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Oneshot: Wissend, aber nicht ahnend
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von Hannah12    erstellt: 11.11.2009    letztes Update: 11.11.2009    Drama / P12    (fertiggestellt) 1 Review
Oneshot: Wissend, aber nicht ahnend

Die Gedanken fliegen umher, verwirren mich.
Versuche sie zu begreifen, scheitere immer wieder.
Meine Augen zucken hin und her, nichts Bestimmtes erfassend.
Wie fühlt es sich noch mal an glücklich und unbeschert zu sein?? Ich habe es vergessen.
Meine Lippen bewegen sich auf und nieder, kein Wort verlässt sie.
Wann hatte ich aufgehört IHN zu hassen?? Ich weiß es nicht.
Meine Hände liegen zitternd auf meinen Knien, seit Stunden tun sie Dieses schon.
Wie habe ich früher doch immer mit ihnen ellenlange Texte geschrieben?? Ich kann es mir nicht mehr vorstellen.
Meine Haare hängen glatt vor meinem Gesicht, verdecken es.
Hatte ich früher sie nicht immer genervt hinter meine Ohren geklemmt?? Heute ist es mir vollkommen egal.
Meine Ohren sind taub für meine Umgebung.
Bin ich früher nicht immer bei jedem ach so kleinem Geräusch zusammengezuckt?? Jetzt höre ich nichts mehr.
Meine Nase ist kraus nach oben gezogen.
Fand ich das früher nicht immer unschön?? Im Moment ist es mir egal.
Meine Klamotten kleben an mir.
Hasste ich es früher nicht immer allein im strömenden regen zu sitzen?? Ich möchte gerade nichts lieber tun.
Meine Arme habe ich um mich geschlungen, sie halten mich.
Fand ich das früher nicht immer albern?? Es ist so befreiend und einengend zugleich.
Meine Beine habe ich angewinkelt, es ist unbequem.
Hätte ich in so einer unbequemen Situation mich früher nicht immer ins Warme und Bequeme gebracht?? Jetzt möchte ich am Liebsten für immer hier sitzen bleiben.
Mein Körper verkrampft, zerrt überall herum.
Hatte ich mich früher nicht immer vor Schmerzen gekrümmt und laut geschrien?? Heute sitze ich stumm da und lasse es über mich ergehen.
Kälte umgibt mich, umschließt jede Faser meines Körpers.
Lässt mich erzittern, mich wimmern.
Ich verschließe die Augen, versuchend die Wahrheit nicht zu sehen.
Lege meinen Kopf in den Nacken, wende mich so dem Himmel entgegen, hoffend meinem Herz dorthin folgen zu können. Dem hier entfliehen zu können.
Quälend langsam öffne ich sie wieder, wie soll ich die Welt wieder so wie früher sehen können, wenn ich doch weiß, was für schreckliche Sachen mir, uns, der gesamten Welt bevorstehen??
Wie kann ich über mein Wissen hinwegsehen und so weiter wie vorher leben??
Ein langgezogener Schmerzenslaut entweicht meinen trockenen Lippen.
Was kann ich tun, um das vergessen zu können??
Was kann ich tun, um normal weiterzuleben??
Was kann ich tun, um das zu verhindern??

Denn ich bin wissend, meines eigenen, des meinen Herzens und vieler Anderen Todes.
Jedoch bin ich nicht ahnend, wann es passieren wird, ob es überhaupt dazu kommen muss und wie mein Sohn dies verkraften wird…
 
 
   
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