■
Geschichte: Fanfiktion
/ Computerspiele
/ Tales of Symphonia
/ Die Liebe zum Auserwählten!
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
von xXSasukeUchihaXx
erstellt: 01.11.2009
letztes Update: 30.12.2009
Geschichte, Romanze / P18 Slash
(fertiggestellt)
„Seit der Reise mit Zelos ist nichts mehr passiert. Es herrscht nun Frieden und alle scheinen Glücklich zu sein“ murmelte Lloyd und seufzte erneut. Ja, alle schienen Glücklich zu sein, nur er irgendwie nicht. Vor einigen Wochen war er wieder zurück, doch irgendwie fehlte ihm die sonstige Lust, Spaß zu haben. Früher hätte er einfach Blödsinn im Unterricht gemacht, doch nicht mal das tat er mehr. Nein, er lernte seit neuesten, schrieb bessere Noten, welche ihn Stolz machten. Nur, seine Freunde schienen sich deswegen Sorgen zu machen, da er doch sonst nicht der Typ dafür war, welcher auf einmal anfing zu lernen und dann auch noch im Unterricht aufpasste. Nein, Lloyd musste sich eingestehen, er hatte sich verändert, hatte auch ein wenig an Reife gewonnen, das alles nur, durch die wahre Welterneuerung und diese kleine Reise danach.
Lag der Grund vielleicht an einer gewissen Person, welche ihn auf seiner Reise begleitet hatte? Kurz funkelten Lloyd’s braune Augen auf, ehe sie wieder ausdruckslos wurden. Ja, ihm fehlte diese Person sehr, aber warum, das wusste er noch immer nicht genau. Jeden Tag dachte er an diese bestimmte Person, wünschte sich, die Reise noch mal von vorn zu beginnen, nur um mit dieser Person durch die Gegend zu ziehen. Lloyd hatte diese Zeit sehr genossen, somit auch die Möglichkeit gehabt, ihn besser kennenzulernen. Spaß hatten sie zusammen gehabt, auch wenn diese Person manchmal doch etwas nervig geworden war. Aber alles in allem konnte Lloyd von sich behaupten, dass er diese Person nun als eine der wichtigsten Menschen in seinen Leben sah.
„Wieso geht er mir nicht mehr aus dem Kopf? Wieso sagt mir ein innerstes, das ich ihn am liebsten sehen würde, nur um ein paar Worte mit ihm zu wechseln?“. Wieder entwich den Braunhaarigen ein langer Seufzer. Diese Gefühle, welche er für diese Person seit einiger Zeit empfand, kannte er einfach nicht. Wieso trieben ihn diese Gefühle dazu, an Dinge zu denken, die er sonst nicht dachte? Oftmals fragte er sich, ob es ihm gut ging, was er wohl gerade tat, oder einfach, ob dieser sich auch so einsam fühlte, wie Lloyd selbst. Ja, der Braunhaarige fühlte sich irgendwie einsam, doch verbarg er dies vor seinen Freunden. Noch mehr Sorgen wollte er ihnen nicht bereiten, denn Lloyd musste mit diesem Problem wohl alleine fertig werden, auch, wenn er noch nicht wusste, wie er das anstellen sollte.
„Lloyd?“ fragte eine sehr junge Stimme und der Braunhaarige wusste sofort, dass es sein bester Freund sein musste, welcher hin und wieder hierher kam, um ihn Gesellschaft zu leisten. Stumm setzte sich Genis neben Lloyd an den Klippenrand, sah wie sein bester Freund hinab auf die Wälder. Genis machte sich Sorgen, denn Lloyd verhielt sich seit einigen Wochen so schweigsam, als würde ihm etwas bedrücken. Jedoch wollte er seinen besten Freund nicht drängen, mit ihm zu sprechen. Zwar hatte er schon einige Male nachgefragt, worüber Lloyd denn soviel nachdachte, aber scheinbar wusste es der Braunhaarige selbst nicht so genau. Oder wollte er einfach nur nicht über dieses Thema sprechen, über welches er nun schon so lange nachdachte? Genis seufzte leise, schloss seine Augen und genoss die kühle Briese, welche um sein weißes Haar wehte. Ja, jetzt wo der Sommer begonnen hatte, war es angenehm warm.
„Wie geht es Dirk?“ wollte der Weißhaarige wissen, fragte er immer erst nach Lloyd’s Stiefvater. Irgendwie musste er ein Gespräch mit seinen besten Freund beginnen und da kam ihm Dirk immer Recht. Anders ging es nicht, sonst würden sie schweigsam nebeneinander sitzen. „Gut“ war Lloyd’s knappe Antwort, strich sich einige Strähnen beiseite, welche vom Wind in sein Gesicht geweht wurden. Ja, es war angenehm warm geworden und trotzdem fühlte sich der Braunhaarige so einsam. Auch jetzt noch, wo sein bester Freund neben ihm saß und scheinbar wieder versuchte, ihn aufzumuntern. Genis wusste eben nicht, wie es in Lloyd aussah, dass ihn diese Gefühle verwirrten und er nicht wusste, damit umzugehen.
Genis nickte zu dieser Antwort, sah kurz zu Lloyd, welcher seinen Blick noch immer auf die Wälder gerichtet hatte. Irrte sich der kleine Junge, oder sah er eine Spur von Einsamkeit in dem Blick des Braunhaarigen? Nach längerem Hinsehen wurde sich Genis sicher, doch fragte er sich, warum sich Lloyd einsam fühlte. Colette, Raine, Dirk, die Dorfbewohner und auch Genis selbst waren doch für Lloyd da. Oder lag es vielleicht an etwas ganz anderem? Wenn der Weißhaarige genau darüber nachdachte, so hatte sich Lloyd erst so verändert, nachdem er zurück von seiner Reise gekommen war. Genau, die Reise mit Zelos, um alle Expherse einzusammeln.
„Lloyd… Sei ehrlich, denn ich sehe es dir an. Fühlst du dich einsam?“. Der Braunhaarige wandte seinen Blick Genis zu, sah ein wenig verwundert aus, doch sah dann wieder hinab zu den Wäldern. Hatte Genis anhand seines Blickes bemerkt, wie er sich nun fühlte? Hatte er seine Gefühle nicht genug verborgen? Sein Freund sollte sich doch keine Sorgen machen, aber vielleicht half reden auch etwas, um sich selbst etwas besser zu fühlen. Ein zaghaftes Nicken brachte der Braunhaarige zustande, wagte es aber nicht in die klaren Augen seines Freundes zu sehen, welcher ihn nun doch besorgt musterte.
„Du weißt, dass du mit mir über alles reden kannst. Was liegt dir denn schon so lange auf der Seele, das du dich jeden Tag hierher zurückziehst und versuchst, dich von uns abzukapseln?“. Genis versuchte es mit ruhiger Stimme, wollte er Lloyd auch nicht bedrängen. Der Braunhaarige seufzte leise aus, ließ sich rücklings ins Gras fallen und betrachtete den blauen Himmel. So ein schöner Tag und er lag nun hier, dachte wieder an diese Person, welche ihn sogar nachts manchmal um den Schlaf brachte. Wieso konnte er nicht mal an etwas anderes denken? Wieso wollte er jetzt schon wieder zu ihm, seine arrogante Art betrachten, welche er jeden Tag demonstrierte? Nun, eigentlich hatte er diese Art sehr liebgewonnen, warum, das wusste Lloyd selbst nicht so genau. Ihn faszinierte einfach diese lockere, freche Art, welche die Person hatte. Ganz anders, als Lloyd es doch selbst war.
Nochmals entwich dem Braunhaarigen ein leises Seufzen, ehe er seine braunen Augen schloss, um sich einige Worte zu Recht zu legen. Wie sollte er seinem besten Freund erklären, was seit einigen Wochen in ihm vorging? Würde Genis vielleicht wissen, was er da fühlte? Würde sein kleiner Freund ihm helfen können, auf einige Antworten zu kommen, auf die Fragen, die er sich nun täglich stellte? Nun, auf einen kleinen Versuch kam es an und vielleicht würde es Lloyd nach einem kleinen Gespräch wirklich besser gehen. „Ich weiß auch nicht so genau, was mit mir los ist. Seit meiner Rückkehr habe ich das Gefühl, als würde mir etwas fehlen“.
Genis sah nun doch verwundert zu seinem Freund hinab, hatte er doch nicht damit gerechnet, dass Lloyd sich ihm öffnen würde. Dem Braunhaarigen fehlte also etwas? „Das Abenteuer, oder ist es eher eine Person?“ wollte der Weißhaarige wissen, konnte es nun mal beides sein. Jedoch schien seine zweite Vermutung zu stimmen, denn so, wie Lloyd nun drein blickte, hatte Genis das Gefühl, das Lloyd bei diesem verträumten Blick an eine Person dachte.
„Eine Person, die mir sehr wichtig geworden ist“. Lloyd schloss seine Augen wieder, doch zauberte sich nun ein kleines Lächeln auf seine Lippen. Ja, zwar brachte diese Unterhaltung noch nichts, aber irgendwie wirkte sie befreiend. Scheinbar musste er einfach diese Sache jemanden anvertrauen und da kam ihm sein kleiner Freund nur Recht, denn dieser würde alles für sich behalten, wenn Lloyd darum bat. Genis sah wieder die Klippen hinab, dachte nach, ob Lloyd damit Zelos meinen könnte. Mit jemand anderes war er doch nicht unterwegs gewesen, oder? Aber warum war der Rothaarige nun Lloyd so wichtig geworden? War auf dessen Reise wohlmöglich etwas passiert?
„Du meinst Zelos, oder? Jedenfalls fällt mir kein anderer ein. Du hast dich so sehr verändert, seitdem du wieder zurück gekommen bist und ich frage mich, ob Zelos etwas damit zutun hat. Ist er der, der dir fehlt?“. Kurz sah Genis wieder zu Lloyd, sah dessen Nicken, welches die Vermutung des kleinen Jungen bestätigte. Also hatte Genis wirklich Recht, aber was sollte er nun davon halten? Wenn Lloyd den Rothaarigen vermisste, warum ging sein bester Freund nicht nach Meltokio und besuchte diesen? Seit der Wiedervereinigung der Welten lag Meltokio doch nicht so weit weg. Außerdem hatten sie noch immer die Rheards, mit welchen sie schnell von einem Ort, bis zum anderen kamen.
„Dann geh ihn doch besuchen, Lloyd. So weit liegt Meltokio auch nicht weg, also was ist dein Problem?“. Ein leises Seufzen erklang, ehe sich Lloyd aufrichtete und wieder, wie Genis es noch immer tat, die Klippen hinunter schaute. „Genis, vielleicht sollte ich dir erklären, wie ich mich momentan fühle…“ begann Lloyd zaghaft, legte seine rechte Hand auf sein Herz, da es um einige Takte schneller schlug. Seltsam, so fand er persönlich, da er schon ein wenig Aufregung verspürte. Dabei redete er doch nur mit seinen besten Freund und mit niemand anderes.
„Manchmal kann ich nachts kaum schlafen, weil ich an Zelos denke. Manchmal kommen mir Gedanken, die mich verwirren. Ich frage mich Dinge, die ich mich vorher nie gefragt habe und das alles hat mit Zelos zutun“. Genis wusste nicht warum, aber sein bester Freund klang schon irgendwie verzweifelt. Ja, wirklich verzweifelt, weil dieser nicht wusste, was er da genau fühlte. Der Weißhaarige seufzte angestrengt, legte dann jedoch ein Lächeln auf. „Mh… Und ich dachte immer, das du in Colette verliebt wärst“. Skeptisch wurde er von braunen Augen gemustert. Auf Lloyd’s Wangen erschien ein zartes Rosa, wandte deshalb seinen Blick wieder den Wäldern zu. Wieso schlug sein Herz auf einmal so sehr? Wieso hatte er das dumpfe Gefühl, sich nun fast alle Fragen selbst beantworten zu können? Nein, das konnte doch gar nicht sein.
„Warst du denn noch nie verliebt, Lloyd? Es hat immer so ausgesehen, als würdest du irgendwann mit Colette zusammen sein wollen, aber das es einmal soweit kommt? Was hat Zelos denn mit dir gemacht?“. Genis fühlte sich keineswegs angeekelt, oder dergleichen. Er war einfach nur verwundert darüber, dass sein bester Freund scheinbar Gefühle für Zelos empfand. Und Lloyd schien es selbst noch nicht wirklich realisiert zu haben, denn wie dieser nun drein blickte. Schon fast erstarrt, so konnte es Genis beschreiben.
Lloyd löste sich aus seiner Starre, schüttelte den Kopf, da er das einfach nicht glauben konnte. „Ich bin nicht in Zelos verliebt“ rief er entsetzt, doch Genis schüttelte nun ebenfalls den Kopf, da Lloyd es gar nicht abzustreiten versuchen brauchte. „Ich war doch auch mal verliebt, erinnerst du dich? In Presea“. Kurz trübte sich Genis Blick, doch schüttelte er nochmals seinen Kopf. Nun, diese Geschichte gehörte langsam der Vergangenheit an und er wollte auch nicht wirklich darüber reden. Raine und Lloyd hatten sich damals um ihn gekümmert, als Presea ihm einen Korb gegeben hatte. Klar, Genis hatte sich verletzt gefühlt, aber immerhin waren er und das rosahaarige Mädchen gute Freunde geblieben.
„Kribbelt es bei dir im Bauch, wenn du an Zelos denkst? Wünschst du dir manchmal nachts, dass du einfach neben ihm liegen könntest, einfach in seiner Nähe sein dürftest? Also bei mir war das so, als ich in Presea verliebt gewesen war“. Lloyd wandte sich erneut ab, sah die Klippen hinab, da er diese Gefühle selbstverständlich verspürte. Aber, wieso hatte er sich denn verliebt? Verliebt in einen Jungen? Wieso störte diese Tatsache seinen besten Freund denn nicht? Andere würden doch nun sagen, wie abartig sie es doch fanden, oder etwa nicht?
„Genis, wieso…“ doch wurde der Braunhaarige unterbrochen. „Mh? Sieh mich nicht so an, als würde ich dich jetzt nicht mehr mögen, Lloyd. Wenn du Zelos so sehr magst, dann ist das eben so. Das ändert nichts an unserer Freundschaft, oder?“. Genis lächelte seinen Freund aufrichtig an, meinte er dies auch so, wie er es eben gesagt hatte. Lloyd musste sich doch deswegen keine Sorgen machen. Sie waren Freunde und würden es auch immer sein, ganz gleich, auf wen Lloyd letzten Endes stand. Außerdem war Genis nicht so einer, der von vorurteilen etwas hielt. Jahre lang wurde er und seine Artgenossen diskriminiert und nun hatten sie es endlich geschafft, das die Halbelfen hier in Frieden leben konnten. Ja, Genis wäre wirklich der Letzte, der etwas gegen Lloyd sagen würde.
„Danke Genis“ murmelte Lloyd, lächelte nun ebenfalls, da ihm sein kleiner Freund nun wirklich geholfen hatte. Dann verspürte er also Liebe? Liebe zu Zelos? Gerade, als er dachte, nun war ihm geholfen, da tauchten direkt die nächsten Fragen auf. Wie konnte er diese Gefühle wieder abschalten? Er konnte nicht zu Zelos gehen und ihm sagen, das er sich in diesen verliebt hatte, nein, Lloyd war sich sicher, Zelos würde sich sehr wahrscheinlich über ihn lustig machen, seine Gefühle verletzen und ihn anschließend mit seinen Worten demütigen. Vielleicht war Zelos zufrieden mit dem, was er hatte. Ja, mit seinen ‚Zuckerpüppchen’, wie er sie immer nannte. Da wäre kein Platz für einen verliebten Freund.
„Dafür bedarf es kein Danke, Lloyd. Ich bin dein Freund und akzeptiere dich so, wie du bist. Es spielt keine Rolle, in wen du dich verliebst. So lange du Glücklich damit bist, ist doch alles in Ordnung. Sag mal, seit wann denn eigentlich? Quälst du dich schon die ganze Zeit mit diesen Gefühlen rum?“. Der Weißhaarige konnte nun seine Neugier nicht mehr verstecken, wirkte sein Freund zwar nun etwas fröhlicher, aber wie lange dies anhielt, wusste Genis nun mal nicht.
„Ich weiß nicht so genau. Während der Reise sind mir Dinge an Zelos aufgefallen, die mir vorher nie aufgefallen sind. Es hat ganz langsam und kaum merkbar angefangen, bis diese Gefühle immer stärker geworden sind. Ich habe mir auch nicht sonderlich viel dabei gedacht, weil ich nun mal eine lange Zeit mit ihm zusammen gewesen war, aber jetzt? Du hast Recht damit, denn manchmal habe ich den tiefen Wunsch, einfach zu ihm zu gehen, mich mit ihm zu unterhalten, nur um in seiner Nähe zu sein“. Genis lächelte leicht, nickte dann schließlich verstehend. Ja, das kannte er, denn das hatte er selbst auch oft verspürt. Und er hörte die leichte Traurigkeit aus Lloyd’s Stimme heraus, schien dieser nun nicht genau zu wissen, wie es weitergehen solle. Nun, Genis war der Meinung, das Lloyd doch wenigstens mal bei Zelos vorbeischauen sollte, ohne darüber nachzudenken, es ihn vielleicht zu sagen, oder dergleichen.
„Wenn du ihn vermisst, dann solltest du ihn besuchen gehen. Ich sage Dirk bescheid, das du später kommst, okay? Zelos freut sich bestimmt auch, dich nach den ganzen Wochen wieder zu sehen“. Genis stand auf und streckte sich kurz, ehe er sich den Dreck von seinen Sachen klopfte. Lloyd musste es nicht tun, wenn er nicht wollte, aber es wäre immerhin ein Anfang. Vielleicht der Anfang einer jungen Liebe? Nun, Genis wusste nicht genau, wie Zelos diese Sache sehen würde, aber man würde es vielleicht in nächster Zukunft sehen können. Das hieß natürlich auch, dass Lloyd das Risiko eingehen musste, es Zelos zu sagen. Würde der Braunhaarige es dem Rothaarigen irgendwann gestehen?
„Aber… Was soll ich ihm denn sagen? Ich kann doch nicht einfach so zu ihm gehen, ohne einen Grund“. Auch Lloyd stand auf, klopfte sich den Dreck von seinen Klamotten und sah Genis fragend an. Dieser rieb sich kurz unter der Nasenspitze entlang, ehe er wieder ein leichtes Grinsen auflegte. „Sag doch einfach, dass du ihn vermisst hast. Du weißt doch ganz genau, wie er ist“. Genis konnte nun nicht anders, lief los und winkte seinen Freund noch zu, ehe er den Weg zu Dirk’s Haus einschlug. Was Lloyd nun zu Zelos sagen würde, war eigentlich egal, denn der Rothaarige nahm vieles ganz anders auf, als er, oder Lloyd selbst.
Der Braunhaarige hatte noch etwas sagen wollen, ließ jedoch seine Schultern hängen, da Genis ihn nun einfach alleine ließ. Er sollte also wirklich den Rothaarigen besuchen gehen? Jetzt? Sein Herz machte einen Hüpfer und doch hatte er ein wenig Angst, nun mit der Erkenntnis, dass er Liebe für Zelos empfand, diesen gegenüber zu treten. Was war denn, wenn Zelos etwas bemerkte? Nein, er durfte es nicht bemerken, denn dann wusste Lloyd nicht, wie es weiterging. Vielleicht war der Rothaarige dann auch angeekelt, oder dergleichen. Nein, soweit wollte er es niemals kommen lassen. Da schwieg er lieber vor sich hin und musste mit diesen Gefühlen klarkommen.
Nochmals entwich ihm ein leises Seufzen, ehe er in seine Hosentasche griff und die Flügeltasche hinaus zog. Sofort streckte er seine Hand mit dieser zum Himmel, aus welcher der Rheard hervor kam, auf welchen er sich setzte. Auf eine Wanderschaft hatte er nun wirklich keine Lust, also würde er den schnellsten Weg zu Meltokio nehmen und dieser war nun mal der Luftweg. Der Rheard erhob sich und er lenkte in eine bestimmte Richtung ein. Der Wind blies ihm ins Gesicht, doch war es ein bekanntes, fast vermisstes Gefühl, so durch die Lüfte zu fliegen. Ja, er gestand sich ein, dass auch irgendwie das Abenteuer fehlte, aber Zelos fehlte ihm weitaus mehr. Diesen würde er gleich zu Gesicht bekommen. Ob sich Zelos wirklich freuen würde? Er war sich nicht sicher, aber das würde er in wenigen Minuten sehen.
„Master Zelos, komm schon, lass uns noch dahin gehen“ rief ein blondes Mädchen, welches den gelassenen Auserwählten hinter sich her zog. Noch immer nannte man ihn in Meltokio den Auserwählten, obwohl es Zelos schon lange nicht mehr wollte. Nun, dieser Titel würde wohl ewig anhaften und an sich hatte es auch etwas Gutes. Die Mädchen rannten ihm nach und er konnte wohl jedes davon haben, wenn er nur wollte. Jedoch verkehrte er nicht mit jeder, hatte er eine Auswahl einiger Mädchen, welche er speziell an sich ran ließ, wenn er selbst es wünschte. Nun, so war er nun mal. Ein Draufgänger, wie er in Buche stand.
„Ja, ich folge dir überall hin, Honey“ grinste er dümmlich, worauf das blonde Mädchen süßlich kicherte. Scheinbar war sie dem Auserwählten so sehr verfallen, das sie gar nicht merkte, das er bereit war, mit ihr ein wenig zu spielen. Ja, er spielte gerne mit den Mädchen, denn dies hatte etwas mit seiner Vergangenheit zutun. Ja, das konnte und wollte er nicht vergessen. Es lag zwar schon Jahre zurück, aber dieses ekelhafte Gefühl hatte sich in sein Hirn gebrannt. Nie würde er diesen Schmerz vergessen und deshalb wollte er auch mit der Liebe nichts zutun haben.
Gerade bogen sie in die nächste Gasse ein, als das Mädchen ausschwenkte, um einen Jungen auszuweichen, welcher ihr entgegen kam. Jedoch reagierte Zelos viel zu Spät, war er auch sehr in Gedanken versunken gewesen und so lief er gegen die Person, welche daraufhin einen erschrockenen Laut von sich gab. Zelos stöhnte genervt, hatte sich gerade aufregen wollen, als ihm diese spezielle Kleidung ins Auge fiel. „Lloyd? Yo Lloyd, was verschlägt dich denn hierher?“. Sein altbekanntes Grinsen erschien auf seinen Lippen und nun entriss er auch seine Hand der blonden Frau, welche dabei ein wenig enttäuscht zu sein schien.
„Hallo Zelos, lange nicht gesehen, was?“. Lloyd versuchte so normal, wie nur möglich zu klingen. Dieses Zusammentreffen hatte er sich anders vorgestellt, hatte er eben noch nach den Auserwählten gesucht und einige Passanten befragt. Diese hatten gemeint, dass sich der Rothaarige in der Einkaufsstraße herumtrieb, in Begleitung einer hübschen blonden Dame. Wieso verspürte er gerade einen leichten Hauch von Eifersucht, wo Zelos doch dieses Mädchen losgelassen hatte? Der Braunhaarige schüttelte seicht den Kopf, wollte er diese Empfindungen nun vorerst verdrängen.
„Allerdings, Amigo. Hey Bella, du entschuldigst uns doch sicherlich, oder? Mein Amigo und ich müssen erstmal reden, wo wir uns die letzten Wochen nicht gesehen haben“. Gerade wollte die Blonde dazu etwas sagen, als Zelos seine Hand erhob. Nein, er wollte nun keinen Aufstand und deswegen verneigte sich die Blonde und schritt ihres Weges. Eines musste man Zelos wirklich lassen. Er wusste es wirklich, wie man Leute herumkommandieren konnte. Jedenfalls fand Lloyd es schon seltsam, wie schnell das blonde Mädchen doch aufgeben hatte.
„Lloyd, komm, wir gehen zu meiner Villa“ winkte der Auserwählte seinen Kumpel hinter sich her. Nun, er konnte nur Lloyd zu seinen Kumpel zählen, denn niemand anderes vertraute er so sehr, wie den Braunhaarigen. Dabei fiel ihm die gemeinsame Reise mit diesen ein, wie viel Spaß sie doch zusammen gehabt hatten. Ja, Zelos konnte von sich behaupten, diese Zeit ein wenig zu vermissen. Ob Lloyd vielleicht deswegen hier war? Gab es vielleicht wieder etwas zutun und Lloyd wollte ihn mitnehmen? Oh ja, ein Abenteuer mit seinen Amigo. Der Rothaarige grinste, würde es ihn doch sehr erfreuen mal wieder rauszukommen.
Schon sehr bald waren sie bei der Villa angekommen, wurden auch sofort vom Butler empfangen und in die Eingangshalle geführt. Lloyd kannte sich hier schon sehr gut aus, hatte er auch einige Male hier in der Villa Wilder, wie Zelos sie immer nannte, übernachtet. Diese Zeit, er vermisste sie so sehr, das es fast schon Weh tat. Noch immer dachte er über einen Grund nach, denn er musste dem Rothaarigen sagen, weswegen er eigentlich hier war. Oder sollte er wirklich sagen, dass er ihn vermisst hatte? Nein, vielleicht irrte sich Genis und Zelos nahm dies genau richtig auf und Lloyd stand dann da.
„Setz dich, oder willst du die ganze Zeit stehen?“ wollte Zelos wissen und bot den Platz neben sich auf der Couch an. Lloyd zögerte nicht lange, setzte sich hin und wartete, bis der Butler endlich verschwand. Nun, was sollte er sagen? „Also? Weswegen besuchst du mich? Gibt es was Neues in Iselia?“. Zelos sah fragend zum Braunhaarigen, welcher einmal seufzte und dann auch in die blauen Augen des Rothaarigen sah. So klar und wunderschön. Eines der Dinge, die ihm auf der Reise aufgefallen waren. Solche schöne Augen hatte nur Zelos.
„Es gibt keinen bestimmten Grund für mein Herkommen. In Iselia ist soweit alles ruhig. Die Bauarbeiten sind bald abgeschlossen und auch so geht es allen gut“. Okay, somit musste sich Lloyd gerettet haben, so dachte er, doch da war er bei Zelos an der falschen Adresse, wie es schien. Dieser umklammerte Lloyd’s Körper mit seinen Armen, grinste diesen dümmlich an, da er sich doch etwas freute. „Ah, du hast mich also vermisst? Ja, ja, den großen Zelos vermisst man immer. Du brauchst es gar nicht abzustreiten, mein Amigo“.
Lloyd seufzte, schob Zelos zurück und sah diesen erst verwundert, dann warnend an. Wenn der Rothaarige nur wusste, was er da alles in ihm auslöste und das nur, durch diese kleine Umklammerung, die ihn doch hätte ärgern müssen. Mist, er konnte sich nicht mal mehr darüber ärgern, da er es als äußerst angenehm empfunden hatte, die starken Arme von Zelos um seinen Körper zu spüren. „Nenn mich nicht immer Amigo, okay? Lloyd reicht“. Zelos nickte, grinste jedoch noch immer. Das Lloyd es nicht abgestritten hatte, ihn vermisst zu haben, stimmte ihn froh. Natürlich hatte er auch den Braunhaarigen vermisst, eigentlich vermisste er das ganze Abenteuer drum herum. Er mochte Lloyd, so wie er war.
„Zelos? Ich weiß, klingt bestimmt seltsam, aber…“. Kurz unterbrach sich Lloyd selbst und schloss beruhigend seine Augen. Verdammt, wieso sprach er dieses Thema nun an? Weil ihn die Neugier packte? Ja, deswegen und weil er noch nie mit Zelos über solche Dinge gesprochen hatte. „Weißt du… Ich wollte wissen, ob du schon mal verliebt warst?“. Abwartend sah er Zelos an, hoffte, dass er eine vernünftige Antwort erhalten würde. Vielleicht machte er damit auch einen Fehler, aber er war halt so neugierig und da sie doch Freunde waren, konnte man doch darüber reden, oder? Nur, da fiel ihm ein, das er danach keine Ausrede hatte, um seine Frage zu begründen. Er dachte nach, würde dann seine Neugier einfach in den Vordergrund schieben. Ja, dagegen konnte Zelos nichts sagen, hoffte Lloyd.
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
