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Geschichte: Freie Arbeiten
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von Schaldea
erstellt: 28.10.2009
letztes Update: 23.01.2010
Geschichte, Allgemein / P6
(fertiggestellt)
Die Vision des Kaisers
Erzähler
Augustus
Sibylle
Maria *
Joseph *
Hirten (2-3)
Engel (1-3) *
Sklaven (1-3) *
Freunde Augusti (2)
11-16 Darsteller
* = keine Sprechrolle
Szene 1: Rom: Der Weg zum Kapitol
Erzähler: Es war eine Nacht, wie man sie zuvor nie in Rom, der Hauptstadt der antiken Welt, erlebt hatte, und wie sie kein Mensch jemals wieder erleben würde: Es war stockfinster, denn kein Stern stand am Himmel, und auch der Mond war nicht zu sehen. Kein Laut war zu hören, alles schwieg in erwartungsvoller Starre. Kein Vogel sang, kein Wasser plätscherte, kein Windhauch flüsterte, kein Holz knarrte. Alles, tot wie lebendig, hielt den Atem an, um die Heiligkeit dieser Nacht nicht zu stören, die Heiligkeit, die von allem verspürt wurde, nur nicht von den stumpfen Menschen, deren Kaiser, Augustus Octavian, sich in eben dieser Nacht auf den Weg zum Kapitol machte.
Lied: Stille Nacht, heilige Nacht (1. Strophe)
Augustus tritt auf, begleitet von seinen Freunden, gefolgt von den Sklaven, die einen Käfig mit Tauben tragen sowie den Opferaltar.
Augustus: Ich hörte, das Volk will mir einen Tempel auf dem höchsten Punkte des Kapitols bauen, neben den Tempeln unserer großen, heiligen Götter.
Freund 1: Ja, Caesar, das wird dir ein würdiges Denkmal sein.
Augustus: Ich bin unsicher, ob es nicht doch ein Frevel wäre, mich zu erdreisten, mich mit den Göttern gleichzustellen. Deswegen sind wir ja auch unterwegs nach dem Kapitol, wo ich ein Opfer bringen will, um so die Meinung der Götter zu erfragen.
Freund 2: Das ist eine weise Entscheidung von dir. So wirst du alle, die dagegen reden könnten, dir einen Tempel zu erbauen, zum Schweigen bringen.
Freund 1: Ich halte diesen Schritt für unnötig. Niemand würde es wagen, sich gegen den Tempel des Imperators auszusprechen. Und die Götter … wenn es sie gibt, werden selbst sie es nicht wagen, ihre Stimme gegen dich zu erheben.
Augustus: Sei vorsichtig mit dem, was du sagst! Die Götter haben feine Ohren. Kein Mensch hat es bisher unbeschadet überstanden, die Götter zu erzürnen.
Erzähler: So in ihr Gespräch vertieft, bemerkte keiner von ihnen die unheimliche Stille, die sich über die Welt um sie her gelegt hatte. Doch so gelangten sie rasch und unbeirrt auf das Kapitol.
Die Sibylle, sitzend, die Augen mit der Hand verschattend, nach Osten blickend, den Rücken dem Kaiser zugewandt. Die Prozession hält bei ihrem Anblick erschreckt inne.
Freund 1: Oh, Caesar, siehst du, was ich sehe?
Augustus: Natürlich. Kann es sein? Kann es wirklich sein?
Freund 2: Ja, oh Imperator. Sie ist es. Die alte Seherin.
Freund 1: Ohne Zweifel, das muss sie sein. Sie, die in einer Felsenhöhle wohnt, die sich mit den Gesetzen der Natur beschäftigt und aus der Bewegung des Wassers liest, sie, die ihre Prophezeiungen auf die Blätter der Bäume schreibt, wissend, dass der Wind diese den betreffenden Personen zuträgt.
Augustus: Was kann sie hier wollen? Warum ist sie hierher gekommen in dieser Nacht. Schweigt, sieht sich um. Hört ihr das auch?
Die Freunde lauschen.
Freund 1: Oh großer Kaiser, was sollen wir hören?
Augustus: Nichts. Die Welt liegt im Schweigen. Kein Windhauch ist zu spüren, der Tiber rauscht nicht, kein Lärm aus den Kneipen dringt zu uns empor. Was ist dies für eine seltsame Nacht, in der Wesen wie aus einer anderen Welt, die man lange vergessen hatte, hinan kommen ans Tageslicht oder besser ins Dunkel der Nacht? Was kann die alte Seherin wollen? Was soll das Schweigen der Nacht?
Freund 2: Die Natur begrüßt das Kommen eines neuen Gottes. Die Sibylle ist gekommen, um dem größten aller Könige die Ehre zu erweisen.
Freund 1: Ohne Frage gilt dies dir, Caesar.
Augustus: Doch warum rührt die alte Frau sich nicht? Sie sitzt nur da und starrt in die Ferne. Sieht sie etwas, das unseren Augen verborgen ist?
Freund 1: Mach dir keine Kopf um eine verrückte alte Seherin. Bereite dich aufs Opfer vor. An die Sklaven: Macht alles bereit!
Lied: Macht hoch, die Tür (1.Strophe)
~ * ~ * ~
So, das ist die erste Szene. Ich würde mich sehr über Eure Meinung freuen, damit ich weiß, ob es sich lohnt, weiter hoch zu laden.
Das Krippenspiel ist fertig und wird vermutlich auch dieses Jahr in unserer Gemeinde aufgeführt. Fühl Euch frei, es ebenfalls zu verwenden ;-)
In aller Demut,
S.
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