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Geschichte: Fanfiktion
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/ Gezeichnet fürs Leben - Are you so blind?
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von oOSeifenblaseOo
erstellt: 02.12.2009
letztes Update: 27.03.2010
Geschichte, Drama / P18 Slash
(fertiggestellt)
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Die Beiden sehen Bill an und dieser starrt genauso erschrocken zurück. „Aber ... aber ... wie habt ihr ... wie seid ihr ...?“, stammelt er, sieht von einem zum anderen. „Bill ... wir ... es tut uns einfach leid. Wir haben uns so nach dir gesehnt und von Anfang an gewusst, dass es falsch ist was wir getan haben! Und jetzt haben wir dich gefunden und ... oh Gott, Bill!“ Plötzlich stürmt die Frau einfach auf meinen Freund zu, schlingt die Arme um ihn und drückt ihn an sich. So langsam kommt mir die vage Vermutung, dass es sich hier um seine Eltern handelt, die ihn raus geschmissen hatten. Mit großen Augen betrachte ich weiter das Szenario, sehe wie jetzt auch der Mann zu Bill geht und ihm über den Rücken streicht.
Langsam gehe ich unsicher auf die Drei zu, die mitten in der Eingangshalle verharren und anscheinend nicht in einen anderen Raum gehen wollen. Als ich nur noch ein paar Meter entfernt bin, bemerkt mich Bill aber wieder und lächelt mich an, winkt mich zu sich, sodass ich etwas sicherer werde und zu ihm hingehe. Glücklich lächelnd legt er einen Arm um mich und schaut zu den Beiden. „Mum? Dad? Das ist mein Freund! Aber ich würde sagen das wir vielleicht mal ... hmmm ... in den Speisesaal gehen. Ja, genau, ich frage mal Babette ob sie und Kuchen und Kaffee bringen kann!“, lächelt Bill und ich sehe wie mich, seine nun wirklich offensichtlichen Eltern, er hat ja eben Mum und Dad gesagt,anschauen. Ich traue mich kaum ihnen in die Augen zu sehen, aber dennoch ... nach kurzer Zeit wage ich es mich und blicke sie schüchtern lächelnd an.
„EIN Freund oder SEIN Freund?'“, fragt mich Bills Vater, während Bill ein paar Schritte weg, zu Babette gegangen ist, welche gerade durch die Halle wollte. „Sein Freund!“, erwidere ich leise und hoffe innig, das sie nichts gegen Schwule haben oder mich als Person. „Okay ... na ja ... schön dich kennen zu lernen!“, brummt Toms Mutter und reicht mir ihre Hand, schüttelt sie, was ihr Mann ihr kurze Zeit danach, gleich tut. Ich sehe weder Freude noch Hass über mich, aber dennoch Unbehagen und Skepsis. Okay, sie haben nichts gegen Schwule, dann hoffe ich mal das sie auch nichts gegen mich haben.
So stehe ich unsicher vor ihnen, blinzle schnell wieder zu Bill, der glücklicher Weise auch schon wieder kommt. „So, kommt. Gehen wir in den Speisesaal!“, spricht er uns drei an und so folgen wir ihm in den großen Raum und setzen uns dort an einen Tisch. Ich ziehe einen Stuhl neben Bill, setze mich darauf und blicke ihn an. „Babette bringt das Essen gleich. Also, Kaffee und Kuchen und so ... ja ... hm ... wie seid ihr denn auf mich gekommen?“, redet Bill weiter und sieht seine Eltern glücklich an. „Ach, das ist eine lange Geschichte. Wir hatte eben ein schlechtes Gewissen und schließlich haben wir uns umgehört ... Da du ja bekannt bist, war es am Ende nicht so sehr schwer, obwohl wir doch einige Zeit gebraucht haben ...“, antwortet ihm seine Mutter und sieht ihn dabei lächelnd an. Ich jedoch spüre einen bösen Blick auf mir und als ich meinen hebe, starre ich in das Gesicht von Bills Vater, welches mich mit einem merkwürdigen Gesichtsausdruck mustert.
„Und euch fällt das nach zig Jahren ein? Das ihr ein schlechtes Gewissen habt? Das ihr mal nach mir suchen könntet?“, bemerkt Bill den Blick seines Vaters nicht und wendet sich stattdessen mit enttäuschter, aber auch vorwurfsvoller Stimme, an seine Eltern. Sofort senkt sein Vater den Blick und auch seine Mutter tut es einige Sekunden, ehe sie ihn wieder hebt und Bill wieder anschaut. „Es tut uns so leid Bill. Ich ... keine Ahnung. Das war eine schwierige Zeit und ... wir haben alles auf dich geschoben gehabt, haben gedacht das du unser ganzes Leben kaputt gemacht hast ... wenn du uns sagst wie wir es wieder gut machen können, dann ... werden wir es versuchen! Und uns stört es auch nicht das du schwul bist und das du als ... als ... ja, halt als Zuhälter arbeitest. Du hast ein großes Haus und hast Menschen unter dir, wir sind stolz auf dich und sind froh das es dir gut geht!“, bettelt sie regelrecht. Unsicher starre ich auf die Tischplatte, traue mich nicht mehr aufzusehen. Was hat der Vater von Bill? Mag er mich nicht? Weiß er, das ich mal ein elendiger Stricher war? Weiß er, das ich auf Bills Kosten lebe?
„Hm ... na ja, ich finde das trotzdem scheiße von euch. Aber okay ... das ... ist wohl dann jetzt vorbei ...“, antwortet Bill leise und ich spüre, dass es noch nicht okay ist, er sich aber trotzdem freut. Ich starre noch immer auf die Tischplatte und bin erleichtert, als Babette mit dem Kuchen und dem Kaffee hereinkommt. Einen Augenblick ist alles ein bisschen durcheinander, bis alles steht und jeder ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee vor sich hat, worauf ich mich erleichtert meinem Stück Schokokuchen widmen kann, anstatt den komischen Blicken von Bills Vater.
„Und was arbeitest du, Tom?“, fragt mich auf einmal Bills Mutter und augenblicklich verschlucke ich mich, muss husten und dann schwer den Bissen Kuchen hinter schlucken. „Ich ... na ja ...“, stottere ich unsicher herum und werde zum Glück wenige Sekunden später von meinem Schatz erlöst. „Er hat keine Arbeit und ich will auch nicht das er arbeiten geht. Wir haben genug Geld und da braucht er das nicht tun, da habe ich ihn lieber mehr bei mir, als das er sich irgendwo abrackert!“, brüstet sich mein Engel. Ich kann einfach nicht anders und gebe ihm einen kurzen aber dennoch unglaublich zärtlichen und liebevollen Kuss.
„Aber Bill, sowas kannst du doch nicht machen! Der Junge muss sich doch auch irgendwie nützlich machen und nicht nur auf deinen Kosten leben!“, sagt auf einmal sein Vater. Im netten, leicht belehrenden Ton, aber sein Blick sagt was anderes ... was ganz anderes. „Er hilft mir bei Papierkram und sowas, das reicht!“, winkt Bill ab und trinkt einen Schluck Kaffee, blickt in dem Moment deshalb auch nicht zu uns. Sofort trifft mich ein spottender Blick von seinem Vater und dieses mal sogar auch von seiner Mutter. „Ach so, na da geht's ja!“
Unsicher senke ich meinen Blick wieder und stochere weiter in dem Stück Kuchen vor mir herum. Das Gespräch driftet ab und wieder kommen die drei zurück auf das alte Problem, reden lange darüber, wobei ich nur da sitze. Immer wieder spüre ich diese Blicke auf mir und fühle mich zunehmend unwohler, unerwünschter und schlechter für Bill. Es freut mich für ihn, dass er sich wieder mit seinen Eltern versteht, doch wollen die wohl nicht, dass ich da bin ... Schließlich erhebt Bill sich und schlägt seinen Eltern vor, dass sie jetzt erst einmal für ein paar Tage bei ihm bleiben können. Freudig stimmen sie zu und zusammen gehen die drei zu dem Zimmer, das Bill ihnen geben wird. Ich bleibe zurück im Speisesaal und seufze auf. Es freut mich für Bill, dass er seine Eltern wieder hat ... Alleine stehe ich also auf und gehe selbst in unser Zimmer, ziehe mir dort gemütliche Sachen an und lege mich ins Bett.
In Gedanken versunken, verschränke ich meine Arme hinter meinem Kopf und starre an die Decke. Denke an die Eltern. Ich frage mich, ob sie mich einfach nicht leiden können, oder ob sie tatsächlich wissen, das ich ein Stricher war, oder wo ich her komme oder das ich mal Drogen- und Alkoholabhängig war und sie mich deswegen nicht mögen oder so. Die ganze Zeit liege ich so da und denke nach, bis ich merke, das es bereits dunkel ist und ein Blick auf die Uhr sagt mir, das wir langsam eröffnen müssten. Es ist Samstag und da wir nur Montag und Dienstag zu haben heißt das, dass wir heute auf haben. Seufzend drehe ich mich auf die Seite. Bill ist immer noch nicht da ... ob er noch bei seinen Eltern ist? Wieso kommt er denn nicht zu mir? Ich entschließe mich nach etlichen Minuten, das ich doch mal runter gehe. Das Bordell ist bereits eröffnet, wie man auch an leiser Musik und Gemurmel hören kann.
Ich trete also in den Eingangsbereich ein und erkenne schon einige Freier, dazu die Angestellten. Doch von Bill sehe ich nichts. Merkwürdig ... Mit hochgezogenen Augenbrauen wende ich mich an eine der Angestellten. „Hey, weißt du, wo Bill ist?“, frage ich sie und erhalte nur ein 'im Zimmer beschäftigt', ehe sie sich zu einem Freier setzt. Bill ist also in seinem Büro ... Ich schlurfe also auch darauf zu, öffne die Türe ohne anzuklopfen, da wir das beide normalerweise nie machen.
In der Türe jedoch erstarre ich. Seine Eltern sind noch immer bei ihm. „O ... oh ... ich ehm ... Entschuldigung, ich wollte nicht stören. Ich dachte nur weil ... weil Du nicht da warst und ehm ... ich geh dann mal wieder ...“, stammel ich an Bill gewandt und schließe die Türe hinter mir schnell wieder. Seufzend gehe ich doch wieder zu mir ... uns aufs Zimmer. Dort unten möchte ich nicht bleiben, ich mag die Freier nicht. Sie machen mich noch oft genug an. Also lege ich mich lieber hoch, ziehe die Decke über mich und starre auf den Bildschirm ... warte auf Bill und hoffe, dass seine Eltern morgen netter sind ...
Im Fernsehen läuft leider nichts besonderes, weshalb ich mich eher langweile als alles andere, aber was soll ich machen? Ohne Bill schlafen will ich nicht. Ich meine ... er ist im Büro, auch wenn er das mit seinen Eltern ist, wir haben gestern erst Rechnungen bezahlt etc., da ist nicht viel zu tun, von daher ... Vielleicht könnte ich es uns ja ein bisschen gemütlich machen? So zur Feier des Tages ... Ja genau, das mach ich, da hab ich wenigstens was zu tun! Schnell gehe ich runter in den Keller, hole uns eine schöne Flasche Champagner und nehme auch gleich noch einen Kühleimer mit. Damit bewaffnet eile ich in die Küche, weiß ja nicht wann Bill fertig ist, und tu noch einen großen Beutel Eiswürfel in den Eimer.
Mit allem bewaffnet gehe ich dann wieder hoch in unser Zimmer, lege die Flasche Champagner schräg in den Eimer und leere den Beutel gleich darüber aus. Die Folie schmeiße ich in den Mülleimer, während ich den Eimer leicht schüttle, damit die Eiswürfel auch runter rutschen und die Flasche von überall gekühlt wird. So und jetzt? Genau, den Eimer stelle ich neben meine Seite, damit Bill ihn nicht gleich sieht wenn er rein kommt. Ein bisschen Überraschung soll es ja sein. So zur Feier des Tages, da er seine Eltern wieder hat. Ich muss sagen, das ich staune, das er ihnen so leicht verziehen hat, allerdings war ich bei ihm nicht anders und es sind nun mal seine Eltern, die liebt man doch. Ich würde auch gerne mal meinen Vater wieder sehen, aber der interessiert sich anscheinend nicht dafür, wie es mir geht ...
Leicht schüttle ich den Kopf um diese dummen Gedanken wieder los zu werden und suche mir dann ein paar Teelichter zusammen, verteile sie im Zimmer und zünde eine nach der anderen an. So, jetzt kann Bill kommen! Vielleicht sollte ich mich als Nachtisch noch nackt ins Bett legen? Nein, lieber nicht. Über mich selbst lachend lege ich mich wieder ins Bett und hoffe, das Bill sich nicht mehr allzuviel Zeit lässt.
Doch liege ich lange da und schließlich werde ich doch müde. Da hat Bill wohl einiges mit seinen Eltern zu besprechen. Ich gähne, blinzle auf die Uhr ... gut zwei Stunden warte ich jetzt schon. Ach man. Na ja, aber eigentlich ist es ja nicht schlimm. Es ist ja klar, dass man viel redet, nach so einer Vergangenheit ... Also warte ich weiter. Ich möchte ihn überraschen ... ich liebe ihn.
Ich warte noch gut eine Stunde und endlich geht die Türe auf und ein aufgeregter Bill kommt herein. „Gott, Tom! Du kannst dir gar nicht vorstellen, was gerade ist. Wir haben so viel geredet und es ... es fühlt sich so gut an. Einfach gut. Es ist soweit fast alles geklärt und ja ... morgen gehen wir zusammen in die Stadt, die Zeit die wir sozusagen verschenkt haben aufholen!“, fängt Bill an zu erzählen und redet immer weiter ...
„Ich ... ja, das ist doch schön ... ja, das ist es wirklich. Ich freu mich für dich!“, lächle ich ihn liebevoll an, als er nach einer ganzen Weile geendet hat und sie seine Hose und sein Shirt, sowie Socken auszieht und sich zu mir ins Bett legt. „Wollen wir ein Gläschen Champagner trinken? So zur Feier des Tages?“, drehe ich mich auf die Seite und schaue ihn grinsend an. „Hm ... ich weiß nicht, ist schon spät, ich bin müde und morgen muss ich ja fit sein!“, lacht Bill und kuschelt sich in die Decke.
„Oh ... ja okay, dann ... lass uns mal lieber schlafen!“, stottere ich leicht rum, weil ich mich eigentlich drauf gefreut hatte. „Ja, dann wünsch ich dir eine gute Nacht und mach doch mal bitte die Lampe und den Fernseher aus!“ Einen leichten Kuss haucht er mir auf die Lippen. Sehnsüchtig erwidere ich ihn, habe die Wärme und Nähe so sehr vermisst, das ich am liebsten nicht mehr aufhören würde. Aber irgendwann müssen wir das mal. Seufzend schalte ich den Fernseher aus und will gerade an die Tür gehen um das Licht auszustellen, als ich schon Bills leises Schnarchen vernehme und merke, das die Lampe doch gar nicht an ist sondern die Kerzen so ein Licht machen. Ich ... Bill hat sie garnicht bemerkt ...
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