt verstanden haben. Ich wurde als Erste nicht unterbrochen. Ich dachte, dass wäre ein gutes Zeichen.
Ich denke an Stanislawski und bin mir keiner Schuld bewusst. Ich war 100% natürlich, das bin ich immer. „Das ist deine Stärke“, hat mir Conny, eine sehr liebe Schauspielerin, einmal gesagt, „Ehrlichkeit.“
Sie fragen mich, wo ich mich noch beworben habe. Ich antworte: „München und Rostock.“
„Dann beherzigen Sie, was wir Ihnen gesagt haben und wir wünschen Ihnen viel Erfolg.“
„Danke.“, erwidere ich, meine es aber nicht.
Ich verlasse den Raum. Draußen fragen mich die anderen nach dem Ergebnis. Ich kann nichts sagen. Der Schock hält an. Stumm gehe ich. Fortuna, schläfst du?
„Es ist ein Nein.“, sagt er.
Er sagt es mit Ehrlichkeit und Härte, die mich beide scharf schockierten. Ich höre nicht den Wind gegen das Fenster peitschen, doch genauso klingt es in meinem Innersten, nur dumpfer und hohl.
„Ja!“, rufe ich schnell, an allen Mächten rütteln wollend, worauf er mich verwirrt ansieht.
„Wie? Wussten Sie das?“
„Nein...“, schon widerstrebender. „Ich meinte, ja, warum?“
Ich lüge. Ich ziehe mich aus der Affäre mit diesen Worten, habe für einen Moment geglaubt, die Zeit zurückdrehen zu können. Fortuna, hast du mich verlassen? Ich habe dich doch gerufen. Ich habe es mir doch so gewünscht. Mond in den Fischen, der ideale Tag, die Herzen der Menschen zu erreichen, ja, das Universum anzuflehen und endlich auch einmal Glück zu haben.
„War das Ihr erstes Vorsprechen?“, fragt mich die Sprecherzieherin.
„Nein, mein zweites. Ich war schon an der Ernst Busch.“
„Und was haben die gesagt?“, will der Dozent mit einem seltsamen Ton wissen.
„Die fanden mich ganz toll, haben mich aber nicht weiter gelassen, weil ihnen persönlich die zweite Rolle nicht gefallen hat.“
„Um es mal so auszudrücken...“, fährt der Dozent fort. „Wir finden Sie nicht toll. Sie haben nur etwas vorgeführt, aber nicht natürlich agiert und die Figuren nicht verstanden.“
Er redet immer weiter. Dieselben Sachen, mit anderen Worten. Er sieht mich nicht an, starrt auf sein Blatt. Während ich spielte, sah er mich schon nicht an, schrieb nur. Die Farbe seines Kullis ist blau. In meinen Augen sammeln sich Tränen wie Tintenkleckse.
Ich darf nicht weinen.
„Sie brauchen gar nicht wiederzukommen. Und wenn sie doch wiederkommen wollen, nicht vor nächstem Jahr.“
Ich weiß wieder, was er davor mit seinen Sätzen zum Ausdruck gebracht hat: Sie sind untalentiert. Ich soll am besten aufhören, soll mich vom Jugendclub entfernen, mehr ins Theater gehen. Das sagt er mir. Ich denke an David, meinen Regisseur, der mir soviel Hoffnung geschenkt und Mut zugesprochen hat.
Der Dozent will mich nach Dresden schicken, an große Theater.
„Was hat er denn gegen Freiberg?“, wird mich David später fragen.
Doch jetzt sitze ich nur da und schaue die Sprecherzieherin hilflos an.
„Ihnen fehlt das Gefühl. Es ist so, dass die Figur den Text entdeckt und nicht einfach aufsagt.“, sagt diese mit einem freundlichen Lächeln.
Ich fühle mich verraten. Sie hat mich während des Vorsprechens angelächelt. Ich dachte, ich hätte ihr gefallen. Ganz beeindruckt war sie...wahrscheinlich doch nicht. Noch dazu wirft sie mir vor, was ich bei den anderen der Gruppe bemerkt und verurteilt habe. Ich frage mich, ob beide mein Spiel überhaupt verstanden haben. Ich wurde als Erste nicht unterbrochen. Ich dachte, dass wäre ein gutes Zeichen.
Ich denke an Stanislawski und bin mir keiner Schuld bewusst. Ich war 100% natürlich, das bin ich immer. „Das ist deine Stärke“, hat mir Conny, eine sehr liebe Schauspielerin, einmal gesagt, „Ehrlichkeit.“
Sie fragen mich, wo ich mich noch beworben habe. Ich antworte: „München und Rostock.“
„Dann beherzigen Sie, was wir Ihnen gesagt haben und wir wünschen Ihnen viel Erfolg.“
„Danke.“, erwidere ich, meine es aber nicht.
Ich verlasse den Raum. Draußen fragen mich die anderen nach dem Ergebnis. Ich kann nichts sagen. Der Schock hält an. Stumm gehe ich. Fortuna, schläfst du?
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