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von KaoTec    erstellt: 26.10.2009    letztes Update: 26.03.2010    Geschichte, Allgemein / P16 Slash    (abgebrochen)
Autor: Nana/ HaseImRegen
Pairing: BillxTom
Genre: Drama, Psycho und Romanze?
Warning: Shounen-Ai, Tom und Bill sind nicht Blutsverwandt....das klärt sich noch genau.^^
Disclaimer: Die Jungs gehören sich selber und haben noch nie etwas davon selber getan (zumindest gehe ich davon aus). Die Storyline gehört mir und ich habe sie nur erfunden. Damit verdiene ich auch kein Geld.

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Ich bereue nichts – Kapitel 1

Ankunft






Ich wusste nicht warum ich hier stand oder was ich hier sollte. Eigentlich sollte ich im Knast versauern, und nie wieder raus kommen. Ich war ein Psychopath oder zumindest bezeichneten mich alle Anderen nach diesem Vorfall so.
Und darum verstand ich nicht warum ich hier vor diesem Haus stand und es anstarrte. Ich war noch nie hier gewesen. In diesem Haus wohnten meine Tante Simone, ihr zweiter Mann Gordon und ihr Sohn Tom. Der mich übrigens noch nie leiden konnte.
Sie waren ein paar Mal bei uns zu Besuch gewesen, aber mit mir unterhalten hatte sich keiner so richtig. Inzwischen legte ich auch keinen Wert mehr darauf.

Die Jugendamtmitarbeiterin bedeutete mir dass ich mich in Bewegung setzen sollte, also tat ich das einfach. Ihr missbilligender Blick ging mir am Arsch vorbei. Ich wusste dass ich nicht gerade normal wirkte. Aber das wurde einfach noch durch meine Klamotten unterstrichen. Eine schwarze, zerrissene Jeans. Ein schwarzes Shirt mit dem Sensenmann drauf und Turnschuhe kombiniert mit Lederjacke. Meine ganzen Ketten und das Make up taten den Rest.
Während die Frau klingelte überlegte ich mir, wie ich mich am besten demnächst irgendwo runter warf. Ich wollte nicht mit Tom in einem Haus wohnen. Seine abfälligen Bemerkungen gingen mir auf den Senkel und außerdem wurde ich von denen sowieso nur behandelt wie ein Verrückter.

Die Türe wurde aufgerissen und ich Tom starrte mich erst ein paar Sekunden sprachlos an ehe er die Augen verdrehte und nach seiner Mutter rief.
Ich war auch nicht gerade begeistert hier zu sein. Während wir in den Flur gingen eilte Simone uns von oben entgegen und umarmte mich stürmisch. Was genau sie damit bezweckte verstand ich nicht so wirklich. Aber meiner Ansicht nach musste ich das auch nicht. Es gab für mich keinen Grund zu verstehen oder gar zu reden. Mein Entschluss nur das nötigste zu reden gefiel mir in diesem Moment sogar noch besser als gestern.

„Kommt doch ins Wohnzimmer. Tom hat Kuchen besorgt und der Kaffee müsste gleich fertig sein“ plapperte sie aufgeregt los und ich hob nur minimal meine Augenbraue während ich von ihr ins Wohnzimmer gezogen wurde.
Dort ließ ich mich mit der Frau vom Jugendamt auf das freie Sofa fallen und guckte durch die Gegend. Toms Blicke ignorierte ich gekonnt. Er starrte mich an als wäre ich irgendein ekliges Insekt.

„Wir freuen uns so dass Bill entschieden hat hier zu wohnen“ plapperte Simone weiter und ich fragte mich ob das ihr Hobby war. Dummes Zeug von sich zu geben. Das hielt doch kein normaler Mensch aus. Kein Wunder das Tom total verkorkst war.
„Also eigentlich haben wir vom Jugendamt das entschieden. Bill wollte lieber in den Knast oder auf einen anderen Kontinent“

Simone schwieg und ich musste mir ein Grinsen verkneifen.
Tat mir ja Leid dass ich sie nicht so toll fand wie meine Mutter es tat. Ich fand Simone einfach nur lästig. Aber vielleicht kam das auch daher, dass sie einfach ununterbrochen redete und meistens kam nur Schwachsinn dabei heraus.

„Ähm…ja Tom hat auf jeden Fall Kuchen besorgt. Will jemand ein Stück?“ versuchte Gordon die Situation zu retten und lächelte gezwungen in die Runde.
„Ja, und für den Kuchen durfte ich ewig durch die Pampa rennen. Nur damit der Spinner fetter werden kann“ knurrte er auch schon durch die Gegend und ich schluckte meinen Kommentar herunter.
Fetter? Sollte das heißen ich war fett?

Die Stimmung kippte etwas aber ich schwieg trotzdem eisig weiter.
Die ganze Zeit über auch während Simone und Gordon die Papiere unterschrieben, die sie zu meiner Pflegefamilie machten. Mir stank das alles gewaltig. Wenn ich noch mehr Pech hatte musste ich mir mit Tom auch noch ein Zimmer teilen. Und darauf war ich weiß Gott nicht scharf.

Als die Jugendamtmitarbeiterin ging seufzte ich innerlich und fragte mich warum ich mir das antun musste. Ich meine, wäre es nicht gegangen mich ein paar tausend Kilometer weit weg zu schicken? In eine Nervenheilanstalt oder so?
Gordon und Simone räumten das Geschirr in die Küche während ich mit Tom im Wohnzimmer festsaß.
„Ich hab gehört du hast deinen Alten abgestochen. Hat er dir dein Make up verboten?“ kam die Frage von Tom und ich fragte mich in diesem Moment ernsthaft ob er wirklich so blöd war oder ob er mich einfach nur provozieren wollte.
„Ich frag mich sowieso wer auf die Schnapsidee kam dich hier aufzunehmen. Wer weiß wann du einen von uns abstichst“

Daran merkte man einfach dass Tom nicht die geringste Ahnung von mir hatte. Als ob ich wahllos durch die Gegend rannte und irgendwelche Leute umbrachte. Obwohl ich mich fast mit dem Gedanken anfreunden konnte bei ihm eine Ausnahme zu machen. Er hatte es einfach verdient, wenn man es böse betrachtete.

„Bill, kommst du? Ich möchte dir dein Zimmer zeigen“ sprachs und ich sah zu Gordon auf.
Anscheinend hatte er beschlossen die Sache selber in die Hand zu nehmen, da Simone einfach zu viel redete. Und von mir eh keine Antwort bekam. Was ich auch bei den restlichen zwei Personen nicht für nötig hielt.
Warum sollte ich auch reden? Kapieren tat es von denen sowieso keiner. Ja, ich hatte meinen Vater umgebracht. Und das schien ihnen genug Information zu sein. Ich war jetzt einfach der Psycho der dringend familiäre Hilfe benötigte. Das ‚Warum’ interessierte sowieso keinen, und ich verspürte auch nicht die geringste Lust es irgendwem mitzuteilen. Es reichte schon wenn das Jugendamt wusste warum und diejenigen die sonst noch den Fall bearbeitet hatten.

Wer sich jetzt fragte warum ich nicht bei meiner Mutter war, das konnte ich ganz einfach erklären. Meine Mutter war schon immer psychisch krank gewesen. Keine Ahnung wie die Krankheit hieß aber man konnte nicht mit ihr reden, da sie in ihre eigene Welt abdriftete. Sie nahm nichts und niemanden mehr wahr und benahm sich wie ein Kleinkind. Sie heulte wegen jedem Scheiß und trieb mich damit einfach in den Wahnsinn. Ich hasste sie abgrundtief.

Ich lief Gordon schweigend mit meinem Koffer hinterher auf den Dachboden. Ich dachte ja eigentlich sie hätten inzwischen einen Hochsicherheitstrakt gebaut, aber anscheinend war das ein Trugschluss. Da schien jemand der Meinung zu sein ich wäre ungefährlich. Ich konnte mich nur noch nicht entscheiden ob es Simone oder Gordon war. Tom fiel in der Hinsicht auf jeden Fall schon mal aus.

Meine restlichen Sachen wurden schon vor zwei Wochen hierher gebracht, was mich einfach nur erleichterte. Ich hatte nicht die geringste Lust nur mit der Hälfte meines Lebensinhaltes rum zu rennen. Es reichte schon wenn ich Gustav nicht mehr hatte mit dem ich über alles reden konnte. Gustav lebte – genau wie ich davor auch – in München. Meine neue ‚Familie’ lebte allerdings in Hamburg. So ein Katzensprung war das auch nicht. Deswegen war ich umso erleichterter als ich meinen Laptop auf dem Schreibtisch sah. Wenigstens konnte ich Mailkontakt mit meinem besten Freund halten.

„Wenn du etwas brauchst dann sagst du es mir ja?“ kam die Frage hinter mir als ich gerade meinen Koffer in die Ecke gestellt hatte und ich nickte nur.
Ich war vor guten sechs Wochen zu der Erkenntnis gekommen das Reden einfach nur schwachsinnig war. Es brachte einem sowieso nichts.
„Simone redet etwas viel und sie hat Angst vor dir. Und Tom kannst du in der Hinsicht eh vergessen“ sprachs weiter und meine Augenbraue ging in die Höhe.
Jetzt wusste ich wenigstens wer in diesem Haus keine Angst vor mir hatte. Gordon. Aber der musste mich ja auch noch nicht ewig ertragen. Er war der zweite Mann meiner Tante und war von Anfang an der Meinung gewesen das ich normaler war als ich aussah. Trugschluss.

Nachdem Gordon wieder gegangen war sah ich mich in meinem Zimmer um. Ich fand das Zimmer schön. Es war groß, hatte ein riesiges Fenster vor dem mein Bett stand und einen – ich muss es einfach sagen – abartig großen Kleiderschrank. Somit brauchte ich mir wenigstens keine Sorgen machen dass meine Klamotten nicht rein passten. So wenige hatte ich nämlich auch nicht.

Der Nachmittag verging Gott sei Dank schnell. Niemand kam zu mir hoch und ich hielt es nicht für nötig meinen Hintern nach unten zu bewegen. Wenn ich Tom sehen wollte brauchte ich mir eigentlich nur einen seiner Kommentare anhören und dieses Verlangen wurde dem Erdboden gleich gemacht.
Ich war die ganze Zeit damit beschäftigt mein Zeug auszuräumen und ein zu sortieren. Meine Anlage und alle anderen elektronischen Geräte anzuschließen um mich dann zu fragen was ich den Rest des Tages tun sollte.

Auch wenn es gegen meine Natur sprach, ich hatte mich entschlossen nach draußen an die frische Luft zu gehen.
Das teilte ich auch Gordon mit, dem ich mit Handbewegungen auf Schuhe und Haustür verständlich machte dass ich etwas raus ging. Was er auch nach fast zehn Minuten kapierte.
Also zog ich mir meine Jacke an und verließ das Haus wo ich unschlüssig stehen blieb. In welche Richtung sollte ich denn jetzt gehen?

Nach einigem hin und her beschloss ich es mit links zu versuchen und einfach der Straße zu folgen. Die irgendwann vor einem Waldstück endete. Eigentlich war ich dabei zu überlegen ob ich durchgehen sollte oder doch lieber wieder in die andere Richtung ging als ich von rechts Stimmen hörte die gelinde gesagt ziemlich laut waren.
Ich kannte die Typen nicht und hatte auch nicht vor das zu ändern weswegen ich mich entschied die Straße wieder zurück zu laufen.

„Das ist doch der Psychopath der seinen Vater abgestochen hat oder?“ gröhlte es dann auch schon und ich war schwer der Meinung dass das Freunde von Tom sein mussten. Immerhin hatten sie denselben komischen Wortschatz und den Unterton den Tom auch sehr gern benutzte.
Ich wusste von vornherein dass ich nicht weit kommen würde. Wenn ich etwas riechen konnte dann war es Ärger. Darin war ich wirklich gut.

Jeder andere Mensch hätte wahrscheinlich Angst gehabt, aber ich war einfach nicht normal. Ich hatte schon genug mitgemacht um die Stöcke die sie in den Händen hielten missbilligend zu bewundern. Und es machte mir auch nichts aus als sie ein paar Minuten später wieder abzogen und mich liegen ließen nachdem sie mit ihnen auf mich eingeschlagen hatten.

Mir tat alles weh und ich sah bestimmt auch komplett beschissen aus. Aber ich schaffte es irgendwie mich zum Haus zurück zu schleppen und zu klingeln. Simone machte mir auf und stieß einen erschreckten Schrei aus, der anscheinend Gordon alarmierte, denn auch er kam angelaufen.
Sie löcherten mich zwar mit Fragen aber ich winkte nur ab und machte ihnen klar dass ich ins Bad wollte was sie nur widerstrebend zuließen. Ich konnte mich weiß Gott auch gut um mich selber kümmern. Ich brauchte dazu keinen.

Auf dem Weg ins Bad wurde die Zimmertüre von Tom aufgerissen und er kam heraus wo er auch schon den Mund aufmachte, ihn jedoch sofort wieder zuklappte und mich stattdessen fassungslos anstarrte. Ich rechnete ja schon mit einem blöden Kommentar, aber es kam ganz anders.
„Verdammt! Was hast du gemacht?“ rief er aus und ich zuckte lediglich mit den Schultern ehe ich mich ins Bad verzog um zu duschen. Der Dreck und das Blut mussten runter. Vielleicht sah es danach nicht mehr so schlimm aus.

Nachdem ich fertig war zog ich mir in meinem Zimmer frische Klamotten an und setzte mich aufs Bett um mein Gesicht im Handspiegel zu mustern. Ich sah ungeschminkt einfach scheiße aus. Während ich damit beschäftigt war mein Gesicht zu inspizieren hörte ich auch nicht wie jemand in mein Zimmer kam. Das bekam ich erst mit als derjenige mich ansprach.
„Alles klar?“

Ich sah Tom an und fragte mich ernsthaft ob er vielleicht Drogen nahm. Diese Stimmungsschwankungen waren ja schlimmer als bei einer Schwangeren. Also nickte ich nur und beschäftigte mich wieder mit meinem Gesicht ehe ich registrierte das Tom sich neben mich hockte, aber genügend Abstand wahrte, als hätte er Angst ich könnte ein 30 Zentimeter Küchenmesser unter meinem Kopfkissen hervor ziehen.
„Also ich hab Kühl- und Heilsalbe dabei. Welche willst du?“
Ich deutete auf beide, und er gab sie mir zu meiner Überraschung auch.

Während ich mein Gesicht mit Salben vergewaltigte schwieg Tom sich Löcher in den Bauch und ich fragte mich was er eigentlich genau von mir wollte.
„Ich geh davon aus, dass du nicht gegen einen Laternenmasten gelaufen bist. Sagst du mir wers war?“
Meine Antwort darauf war ein Kopfschütteln. Damit musste er leben. Ich redete nicht. Zumindest nicht mehr.

Tom stöhnte genervt auf und erhob sich um zu meinem Schreibtisch zu laufen was ich mit gehobener Augenbraue verfolgte. Zurück kam er mit Blatt und Stift und reichte mir beides.
„Wenn du schon nicht mit mir reden willst dann schreib wenigstens. Ich bin nicht sonderlich gut im erraten“
Also schrieb ich.

Das geht dich nichts an

„Na super. Kann ich wissen warum du nicht redest? Kannst du überhaupt reden? Soweit ich mich erinnern kann hab ich dich noch nie reden hören“

Ich kann reden…aber ich will nicht

„Und warum nicht?“

Weil es niemanden interessiert was ich zu sagen habe

Tom schwieg und starrte geradeaus. Entweder er war jetzt beleidigt oder aber er versuchte ernsthaft zu denken. Letzteres hielt ich für unwahrscheinlich. Ich mein, er war ein Hopper. Und die hatten bekanntlich kein Gehirn.

„Ich hätte dich vielleicht begleiten sollen“ murrte er dann nach einer Weile und ich sah ihn fragend an.
Okay, in welchem Zusammenhang stand dieser Satz jetzt? Ich hatte nicht die geringste Ahnung aber wollte es unbedingt kapieren.

„Ich kann dich nicht leiden. Aber deswegen wünsch ich mir trotzdem nicht das du verkloppt wirst“

Du bist blöd

„Uh, so eine kindische Aussage von Bill. Das ich das noch erleben darf. Bist selber blöd“
Damit streckte er mir die Zunge raus und bewegte sich zur Tür wo er stehen blieb.
„Gordon lässt fragen ob du mit uns Film schaust. Du sollst dich einleben bevor wir Montag zur Schule gehen und du mit allem Möglichen und Unmöglichen konfrontiert wirst“

Meine Antwort bestand aus einem nicken und einem Deut auf die Uhr.
Tom überlegte eine Weile ehe er den Sinn davon verstand.
„Ja, jetzt“
Damit ging er aus meinem Zimmer und ich folgte ihm ins Wohnzimmer wo ich mich auf den Sessel hockte. Man musste der armen Simone ja nicht noch mehr Angst machen als sie eh schon hatte.
 
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