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von gugi28    erstellt: 16.10.2009    letztes Update: 06.11.2009    Geschichte, Drama / P18 Slash    (fertiggestellt, keine anonymen Reviews)
Hallo meine Süßen!


Überraschung! Diesmal poste ich etwas früher … Heute will ich euch nicht länger aufhalten und gebe sofort den Startschuss fürs Lesen! Viel Spaß und Bussis von eurer gugi! ^_^



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Kapitel 03

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Es war fast so wie beim letzten Mal. Die Stimmung war gewaltig, doch diesmal überwog die Fananzahl von Harrys Mannschaft bei weitem. Draco zweifelte keinen einzigen Moment daran, dass die Black Panther haushoch gewinnen würden, auch wenn Gerüchte besagten, dass die gegnerische Mannschaft an Können und Raffinesse zugelegt hatte. Eduard saß direkt neben Draco, die Plätze waren erste Sahne. Harry hatte sie extra für sie reservieren lassen, allerdings saßen sie auch in der Nähe von Ron und Hermine.

„Draco? Potters Freunde starren dich an“, wisperte Eduard ihm zu. Draco drehte seinen Kopf und begegnete den eigenartigen Blicken der beiden. „Ja, ich sehe es“, flüsterte er zurück.

„Hast du was angestellt?“, kam die nächstgestellte Frage von Eduard.

„Nein, wieso? Du meinst, weil sie mich so eigenartig ansehen?“

„Genau“, nickte Eduard.

„Keine Ahnung“, brummte Draco mit zusammengezogenen Augenbrauen. Hatte Harry ihnen etwas erzählt? Ihnen davon berichtet, dass er nun mit ihm gemeinsam in einer Wohnung lebte? Dracos Aufmerksamkeit galt nun wieder dem Spiel, welches endlich anfing.

Ein Feuerwerk teilte den in Scharen gekommenen Fans mit, dass die erste Mannschaft ins Stadion einmarschieren würde. Es war das gegnerische Team, das sich selbstsicher gab und die Menge aufforderte, für sie zu klatschen. Draco schnaubte. Nein, sie würde keine Chance gegen die s besitzen! Die Gegner zeigten zur Freude ihrer Fans einige Kunststücke, bei denen Draco zugeben musste, dass sie wirklich beeindruckend waren.

Aber nun traten die Black Panther aufs Feld und das Stadion explodierte für Freude! Draco spürte die Welle der Begeisterung und wurde von ihr mitgerissen. So gut er konnte, ignorierte er die Angst um Harry. Seine Hand lag auf seinem Zauberstab; er war bereit, einzugreifen, sollte etwas passieren.  

„Bist du nervös?“, erkundigte sich Eduard bei ihm und musterte ihn eingehend.

„Ein wenig schon“, gab Draco offen zu.

„Wieso?“

Ja, diese Frage konnte Draco ihm schlecht beantworten. Eduard würde ihn für verrückt erklären, wenn er die Wahrheit wüsste! Stattdessen schnitt er ein anderes Thema an, während er Harry weiterhin nicht aus den Augen ließ. „Ich habe Tante Milli getroffen und sie zum Kaffee eingeladen.“

Eduard blickte ihn erstaunt an. „Tatsächlich? Wo denn? In der Winkelgasse?“ Da Draco nickte, fuhr Eduard fort. „Ja, dort ist sie sehr gerne, bevor sie Großvater auf dem Friedhof besuchen geht. Und? Was hat sie denn erzählt? Wie habt ihr euch überhaupt kennen gelernt?“

Kurz und bündig berichtete Draco von ihrer Begegnung und dass er diese alte Dame überaus sympathisch fand.

Eduard lächelte traurig. „Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit für sie. Solltest du sie wiedertreffen, dann richte ihr bitte schöne Grüße von mir aus, ja?“

„Sicher“, versprach Draco sofort. „Das mache ich natürlich.“

Die beiden jungen Männer konzentrierten sich wieder auf den Schiedsrichter, der endlich das Startsignal gab. Dracos Nervosität nahm zu, aber tief im Inneren vertraute er darauf, dass Harry diesmal nichts geschehen würde. Seinem ehemaligen Widersacher beim Fliegen zuzusehen war etwas, was Draco immer schon gerne getan hatte. Harry und sein Besen wurden eins, sie verschmolzen zu einer perfekt funktionierenden Einheit. In Dracos Augen gab es niemanden, der so ausgezeichnet fliegen konnte wie Harry!

Während die Menge tobte und ihren Emotionen freien Lauf ließ, kämpften die Mannschaften um jeden Punkt. Der Schnatz verarschte die Sucher, aber Harry ließ sich davon nicht beirren. Die Sucher beider Teams gaben ihr Bestes, wichen Quaffel und Klatschern gekonnt aus und ließen ihr flinkes Ziel nicht aus den Augen.

„Wahnsinn, ich hab vergessen, wie aufregend so ein Spiel sein kann, wenn man nur Zuschauer ist“, wisperte Eduard ergriffen. Auch er war von Harrys Talent begeistert, was er unumwunden zugab. Plötzlich wurde sein Blick ungläubig.

„Das darf doch nicht wahr sein!“, zeigte er auf Harry, der soeben in den Sturzflug überging und es damit schaffte, dass das Publikum versteinert und mitfiebernd in seiner Bewegung innehielt. „Er fliegt dasselbe Manöver wie du! Potter hat es dir geklaut!“

„Nein“, seufzte Draco. „Schön wär’s ja. Er war es, der mit dieses Manöver beigebracht hat.“

Eduard glotzte ihn an. „Wirklich? Verdammt, dieser Junge ist gut!“

Gekonnt zog Draco eine Augenbraue hoch, was Eduard natürlich bemerkte. „Ihr beide seid es. Potter und du, ihr habt beide eure Stärken und Schwächen. So interessant ich es auch finde, ihn und Hanson beim Duell zuzusehen, ist es trotzdem nicht mit euch beiden zu vergleichen. Wenn du und Potter gegeneinander fliegt, hält die Welt den Atem an. Euch beide umgibt dann eine Magie, die jeden in ihren Bann zieht …“

Das war wohl das schönste Kompliment, das Draco je bekommen hatte, er lächelte. Nun galt es wieder, dem Spiel seine volle Aufmerksamkeit zu widmen, denn es wurde langsam knapp mit den Punkten! Die gegnerische Mannschaft hatte nicht zu viel versprochen, denn sie war verdammt schnell und hatte dazugelernt, aber die Black Panther trugen eindeutig Harrys Handschrift.

„Na komm schon, Harry, komm schon!“, feuerte Draco ihn an. Eduard brachte keinen Mucks heraus, viel zu sehr hielt ihn die Spannung des Spiels gefangen. Die Spieler sausten kreuz und quer, es war schwer, mit bloßem Auge hinterher zu kommen.

Da Dracos Blick weiterhin auf Harry haftete, versank er geradezu in dessen geschmeidigen Bewegungen. Ihm war, als würde in diesem Moment alles in Zeitlupe ablaufen. Dracos Herzschlag und Atmung beschleunigten sich. Wie war es möglich, dass Harrys Umgang mit dem Besen solch einen Eindruck bei Draco hinterließ?

Der Blonde verspürte ein eigenartiges Ziehen in seinen Lenden. Eigenartig in dem Sinne, dass ihn noch nie etwas Ähnliches erregt hatte. Gott, Harry flog wie eine Mischung aus Gott und Teufel und sah dabei so verflucht sexy aus! Draco kam wieder zu sich. So direkt waren seine Gedanken noch nie gewesen! Aber bei Merlin, Harry Potter besaß in diesem Moment so viel Sexappeal, dass Dracos Körper darauf reagierte. Harry war heiß!

Seine feuchten Handflächen wischte sich Draco an der Hose ab, sein Hals wurde trocken. Er konnte das Gefühl nicht richtig beschreiben, das ihn gerade beherrschte. Es war eine Mischung aus Erregung und Nervosität. Würde Harry den Sieg erringen? Verdammt, die Gegner schossen das nächste Tor! Das hieß, dass es für Harry verdammt eng wurde!

Und dann geschah es: Harry führte den Sucher namens Hanson in die Irre, zog plötzlich den Stil seines Besens in die Höhe und katapultierte sich wie eine Rakete mit wirbelnden Umhang in den Himmel.

„Wahnsinn“, glitt es Draco von den Lippen. Die Kraft, die hinter Harrys Manöver steckte, war für ihn schon fast spürbar! Harry sauste direkt auf den Schnatz zu!

Draco hielt nichts mehr. Er sprang hoch und legte den Kopf in den Nacken. Den Atem anhaltend drückte er Harry die Daumen, denn es waren nur noch wenige Meter, bis er den Schnatz greifen konnte! Die Spannung wurde unerträglich und Hanson lag weit hinter Harry! Ha! Dass dieser fluchte, war nachzuvollziehen. Die Stimme des Sprechers überschlug sich, so war bestätigt, dass auch er vom Quidditchfieber befallen war!

„Jetzt, Harry!“, brüllte Draco aus vollem Halse.

Dass Harry ihn hörte, war stark zu bezweifeln, aber wenigstens tat er es! Es griff zu! Das Explodieren der Menge schmerzte und schrillte in den Ohren, aber Draco jubelte mit – denn Harry hatte den Schnatz gefangen! Mit erhobenem Arm und einem breiten Lächeln auf den Lippen ließ sich Harry nach hinten fallen und begab sich mit Leichtigkeit in den Sturzflug. Er drehte nur mit einer Hand auf dem Griff Spiralen, was absolut nicht einfach zu bewerkstelligen war! Die Black Panther jubelten und gratulierten sich, während die Stimme des Sprechers bereits heiser war.

„Wahnsinn! Was für ein Spiel!“, freute sich Eduard für Harrys Mannschaft, er grinste Draco an. „Na los, geh schon zu ihm!“

Draco blinzelte. „Wie bitte?“

„Ich weiß doch, dass du jetzt bei ihm sein willst. Das ist okay, glaub mir. Geh schon, er braucht dich jetzt. Ich muss sowieso los, denn ich habe beschlossen, Tante Milli einen Besuch abzustatten – lass mir Potter schön grüßen, ja?“

Draco schoss die Röte ins Gesicht, er nickte. Der wissende Unterton in Eduards Stimme ließ keinen Zweifel. Er wusste, dass da mehr als Freundschaft zwischen Draco und Harry war.

„Na los, geh endlich. Hol ihn dir, Tiger“, lachte Eduard und stieß Draco an.

Immer noch rot im Gesicht machte sich Draco auf den Weg. Es war nicht leicht, sich einen Weg durch die dichte Menge zu bahnen, doch mit seinem VIP-Pass um den Hals war es ihm gestattet, in Bereiche vorzudringen, die Fans nicht betreten durften.

Hermine und Ron gingen vor ihm, deshalb hielt Draco Abstand zu ihnen. Zu seinem Leidwesen war noch jemand mit von der Partie: Adam! Was machte dieser Idiot denn hier? Dracos Laune sank unter den Gefrierpunkt, denn er konnte diesen Kerl nicht ausstehen! Aber was sollte er denn tun? Zu ihm hingehen und ihm eine reinhauen? Ihm wäre jedenfalls danach. Dennoch konnte er nichts Anderes tun, als abzuwarten und Beobachtungen anzustellen.

Endlich auf dem Feld angekommen wurde Harry von allen Seiten belagert. Auch die Presse war anwesend und schoss permanent Bilder. Hermine und Ron ließen zu Dracos Belustigung Adam einfach so stehen und liefen ihrem besten Freund entgegen. Sie hielten sich nicht mit Umarmungen und Beglückwünschungen zurück, ließen sich gemeinsam mit Harry von der Presse ablichten und strahlten mit ihm um die Wette.

Draco blieb abseits stehen. Sollte er sich dazustellen? Nein, das wäre nicht angebracht. Er beobachtete, dass Hermine Harry etwas ins Ohr flüsterte, ihn anschließend auf die Wange küsste und Ron mit sich zog. Draco nahm an, dass sie sich später noch treffen würden, jetzt aber etwas Anderes zu erledigen hatten.

Etwas unsicher trat Draco dann doch näher und hörte Harry ein Interview geben. Bei der nächsten Frage blieb Draco das Herz stehen.    

„Mister Potter! Gerüchten zur Folge sollen Sie sich von Ihrem Freund getrennt haben. Wie war noch sein Name? Sie haben ihn nie erwähnt. Darf man annehmen, dass er nicht der Richtige für Sie war? Haben Sie schon einen neuen Partner ins Auge gefasst? Einen, der besser zu Ihnen passt?“

Dieser Reporter musste wohl neu sein, denn sonst hätte er nicht solche Fragen gestellt. Harrys Grinsen verschwand. Man sah ihm an, dass er eine passende Antwort überlegte.

„Nun“, begann Harry, wurde aber unterbrochen.

Ich war der Richtige für ihn!“, regte sich jemand auf. Es war Adam! Zum Henker, wie war er an Harrys Seite gelangt? Draco hatte es nicht bemerkt! Adam war wütend, sehr wütend sogar.

„Mein Name ist Adam und ich war Harrys Freund! Von wegen nicht der Richtige für ihn! Er wollte mich nur nie der Presse vorstellen! Wahrscheinlich war ich nicht gut genug für ihn! Ich erzähle Ihnen etwas über den ach so berühmten Harry Potter!“, spie er der Presse wutentbrannt entgegen.

Harry war fassungslos und wurde weiß im Gesicht. Wenn er jetzt nichts unternahm, würde sein Ruf in den Schmutz gezogen! Es gab nichts Schlimmeres, als einen verschmähten Freund! Denn dieser würde nicht davor zurückschrecken, hässliche Dinge über seinen Verflossenen zu sagen!

„Harry war eine verdammte Niete im …!“

Plötzlich sauste ein Arm direkt vor Harrys Nase vorbei und die Faust traf exakt Adams Gesicht. Der Kopf des jungen Mannes katapultierte sich in den Nacken, dann sackte Adam in sich zusammen. Das Blitzgewitter hielt an, als Draco die Hand ausschüttelte, sich neben Harry stellte, den Arm um ihn legte und charmant in die Kameras lächelte.

„Sie wissen doch, wie sowas ist, oder?“, zwinkerte er den Reportern zu. „Harry Potter möchte sein Privatleben unter Verschluss halten, das ist doch in Ordnung, nicht wahr? Sie verstehen das sicher. Und Sie wissen auch, was passiert, wenn eine Beziehung in die Brüche geht. Ich bin ein guter Freund von Harry Potter und sah mich dazu verpflichtet, seinen Ruf zu wahren. Bitte entschuldigen Sie meine rabiate Methode, Adam zum Schweigen zu bringen.“

Die Reporter lachten los, aber auch die Spieler waren von Dracos Rede beeindruckt. Harry konnte ebenfalls wieder lächeln und sah ziemlich froh aus, Draco zu sehen. Der Blonde zog eine Augenbraue hoch, als er in der Reportermenge Luna Lovegood entdeckte, die einen Schritt vortrat und Draco anlächelte.

„Es ist sehr schön, dich wieder zu sehen, Draco“, sagte sie freundlich. Die anderen Reporter sahen zwischen ihr, Harry und Draco hin und her.

„Danke, gleichfalls“, erwiderte Draco galant, sein Arm umschlang immer noch auf Harrys Schultern.  

„Ich möchte ehrlich sein“, fuhr Luna fort. „Ich kenne Adam nicht, aber ich mag ihn auch nicht. Er wollte Harry schaden, das mag ich ebenfalls nicht. Harry ist sehr nett und ich denke, dass er nichts falsch gemacht hat. Es freut mich sehr, dass ihr beide Freunde geworden seid, das finde ich gut. Ich denke, dass du jemand bist, der Harry versteht, nicht wahr?“

Luna lächelte verträumt vor sich hin, während Draco Mühe hatte, nicht rot zu werden. Er wusste nicht, ob es Harry recht war, wenn er darauf antwortete, deshalb blickte er ihn an. Harry grinste aber und gab ihm mit einem Nicken zu verstehen, dass es okay war, das Interview fortzuführen.

„Es stimmt, Luna“, fuhr Draco also fort. „Du weißt, dass Harry und ich in unserer Schulzeit sehr viel durchmachen mussten. Wir fanden gemeinsam einen Weg, das Böse zu bekämpfen und sind dadurch Freunde geworden. Ich bereue es nicht, denn Harry ist ein sehr guter Mensch, der niemandem was Böses will. Man kann auch sagen, dass er mich gerettet hat, mir gezeigt hat, dass ich mich nicht aufgeben darf. Ich habe ihm viel zu verdanken.“

Selbstverständlich wussten die Reporter von den vergangenen Ereignissen, aber es war dennoch eine Sensation für sie, es aus Dracos Mund zu hören. Man sah ihm an, dass er aufrichtig war, jedes Wort ernst meinte. Harry strahlte ihn an, was Luna nicht verborgen blieb.

„Entschuldigt die weitere Frage, aber ich bin doch so neugierig“, kicherte Luna. „Seid ihr wirklich nur Freunde? Ihr seht so … vertraut aus.“

Oh Gott, ja nicht rot werden, Draco!, schrie seine innere Stimme ihn an. Zu seinem Erstaunen schmiegte sich Harry an ihn und seufzte in die Kameras. „Luna, du hast mich erwischt“, lachte er. „Draco ist ein sehr guter Freund von mir, aber nicht nur. Uns beide verbindet etwas, richtig, Draco …?“

Das Blitzgewitter, die fremden Reporter, Luna und der Rest der Welt waren vergessen. Draco drehte langsam seinen Kopf, er blickte Harry fest ins Gesicht. Da war etwas in Harrys Augen, das ihn fesselte, seinen Herzschlag beschleunigte. Es gab nur noch ihn und Harry. Bei Merlin, Harry war wundervoll, sein Gesicht war einzigartig und ausgesprochen hübsch. Unbewusst öffnete Draco seine Lippen, während er in Harrys Augen versank.

Langsam kam sein Gesicht näher.

Draco neigte den Kopf, senkte etwas seine Augenlider und suchte mit seinen Lippen jene von Harry. Kurz bevor sie sich berührten, schloss Draco die Augen und erwartete die Berührung, die nicht lange auf sich warten ließ. Es war, als würde ein Blitz durch seinen Körper fahren, als ihre Lippen zu einem hauchzarten Kuss fanden, der nicht länger als ein paar Sekunden andauerte.

Sich zurückziehend und blinzelnd die Augen öffnend suchte Draco Harrys Blick, der nicht minder verschleiert war als seiner. „Ja, uns verbindet etwas“, wisperte Draco. „Es ist mehr als das.“

„Was für ein schöner Kuss!“, freute sich Luna. „Seid ihr denn ein Paar? Oh Harry, wenn du nichts dazu sagen willst, akzeptieren wir das alle, das weißt du, aber …“

„Ja“, floss es über Harrys Lippen. „Draco und ich sind zusammen. Das kannst du gerne veröffentlichen, Luna. Unseren Segen hast du.“

DAS WAR DIE SENSATION SCHLECHTHIN!

Die Presse überschlug sich mit Fragen, aber Harry und Draco gaben nur eine Antwort: „Kein weiterer Kommentar!“ Nur Luna lächelte still und zufrieden vor sich hin. Sie trat auf Harry zu, neigte den Kopf und flüsterte: „Ich wusste schon immer, dass da was zwischen euch ist. So gefällt mir das. Ich verspreche dir, einen ganz tollen Artikel über dieses Spiel und dich und Draco zu schreiben, er wird dir gefallen.“

„Danke, Luna“, strahlte Harry sie an, dann küsste er sie auf die Wange und verabschiedete sich von allen. Allerdings zog er Draco mit sich aus dem Stadion, in der Hoffnung, ein paar Minuten alleine mit ihm sein zu können. Seine Mannschaft indes schaffte es, die Reporter eine Weile abzulenken, indem sie ausführlich über das Spiel plauderten.

Ein reporter- und fanfreies Plätzchen gefunden drehte sich Harry zu Draco um. „Danke, dass du meinen Freund gespielt hast, diesmal hast du mich gerettet.“

Dracos Lächeln verging. „Ja, sicher“, murmelte er vor sich hin. Draco war sauer, drehte um und ließ Harry an Ort und Stelle stehen. Er musste jetzt seine Gedanken schlichten und sich überlegen, wie er zukünftig mit Harry umging, da …

„Draco! Warte! Verdammt, was ist denn jetzt schon wieder? Hab ich was falsch gemacht?“

Draco wurde am Arm gepackt und herumgewirbelt.

„Ja!“, rief der Blonde aus. „Das alles passt mir nicht!“

„Was denn?“, fragte Harry verwirrt.

Draco stöhnte auf. Das durfte doch nicht wahr sein! „Du bist so ein Idiot, Potter!“, fuhr er ihn an. Da seine Gedanken wieder in Richtung Flucht gingen und Harry das wahrscheinlich ahnte, hielt der Schwarzhaarige ihn sicherheitshalber fest.

„Du … Sag es mir, was willst du?“, flüsterte Harry begreifend, dennoch wollte er es von seinem Gegenüber hören.

Der Blonde öffnete seinen Mund, schloss ihn wieder und rang sich schließlich doch noch zu einer Antwort durch. „Ich will nicht deinen Freund spielen, Harry, ich will dein Freund sein!“ So, gesagt war gesagt!

Harrys Augen glänzten. „Du willst mit mir zusammen sein? Als Paar? Bist du dir sicher?“, hinterfragte er.

„Hast du das denn nicht gemerkt?“, fühlte sich Draco etwas hilflos.

Harrys Mundwinkel zuckten. Das Strahlen kehrte in sein Gesicht zurück, er machte einen Schritt auf Draco zu. „Du hast keine Ahnung, wie lange ich mir diese Worte von dir gewünscht habe“, flüsterte er seidig.  

„Was?“, keuchte Draco auf. „Wie lange denn schon?“

Harry wurde etwas rötlich um die Nase. „Seitdem ich dich auf dem Schlachtfeld das erste Mal festgehalten habe. Seitdem gehst du mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe mir erst viel später eingestanden, dass ich mehr als nur eine Freundschaft mit dir wollte. Das war auch der Grund, weshalb ich ein professioneller Quidditchspieler geworden bin. Ich wollte in deiner Nähe sein und die Chance ergreifen, sollte sie sich irgendwann einmal ergeben. Aber du hast nie … Aber jetzt schon … Es ist nur … Willst du mich wirklich? Meinst du es ehrlich mit mir?“

Dracos Herz schmerzte vor Sehnsucht nach Harry, deshalb tat er das einzig Richtige. Er umschlang Harry mit seinen Armen und zog ihn fest an seinen Körper heran. Herzschlag an Herzschlag sahen sie sich tief in die Augen. Draco hob seinen rechten Arm an, seine Finger zeichneten Harrys Gesichtskonturen nach. Zärtlich streichelte er über die weiche Haut und erkundete mit seinem Zeigefinger Harrys Lippen. Von ihnen ablassend glitt seine Hand in Harrys Nacken.

Wie schon vorhin im Stadion fing sein Blick Harrys wundervollen Mund ein, den er jetzt sofort küssen wollte. Sein Herz raste in der Brust, als er den Kopf neigte und fast schüchtern seine Lippen auf die süßen von Harry legte. Es passierte nicht viel, außer, dass er ein wenig Druck ausübte und mit jeder sanften Berührung seinen Mund ein kleines Stück weiter öffnete.

Der abgehackte Atem beider jungen Männer streifte das Gesicht des Anderen, die Empfindungen befanden sich auf der höchsten Stufe. Die Augen geschlossen schmusten sie zärtlich miteinander. Dracos Hand fuhr hoch in Harrys Haarschopf, der weicher war als angenommen. Die zärtlichen Kussattacken wurden ein wenig mutiger.

Dracos Herz wollte aus dem Brustkorb springen, als seine Zunge tastend aus seinem Mund glitt und Harrys Lippen erkundete. Da sie aber auf ihren Gegenpart stieß, schoss abermals ein heißer Blitz durch Dracos Körper und ließ seine Lenden anschwellen. Harry stöhnte genauso leise auf wie Draco. Gesucht und gefunden fingen ihre Zungen an, einen sündigen Tanz zu tanzen, der die Lust der beiden in die Höhe schnalzte.

Das zarte Stöhnen wurde von ihrem Zungenkuss verschluckt. Immer und immer wieder umkreisten sich die Zungen, tauchten tiefer und setzten Lustwellen durch beider Körper. Harry presste sich an Draco und ließ den Blonden nur zu gerne spüren, wie sehr ihn dieses heiße Spiel erregte. Doch Draco stand dieser Erregung um nichts nach! Er knurrte auf, küsste Harry noch feuriger und zog ihn so fest wie möglich an sich.

Dass inzwischen die Reporter anwesend waren und viele Bilder von den Küssenden schossen, war ihnen egal; es zählte nur das süße, erregende Zungenspiel, das erst der Anfang einer vielversprechenden Beziehung sein sollte. Adam, der bestimmt schon versorgt worden war, war vergessen, aber interessierte der überhaupt irgendjemanden?


°


Die kommende Woche ließ dem frischen Paar nicht viel Zeit für sich selbst. Nachdem Lunas Artikel erschienen war, der sowohl Harry als auch Draco im besten Licht präsentierte, wurden sie mit Briefen nur so überschüttet. Viele von ihnen stammten von Fans, die ihre Glückwünsche äußerten und sich für sie freuten. Aber es gab auch Hassbriefe gespickt mit Drohungen. Während Harry diese Art von Briefen nur belächelte, wurde Draco beim Lesen weiß im Gesicht.

„Du darfst solche Briefe nicht ernst nehmen“, erklärte Harry mit einem Schmunzeln, aber Draco sah das anders. Immerhin wusste Harry nicht, was Draco bereits erlebt hatte. Die Angst, dass das Schicksal Harrys Leben ein Ende setzen konnte, wuchs wieder. Unbewusst ging Draco auf Abstand und vermittelte Harry mit seinem Verhalten ein vollkommen falsches Bild. Ihre erst so junge Beziehung wurde dadurch auf eine harte Probe gestellt.

Es war Dracos Glück, dass Harry nach spätestens zwei Tagen der Geduldsfaden riss. Es geschah an einem späten Nachmittag: Harry stürmte Dracos Reich und stellte ihn zur Rede.

„Weißt du was, Draco? Wenn du es dir anders überlegt hast und nicht mehr mit mir zusammen sein willst, dann sag es mir gefälligst ins Gesicht!“, schleuderte er ihm entgegen.

Völlig überrumpelt und auch ein wenig schockiert blickte Draco hoch in Harrys Gesicht. Er schaffte es nicht, auch nur einen Muskel seines Körpers zu bewegen und blieb daher unbeweglich auf seinem Bett sitzen.

„Das ist es nicht, Harry“, sagte er leise. „Ich will auf jeden Fall weiterhin dein Freund sein, aber …“

„Aber was?!“, verlangte Harry schnaufend nach Antworten.

„Ich hab Angst um dich“, gestand Draco unverblümt.

Harrys Wut fiel von ihm ab. „Wieso hast du Angst um mich? Moment – sprichst du von diesen Drohbriefen?“, verstand er endlich.

Draco nickte nur, sein Blick suchte den Boden. Er hörte Harry seufzen und schließlich setzte sich sein Freund zu ihm.

„Sieh mich an – bitte“, sagte Harry leise, Draco kam dieser Bitte nach.

„Ich bin Harry Potter“, begann Harry. „Seit meinem zwölften Lebensjahr wurde ich von den Menschen geliebt oder verachtet. Voldemort trachtete ständig nach meinem Leben. Und nun frage ich dich: Hat er es geschafft, mich zu besiegen?“

„Nein.“

„Eben. Mein Leben lang musste ich kämpfen und auf mich aufpassen.“

Harry sah an Draco vorbei, sein Gesicht nahm einen nachdenklichen Ausdruck an. „Seitdem ich mir bewusst wurde, dass mich tatsächlich jemand tot sehen wollte …“ Harry seufzte leise. „Es war die Hölle für mich. Hermine und Ron versuchten ständig, mich auf andere Gedanken zu bringen, mich zu unterstützen. Sie waren immer an meiner Seite. Hätte ich von ihnen verlangt, mit mir durchs Feuer zu gehen, sie hätten es getan. Wir drei waren nicht immer ein Herz und eine Seele, aber wenn es ernst wurde, hielten wir zusammen wie Pech und Schwefel. Es konnte noch so gefährlich werden: Sie waren da. Immer, jederzeit. Sie sind meine besten Freunde und werden es auch immer bleiben.“

Draco hing an Harrys Lippen, auch wenn sein Freund ihn während seiner Erzählung nicht ansah.

„Sie konnten mir vielleicht das Gefühl geben, immer für mich da zu sein, aber sie konnten mir nicht die Angst vor dem Tod nehmen. Ich musste jeden Moment damit rechnen, getötet zu werden. Auch wenn es hieß, dass Hogwarts der sicherste Ort für mich wäre, hätte das Schicksal zuschlagen können. Wohin ich auch gegangen bin, sei es auch nur nach Hogsmeade, ich war ständig in Gefahr. Keiner außer den Todessern wusste, wann und wo Voldemort angreifen würde. Ich lebte also in ständiger Angst um mein Leben.“

Kalte, unangenehme Schauer rieselten über Dracos Rücken. Harry hatte dasselbe durchgemacht wie er, nur viel, viel länger. Wie hatte er das geschafft? Wie überstanden? Wieso hatte seine Seele dadurch keinen Schaden genommen?

„Ich hatte also zwei Möglichkeiten: Entweder ich würde mich verrückt machen und irgendwann im Irrenhaus landen, oder aber ich fange an zu kämpfen. Ich wollte leben und ich wollte alles dafür tun, damit das auch in Erfüllung geht. Da ich jetzt neben dir sitze, weißt du, dass ich mein Ziel erreicht habe. Auch wenn Voldemort tot ist, heißt das noch lange nicht, dass ich jetzt in Sicherheit bin. Ich bin immer noch berühmt und habe viele Fans aber auch Feinde. Solche Drohbriefe sind mir nicht unbekannt, verstehst du? Ich habe aufgehört, mich von ihnen beeinflussen zu lassen, denn dadurch würde ich kostbare Zeit verschwenden und von der Angst geleitet weniger aufmerksam oder konzentriert durchs Leben gehen. Das wäre erst recht mein Untergang. Kannst du mir folgen?“

Draco nickte immerzu.

Harry sah ihn wieder an, in seinen Augen lag Verständnis. „Ich kann mir vorstellen, wie du dich fühlst, denn auch Hermine und Ron hatten ständig Angst um mich. Inzwischen leben sie sehr gut damit, denn sie wissen, dass ich zu stur bin, um einfach so ins Gras zu beißen. Ich bin ausgezeichnet ausgebildet worden und kenne Zauber, die verdammt selten aber extrem wirksam sind. Das Glück, so wie du es mir immer um die Ohren gehauen hast, steht auf meiner Seite, erinnerst du dich?

Irgendwann werde ich sterben, das muss jeder von uns, aber bestimmt nicht jetzt und schon gar nicht in den nächsten Jahren. Denn mein jetziges Ziel ist es, mit dir eine Beziehung zu führen, dich besser kennen zu lernen und so viele glückliche Jahre mit dir zu erleben, wie es mir möglich ist. Hey, ich bin ein verdammt sturer Gryffindor – das werde ich immer bleiben. Du kannst nur versuchen, das ‚Was wäre wenn‘ aus deinem Kopf zu verbannen, denn sonst verpasst du wertvolle Momente mit mir, meinst du nicht auch?“    

Draco war überwältigt. In diesem Moment fühlte er so viel für Harry, dass sein Herz drohte, vor lauter Emotionen zu platzen. Bei Merlin, Harry war das Beste, was ihm je widerfahren konnte! Seine Hand fand Harrys Nacken, den er zart kraulte. Ihre sehnsüchtigen Blicke verfingen sich ineinander.

Harry näher an sich heranziehend neigte Draco seinen Kopf, bis sich ihre Lippen zu einem süßen Kuss fanden. Draco schloss die Augen und küsste Harry voller Inbrunst, so dass dieser leise zu stöhnen anfing. Während sie in ihrem Zungenkuss versanken, drückte Draco Harry aufs Bett und legte sich zur Hälfte auf ihn, um ihn mit seinem Körpergewicht nicht zu erdrücken.

Der zarte Kuss entfachte die Leidenschaft zwischen den beiden jungen Männern. Ein tiefes Grollen entschlüpfte Dracos Kehle, als Harry seine Hände in das blonde Haar schob und sich erregt gegen ihn presste. Dracos Herz machte einen Satz. Pure Lust übernahm seinen Körper und dirigierte sein Becken, das sich langsam und kreisend gegen Harrys bewegte, während er seinen Freund nun feurig küsste und sich darin verlor. Seine linke Hand streichelte unentwegt Harrys Körper auf und ab, sie fühlte den harten Herzschlag und die bebende Brust.

Harry keuchte in den Kuss hinein und drückte sein Becken hoch. Nach mehr zu verlangen, kam ihm nicht in den Sinn, da er Draco, der noch keine Erfahrung mit Männern gemacht hatte, nicht überrumpeln wollte. Doch Draco bemerkte das leichte Zittern seines Freundes und auch die harte Beule in dessen Hose. Oh ja, er wollte es doch auch! Nicht darüber nachdenkend, was jetzt richtig und was jetzt unangebracht wäre, schaltete Draco seinen Verstand aus. Alles, was er wollte, war Harry. Er wollte ihn stöhnen hören, ihn glücklich machen.

Der Blonde unterbrach den Kuss, aber nur, um die Lippen über Harrys Wange bis zum Hals wandern zu lassen. Die Halspartie war überzogen von Gänsehaut, die Draco mit der Zunge ertastete, bevor er an ihr saugte und seine linke Hand tief in Harrys Haarschopf vergrub. Er hörte Harry leise stöhnen und wimmern, fühlte, dass sein Freund sich unruhig auf dem Bett bewegte und erregt atmete.

Draco saugte und leckte weiterhin an Harrys Hals und bewegte sich zeitgleich so, dass er zwischen Harrys Beinen Platz fand, die sich freiwillig für ihn spreizten. Oh Gott! Es war unvergleichlich! Harrys Härte an seiner zu fühlen, sich an ihr zu reiben – irre! Draco konnte ein Stöhnen nicht verhindern, auch nicht, dass er die Reibung erhöhte, sein Po sich sündig bewegte.

„Draco“, keuchte Harry mit knallroten Wangen und geschlossenen Augen. Er genoss Dracos Küsse, die er seinem Hals zukommen ließ und legte den Kopf zur Seite, damit sein blonder Freund besseren Zugang hatte. Seine Hände lösten sich aus Dracos Haaren, fuhren den kräftig ausgeprägten Rücken entlang, spürten die sich bewegenden Muskeln und wanderten weiter hinab zu Dracos Pobacken, wo er fest zupackte und den Rhythmus des Blonden unterstützte.

Wild aufstöhnend löste sich Draco von Harrys Hals. „Oh Merlin, Harry!“, keuchte er voller Verlangen und ergab sich den heißen Lustimpulsen, die sein Glied schmerzhaft anschwellen ließen. Zu lange war es her gewesen, dass er mit einer Frau intim geworden war, zu neu war die Erfahrung mit Harry.

Draco verschloss Harrys Mund mit einem weiteren, brennenden Kuss, in den Harry laut hinein stöhnte. Denn Draco küsste ihn nicht nur sehr intensiv, er ließ auch seine Hemmungen fallen und erhöhte die Reibung. Sterne tanzten bereits vor seinen Augen, als Harry sich aus dem Kuss löste und den Kopf in den Nacken legte.

In seiner Lust gefangen verzog Harry sein Gesicht, öffnete seinen Mund und schrie leise auf, während sein Körper von einem Beben heimgesucht wurde. Draco erregte dieser Anblick so sehr, dass auch er sich nicht mehr zurückhalten konnte. Er kam in seiner Hose und dämpfte den Laut seines Orgasmus´ durch einen sanften Biss in Harrys Hals.    

Erschöpft aber befriedigt setzte Draco einen entschuldigenden Kuss auf die gerötete Stelle, ehe er den Kopf anhob, um seinem Freund in die Augen sehen zu können. Seine Mundwinkel zuckten, da Harry etwas verschämt wegsah und sich ständig auf die Unterlippe biss.

Nein, sag jetzt nicht, dass es dir peinlich ist“, amüsierte sich Draco ein wenig.

„Doch schon“, nuschelte Harry undeutlich. Er warf Draco einen kurzen Blick zu, bevor er wieder gegenüber liegende die Wand ins Auge fasste. „Ich bin bisher noch nie …“

„… was? – Du hast bisher noch nie in deiner Hose abgespritzt, meinst du?“, half Draco schief grinsend aus.

Harry seufzte. „Genau das.“

„Ist das so schlimm?“, fragte Draco weiter.

Sein Freund schüttelte leicht grinsend den Kopf. „Nein. Ich … ähm … Ich hab bereits Erfahrungen mit Männern gesammelt, aber bisher hat mich noch niemand so erregt wie du. Verdammt, du kannst einfach zu gut küssen“, grinste er Draco nun keck an.

„Du hast es erfasst, Potter“, schnurrte Draco mit tiefer Stimme und küsste zart Harrys Lippen. „Was soll’s. Ich kann zwar keine Erfahrungen mit Männern vorweisen, dafür aber mit vielen Frauen. Und jetzt rate mal.“

„Du … bist bisher auch noch nie …?“, vermutete Harry.

„Punkt für dich, Harry.“

„Gleichstand?“, fragte Harry.

„Gleichstand“, nickte Draco und rollte sich von Harry runter. Den Zauberstab immer griffbereit schwenkte er ihn und sorgte so dafür, dass das Dilemma in ihren unteren Regionen Vergangenheit war.

„Ähm, Draco?“, setzte sich Harry auf.

„Hm?“ Bequem lag Draco auf dem Rücken, die Hände verschränkte er hinter seinem Kopf.

„Vorhin eben kam ein Brief für dich – er ist von Blaise und Kevin.“

„Was?!“ Draco setzte sich rasch auf. „Und?“

Harry zuckte die Schultern. „Du musst ihn schon selbst lesen, ich öffne generell nicht die Post von anderen.“

Draco zögerte.

„Sag nicht, du wärst feige, Malfoy“, nahm Harry ihn auf den Arm und erntete dafür einen Todesblick, der allerdings nicht ernst zunehmen war.

„Wie bitte?“, knurrte der Blonde ihn an.

Harry erhob sich grinsend. „Du hast mich schon verstanden. Ich gehe jetzt runter – kommst du?“

Herausfordernd blickte Harry ihn an. Draco gab ein Schnauben von sich, stand auf, umschritt das Bett und blieb dicht vor Harry stehen. Da er Harrys Lippen einfach nicht widerstehen konnte, setzte er einen dicken Kuss darauf, bevor er sich umdrehte und sein Schlafzimmer verließ – Harry folgte ihm grinsend.


°


Soll ich raten, Draco?
Nein.
Du bist nervös!
Grins nicht so dämlich, Potter!
Selbst schuld, Malfoy.
Und schadenfroh bist du auch noch.
Aber immer doch.
Oh Merlin!
Du sagst es. Hey, sie werden dir nicht den Kopf abbeißen, okay?
Das werden wir schon sehen …

Es schellte. Draco sprang sofort hoch und wusste nicht wohin mit sich. Vielleicht sollte er ein paar Runden im Kreis laufen, bevor er aufmachte? Harry konnte sich ein amüsiertes Lachen nicht verkneifen, während er sich ebenfalls erhob und gemächlich zur Tür schritt. Mit klopfendem Herzen blieb Draco zurück und glotzte mit großen Augen in Richtung Flur, in dem Harry verschwunden war. Die Tür wurde geöffnet, dann erklangen Stimmen.

Hey Potter!
Na, alles klar soweit, Jungs? Willkommen im Reich Potter und Malfoy!
Danke! Jub, uns geht’s soweit ganz gut. - Wehe, du sprichst mich jetzt mit Leary an, dann …
Wie sonst?
Scherzkeks.
Also Scherzkeks, hm?
Haha, lustig.
Ich hab’s ja verstanden, Kevin!
Ja, ja, lach du nur über mich, das merke ich mir, Harry!
Jetzt sind wir schon bei den Vornamen angekommen? Sehr hübsch. Aber wir landen jetzt doch nicht zu dritt im Bett, oder? - Na ja, vielleicht will Draco mitmachen?
BLAISE!
Das-war-ein-Scherz!
Jaaaa, jaaaa!
Was denn? Seid ihr beide jetzt gegen mich, oder wie, hm?
Such dir was aus!
Überaus lustig … Wo ist denn Draco? Hast du ihn im Schrank versteckt? Oder hängt er irgendwo rum?
Der wartet im Wohnzimmer auf euch. Er sitzt wahrscheinlich auf der Couch.
Wie langweilig. Seine Auftritte sollten doch spektakulär sein, oder? Ja, er wird auch älter, der Junge. Manches verlernt man.
Lass ihn das bloß nicht hören!
Ups.
Na dann … Folgt mir!

Draco wischte sich die schweißnassen Hände an der Hose ab und versuchte, sich zu beruhigen. Dass die beiden Volldeppen, die sich auch Dracos Freunde nannten, sich über ihn lustig gemacht hatten, ignorierte er geflissentlich. Als Kevin und Blaise ins Wohnzimmer eintraten, sahen sich die drei einfach nur an, Harry wartete abseits stehend erstmal ab. Und? Was jetzt? Krieg oder Frieden? Sah wohl nach Frieden, Freude, Eierkuchen aus.

Plötzlich fing Blaise an zu grinsen, er eilte auf Draco zu und umarmte ihn herzlich. „Hey, du Pflaume! Siehst du? Ich hab doch Recht gehabt! Aber lass uns darüber nicht mehr streiten, ja? Darf ich dich knutschen?“ Blaise drückte Draco einen fetten Schmatzer auf die Wange, ehe er ihn breit grinsend anstrahlte.

„Ich bin keine Pflaume!“, war Dracos grummelnder Kommentar, während er sich die Wange trocken rubbelte.

„Gut, dann ein kleiner Idiot?“

„Auch nicht! Blaise!

Kevin lachte im Hintergrund. „Na manchmal schon. Was ist jetzt? Werde ich denn nicht gedrückt?“, spazierte er auf Draco zu und umarmte ihn ebenfalls. Draco lächelte, klopfte Kevin auf den Rücken und brachte wieder Abstand zwischen ihn und sich.

„Prima, alles geklärt – darf ich euch ein paar Cocktails servieren?“, stellte sich Harry lächelnd zu ihnen.

„Was denn!“, rief Blaise erfreut aus. Sein Blick glitt an Harry hoch und runter. „Spezielle Harry Potter-Cocktails? Mit Alkohol und allem drum und dran?“

„Sicher, wieso nicht?“

„Her damit!“, lachte Kevin und rieb sich vorfreudig die Hände.

„Wo sollen wir unsere Ärsche parken? Dort vielleicht?“, nahm Blaise den Esstisch ins Visier, Draco prustete los.


°


Draco, Harry, Blaise und Kevin saßen im Wohnzimmer am Esstisch und lachten ausgelassen, da die beiden Weltenbummler sehr viel zu erzählen hatten: auch Lustiges bzw. Peinliches. Blaise, der nie ein Blatt vor den Mund nahm, berichtete alles haargenau und brachte es damit fertig, Lachtränen bei Draco und Harry hervorzurufen. Kevin schnaufte zwischendurch. Es half auch nichts, Blaise mittels Rütteln und Schütteln am Weitererzählen zu hindern – dumm gelaufen.

Nicht nur Cocktails waren serviert worden, Harry hatte auch gekocht! Mit vollen Bäuchen lauschten Kevin und Blaise Harrys und Dracos Erlebnissen und auch wie sie zueinander gefunden hatten. Sobald aber das Thema brenzlig wurde und Harry auf Dracos sonderbares Verhalten zu sprechen kommen wollte, bog Draco mit hohem Tempo in eine andere Richtung ab. Harry verstand den Wink, deshalb beließ er es dabei. Immerhin hatten sich die Freunde bereits eine kleine Ewigkeit nicht mehr gesehen, da sollte der Abend doch lieber lustig als nachdenklich gestaltet werden.

Harrys Magen begann zu grummeln. „Oh Gott“, stöhnte er.

„Was hast du? Magenkrämpfe?“, erkundigte sich Kevin sogleich.

„Ich schätze, ich vertrage das scharfe Essen nicht mehr so gut wie früher – entschuldigt mich.“ Harry sprang hoch und verschwand in seinem Badezimmer.

„Oje, hoffentlich geht es ihm bald wieder gut“, sah Kevin ihm nach, indem er sich den Kopf verrenkte. Blaise bewunderte wieder einmal dessen Beweglichkeit und stierte Kevins Hals an.

„Ich denke schon“, war Draco zuversichtlich.

Wie auf Kommando glotzten Kevin und Blaise Draco eingehend an. „Und?“, fragten sie gleichzeitig. Draco wusste sofort, worauf die beiden neugierigen Nasen hinauswollten.

„Ähm …“, räusperte sich Draco. „Bisher ist noch nicht viel zwischen uns gelaufen. Küssen und … Trockenübungen. – Wehe, wenn ihr lacht“, fügte er düster dreinsehend hinzu.

„Wieso sollten wir?“, hinterfragte Blaise mit ernster Miene. „Aber es wird doch nicht bei den Trockenübungen bleiben, oder?“  

„Wenn es nach mir geht, dann nein. Aber …“ Draco hielt jetzt lieber den Mund.

Breit grinsend lehnte sich Kevin zu ihm vor. „Sollen wir dir ein paar Tipps geben?“, wackelte er mit den Augenbrauen.

Da Draco keine Antwort gab, senkte Kevin die Lautstärke seiner Stimme und begann, unverblümt über das Sexualleben eines schwulen Mannes zu sprechen. Er und Blaise wechselten sich ab, sie beschrieben wirklich alles offen und schonungslos. Dass Draco bis unter die Haarwurzeln errötete und sie mit großen Augen ansah, ignorierten sie gekonnt. Zu seinem Glück hielten sich die beiden jedoch kurz, da nicht abzusehen war, wann Harry wiederkommen würde.

„Hier“, zog Blaise ein kleines, schwarzes, in Leder gebundenes Heft aus seiner Gesäßtasche. Schnell sah er zum Flur – nein, Harry kam nicht.

„Das ist doch …!“, keuchte Draco auf. „Du hast doch während der gesamten Schulzeit darin geschrieben. Nie wolltest du mir sagen, was genau du da hineinschreibst …“ Endlich dämmerte es Draco. „Oh shit. Du Perversling.“

Blaise schenkte Draco ein sexy Lächeln. „Pervers bin ich – na und? Jetzt kannst du dir vorstellen, was darin geschrieben steht. Alles, was Kevin und ich dir soeben gesagt haben, kannst du jetzt nachlesen. Ich war noch so frei und hab noch ein paar lebendige Skizzen darin verewigt.“ Wieder sah Blaise in Richtung Flur, an den das Badezimmer angrenzte. „Ich würde dir raten, es zu lesen, wenn du alleine bist, außer du willst es gemeinsam mit Harry erforschen.“

Draco nahm es an sich und strich über den Einband. „Ich denke, ich werde es mir alleine vornehmen, damit ich dann bei Harry auch punkten kann.“ Ein freches Grinsen zierte Dracos Lippen.

„Guter Mann“, lobte Blaise ihn. „Immer vorbereitet sein. Wenn du es durch hast, kannst du es mir per Eule zurückschicken, oder du lädst uns wieder ein. Oder aber ihr kommt uns mal besuchen – wie du willst.“

„Danke“, murmelte Draco und steckte das Heft weg.

„Aber immer doch“, zwinkerte Kevin Draco zu. „Wir sind froh, wenn wir dir helfen können.“

„Hab ich was verpasst?“, kam Harry gerade zur rechten Zeit zurück ins Wohnzimmer.

„Nein, gar nichts. Wir haben nur über alte Zeiten gequatscht“, log Draco, ohne mit der Wimper zu zucken.

„Ach so – wollt ihr noch was trinken?“, fragte Harry in die Runde.

„Ich hätte gerne noch einen Orgasmus“, grinste Kevin keck.

„Ich auch!“, schloss sich Blaise an.

„Na und ich erst“, schnurrte Draco mit blitzenden Augen.

Harry lachte, drehte in die Küche ab und begann, die gewünschten Cocktails zu mixen.

Der Abend wurde lustiger und lustiger. Da Harry ziemlich neugierig war und mehr über das Leben der Slytherins in Erfahrung bringen wollte, begann Blaise, wieder einmal unverschämt aus dem Nähkästchen zu plaudern. Zu Dracos Leidwesen wusste er noch zu viele Geschichten, die hauptsächlich den Blonden betrafen und auch mit Harry zu tun hatten. Allerdings führten diese Erzählungen dazu, den Grund ihres Streits näher zu erläutern. Als Harry erfuhr, dass der Grund dafür das Schwulsein war, war seine Neugierde vollends geweckt.

„Ich war früher nicht schwul!“, regte sich Draco lallend auf.

„Doch, doch“, zückte Blaise den Finger. „Nur wusstest du es bloß nicht.“

„Ach komm schon, Blaise!“, nörgelte Draco weiter. „Wieso war es mir dann möglich, bei all den Mädchen hart zu werden?“

„Weil du keinen Kerl abbekommen hast und deinen Stau loswerden musstest?“, vermutete Kevin.

Harry lachte.

„Blödsinn!“, schnaufte Draco. „Ich bin auch jetzt nicht schwul oder so. Mich turnen keine Kerle an, außer … außer Harry“, sah er ihn an.

„Blaise?“, zupfte Kevin an dessen Ärmel. „Vielleicht hat Draco ja Recht und er ist tatsächlich nicht schwul.“

Alle vier dachten jetzt darüber nach, kamen aber aufgrund ihres Alkoholkonsums nicht unbedingt auf eine Antwort.

„Wie auch immer“, winkte Blaise ab.

„Das gibt’s“, ließ Harry von sich hören. „Man kann ein Leben lang auf Frauen stehen und plötzlich ist da ein Mann, den man scharf findet. Ich weiß jedenfalls, dass ich schwul bin, weil ich mit Frauen nichts anfangen kann. Vielleicht … Vielleicht, wenn Draco mich mal satt hat, wird er eine Frau finden, die …“

Nein!“, rief Draco sofort aus, Kevin und Blaise grinsten.

„Bist du irre?“, fuhr Draco an Harry gewandt fort. „Ich hab kein Problem damit, mit Frauen zu schlafen, aber der Sex war … war …“

„Scheiße, grauenhaft, zu viel Titten auf einmal?“, half Blaise gerne aus.

„Er war jedenfalls nicht erfüllend“, gestand sich Draco ein, er sah immer noch Harry an. „Aber das, was wir beide zusammen erlebt haben, ist mit nichts zu vergleichen.“

„Ahhhh, Harry ist die Erfüllung von Dracos Träumen! PROST!“, flötete Blaise und begann, an seinem x-ten Cocktail zu nuckeln.

Harry sah verlegen auf die Tischplatte und spielte mit seinen Fingern. Das wiederum zauberte ein kleines Lächeln auf Dracos Lippen. „Verdammt, er ist mehr als die Erfüllung meiner Träume“, raunte er weiterhin Harry ansehend.

„Hoppla, hier flirtet aber jemand gewaltig. Blaise? Ich bin sturzbetrunken und geil. Das ganze Gelaber von Sex macht mich wuschig“, säuselte Kevin.

Blaise sprang hoch, aber er hatte Mühe, gerade stehen zu bleiben. „Leute, wir müssen euch leider verlassen, wobei … Hm, wir haben schon drei Uhr durch, also ist es sowieso an der Zeit abzudampfen.“

Lachend erhoben sich Draco und Harry, sie brachten ihre Besucher zur Tür.

„Wir bleiben in Kontakt, ja?“, vergewisserte sich Harry noch bei den beiden.

„Und ob!“, lallte Kevin gut gelaunt. „Nächstes Wochenende seid ihr zu uns eingeladen! Und dann gibt’s Gruppensex!“

„Nein, den gibt es nicht“, erwiderte Draco bestimmt. „Kevin? Du färbst eindeutig von Blaise ab, der macht auch immer so schlechte Witze. Meist sind sie unter aller Sau.“

„Verflixt – Blaise? Unser Hoppelhase hat uns durchschaut“, beklagte er sich eingehend bei seinem Freund, was Blaise seufzen ließ.

„Hoppelhase?“, lachte Harry sich schräg, während Draco knallrot im Gesicht wurde.

„Gute Nacht!“, verabschiedete der Blonde mit Bestimmtheit seine besten Freunde und schob sie aus der Tür.

„Nacht, ihr Hoppelhäschen! Bis zum Wochenende!“, winkte Blaise und kippte gegen Kevin. Dieser hielt ihn fest, schickte Harry und Draco einen Handkuss und disapparierte.

„Hoppelhäschen, ich kann nicht mehr!“, japste Harry nach Luft.  

Draco sah ihn lächelnd an, aber Harrys Lachen verging. „Was ist?“, fragte Harry ihn.

„Ich sehe dich nur so gerne lachen“, gestand Draco ihm, und wieder wurde Harry verlegen. „Danke.“

Zwischen ihnen herrschte kurz Stille.

„Zu dir oder zu mir“, traute sich Draco, ihn zu fragen.

„Zu mir“, grinste Harry, löschte das Licht im Wohnzimmer, nahm Draco an der Hand und führte ihn ins Schlafzimmer. An ein weiteres, zärtliches Näherkommen war heute allerdings nicht mehr zu denken, da beide ziemlich müde und zu betrunken waren. So begnügten sie sich damit, sich bis auf die Unterwäsche auszuziehen und sich schnell ins Bett zu legen. Es folgte ein sanfter Kuss – aneinander gekuschelt schliefen sie schon bald ein.  


TBC …



Meine Süßen! Ich hoffe, euch hat dieses Kapitel gefallen! Vielen lieben Dank für eure Kommis! Meine Antworten findet ihr unter euren Reviews! Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Wochenende, viel Spaß, Vergnügen und Erholung! Es wäre toll, euch wieder zu lesen! Ich würde mich seeeehr freuen! ^_^
Viele Bussis, hab euch lieb, eure gugi!
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