Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
«
»
von nicee    erstellt: 06.11.2009    letztes Update: 05.04.2010    Geschichte, Allgemein / P18    (fertiggestellt)
„Cut!“ Der Regisseur nickte zufrieden.
Lockernd schüttelte ich meine Schultern aus und atmete tief ein.
Gott, das war ein Spaß, diesen Film zu machen, aber es war auch verdammt anstrengend.
Seit Monaten schon ertrug ich den Stress kommentarlos, um nicht von irgendeinem aus einer Waldorfschule ausgetauscht zu werden.
Erfreulicherweise war ich mit ausgeprägten Muskeln und einem ansehnlichen Körperbau von vornherein gesegnet gewesen.
Aber so langsam…
„Taylor?“ rief mich Chris zu sich. „Super! Echt! Aber hör mal, für heute machen wir Schluss. Es wird gleich dunkel. Morgen will ich die Szene mit Edward und Bella drehen, also... genieß Deinen freien Tag!“ schloss er und klopfte mir dabei auf die Schulter.
Genießen.
Hmm hm.

Auf Anhieb fielen mir mehrere Möglichkeiten ein, diese Nacht und den folgenden Tag zu genießen... und es gab nur eine einzige Person, mit der ich das gern getan hätte.
Nickend lächelte ich ihn an. „Ja, mach ich. Danke. Falls was anliegt, ich hab´s Handy dabei.“
Hoffentlich rufst Du an, ich werde mich sonst zu Tode langweilen. Ansonsten bleibt mir nur, mich mit der Mundharmonika zu vergnügen.
Laut sagte ich das natürlich nicht.

Verdammt, ich vermisste meine Familie.
Das super Erdbeer parfait meiner Mutter.
Am liebsten wollte ich ihnen sofort einen kurzen Besuch abstatten, aber ich saß hier wohl in dieser Einöde fest. Mitten im saukalten Nirgendwo. Garantiert gab es einen gruseligen Friedhof direkt hinter dem Set.
Und ständig pisst es!
Genervt rannte ich durch den Nieselregen zum Wohnwagen.
Ich wollte mich nur noch umziehen und ins Auto schmeißen,
Ich musste einfach mal raus hier.

Aber da… wie erstarrt blieb ich auf der Stelle stehen.
Sie!
Auch durch das kleine Wohnwagenfenster war ihre grimmige Miene deutlich zu erkennen.
Einen Moment lang überlegte ich, dieser Zicke aus dem Weg zu gehen.
Aber ich hatte es eilig, hier wegzukommen.
Und da sie ja nun mal die Assistentin hier war, die alles managte, alles über jeden wusste, immer überall dabei war oder einfach auftauchte, ließ es sich nicht einrichten, den Kontakt zu vermeiden.
Ich wollte ihn eigentlich auf das Nötigste beschränken, aber...
Du fühlst Dich einfach zu lebendig in ihrer Nähe!, flüsterte meine innere Stimme.
„Das liegt nur daran, dass wir in einer Tour zanken.“ zischte ich.

Sie bewegte die Lippen und fuchtelte mit den Armen, irgendetwas baumelte von ihrer Hand. Ich lachte laut auf.
Sie führte Selbstgespräche!
Haha, sie streitet ausnahmsweise mal mit sich selbst.

Wie cool konnte sie da schon sein?

Mit zwei großen Schritten war ich an der Wohnwagentür, stieß sie auf und sprang mit einem lauten „Bam!“ in dem Moment in den Innenraum, als die Tür krachend an die Wand knallte.
Panisch ließ sie das fallen, was sie in der Hand gehalten hatte, schrie leise auf und blinzelte geschockt.
Badabingbadaboom !“ Innerlich glucksend riss ich die Arme hoch.
Nur um diesen Blick zu sehen, hatte sich der Spaß gelohnt! Ich amüsierte mich prächtig.

Aber schon wurde ihr Ausdruck wieder mürrisch, sie verdrehte die Augen und fragte knapp: „Was?“
Obwohl sie sonst nichts sagte, hörte ich ihr Idiot! ziemlich deutlich raus.
Ihre tschitscheringrünen Augen blitzten dabei wild, und obwohl sie ihre Lippen fest aufeinander presste, wirkten sie voll und einladend.
Und... hmm.
Interessant, was sie da eben in der Hand gehalten hatte – und fallen lassen, als ich herein gestürmt war.
Sie in diesem Teilchen zu sehen... und nur darin... Mir lief das Wasser im Mund zusammen.
„Oh. Deiner? Nett.“ Ich kicherte, als ich aus dem Augenwinkel ihre Reaktion beobachtete.

Ich hatte mich schon öfter gefragt, ob sie nur auf mich so... empfindlich reagierte.
Jeder andere hier behauptete steif und fest, sie war cool.
Immer.
Nichts brachte sie je aus der Ruhe.
Wenn wir uns begegneten, kam sie mir aber eher nervös vor.

„Was willst Du?“ Es klang, als wollte sie mich schnell loswerden.
„Mal wieder schlechte Laune? Ich glaube, wir sollten auch mal...“ Ich zeigte mit dem Kopf in Richtung Couch, die – das war hier allgemein bekannt – als Stelldichein-Plätzchen genutzt wurde.
„Ich glaub, dann geht´s Dir besser.“ Anzüglich grinsend öffnete ich die Arme.
Vor meinem inneren Auge sah ich uns in einer heißen Umarmung wild knutschend auf dem Sofa... sie bückte sich nach dem Spitzenslip... und trug nur noch ihn auf mir liegend in meinem Tagtraum.

„Was willst Du?“ wiederholte sie schneidend.
Wenn uns der Platz auf der Couch zu eng wurde, konnten wir uns immer noch ein Zimmer nehmen, da konnte ich mich wenigstens mit netten Fesselspielen von ihrer schrillen Stimme ablenken.
Ach, ich würde sie einfach küssen, bis sie so atemlos war, dass kein Ton mehr rauskam!
„Dich.“ Mit den Bildern vor Augen und einer unmittelbaren Reaktion meines Körpers konnte ich gar nicht anders.
Allerdings wollte sie das wohl weder hören noch sehen, so wie sie erstarrte.
Oh Mann. Tu was! Lenk Dich – und sie – ab!
Der Kühlschrank schien als beste Ausrede herhalten zu können.
Bewegungslos folgte ihre kalten Augen jeder meiner Bewegungen, als ich einen Müsliriegel aus dem Seitenfach kramte. Ich konnte ihren stechenden Blick im Rücken spüren. Meine Haut prickelte.

Melancholisch dachte ich an die vielen Angebote von Fans und Groupies. Wieso konnte das mit ihr nicht auch so einfach sein?
Obwohl… wenn ich von dem Ausgleichspunkt ausging, dass ich sie nervös machte…

Aus dem Impuls heraus drehte ich mich wieder zu ihr um und öffnete den ersten Knopf meines Hemdes.
Ihre Augen wurden größer.
Der nächste Knopf.
Sie starrte.
Der nächste.
Ich spürte die kalte Luft auf meiner nackten Brust. Und ihren heißen Blick.
Oder war das nur Einbildung?

Wie gebannt ging ich einen Schritt auf sie zu.
Unauffällig wischte sie ihre Hände an ihrer engen Jeans ab.
Sie hatte eine Traumfigur in dieser Hose... absolut knackig.
Ty! Schluss! Reiß Dich zusammen! Immerhin musst Du noch ´ne halbe Ewigkeit mit dieser Zicke arbeiten! schrie es in meinem Kopf.
Aaarh. Ich hasste es, vernünftig zu sein.
Gespielt verführerisch zwinkernd fragte ich scherzhaft: „Bin ich nicht ein flauschiges Kuschelwölfchen ?“
«
»
Anzeigeoptionen|Review schreiben|Regelverstoß melden|★SocialBookmark
◄   Schriftgröße|Schriftart|Zeilenbreite|Ausrichtung|Zeilenabstand
◄   10px|12px|15px|17px|19px
◄   Times|Arial|Helvetica
◄   25%|50%|75%|100%
◄   Linksbündig|Blocksatz
◄   gering|normal|groß|sehr groß
> Nutzungsbedingungen <   > Datenschutz <   > Impressum <          v3.3-6311