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Geschichte: Fanfiktion
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von schalkermaedels04
erstellt: 18.10.2009
letztes Update: 22.08.2010
Geschichte, Romanze / P16
(fertiggestellt)
hier sind wir wieder und im Gepäck ein neues Kapitel. : )
LindaTellingtonJones: Danke für dein Review. Freut mich (uns), dass dir der Schreibstil gefällt. (:
angel94: Auch dir dankeschön für’s Review. Hast Recht, nach einem Kapitel kann man wirklich noch nicht so viel sagen, aber dafür kommt ja jetzt das nächste :D
des kleine Kobi: Und noch einmal Danke :D Mal sehen, ob die beiden Gelsenkirchen am Ende doch nicht mehr ganz so doof finden…
Wir wünschen euch noch einen schönen Abend. :)
Tippt fleißig.
Liebe Grüße
schalkermaedels04
*
Kapitel 2
Lustlos stocherte ich mit der Gabel in meinen Spaghetti herum.
„Gelsenkirchen ist cool. Und ich denke Isa und Phia werden das früher oder später auch noch so sehen.“, beendete Leonard seinen Vortrag und stopfte sich eine Gabel Spaghetti in den Mund.
Zum ersten Mal schaute ich von meinem Teller nach oben und sah in Sophias Gesicht. Sie saß mir direkt gegenüber und ich wusste, dass sie genau wie ich vom Gegenteil überzeugt war. Gelsenkirchen war nicht cool. Gelsenkirchen war scheiße. Das war meine Meinung. Basta!
„Natürlich werden das Isa und Phia so sehen“, stimmte mein Vater ein und jetzt riss mir die Hutschnur. Der ganze Ärger, die ganze Wut und Traurigkeit, die sich in den Wochen angestaut hatten, mussten aus mir heraus. Mit einem lauten Geräusch knallte ich die Gabel auf den Tisch, sodass die Spaghettisoße auf den Pulli von meinem kleinen Bruder spritzte. Sophia sah mich geschockt an.
„Nein, verdammt! Ich werde das nicht so sehen!“ Ich stand auf. Die ersten Tränen liefen meine Wangen herab. Wie ich hasste vor meinem Vater zu weinen.
„Isabel setze dich sofort wieder hin!“ Mahnte mein Vater, doch ich dachte gar nicht daran. Meine kleinen Geschwister blickten erstaunt zwischen uns hin und her. Es bahnte sich ein Streit an, wie es ihn schon lange nicht mehr gegeben hatte.
„Nein, ich setzt mich jetzt nicht. Genauso wenig wie ich morgen nach Gelesenkirchen ziehe! Du kannst nicht alles mit mir machen“, meine Lautstärke steigerte sich. Mittlerweile stand mein Vater auch.
„Und ob ich das kann, junge Dame. Ich bin dein Vater und du bist noch nicht volljährig!“
„Welcher Vater tut seinen Kinder so etwas an?“
„Das reicht Isabel!“
„Gut – dann gehe ich jetzt auf mein Zimmer!“ Ich bahne mir den Weg durch die Kisten und merkte wie mein Vater wütend schnaufte.
„Du bleibst hier!“ Schrie er mir hinterher. „Lass Papa. Ich gehe ihr hinterher, du machst alles nur noch schlimmer“, hörte ich meine Zwillingsschwester.
Kaum hatte ich mich wütend auf mein Bett geschmissen, klopfte es leise an meine Zimmertür.
„Phia?“ Meine Stimme klang leise und hilflos. Genauso fühlte ich mich auch. Vollkommen hilflos… Die Tür knarrte beim Aufgehen und sie schlüpfte durch den kleinen Spalt in mein leeres Zimmer.
„Hey“, sie setzte sich zu mir und nahm mich in den Arm. Die ganzen aufgestauten Tränen brachen aus mir heraus. Ich konnte sie einfach nicht mehr verbergen.
„Ich konnte mich eben einfach nicht zurückhalten“, entschuldigte ich mich, wobei ich natürlich wusste, dass ich mich vor meiner Schwester eigentlich nicht zu entschuldigen brauchte.
„Ist doch okay. Ich verstehe dich voll und ganz“, sie strich mir behutsam über meine blonden Haare. Manchmal merkte man deutlich, dass sie älter war als ich. Wenn auch nur vier Minuten…
„Ja, aber du scheinst die Einzige hier weit und breit zu sein“, ich zupfte ein Taschentuch aus meiner Tempobox. „Phia…ich will hier nicht weg!“
„Ich doch auch nicht, aber wir können nichts dagegen machen“, ich sah wie ihre Augen langsam glasig wurden.
„Schaue dir das doch mal an. Mein komplettes Zimmer. Leer. Unser Haus. Vollkommen verkistet. Die Hälfte schon in Gelsenkirchen. Wie wird das alles ein? Unser neues Haus? Unsere neue Schule? Die neuen Freunde? Die neue Mannschaft?“ Tausend Fragen auf die ich keine Antworten wusste.
„Ich weiß es nicht“, antwortete Sophia mit heiserer Stimme und schluchzte auf. „Ich weiß es wirklich nicht…“
„Manchmal denke ich, dass unser Papa herzlicher mit seiner Fußballmannschaft umgeht, als mit uns“, ich zog ein neues Taschentuch aus meiner Box.
„Ich verstehe einfach nicht, warum. Er hat doch hier alles was er immer haben wollte. Eine gute Mannschaft. Tolle Fans. Geld – im Gegensatz zu Schalke und dann seine Entscheidung. Einfach über unsere Köpfe hinweg. Mittlerweile sind wir doch alt genug, um bei so was auch mit zureden“, auch Sophia griff nach einem Taschentuch und tupfte die Tränen ab.
„Du weist doch, die neuen Aufgaben“, ahmte ich unseren Vater nach und zum ersten Mal am heutigen Tag erkannte man auf unseren Gesichtern so etwas wie ein Lächeln.
„Zum Glück habe wir uns beide noch“, ich stimme Sophia zu. Ja, dass war unser großes Glück.
„Ich geh mal nach unten, schau ob sich unser Quälix wieder beruhigt hat“, sie stand auf und ließ mich alleine zurück. Ich ließ mich zurück ins Bett fallen und verschränkte die Hände unter meinem Kopf.
FC Schalke 04 – die Mannschaft mir den größten Flaschen, dem hässlichsten Stadion und den dümmsten Fans. Ich seufzte. Dort gab es bestimmt genügend Mädchen, die nur Fußball schauten, weil sie hofften, dass Jemand sein Trikot auszog. Dabei war keiner dieser Mädchen bewusst, wie hart dieser Sport eigentlich war. Nach Niederlagen und Verletzungen sich nicht unterkriegen zu lassen. Nach Siegen nicht zu sicher zu sein. Die körperliche Belastung. Und ihnen ging es nur um ein jämmerliches Trikot mit einer Unterschrift…Modefans!
Ich rollte mich auf den Bauch. So eine würde ich nie sein und auch nie werden. Ein Spieler von meinem Vater als Freund. Keineswegs! Die eine oder andere Schwärmerei hatte ich unterdrückt, andere Mütter hatten schließlich auch hübsche Söhne.
Warum war nur gerade jetzt meine Welt am zusammenbrechen? Hätte sie sich nicht einen anderen Zeitpunkt aussuchen können? Ich hörte das Tellerklappern von unten. Anscheinend hatte der Rest meiner Familie fertig gegessen. Super. Dann konnte ich mir ja endlich was zu essen machen. Ich hatte nach dem Training immer einen mords Hunger.
Leise schlich ich die Treppe hinunter und tatsächlich fand ich in der Küche niemanden vor. Ich fischte mir einen Joghurt aus dem Kühlschrank und holte mir gerade einen der letzten Löffel aus der Schublade, als mein Vater vor mir stand.
„Isabel. Ich würde gerne mit dir reden“, er klang ruhig und besonnen. Das gefiel mir nicht.
„Ich habe leider keine Zeit“, ich stellte meine Stimme auf miesen Unterton. „Kisten für den Umzug packen.“
„Ich weiß, dass es dir nicht passt. Du wirst es akzeptieren müssen.“
„Ja, soviel weiß ich auch schon“, genervt steckte ich den Löffel wieder in den Joghurt. Mir war der Appetit vergangen.
„Warum Papa?“ Ich blickte ihn ernsthaft an. Wahrscheinlich hatte er das nicht von mir erwartet. Dementsprechend schien sein Gesichtsausdruck.
„Isa. Wie oft denn noch. Es ist eine neue Aufgabe für mich.“
„Und das ist der einzige Grund, warum ich alles hier aufgeben muss?“
„Ich habe gedacht du freust dich auch. Eine neue Stadt hat doch auch immer etwas Aufregendes. Siehe es doch mal so. Du lernst jede Menge neue Leute kennen…“
„Ich will gar keine neue Leute kennen lernen“, schnitte ich ihm das Wort ab. Verzweifelt schüttelte er den Kopf.
„Ich habe es mit allen Mitteln versucht, dir die ganze Sache schmackhaft zu machen. Da musst du jetzt durch Isabel. Du wirst dich an dein neues Leben gewöhnen müssen.“
„Sind ja tolle Aussichten“, trotzig schob ich mir einen Löffel mit Erdbeerjoghurt in den Mund. Fehlte er nur noch das er mir verbat Fußball zu spielen. Das einzige woran ich noch wirklich glaubte. Das kleine, runde Leder, das letzte Saison oft meinetwegen im Tor gelandet war.
„Das Stürmerinnen immer so trotzig sein müssen“, er wollte einen Witz machen. Das war daneben gegangen.
„Lass gut sein Papa. Ich werde dir deine „neue Aufgabe“ nicht versauen, aber erwarte ja nicht von mir, dass ich ab sofort nur noch die strahlende Tochter bin, die dich auf jeden scheiß Empfang begleitet. Du stopfst mich in kein Kleid, um zu feiern, dass Schalke nicht abgestiegen ist.“
„Isabel!“
„Ich bin oben“, ich drehte mich zu ihm. „Kisten packen!“ Dann verschwand ich in meinem Zimmer. Schade nur, dass ich mein Talent und die Begeisterung für Fußball, vollkommen von ihm geerbt hatte – eben ganz wie die große Schwester.
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