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von JuliaLupin    erstellt: 07.11.2009    letztes Update: 09.11.2009    Geschichte, Allgemein / P12    (abgebrochen)
Kapitel 2: Ein Spiel…


„Gute Tag, Mr. Walker! Schlecht geschlafen?“

„Nein, ich hatte nur einen stressigen Tag. Wenn du bitte von der Tür weggehen würdest!“

„Oho, heute will der hohe Besucher zu mir in die Zelle kommen… Haben sie keine Angst?“

„Liz, nur, weil du ein Vampir bist, heißt das noch lange nicht, dass du mich umbringen wirst.“

„Sie glauben mir also doch…“

„Ich habe dir von Anfang an geglaubt. Wie wäre es, ich stelle ein Frage, dann du, ok?? Wenn du dich weigerst zu antworten, muss ich das auch nicht tun.“

„Ein Spiel…Interessant, ich bin einverstanden.“

„Gut… Also, wie heißt du mit Nachnamen?“

„Mr. Walker…*lacht* Das wissen sie bereits…“

„Beantworte die Frage, Liz.“

„Na gut… Alicia Berenike La Rougch.“

“Du darfst jetzt eine Frage stellen.”

„Wieso gehen sie nicht einfach und lassen sich von meinem Konto Geld überweisen??“

„Das war keine Frage, das war eine Aufforderung.“

„Sie wollen, dass ich Fragen stelle?? Na gut…
Wann sind sie geboren??
Haben sie wirklich Interesse an dem hier??
Oder machen sie das nur, um sich an dem Leid Anderer zu ergötzen??
Oder gefällt ihnen das viele Geld nur??
Haben sie auch nur die geringste Ahnung, wie wir `Verrückte` uns dabei fühlen??
Ihnen, einem völlig Fremden, davon erzählen zu müssen??
Ihnen vertrauen zu müssen??
Ihr Gelaber anhören zu müssen, von wegen, sie wollen helfen?? Sie würden uns um Lasten erleichtern?? Sie könnten uns verstehen??
SIE HABEN JA KEINE AHNUNG!!!!“

„Am 24. 09. 1903.
Ja, ich habe Interesse.
Nein, so ein Mensch bin ich nicht.
Geld verdiene ich nicht, ich mache das hier ehrenamtlich.
Und ja, ICH habe Ahnung davon, wie es ist!!!!
Sie sind nicht die Erste und Einzige, die so etwas durchmachen muss, aber mir hat es geholfen!! Deswegen wollte ich Psychologe werden!! Um Anderen zu helfen, wie man mir geholfen hatte, jedoch ohne sie um die Existenz zu berauben…“

„Oh, sie Ärmster… Hat Mami sie nicht lieb gehabt?? Hat sie ihren kleinen Bruder immer bevorzugt?? Das ist aber jammerschade…“

„Das waren jetzt insgesamt elf Fragen, die ich zurückstellen darf…
Wie alt warst du, als du verwandelt wurdest??“

„15.“

„Wie heißen deine Eltern?“

„Antonius Hubertus La Rougch und Elisabeth Pandora (geb. Prewett) La Rougch.”

“Wann bist du geboren??”

„Am 15. 06.“

„Und welches Jahr??“

„Dazu muss ich ihnen etwas erzählen…“

„Etwas?? Du kannst mir doch die ganze Geschichte erzählen.“

„*seufzt* Ok, vielleicht… Aber verurteilen sie mich nicht.“

„Nein, keine Sorge. Mache ich nicht.“

„Ich erzähle ihnen… alles, aber… wenn sie Fragen haben, stellen sie sie ruhig. Jedoch müssen sie wissen, dass ich früher nicht besonders nett war. Ich hatte Angst verletzt zu werden, deswegen stellte ich auf eiskalte Prinzessin um. Sie dürfen mich bitte nicht wegen meine frühereren Vergangenheit verurteilen… ich wollte mich damals nur selbst schützen…“

„Wie war denn dein Verhältnis zu deiner Familie??“

„Mein Vater war oft auf Reisen, er kam nur zu Weihnachten und zu Geburtstagen. Ich war seine kleine Süße, ich liebte ihn sehr. Meine Mutter starb bei meiner Geburt, meine Stiefmutter war nicht sonderlich nett zu mir. Ich will jetzt nicht sagen, dass sie mich wie Aschenputtel behandelt hat, nein. Sie hat mich schlicht ignoriert, wenn sie kochte, dann holte ich mir meinen Teller aus dem Schrank und setzte mich daneben, auch, wenn für eine weitere Person außer ihr, ihren beiden Töchtern und später auch ihrem Sohn nicht gedeckt war. Sie behandelte mich, als sei ich nicht da.
Sonderlich gestört hatte mich das nie. Immerhin hatte ich meinen Vater und dann auch noch meinen kleinen Halbbruder.
Doch es sollte nicht immer so sein…
I-Ich dachte damals, dass ich ein ganz normales Leben führen würde…
Doch so war es nicht…
Alles änderte sich… an diesem Tag…“

„Was passierte denn an diesem Tag??“

„Es war ein Frühlingsmorgen. Ich wachte normal auf, aber etwas war anders. Ich schaute mich in meinem Zimmer um, als ob ich etwas ungewöhnliches nicht sofort bemerken würde *lacht*. Ich war schon immer sehr aufmerksam gewesen. Zu Hause durfte ich nicht so frech sein, wie in der Schule. Ich hätte sonst Schläge bekommen. Ich hatte so ein komisches Gefühl im Bauch, erst dachte ich an Bauchschmerzen, lachte dann aber doch selber über mich: Ich und Bauchschmerzen?? Was für eine bescheuerte Vorstellung…
Ich machte mich für die Schule fertig, ging in die Küche und frühstückte.
Claire, meine Stiefmutter, schmiss mich irgendwann hinaus.
Dieses Gefühl, es wuchs mit jedem Schritt mehr und mehr…“

„Was für ein Gefühl??“

„Mir ging es gut, aber…“

„Was aber?“

„Ich hatte Angst…“

„Wovor?“

„Das weiß ich nicht…“

„Wie meinst du das?“

„Ich wusste es damals schon nicht…“

„Erzähl mir doch bitte, warum du Angst hattest.“

„Ich habe ihnen doch schon gesagt, dass ich es nicht weiß… noch nie gewusst habe… warum ich damals Angst hatte…“

„Ist denn damals irgendetwas passiert, was dich Angst haben lassen konnte?“

„Nein… Jedenfalls außer… dem.“

„Außer was?“

„… außer meinem … Tod.“
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