Fanfiktion / Reale Personen / Musik / Tokio Hotel / Es geht nicht mehr
Kapitel 1
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von Suende    erstellt: 09.11.2009    letztes Update: 09.02.2010    Allgemein / P18     30 Reviews
Autor: Sünde
Fandom: Tokio Hotel
Rating: PG 16
Disclaimer: Die Jungs von Tokio Hotel gehören natürlich nicht mir… ich habe sie mir nur mal kurz ausgeliehen. Ich will mit dieser Story niemanden verletzen, Geld mache ich damit auch nicht. Sämtliche Situationen sind reine Erfindung und entsprechen (vermutlich^^) nicht der Wirklichkeit

*****

Es geht nicht mehr - 01

*****

07.04.2010 Lissabon

Sie starren mich an und tuscheln hinter meinem Rücken. Ich muss mich nicht umdrehen,  brauche es nicht zu sehen, ich spüre es. Und sie haben allen Grund dazu.
Ich habe mich verändert... und bin es leid so zu tun als wäre nichts.
Seit etwas über einem Monat sind wir bereits auf Tour und es bringt mich um.
Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalten soll, es zerreißt mich innerlich.
Einerseits möchte ich sofort alles hinwerfen und an die Öffentlichkeit gehen, aber andererseits würde es den Traum der anderen zerstören und dazu habe ich kein Recht.
Ich fühle mich nur noch selten wohl.
Hatte ich noch vor etwa zwei Jahren das Gefühl mit Tokio Hotel alles erreichen zu können, so wünschte ich mir in diesem Augenblick nichts sehnlicher, als das es vorbei wäre.
Mir wurde schlecht.
Jetzt hatte ich zwei Tage frei eh es zum nächsten Konzert nach Rom ging… zwei Tage die ich nutzen wollte, um wieder ich selbst sein zu dürfen.

Eine kurze SMS und drei Telefonate später war alles geregelt.
Schnell packe ich nur die nötigsten Sachen in meinen Rucksack und schleiche mich zur Tür, spähe vorsichtig hinaus.
Der Flur war leer, so dass ich unbeobachtet zum Aufzug laufen konnte… dachte ich. Doch da hatte ich die Rechnung ohne Gustav gemacht.
Er steht plötzlich wie aus dem Nichts aufgetaucht vor mir und sieht mich fragend an.
„Hast Du noch was vor?“ und beäugt meinen Rucksack etwas misstrauisch.
Nervös kaue ich auf meiner Unterlippe. Was soll ich antworten? Vielleicht die Wahrheit? Gott, ich will es doch schon so lange allen erzählen… auch Bill. War jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen? Nein, nein für meine Situation gab es keinen richtigen Zeitpunkt.
Ich würde alle enttäuschen. Tokio Hotel würde den Bach runtergehen, natürlich erst, nachdem die scheiß Reporter noch mal ordentlich über mich herfallen würden.
Und nicht nur über mich! Das durfte ich doch nicht zulassen. Oh Gott, es ist irgendwie aussichtslos.
Ich beginne zu zittern und die ersten Tränen sammeln sich in meinen Augen. Wegblinzeln, stark sein, durchhalten… mache ich doch schon seit über einem Jahr… muss auch weiterhin klappen… irgendwie.
Eine Tür fällt ins Schloss und erschrocken drehe ich mich um. Bitte nicht.
Bill kommt lächelnd auf uns zu.
„Na ihr Zwei, was treibt ihr hier auf dem Flur. Wollt ihr noch um die Häuser ziehen?“
Ich kann nicht mehr. Halt’s nicht mehr aus.
„Tut… tut mir leid, es tut mir so leid“, schluchze ich und drehe mich um, renne zum Aufzug.
Bill und Gustav rufen mir nach, aber ich reagiere nicht mehr darauf. Die Türen schließen sich.
Gemächlich fährt der Lift ins Untergeschoss – die Tiefgarage.
Bevor sich die Türen öffnen wische ich mir hastig die Tränen aus dem Gesicht und setze meine Sonnenbrille auf.
Als ich aus dem Aufzug trete sehe ich mich suchend um. Hatte ganz vergessen zu fragen, mit was für einem Wagen sie mich abholen.
Aber dann sehe ich schon ein bekanntes Gesicht und ein kleines Lächeln bildet sich auf meinen Lippen. Schnell laufe ich zu ihm, falle ihm ihn die Arme.
„Saki“, hauche ich und kämpfe erneut mit den Tränen.
„Na Kleiner, soweit alles klar?“ fragt er mich lachend.
Gott, wie ich ihn und Tobi vermisse. Apropos Tobi – wo steckt der Kerl?
Ein sanftes *Pling* reißt uns aus unserer Begrüßung, als sich die Aufzugtüren erneut öffnen.
Nein! Das kann nicht sein. Sie sind mir gefolgt.
Bill und Gustav sehen sich um und entdecken uns.
„Tom, wissen sie es?“ fragt Saki mich.
Ich schüttle nur den Kopf.
„Dann beeil dich“, meint er energisch und schiebt mich schnellen Schrittes vor sich her, schubst mich in einen schwarzen BMW der unverzüglich losfährt nachdem er sich neben mich gesetzt hat.
„Hallo Tom“ begrüßt mich Tobi.
Ich nicke nur, sehe im Rückfenster wie Bill und Gustav versuchen uns nachzulaufen.
Ohne Erfolg.
Schnell sind wir aus der Garage heraus und mitten im Großstadtverkehr.
***

„Wir sind in etwa 15 Minuten da“, reißt Tobi mich aus meinen Gedanken.
„Das Ticket ist für dich am Schalter hinterlegt und ein Mietwagen ist am Flughafen in München für dich reserviert“ erklärt mir Saki.
Dankbar lächelnd nicke ich ihnen zu.
„Was würde ich nur ohne euch machen?“ seufze ich.
„Vor die Hunde gehen“ lacht Tobi und blinzelt mir im Rückspiegel zu.
Da hat er vermutlich Recht.
Sie sind die einzigen, die mein Geheimnis kennen und hüten. Selbst jetzt, wo sie schon seit langem nicht mehr für uns arbeiten, stehen sie mir zur Seite, helfen mir wo es ihnen nur möglich ist.
So eine Aktion wie diese hier ist nicht die erste.
Aber vielleicht wird sie die letzte sein?
„Ich werde es ihnen sagen. Ich kann so nicht mehr weiter machen“ sage ich leise.
Saki legt seinen Arm um mich.
„Passt schon, Tom. Sie werden es verstehen. Klar, das Management wird erst mal abdrehen. Aber die kriegen sich auch schon wieder ein. Sorgen mache ich mir allerdings um Bill und deine Eltern. Na ja, mehr um Bill.“
Bill... ja, er ist auch meine größte Sorge. Wie wird er das alles aufnehmen? Vielleicht hasst er mich dann. Ich werde es wohl schon bald erfahren.

Langsam nähern wir uns dem Flughafen und ich mache mich fertig. Haare im Kragen der Jacke verstecken, Mütze auf und möglichst tief ins Gesicht ziehen, Sonnenbrille zurecht rücken, Lippenpiercing raus. Besser geht es jetzt nicht. Muss reichen.
Kaum bin ich fertig, hält der Wagen auch schon neben dem Eingang zur Flughalle. Ich steige aus und hole meinen Rucksack aus dem Kofferraum. Dann gehe ich noch mal zur Beifahrertür. Saki hat es sich auf dem Sitz dort bereits bequem gemacht.
„Na dann... vielen Dank noch mal... für Alles“ sage ich lächelnd.
„Kein Thema, Junge. Machen wir doch gerne. Und jetzt sieh zu das du loskommst, sonst verpasst du noch den Flieger“, grinst Saki.
„Lass dich hier nicht von Fremden ansprechen. Und bestell zu hause schöne Grüße. Wir laden uns dann demnächst mal selbst zum Kaffee ein“ witzelt Tobi.
„Mach ich. Und ihr solltet inzwischen wissen, dass ihr bei uns immer willkommen seid.“
Die Beiden winken mir noch mal kurz zu und fahren dann ab.
Ein Blick auf meine Uhr sagt mir, das mein Flieger bereits in 30 Minuten abheben wird. Verdammt!  Jetzt muss ich mich wirklich beeilen.
***

Es ist bereits nach 2:00 Uhr morgens als ich endlich mein Ziel erreiche.
Ich parke den Wagen in der Auffahrt und schließe so leise wie möglich die Autotür.
Langsam schlendere ich zur Haustür, blicke auf das Schild an der Klingel „Kaulitz“.
Endlich zu hause.
Vorsichtig laufe ich im Flur umher, will niemanden wecken. Ziehe meine Jacke und Schuhe aus, schleiche mich in den ersten Stock.
Die Tür zum Schlafzimmer ist nur angelehnt und ich husche schnell hindurch. Im dunkeln kann ich eine Gestalt im Bett liegen erkennen und ein warmes Gefühl breitet sich in mir aus. Ich ziehe mich bis auf mein Shirt und die Boxer aus und lege mich vorsichtig unter die Decke. Kuschle mich behutsam an den warmen Körper.
„Tom?“ kommt es leise.
Zärtlich lege ich einen Arm um diese wundervolle Person und drücke sie leicht an mich. Meine Hand wird sofort ergriffen und sanft gedrückt.
„Sorry“ ist alles was ich sagen kann. Sie wird es verstehen.
Ein müde geseufztes „Mhm“ ist ihre Antwort.
Ich rücke noch etwas näher und hauche ihr einen kleinen Kuss in den Nacken, den sie mit einem wohligen Seufzen akzeptiert.
Jetzt wird es mir wieder gut gehen... zumindest für die nächsten zwei Tage.


***


Fortsetzung?
 
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