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von StolzeRose82    erstellt: 03.12.2009    letztes Update: 03.12.2009    Geschichte, Drama / P12 Slash    (fertiggestellt, keine anonymen Reviews)
Die Charaktere gehören nicht mir, ich leihe sie mir von Gregory Maguire.
Besonderer Dank gilt meiner Betaleserin Green-Sonny!!!

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Herzbeben

Der Mond erhellte das kleine Zimmer. Elphaba schloß die Türe hinter sich, während Glinda die Kerze auf dem Tisch abstellte. Die Grüne legte den Hexenhut und ihre Handtasche ab. Hier würde sie keiner finden, hier wären sie in Sicherheit, hier in dieser schäbigen Absteige im Armenviertel der Smaragdstadt. Etwas angewidert sah sich die Blonde um. Ein altes Holzbett stand in der Mitte des Raumes, die Decke die darauf lag sah kratzig aus. Und aus der Matratze glaubte sie das Stroh hervorquellen zu sehen. Nur ein Tisch und ein Stuhl, weiter stand nichts in dem kleinen Raum. Sie war wahrlich anderes gewöhnt.

Elphaba trat von hinten an die Freundin heran, legte die Hände auf ihre Hüfte. „Tut es dir schon leid, dass du mit mir gekommen bist?“ Glinda atmete tief durch, drehte sich zu der grünen Hexe um.

Blaue Augen die sich in Grünen verloren.
Weiße und grüne Finger die sich ineinander verflochten.
Zwei Körper die sich näher kamen.
Näher – immer näher.

Den Blick stets in den Augen der anderen. Es schien Minuten später als die zarte Stimme der Blonden erklang. „Nein Elphaba. Ich bereue nichts. Gar nichts!“ Mehr sagte sie nicht. Zog die Grüne ganz dicht an sich heran. Hielt sie fest, drückte sie an sich und sog den Duft der anderen ein.

Als Elphaba sich langsam aus der Umarmung löste, waren es wieder ihre Augen die den Kontakt zu Glinda suchten. Die Zeit blieb stehen. Elphaba beugte sich vor, nahm das elfenbeingleiche Gesicht in ihre Hände. So weich und zart war die Haut der Geliebten. Vorsichtig wie ein Hauch des Windes berührten ihre Lippen die der Blonden.

Grün traf auf rosa.
Erst zaghaft, dann bestimmter. Ein Seufzen entrann der Blonden. Dann gewährte sie der Zunge der Freundin Einlaß.

Aus Freundschaft wurde Leidenschaft.
Sie vergaßen alles um sich herum. Die schäbige Umgebung, das viel zu kleine Zimmer, ja sogar das sie eigentlich auf der Flucht waren. Und das kratzige harte Nachtlager auf welchem sich die beiden Frauen wenig später wiederfanden fühlte sich (auf einmal) an wie Samt und Seide.

Glinda lag unter Elphaba, gab sich ihren Gefühlen hin. Grüne Fingerspitzen tanzten über ihren Körper, Fingerspitzen die sie behutsam ihrer Kleider entledigten. So zart und doch so bestimmt. Grüne Lippen die ihren Hals mit Küssen bedeckten, ihre Brüste, ihren Bauch…

Glinda streckte sich ihr entgegen, bäumte sich auf. Elphabas Hände waren überall, hielten die Blonde mal fest, dann wiederum streichelte sie weiche Haut…..

Für einen Atemzug überlisten wir die Zeit, kein Davor, kein Danach nur ein Wimpernschlag voll Ewigkeit…

Sie gaben sich einander hin als ob es kein Morgen gäbe. Als ob es die letzte Nacht für sie wäre. Nur ein Augenblick. Liebe erfüllte den Raum, erhellte die Dunkelheit. Arm in Arm schliefen die beiden Frauen irgendwann ein.

…. Plötzlich ……
Was war das?
Warum wackelte das Bett?
Woher kamen die Schreie?
Woher all der Lärm?
Elphaba riss die Augen auf. Der Boden bebte, die Wände wackelten. Was passierte hier? Auch Glinda war erwacht und blickte die Geliebte ängstlich an.

„Elphaba was??“
Doch die grüne Hexe war bereits aufgesprungen, zerrte an ihrer Kleidung, warf Glinda das gelbe Kleid zu.
„Zieh dich an! Schnell! Wir müssen hier weg! Los mach schon!!“

Ihre Stimme war voll Panik. Immer noch bebte die Erde, ließ alles erzittern.
„Los Glinda! Komm schon!“
Elphaba hatte bereits die Tür erreicht und geöffnet und streckte ihrer Freundin die Hand entgegen.
„Vertrau mir!“
„Ja, ich vertraue dir!“

Rosa umfasste grün!
Hastig rannten sie die Treppe hinab.
„Los, wir müssen hier raus!“
Elphaba schob die Blonde auf die Straße. Schreie – so viele Schreie verhalten in im Dunkel der Nacht und noch immer zitterte der Boden unter ihren Füßen.

Elphaba drückte ihre Tasche fester an sich. Oh nein – der Grimmerich! Sie hatte ihn vergessen, er musste er aus der Tasche gerutscht sein. Ihr einziges Hab und Gut, ihr Wichtigstes nach Glinda, ihr Ein und Alles.
„Glinda, lauf – lauf so weit du kannst. Ich muss zurück und den Grimmerich holen.“
Geschockt blickte die Blonde sie an.
„Nein Elphie – ich geh nicht ohne dich!“
Sie hatte Tränen in den Augen und schüttelte heftig den Kopf. Elphaba legte ihr die Hände auf die Schultern und sah ihr tief in die Augen.
„Hör mir zu Glin, du musst. Ich werde dich finden. Meine Liebe wird dich finden.“
Die Grüne küsste sie und rannte zurück, zurück ins Haus.

Hunderte von Ozianern rannten um ihr Leben. Glinda verlor Elphaba aus den Augen. Der Menschenstrom riß sie mit. Weg von der Herberge, weg von ihrer Geliebten.

Es wurde wieder laut, abermals Schreie, abermals erzitterte die Erde. Dann ohrenbetäubender Lärm. Die Blonde drehte sich um, ihr stockte der Arme, die Herberge in die Elphaba gerade gerannt war stürzte in sich zusammen.

„NEIN!“
Glindas Schrei verhallte. Sie sank kraftlos zu Boden, schlug die Hände vors Gesicht. Tränen, abertausende von Tränen rannen ihr übers Gesicht. Glindas Körper zitterte, zitterte wie der Boden unter ihr.

Nichts als Schutt und Asche zu ihren Füßen. Schmerz, unendlicher Schmerz in ihr. Wie lange Glinda da gesessen hatte, auf der Straße, im Staub wusste sie nicht mehr. Irgendwann hatte das Zittern unter ihr nachgelassen, irgendwann hatte die Sonne die Nacht besiegt.

Noch immer weinte sie, noch immer starrte sie fassungslos auf die Überreste des Hauses am Ende der Straße.

„Junge Frau?“
Glinda hatte den Mann nicht kommen sehen der nun neben ihr kniete. Sie hob den Kopf. Mit tränenverklärten Augen sah sie ihn an.
„Kommen sie, sie müssen hier weg.“
Er fasste sie unter den Armen, half ihr auf, stützte sie.
„Wie ist ihr Name?“

Einen kurzen Augenblick überlegte Glinda, dachte an Elphaba, an ihre große Liebe. Und plötzlich sah sie alles ganz klar und antwortete:

„Glinda – Glinda Thropp.“
 
 
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