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von ann-susanna    erstellt: 28.11.2009    letztes Update: 09.04.2012    Geschichte, Romanze / P18    (in Arbeit)
„Du lieber Himmel, Dora, was ist denn los?“ fragte Hermine ernsthaft besorgt.
 
„Guck doch mal genauer hin. Siehst Du nicht, wer da neben Deiner ach so tollen Ministerin steht?“
 
Hermine schaute wieder zu der Gruppe und versuchte herauszufinden, wer Dora so in Panik versetzten konnte. Sie erkannte ihre Freundin, von der sie glaubte, sie würde sich sogar mit dem Teufel persönlich anlegen, wenn sie etwas erreichen wollte, nicht wieder.
Als einer der Männer, die mit dem Rücken zu ihnen standen, einen Schritt zur Seite trat, fiel ihr Blick auf den Mann neben der Ministerien, es war Lucius Malfoy.
 
„Siehste“, erklang es neben ihr. „Wenn der Dich mit mir im Schlepptau hier sieht, dann kannste Dir den Job eventuell ganz abschminken, das dürfte doch klar sein. Was macht der Typ eigentlich hier?“
 
„Ich habe keine Ahnung“, erwiderte Hermine wahrheitsgemäß, während sie überlegte, daß Dora mit ihrer Befürchtung vermutlich nicht ganz unrecht hatte. Dora hatte Malfoy im letzten Jahr kennen gelernt und es tatsächlich fertig gebracht diesen gefährlichen Mann in kürzester Zeit so zu reizen, wie niemand vorher. Es wäre nicht ungewöhnlich für seinen Charakter, wenn er es ihr heimzahlen wolle, böte sich nur die passende Gelegenheit.
 
„Es tut mir leid“, flüsterte Dora. „Ich bin Dir ein Klotz am Bein, weil ich meine Hormone und meine große Klappe nicht unter Kontrolle hatte. Es ist nicht fair, wenn Du nun darunter leiden mußt.“
 
„Vergiss es“, erwiderte Hermine. Es wird sich vielleicht noch eine andere Gelegenheit bieten.
 
„Aber keine so gute“, kam von Dora. „Mir ist gerade richtig übel. Ich denke ich werde mich einige Minuten in eines der Gästezimmer zurück ziehen. Diese Zeit kannst Du ja dann für ein Gespräch mit Mrs. Swyring nutzen.“
 
Während Hermine sie noch zweifelnd ansah, schob sich Dora bereits an einigen Gästen vorbei und lief dann schnell hinauf zum Schloss, immer noch befürchtend Malfoy könne sie entdecken. Im Eingangsbereich rannte sie beinahe in Snape hinein, der sich fragte wieso die sonst so furchtlose Freundin von Hermine aussah, als sei der Leibhaftige hinter ihr her. Er packte sie an den Armen um sie abzubremsen und fragte alarmiert „Was ist los? Was ist passiert?“
 
Dora sah ihn düster an und fauchte: „Dein Scheißkerl von Freund ist draußen und wenn er mich hier entdeckt, kann sich Hermine ihre Aufstiegschancen im Ministerium abschminken. Lass mich durch, ich brauche einen Moment Ruhe um mich abzuregen.“
 
Damit riss sie sich los und rannte die Treppen zu den Gästequartieren hinauf. Dort angekommen öffnete sie die erste Tür und ging in den dunklen Raum. Es war das Zimmer, das sie während ihres Aufenthalts hier im Schloss bewohnt hatte, somit wußte sie noch, wie die Möbel standen und konnte sich im Dunkeln orientieren. Sie ging geradewegs auf das kleine Sofa zu, legte sich bäuchlings darauf und seufzte frustriert auf.
 
In diesem Moment hasste sie sich wie nie zuvor in ihrem ganzen Leben. Sich und ihre unbeherrschte aufbrausende Art. Sie alleine war schuld, wenn Hermine die verdiente Beförderung nicht bekam. Es war eine Sache sich selber in Schwierigkeiten zu bringen, eine andere, wenn Unschuldige unter ihrem Verhalten leiden mussten.

Sie war Lucius auf einem Ball des Ministeriums begegnet, als sie eigentlich schon fast zu betrunken war, um noch klare Entscheidungen fällen zu können. Er hatte mit ihr geflirtet und sie war prompt darauf eingestiegen. Er war so anders, als die Männer, die sie bisher kennen gelernt hatte. Sie hatte es genossen ihn zu reizen und mit ihm zu spielen, wobei sie wußte, er tat dasselbe mit ihr. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt nicht gewußt wer er war, aber er hatte ihr gefallen und so war sie mit ihm im Bett gelandet.

Leider hatte er eine Art an sich, die sie auch in nüchternem Zustand reizte, was dazu führte, daß sie später noch eine verbale Konfrontation hatten, die sie sich bis heute nicht verzeihen konnte. Dieser Mann brachte sie in einer Millisekunde auf 180, wieso, wollte sie nicht ergründen. Sie wünschte sich nur, sie wäre Malfoy nie begegnet oder hätte sich ihm gegenüber zumindest nicht zu manchen Äußerungen hinreißen lassen. Aber es war zu spät.
 
Der Schaden war angerichtet und sie grübelte, ob es eine Möglichkeit gab ihn irgendwie zu begrenzen. Sie könnte Lucius vielleicht um ein Gespräch unter vier Augen bitten, um sich für ihr Verhalten zu entschuldigen und ihn zu bitten die Sache zu vergessen.

„Nein“ dachte sie, bei jedem anderen hätte so etwas eventuell Erfolg, aber nicht bei ihm. Er würde sie wahrscheinlich eiskalt abblitzen lassen. Er würde sofort wissen, daß sie diese Entschuldigung aus anderen Gründen versuchte und dann mit sardonischem Grinsen genau das tun, was sie verhindern wollte.
 
Dora stiegen die Tränen in die Augen, als ihr die Ausweglosigkeit dieser Situation zu Bewusstsein kam. So reagierte sie nicht, als sie plötzlich zwei Hände auf ihrem Nacken spürte, die sie langsam begannen zu massieren.

„Ach Sam“, sagte sie leise. „Danke, daß Du nach mir siehst. Mach Dir keine Sorgen, es geht mir gleich wieder gut.“

Sie entspannte sich langsam, während sie die Nackenmassage genoss und dabei schläfrig wurde.
 
„Weißt Du, Sam, ich habe großen Mist gebaut. Ich habe meine einzige und beste Freundin, die immer zu mir stand, in eine peinliche Lage gebracht und alles nur, weil ich mich mal wieder nicht beherrschen konnte. Ich bin das Letzte.“
 
Als sie keine Antwort erhielt, begann sie leise zu schluchzen. Sam massierte mittlerweile tröstend ihren ganzen Rücken und sie sank in einen leichten Schlaf.
 
Als Dora erwachte brauchte sie einige Minuten, bis ihr klar wurde, wo sie war. Sam war scheinbar gegangen, als sie eingeschlafen war und Dora dankte ihm innerlich noch einmal für seine fürsorgliche Art sie still zu trösten.

Sie stand auf und ging ins angrenzende Bad, wo sie ihr Make-up und ihre Frisur auffrischte. Sie hätte es gerne einfach mit einem kleinen Zauber erledigt, aber da ihr Talent in diesem Bereich äußerst fragwürdig war, und sie nicht mit einem grün und einem blau geschminkten Auge wieder unter den Gästen auftauchen wollte, musste sie einige Minuten Zeit investieren.
 
Hermine hatte es unterdessen geschafft mit der Ministerien in ein Gespräch zu kommen und so erfahren, daß sie tatsächlich auf der Auswahlliste für die Stelle als Abteilungsleiter stand.

Mrs. Swyring war eine nette , wenn auch leicht hochnäsige Person, die sich allerdings, wenn man sie entsprechend hofierte, als umgänglich und auch interessiert erwies. Sie schien von Hermine beeindruckt, was sie auch offen sagte und versprach, bevor sie sich wieder einem anderen Gast zuwenden wollte, sich für sie einzusetzen und lächelte ihr zum Abschied noch einmal freundlich zu.
 
Als Hermine später mit Severus sprach und ihm freudestrahlend berichtete, gute Chancen auf eine Beförderung zu haben und somit als erstes Dora wieder zurückholen würde, bemerkte sie nicht, daß dieses kleine Gespräch von einer Person belauscht wurde. Die Person quittierte die ungewollt mitgehörten Informationen mit einem kleinen Lächeln und ging dann in Richtung Apparierplatz um das Fest zu verlassen.
 
Während Hermine und Snape sich noch unterhielten, sahen sie Dora wieder vom Schloss her auf sich zukommen. Sie blickte sich unterwegs suchend um und kam dann schon fragend auf die beiden zu. „Habt ihr Sam irgendwo gesehen? Ich halte es für besser, wenn ich hier verschwinde, bevor es zu einer unangenehmen Konfrontation kommt.“
 
Obwohl Hermine versuchte sie zum Bleiben zu überreden, ließ sich Dora nicht umstimmen und suchte weiterhin nach ihrem Begleiter, um so schnell wie möglich das heiße Parkett hier zu verlassen. Nach einigen Minuten fanden sie ihn im Gespräch mit einer hübschen kleinen Rothaarigen, die wenig begeistert schien, weil ihre neue Bekanntschaft sich verabschieden wollte.
 
Dora beschloss nicht für noch mehr unglückliche Personen in ihrem Umkreis verantwortlich zu sein und sagte zu Sam: „Bleib doch bitte noch hier. Ich werde sowieso direkt ins Bett verschwinden und keine Unterhaltung mehr sein.“
 
Sam nickte offensichtlich erleichtert und erwiderte: „Ich glaube, ich werde mich nicht langweilen.“
 
„Bestimmt nicht“, meinte Dora lächelnd mit dem Kopf auf die Rothaarige deutend. „Und nochmals Danke, daß Du Dich vorhin so lieb um mich gekümmert hast.“
 
Dann drehte sie sich um und ging schnell zum Apparierplatz. Ihr Aufbruch war so hastig, daß sie nicht mehr hörte wie Sam hinter ihr Hermine und Snape fragte: „Was hat sie gemeint, ich hätte mich um sie gekümmert? Wo war sie denn die letzte Stunde?“
Worauf alle drei ihr fragend hinterher sahen.
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