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Geschichte: Freie Arbeiten
/ Prosa
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/ Der Himmel des Sterbens(pausiert)
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von yueye
erstellt: 06.12.2009
letztes Update: 17.03.2010
Geschichte, Thriller / P16
(abgebrochen)
ch wünsche euch allen noch ein schönes Neues. Hoffentlich gefällt euch das nächste Kapitel. Wäre schön,wenn ihr ein Review hinterlassen könntet. Muss ja nicht lang sein.
Ach ja, die Sternchen zeigen immer einen Perspektiven bzw. Ortswechsel an.
Und jetzt viel Spaß beim Lesen!!!!!!
***
Langsam drehte sie die Packung in ihren Fingern. Andächtig verharrte sie und blickte aus dem gekippten Fenster. Die Sonne strahlte aus Leibeskräften und der Himmel war strahlend blau.
Alle Welt war im Freibad und ließ sich die Sonne auf den Rücken scheinen. Das Gelächter wollte Sophie einfach nicht aus dem Kopf gehen. Es hallte in ihrem Kopf tausendfach nach und ließ sie erschaudern. Schwindel machte sich in ihrem Körper breit. Nein, nicht ohnmächtig werden. Panisch schüttelte sie den Kopf. Es machte nur noch alles schlimmer. Konnte den gar nichts funktionieren?! Nein, wie auch. Bei so einem Versager wie ihr….
Sie richtete sich auf. Sophie wollte sich nicht unterkriegen lassen und versuchte nach vorn zu blicken. Zukunft. Das sollte wichtig im Leben eines 15-jährigen Mädchens sein. Nicht die Vergangenheit. Doch sie lag wie eine düstere Regenwolke auf ihr. Ließ sie nicht mehr frei Atmen. Schnürten ihr die Kehle zu und lasteten auf ihrem Brustkorb. Vielleicht bildete sie sich das alles ja auch nur ein. Wahrscheinlich. Wie alles eben. Nein, das konnte nicht sein. So etwas konnte man sich nicht ausdenken…. Es war einfach da. Platzte von jetzt auf gleich in ihr Leben und ließ sie nicht mehr lachen.
Gedankenverloren blickte sie wieder aus dem Fenster nach draußen auf die Straße. Autos fuhren vorbei. Unbekümmert. Nicht wie sie. Sie machte sich viel zu viele Gedanken über das Leben und sich, aber auch die anderen Mitmenschen.
Manchmal wünschte sie sich so unbekümmert zu sein wie fast alle auf dieser Welt, doch das entsprach nicht ihrem Geist. Vielleicht brauchte es ja solche Menschen.
Aber sie doch nicht.
Ihr Blick wanderte durch ihr Zimmer und blieb am Spiegel hängen.
Wer war das? Sie?!
Sie blickte einem hilflos aussehenden Mädchen entgegen. Sophie war alles andere als hässlich. Ihre Haut war braungebrannt, obwohl sie selten nach draußen ging. Ihr hellbraunes Haar viel leicht gelockt auf ihre Schultern. Es leuchtete herrlich rötlich, wenn es von der Sonne angestrahlt wurde. Dick war sie auch nicht. Eher zu dünn. Sportlich. Seit einiger Zeit spielte sie Volleyball.
Sophie seufzte, ja das war wirklich sie, Sophie, 15 Jahre alt, in wenigen Tagen 16.
Wieder fiel ihr Blick nach draußen. Sie liebte es Menschen zu beobachten und sich Geschichten auszudenken. Gerade lief ein kleiner Junge unten auf der Straße vorbei. Er sah abgerissen aus und halb verhungert. Was ihm wohl zugestoßen war. Sophie wusste es nicht. Ihre Fantasie hatte sich heute aus dem Staub gemacht. Wo sie wohl hingeflogen war? Wie ein kleiner Schmetterling in eine eigene kleine Welt voller Unbekümmertheit.
Nur wenige Wolken bedeckten den Himmel. Es glich mehr ein paar Tupfen. Als hätte jemand ein wenig Deckweiß in den Himmel geschmiert. Heute Abend würde es wohl gewittern. Sophie liebte dieses Naturschauspiel, diese Spannung die in der Luft lag. Es war immer so schön dämmrig und unheimlich wenn ganz unverhofft ein Blitz zu Erde fuhr. Wer ihn wohl zur Erde schickte? Der Donner machte ihr nichts aus. Im Gegenteil. Er brachte sie schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Das war aber auch nicht immer ganz leicht in diese schreckliche Welt zurückgeholt zu werden.
Langsam streichelte sie über das kleine Notizbuch, das neben ihr auf dem Bett lag. Ihr Tagebuch. Niemand sollte es jemals lesen können. Sie schaute sich erneut in ihrem Zimmer um. Aber wo sollte sie es verstecken? Ihr Blick fiel auf das Regal. Sie würde es dahinter verstecken. Dort würde es bestimmt keine Menschenseele entdecken.
Die stand auf und zog das Regal etwas nach vorne, um das Buch dahinter zu verbergen.
Als sie sich wieder setzte spürte sie etwas Kaltes: das Messer.
Sie hatte es aus der Küchenschupplade hervorgekramt. Es war das beste und schärfste Messer im Haus. Sophie hatte es extra getestet.
Langsam schaute sie vom Messer zu der Tablettenpackung. 20 Schlaftabletten und ein paar Schlucke Alkohol sollten genügen. Sie würden ihr einen schönen Abgang ermöglichen. Sie würde aussehen als würde sie schlafen. Wie ein kleiner Unschuldengel. Doch war sie das überhaupt? Andererseits könnte sie mit dem Messer den Saft des Lebens aus ihrem Körper austreiben. Ja, das wollte sie. Einen qualvollen, schmerzenden Abgang aus dieser Welt. Das war es, was sie verdient hatte.
Ohne groß weiter nachzudenken schnappte sie sich das Messer und drückte es kraftvoll und bestimmt kurz oberhalb des Handgelenkes in ihre Haut. Der Schmerz breitete sich wohltuend in ihrem ganzen Körper aus. Durchflutete sie mit einer Welle der Macht. Das Pochen in ihrem Handgelenk machte sie gewiss, dass alles glatt laufen würde. Das Blut floss in großen Rinnsalen über ihr rechtes Handgelenk und durchtränkte ihren Pullover.
Irgendwie tat es ihr Leid. Nicht dass sie nicht sterben wollte. Nein. Doch was war mit demjenigen, der sie auffinden würde? Sie wäre bestimmt kein schöner Anblick. Egal, damit musste derjenige halt fertig werden. Insgeheim hoffte sie ihr Vater würde sie finden. Es war das erste Mal in ihrem kurzen Leben, dass sie nur an sich dachte, doch sie wollte nur noch eines. Weg, einfach nur weg aus diesem beschissenen Leben.
Kurzerhand schnitt sie sich auch in den linken Arm. Wie leicht es doch war. Gierig betrachtete sie ihren Lebenssaft. Tränen flossen über ihre Wangen und verschleierten ihren Blick. Sie wollte nicht weinen. Noch ein letztes Mal betrachtete sie sich im Spiegel. Sie erschrak vor ihrem eigenen Spiegelbild. Das war sie: ein MONSTER.
Bestimmt würden selbst nach dem Tod alle auf ihr herumhacken. Egal. Das würde sie eh nicht mehr miterleben.
Wütend nahm sie erneut das Messer. Sie konnte es kaum mehr halten vor Schmerz, doch das hatte sie ja auch gewollt. Poch. Poch. Es dröhnte in ihrem Kopf.
Wie blind schnitt sie sich in ihren Arm immer und immer wieder.
„Ja du Schlampe!!!!“
Erst als sie keine freie Stelle mehr fand, ließ sie das Messer sinken. Das hatte gut getan. Zufrieden legte sie sich auf ihr Bett und rollte sich zusammen. Klein sah sie aus, wie ein ängstliches Kind, das sich auf diese Art und Weise zu verstecken versucht.
Tränen überfluteten sie. Stille, einsame Tränen.
Plötzlich wurde ihr schrecklich übel und schwindelig. Sophie war froh, dass sie auf ihrem Bett lag. Vor ihrem inneren Auge erschienen die Wörter vorbei, Ende.
Langsam und sicher entschwand sie dieser Welt in eine andere, bessere.
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