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Geschichte: Fanfiktion
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von Angelchen
erstellt: 14.11.2009
letztes Update: 02.07.2010
Geschichte, Allgemein / P16
(fertiggestellt)
Genre: Allgemein
Rating: PG-16
Disclaimer: Bill, Tom, alles was mit Tokio Hotel in Verbindung steht. Ich verdiene nichts, etc.
Claimer: Die von mir erfundenen Personen genauso wie die Idee der Story. Ähnlichkeiten zu anderen Geschichten sind nicht beabsichtigt.
Zusammenfassung:Shay hatte ihre große Liebe gefunden – und verlassen. Zwei Jahre später lebt sie glücklich in einer WG mit ihrer kleinen Tochter und ihrer besten Freundin. Zu ihrer großen Liebe hat sie keinen Kontakt mehr, von seiner Seite ist da nur noch Hass. Tom und Shays Schwester setzen sich in den Kopf, die beiden wieder zusammen zu führen, sehr zu deren Missfallen, und dann ist da auch noch Bills Freundin, die etwas dagegen hat.
Zusatz: Ich werde einmal die Woche posten und das auch regelmäßig, ab und zu gibt es die Möglichkeit, auch zwischen drin mal zu posten ;) Kommentare beantworte ich direkt mit der Antwortfunktion.
EDIT im Mai 2010: Am Anfang sind die Kapitel noch etwas kurz, werden aber mit der Zeit hin länger.
Und jetzt Vorhang auf für „Der Sonne entgegen“!
Kapitel 1 - Beste Freunde und andere Katastrophen
„Danke, Leute, oh mein Gott, danke! Wir sehn uns nächste Woche, wenn ihr wollt, wieder hier, 8 Uhr! Wir lieben euch, vielen Dank!“ Mit einem Strahlen im Gesicht verlasse ich die Bühne, streiche mir eine verschwitzte, rötlich schimmernde Strähne aus dem Gesicht und werde von meiner besten Freundin erschreckt, die backstage gewartet hat.
„Ihr wart super, Süße!“ ruft sie mir auch schon entgegen und hüpft aufgeregt auf und ab. Ich grinse und lasse mich umarmen, wobei sie mich fast umschmeißt mit ihrer Euphorie. Sie begleitet mich fast jedes Wochenende zu unseren Auftritten in unserem kleinen Stammclub hier in Düsseldorf, aber mir kommt es fast so vor als wäre sie jedes Mal begeisterter. Und davor definitiv aufgeregter als ich! Ich will nicht sagen, dass es Routine ist, schließlich spüre ich jedes mal wieder den Adrenalinkick, aber es nun doch nichts so Besonderes, dass ich jedes Mal vor Lampenfieber fast sterben würde.
„Hey Shay, Babe, krasse Performance!“ Dave, der Drummer unserer Band, gibt mir ein High Five und zieht mich dann in eine Umarmung. Ich spüre seine warme Haut an meiner und bekomme eine Gänsehaut. Es ist definitiv kein Geheimnis, dass wir ab und zu mal eine kleine Affäre am Laufen haben. Wir lieben uns nicht, aber er sieht definitiv sexy aus, wenn ihm so wie jetzt das Tshirt verschwitzt am Körper klebt. Seine Eltern kommen aus Mexiko und dementsprechend gebräunt sieht er auch im tiefsten Winter noch aus. Ich bin immer neidisch, denn Solarium würde ich meiner Haut nie antun! Ekelhaft, so mit Hautkrebs und so. Ich bleibe einen Augenblick an seinen blitzenden, dunklen Augen hängen, dann wende ich mich schnell ab. Böse Shay! Auch meine anderen Jungs kommen endlich von der Bühne, sie lassen sich immer noch ewig feiern und genießen das Publikum. Oder sagen wir, die kreischenden Mädels. Von denen haben wir nämlich auch ein paar. Die Jungs ziehen mich manchmal damit auf, dass ich keine Groupies habe. Angeber! Als ob ich DAS nötig hätte. Mal ganz davon abgesehen, dass sich garantiert ein paar von den Typen da unten im Club nicht lange bitten lassen würden, wenn ich eine gemeinsame Nacht vorschlagen würde.
„Hey Phil, das war heut aber ein geiler Hänger beim letzten Song, wa?“ Ich muss mich anstrengen, mir das Lachen zu verkneifen. Natürlich hat er sich nicht verspielt. Er ist ein wahnsinnig guter Gitarrist und lässt sich ebenso wahnsinnig leicht ärgern. Ich muss auch nur eine Sekunde warten, in der er mich verwirrt anschaut, dann springt er mir fast an die Gurgel und setzt einen beleidigten Blick auf.
„Nee Schatz, ich weiß doch, dass du dich nicht verspielt hast.“ lenke ich schnell ein, muss allerdings doch lachen und alle anderen brechen ebenfalls in schallendes Gelächter aus. Sein Gesichtsausdruck mit dieser Schmolllippe zieht eben nur bei seinen Fans. Wir haben uns schon zu sehr dran gewöhnt. Phil ist die Band Pussy. Zierlich, blond und ziemlich zickig. Außer ihm und Dave ist da noch Colin, süße 18 Jahre alt, sieht sowas von unschuldig und lieb aus mit seinen schokobraunen Haaren und Augen in derselben Farbe, aber er hat es faustdick hinter den Ohren! Er ist damals von zu Hause abgehauen, um bei uns mitspielen zu können. Kam erst raus, als die Polizei auf einmal mit uns auf der Bühne stand. Inzwischen hat sich das aber geklärt und er wohnt glücklich in einer WG zusammen mit Dave. Und wie ich das so mitbekommen habe, schläft er selten mal ne Nacht allein. Nicht mit Dave natürlich, mit Mädchen meine ich! Phil ist übrigens schwul. Vielleicht erklärt das auch, warum er so ne Pussy ist. Mir fehlen leider die Vergleichsmöglichkeiten, da er mein einziger schwuler Freund ist. Ich liebe sie sowieso alle drei! Meine Jungs!
„Und jetzt, wo geh’n wir Party machen?!“ unterbricht mich Chrissi, meine beste Freundin, unternehmungslustig. Ich schüttele nur bedauernd den Kopf.
„Nirgends, ich bin so fertig, die Uni schafft mich. Ich bin froh, dass ich bis jetzt noch nicht von der Bühne gekippt bin.“
Chrissi kaut auf ihrer Unterlippe herum.
„Man, du Langweilerin. Gut, dann geh’n wir eben zu dir und bestellen Pizza. Sounds good?!“ Ich will gerade dazu ansetzen etwas zu antworten, als ich schon laut übertönt werde. Klar, erwähne das Wort Pizza und diese immer hungrigen Monster werden lebendig und erheben sich blitzschnell von den Garderobenbänken. Aber ein Spaßverderber bin ich ja auch nicht, deshalb verdrehe ich nur die Augen und schnappe mir meine Tasche. Zusammen machen wir uns auf den Weg nach draußen. Die kühle Nachtluft lässt mich frösteln, woraufhin Dave einen Arm leicht um meine Schultern legt.
„Kalt?“ grinst er und ich schaue provozierend zu ihm hoch.
„Nein, wie kommst du darauf?“
„Ich dachte nur.“ grinst er weiter, lässt mich wieder los und schaut sich nach den anderen um.
„Kommt ihr, ihr Schlafmützen? Ich hab verdammt noch mal Hunger!“ brüllt er und auch ich drehe den Kopf um zu sehen, wo sie bleiben. Normalerweise wirkt das Wort ‚essen‘ immer, wenn man sie dazu bekommen will, irgendwo hinzugehen.
„Phil hat was vergessen, er ist grad noch mal rein.“ meckert Colin und ich verdrehe mal wieder die Augen. Ich glaube, dass ich irgendwann noch mal Augenprobleme bekommen werde, weil ich sie so oft verdrehe. Ist aber ganz offensichtlich nicht meine Schuld! Mit diesem verrückten Haufen, den ich meine Freunde nenne, geht das gar nicht anders.
Wenig später sitzen wir dann alle endlich in den Autos. Ich sitze am Steuer meines kleinen grünen Opel Corsas, den ich über alles liebe. Er ist mein kleines Fröschlein. So nenne ich ihn auch ungeniert. Außer wenn ich sauer auf ihn bin! Dann heißt er Kröte. Dabei sieht er gar nicht aus wie eine Kröte, er hat ein wunderschönes lindgrün.
Zum Glück sind die Straßen relativ leer und wir brauchen nicht lang zu meiner Wohnung, die sowieso nahe am Zentrum liegt. In der wohne ich mit Chrissi, und das schon seit zwei Jahren! Vor zwei Jahren bin ich hier her gezogen, von Magdeburg. Naja, sagen wir, einem kleinen Kaff in der Nähe von Magdeburg. Kennt aber eh keiner! Dort wohnen auch heute noch meine Eltern zusammen mit meiner jüngeren Schwester Kayla. Ja ich weiß auch nicht, was meine Eltern mit den amerikanischen Namen haben! Ich heiße Shaylin Rae und meine Schwester Kayla Ann. Unser Nachname ist übrigens Holten. Wir sind eindeutig gestrafte Kinder! Egal, da bin drüber weg. Mittlerweile mag ich meinen Namen. Oder Shay, wie ich meistens genannt werde. Jedenfalls bin damals hier hergezogen, weil ich mich von meinem Freund getrennt habe und etwas Neues brauchte. Ich besuche meine Eltern eigentlich nie, sie waren aber schon ein paar mal hier. Wir telefonieren echt oft, trotzdem vermisse ich sie wahnsinnig. Und Kayla natürlich auch! Seufzend parke ich meinen kleinen Frosch und Chrissi reißt auch schon die Tür auf. Sie weiß genau, dass ich das hasse!
„Scheiße, ich hab keinen Schlüssel!“ fällt ihr plötzlich ein und ich muss kichern.
„Wann hast du den denn jemals dabei?“ antworte ich resigniert und sie grinst verlegen. Mein kleines Schusselchen. Nicht nur einmal hat sie mich spät nachts aus dem Bett geklingelt, weil sie ihre Schlüssel entweder daheim oder woanders vergessen hatte.
Gemeinsam steigen wir die Treppen nach oben, die Jungs folgen laut grölend. Sie sind immer so aufgedreht nach einem Auftritt. So wie Chrissi! Ich bin die Einzige, die immer total ausgelaugt ist. Ich sag‘s ja, als Sängerin hat man den härtesten Job.
Kaum sind wir drinnen, haben es sich die drei Helden auch schon auf der Couch bequem gemacht und Phil schaut mich erwartungsvoll an.
„Einmal bitte eine große Pizza mit Salami und Artischocken!“ ruft er nach kurzem Nachdenken und ich stemme die Hände in die Hüften.
„Wie wär‘s, wenn ihr einfach selbst anruft?“ schlage ich vor, doch seltsamerweise findet der Vorschlag keinen Anklang, denn sie überbieten sich gegenseitig mit ‚Wer am lautesten Nein sagen kann‘. Solche Kindsköpfe gibt’s auch nur einmal. Dabei sind Dave und Phil beide 24, während unser Küken Colin ja wie gesagt erst 18 ist.
„Ich bestell schon.“ erklärt Chrissi sich bereit und ich nicke ihr dankbar zu, lasse mich dann in einen Sessel fallen und lege die Füße auf den Tisch. Für heute kriegt mich hier keiner mehr weg.
Wir schauen eine Weile Spongebob Schwammkopf bis endlich die Pizza kommt, dann stürzen sich die drei Jungs mit Heißhunger darauf als hätten sie seit Tagen nichts zu essen bekommen. Dabei warn wir vorm Auftritt noch beim Chinesen. Chrissi und ich teilen uns eine Pizza Hawaii, wie immer, und schütteln nur den Kopf über diese Chaoten. Ich lasse meinen Blick über die vier schweifen. Sie sind meine besten Freunde. Und ich liebe sie wahnsinnig! Ich weiß nicht, was ich hier ohne sie machen würde.
Ich kam hier her und habe eine Wohnung gesucht, möglichst in der Nähe der Uni, möglichst schnell. Chrissi hatte eine Anzeige in der Zeitung aufgegeben und ich hatte mich daraufhin bei ihr gemeldet. Ich war vorbei gekommen und mein erster Gedanke war gewesen: Scheiße, was für ne Barbie! Zum Glück hatte ich mich von diesem Eindruck nicht täuschen lassen und wir waren zusammengezogen. Seitdem sind wir beste Freundinnen, optisch das genaue Gegenteil, aber innerlich seelenverwandt! Bestimmt, da glaube ich dran! Sie hat blonde Locken, ein hübsches, puppenhaftes Gesicht und kleidet sich extrem stylish. Ich habe schulterlange, rotbraune Haare, was sich allerdings alle paar Wochen mal ändert, ein relativ normales Gesicht, würde ich sagen, und meine Klamotten sind immer das, was mir gerade gefällt. Mal verrückt punkig, schreiend bunt, mal düster und manchmal Jeans und Tshirt. Je nachdem wie mir danach ist. Chrissi macht eine Ausbildung zur Kostümbildnerin. Traut man ihr gar nicht zu, wenn man sie so sieht, aber sie ist unglaublich kreativ und hat die Hälfte ihres Kleiderschrankes selbst geschneidert. Manchmal kreiert sie mir etwas, wenn ich es in einem Magazin sehe und daran verzweifel, wie teuer es ist.
Jedenfalls war es dann so, dass eine Band einen Sänger gesucht hat. Da ich singen liebe und es schon seit meiner Kindheit tue, bin ich einfach mal zum angegebenen Zeitpunkt zum Treffpunkt gegangen. Die Gesichter der drei hätte mal jemand fotografieren müssen. Später haben sie mir erzählt, dass sie ganz schön beeindruckt davon waren, dass ich als Mädchen dahin kam obwohl sie nach einem Sänger gesucht haben. Jedenfalls warn sie von mir begeistert. Und seitdem bin ich Bestandteil der tollsten Band der Welt – Lollipop. Den Namen ist übrigens auch auf meinen Mist gewachsen. Die nannten sich davor doch allen ernstes The Dark Devils. Der Kindergarten lässt grüßen! Und nein, ein Lollipop ist nicht Kindergarten! Ich liebe Lollis! Immer und überall!
„Shayyyyy, TELEFON!“ reißt Chrissi mich dicht neben meinem Ohr aus meinen Gedanken und ich fahre erschrocken auf. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass es geklingelt hat. Schnell greife ich nach dem Hörer und halte ihn mir ans Ohr.
„Hallo?“
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