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von schalkermaedels04    erstellt: 18.10.2009    letztes Update: 22.08.2010    Geschichte, Romanze / P16    (fertiggestellt)
Titel: Blau und Weiß - Nein danke? // Es könnte sein, dass wir den Titel nochmal ändern, aber da sagen wir euch natürlich vorher bescheid. =)


Kurzbeschreibung: Die Töchter eines Trainers zu sein, hat immer zwei Seiten. Geld, Ansehen, Bekanntschaften mit Stars ist die eine Seite, nicht unbedingt eine Gute finden Isabel und Sophia. Verabschiedungen, neue Städte, Umzüge, die andere, schlimmere. Es ist nicht immer leicht die Töchter eines Trainers zu sein. Vor allem wenn hinter dem Vornamen ein Magath steht und man ganz und gar nicht nach Gelsenkirchen ziehen möchte… (Partner FF von FreakOut und anna25)

Rating: P-16

Disclaimer: Die OC’s gehören uns und entspringen unserer Fantasie. Reale Personen gehören sich selber. Geld verdienen wir mit dieser Geschichte nicht.

Anmerkungen: Wir schreiben jeweils immer in der Sicht der beiden Töchter Isabel und Sophia. anna25 übernimmt dabei Isabel und FreakOut Sophia. Es geht mit der Sicht von Sophia los und ab da wird immer abgewechselt. Nicht das ihr da durcheinander kommt ;-)

Ansonsten wünschen wir euch viel Spaß mit dem ersten Kapitel. Wir freuen uns über Reviews, Kritik, Anmerkungen etc. :-)

Liebe Grüße
schalkermaedels04

*

Kaptitel 1

Da standen sie alle. Vor dem Tor, fast wie bei einem Mannschaftsfoto. Komplett, in voller Montur. Unsere Wolfsburger Mädels. Grün und weiß.
Zwischen ihnen ein Plakat. Beschrieben mit großen Buchstaben. „Wir werden euch vermissen!“. Grün auf weiß.
Völlig überwältigt standen wir vor ihnen. Trugen unsere Trikots vom letzten Spiel, mit allen Unterschriften. Auch wir, grün und weiß.

‚Himmel! Sophia, du bist echt zu dramatisch veranlagt!’, schollt ich mich selbst in Gedanken und unterdrückte die Tränen. Kurz warf ich meiner Zwillingsschwester Isabel einen Blick zu. Ihr ging es wohl nicht anders.

„Ihr wisst doch, dass wir keinen großen Abschied wollen!“, meckerte Isa. Den Ärger als Vorwand, um nicht zeigen zu müssen, wie nah auch sie den Tränen war.

„Ihr wusstet aber auch, dass wir euch nicht einfach so gehen lassen würden.“, erwiderte Annika, unsere Spielführerin. „Und eigentlich wollen wir euch auch gar nicht gehen lassen.“

„Als würden wir freiwillig gehen.“, schnaubte ich.
„Bleibt halt hier.“ Entschlossen verschränkte unsere rechte Außenverteidigerin Mona die Arme vor der Brust.

„Du weißt genau, dass unser Vater das nicht erlaubt.“
Missmutig verzog Annika das Gesicht. „Warum muss er auch unbedingt in den Ruhrpott wechseln? Was haben die, was unsere Wölfe nicht haben?“

Ha, wäre die Frage mal so einfach zu beantworten. Meine Schwester und ich suchten seit den letzten Wochen nach der Antwort, was unseren Vater an diesem Vereinswechsel reizte, wo es doch hier kaum besser für ihn laufen könnte. Deutscher Meister und er dürfte mit der Mannschaft am internationalen Wettbewerb teilnehmen.
Aber anstatt sich damit zufrieden zu geben, ging er lieber in den Ruhrpott. Zum „wahrscheinlich größten Traditionsclub Deutschlands“, dem FC Schalke 04. Zu dem Verein, mit dem beklopptesten Fans und den dämlichsten Spielern, ohne jetzt Namen nennen zu wollen.

Ich war einfach stinksauer auf unseren Vater. Isabel ging es nicht anders. Da dachte man, man wäre endlich in einer Stadt, in der man wohnen bleiben konnte, da hieß es schon wieder umziehen. Zum gefühlten hundertstens Mal. Zum hundertsten Mal aus dem gewohnten Umfeld gerissen. Zum hundertsten Mal von seinen Freunden Abschied nehmen. Zum hundertsten Mal die Mannschaft wechseln. Zum hundertsten Mal ein neues Leben starten.
Wie ich es hasste.

„Wenn ihr weg seid, wer soll denn dann mit mir unsere Tore schießen und Franzi helfen den Kasten sauber zu halten?“, maulte Fee, Isas Sturmpartnerin.
Isa grinste gequält. „Kati ist genauso gut wie ich und Phia ist auch ersetzbar.“
Ich versetze ihr einen leichten Stoß zwischen die Rippen, nickte dann aber zustimmend. „Melanie ist genauso gut innen links.“

„Trotzdem will ich nicht, dass ihr geht!“ Fee schien plötzlich den Tränen nahe.
„Och Mensch, jetzt fang doch nicht an zu weinen.“, meinte Isa und plötzlich schimmerten ihre Augen auch feucht. Schnell schloss sie ihre beste Freundin und Sturmpartnerin in die Arme.

Die anderen sahen sich an und keinen Augenblick später lagen wir uns alle in den Armen, schluchzten leise und verfluchten still unseren Vater.
Nein, ich wollte ganz sicher nicht hier weg. Aber ich hatte ja keine Wahl.

Erst als wir ein Hupen hörten, lösten wir uns alle wieder voneinander. Ich wischte mir über die Augen und sah mich um. Dort stand unser Vater mit seinem VW und winkte uns ungeduldig zu.
Natürlich, weil er im Umzugsstress war, konnten wir uns noch nicht mal richtig von unserer Mannschaft, unseren Freunden, verabschieden.

„Ihr vergesst uns nicht, oder?“, wollte Sabrina, unsere Torhüterin, mit leiser Stimme wissen.
Gleichzeitig schüttelten Isa und ich den Kopf. „Ganz bestimmt nicht. Wir kommen euch auch besuchen, wenn wir können.“

Wieder ein ungeduldiges Hupen unseres Vaters und Isa seufzte resigniert auf. Wir schulterten unsere Taschen und wollten Richtung Wagen marschieren, als wir noch einmal aufgehalten wurden.
„Halt, das ist noch für euch.“, meinte Tanja, unsere Trainerin, und drückte uns je einen Bilderrahmen in die Hand. Das Foto darin war von letzter Saison, nachdem wir die Kreismeisterschaft geholt hatten.
„Danke.“ Wir umarmten unsere Chefin noch einmal, winkten dem Rest zu und stiegen dann schweren Herzens ins Auto.

Unser Vater drückte sofort aufs Gaspedal, kaum hatten wir die Türen geschlossen. Stur starrten meine Schwester und ich auf die Straße, keiner sagte ein Wort. Bis unser Vater schließlich seufzte.
„War es so schlimm?“
Ich schnaubte. „Was glaubst du denn?“
Wieder seufzte er. „Ich weiß ja, dass ihr es nicht leicht habt. Aber ihr werdet sehen, in Gelsenkirchen…“
„Papa? Lass es einfach.“ Entnervt unterbrach Isabel ihn. Es war sowieso immer dieselbe Leier. In Gelsenkirchen findet ihr genauso schnell Freunde wie hier. In Gelsenkirchen könnt ihr auch Fußball spielen. Ihr lebt euch schon schnell in Gelsenkirchen ein.

Zu Hause angekommen, stiegen wir aus dem Auto und hörten fröhliches Kinderlachen. Unsere drei kleineren Geschwister, Leonard, Raffael und Chiara, spielten hinten im Garten. Im Gegensatz zu uns freuten sie sich auf den Umzug, auf die neue Stadt. Für die drei war das ganze einfach nur aufregend und spannend.

Unser Vater schloss die Haustür auf. Der komplette Flur war mit Umzugskisten voll, man musste tierisch aufpassen nicht zu fallen.
„Nicola?“, rief er in das Haus. „Wir sind da!“
Kaum eine Sekunde später erschien der Kopf unserer Stiefmutter Nicola in der Küchentür. „Hallo ihr beiden. Hallo Schatz.“, sagte sie und ging dann auf unseren Vater zu, um ihn einen kurzen Begrüßungskuss zu geben. „Ihr seht mitgenommen aus. Geht’s euch gut?“

Ich nickte nur, warf Isa einen viel sagenden Blick zu und schob mich mit ihr Richtung Treppe, immer darauf bedacht nicht zu stolpern.
Nicola war zwar nun schon fast zehn Jahre mit unserem Vater zusammen, seit sechs mit ihm verheiratet. Sie bemühte sich sehr uns ein guter Mutterersatz zu sein. Sie kümmerte und bemühte sich wirklich um uns. Wir akzeptierten sie, verstanden uns recht gut, mehr aber auch nicht. Sie war Vaters Frau, nicht unsere.

Meine Schwester und ich verschwanden jede in ihr eigenes Zimmer. Ich pfefferte meine Sporttasche in die Ecke und ließ mich auf mein Bett sinken. Es war das einzige Möbelstück, das noch aufgebaut war. Die anderen waren alle entweder schon auf dem Weg nach Gelsenkirchen oder standen unten und warteten darauf im Umzugstransporter verstaut zu werden.

Nein, ich wollte hier nicht weg. Ich wollte nicht schon wieder umziehen. Das hieß wieder die Schule wechseln, wo wir doch nach den Ferien in die zwölfte Klasse der Oberstufe kommen würden. Auch Freunde finden war immer leichter gesagt als getan.
Ich hatte Angst. Angst davor mich nicht zu recht zu finden, nicht akzeptiert zu werden. Wieder wurde ich aus meinem vertrauten Umfeld rausgerissen, mit in eine neue Stadt geschleppt. Man hatte es nicht leicht als Tochter von Felix Magath.
Würde ich den Fußball nicht so vergöttern, würde ich ihn jetzt bis aufs Letzte verfluchen. Es war einfach zum kotzen!

Wütend stand ich auf, schnappte mir meinen Ipod und stöpselte ihn mir in die Ohren. Ich brauchte jetzt Musik. Sportfreunde Stiller halfen immer, egal wann.
Also kuschelte ich mich zurück in mein Bett uns lauschte meiner absoluten Lieblingsband. Einfach zuhören und nicht mehr nachdenken, die Musik genießen.

War mir aber nicht lange vergönnt. Nicola klopfte an die Tür.
„Sophia? Kommst du bitte runter, es gibt Essen.“
Ich gab ihr ein Brummeln zur Antwort und rappelte mich dann wieder hoch, warf meinen Ipod zurück aufs Bett und öffnete meine Zimmertür.

Isabel kam im gleichen Moment aus ihrem Zimmer gegenüber von mir und warf mir wieder einen bedeutungsschweren Blick zu. Wir verstanden uns, auch ohne Worte. So eine Art Verbindung, von der viele Zwillingspärchen immer sprachen.

Gemeinsam gingen wir hinunter in die Küche, wo schon unsere ganze Familie saß. Es gab Spaghetti und dementsprechend sahen auch schon die Gesichter von Chiara und Raffael aus.
Ich hatte keinen Hunger.

Leonard redete ununterbrochen von Schalke. Er war so aufgeregt, würde er doch jetzt bald in der gleichen Stadt zu Hause sein wie auch sein Lieblingsfußballclub. Und dann war auch noch sein Papa Trainer eben dieser Mannschaft.

„Gelsenkirchen ist cool. Und ich denke Isa und Phia werden das früher oder später auch noch so sehen.“, beendete Leonard seinen Vortrag und stopfte sich eine Gabel Spaghetti in den Mund.
Ich war von dem totalen Gegenteil überzeugt.
 
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