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Geschichte: Fanfiktion
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von Moni
erstellt: 13.10.2009
letztes Update: 05.12.2011
Geschichte, Drama, Fantasy / P16
(fertiggestellt)
Prolog: Drei Jahre...
“Prinzessin? Wo seid ihr?”
Niemand reagierte auf diesen Ruf.
“Prinzessin Emjana, so antwortet doch!”
Mit einem schnellen Ruck wurde eine Tür geöffnet.
“Prinzessin, seid Ihr hier?”
Die königliche Etikettendame trat wütend in das Zimmer der Prinzessin Gondors.
Freda suchte das Schlafzimmer, das Ankleidezimmer und das Aufenthaltszimmer nach der Prinzessin ab.
“Prinzessin, Eure Sprachstunde beginnt in wenigen Minuten. So sagt mir doch wo Ihr seid.”
Fredas Stimme klang energisch.
Langsam wurde sie wirklich wütend.
Mit einem lauten Knall schloss sie die Tür hinter sich.
Wo war sie nur schon wieder?
Das würde sie der Prinzessin auch noch austreiben.
Freda hatte es geschafft Boromir und Faramir so etwas wie Manieren beizubringen, bei der zukünftigen Königin würde sie es auch noch schaffen.
Eigentlich hatte sie erwartet, dass die Prinzessin bereits Manieren besäße, immerhin war sie bei Elben aufgewachsen, doch Freda hatte sich getäuscht.
Prinzessin Emjana war zwar immer höflich und wusste sich in den meisten Fällen zu benehmen, doch schien sie keinen Wert auf die alten Bräuche und Traditionen zu legen.
Freda hatte schnell herausgefunden, dass die Prinzessin wohl gerne Traditionen brach.
Die Prinzessin hatte es sich nicht nehmen lassen an der Seite der Krieger in den Schlachten zu kämpfen.
Nach Fredas Meinung hätte sie lieber in der Festung bleiben und die Verwundeten pflegen sollen.
Auch trug die Prinzessin lieber Hosen als edle Kleider, doch dies ziemte sich nicht für die zukünftige Königin.
Dies war ebenfalls ein weiterer Traditionsbruch.
Prinzessin Emjana würde die erste Königin in der Geschichte Gondors sein.
Der erste weibliche Erbe.
Doch bis dahin würde sie noch viel lernen müssen.
Fand zumindestens Freda.
Mittlerweile bis aufs Blut gereizt, da sie die Prinzessin noch immer nicht gefunden hatte, stürmte Freda in den Thronsaal.
Die Wachen hielten sie nicht auf.
So ziemlich jeder im Palast hatte Furcht vor Freda.
Die energische, alte Frau würde sogar einem im Sterben liegenden Greis mit disziplinarischer Strenge noch Manieren beibringen.
“König Aragorn!”, rief sie als sie den Thronsaal betrat und den König, mit seinen Gefährten scherzend, vorfand.
Der König Gondors zuckte beim erklingen von Fredas Stimme zusammen.
Die Etikettendame Gondors hatte die unangenehme Art jeden das Gefühl zu geben etwas falsch gemacht zu haben.
Zu jeder Zeit und in jeder Situation.
Aragorn versuchte sich nichts anmerken zu lassen, setzte ein Lächeln auf und sagte:
“Freda, was kann ich für Euch tun?”
“Ihr könnt mir sagen wo sich Eure Tochter befindet”, antwortete Freda zu ruhig für ihren inneren Gefühlszustand.
Etwas in ihrer Stimme gab Aragorn das Gefühl wieder ein kleines Kind zu sein.
Er spürte, dass es seinen Gefährten hinter ihm nicht anders erging.
“Wieso ist das von Belang? Emjana ist erwachsen. Sie wird schon zurecht kommen”, antwortete Aragorn.
Es war nichts neues, dass Emjana für einige Stunden verschwand, doch sie kam stets unverwundet zurück.
In den Stunden ihres Fortseins ritt Emjana oft über die weiten Ebenen Gondors und dachte nach.
Auch wenn der Ringkrieg und Saurons Vernichtung bereits drei Jahre zurück lag, hatte Emjana noch immer mit den damaligen Geschehnissen zu kämpfen.
In manchen Nächten hörte Aragorn wie Emjana schreiend aufwachte, geplagt von Albträumen.
Zu viel war damals geschehen, zu viel um es einfach zu vergessen.
Zu viel für ein damals so junges und unschuldiges Mädchen.
Doch heute, drei Jahre später, musste Emjana nur noch die Nachwehen ertragen.
Das hatte sie selbst zumindestens gesagt.
Emjana hatte ihrem Vater versichert, dass soweit alles in Ordnung war.
Ihr ging es gut.
Sie hatte ein neues Leben begonnen.
Emjana hatte sich in den vergangen Jahren nicht mehr viel verändert.
Allein körperlich hatte sie sich verändert.
Sie war reifer geworden.
Eine attraktive junge Frau.
So wie es so für eine Prinzessin gehörte.
Abgesehen von Haaren und Augen sah Emjana noch immer aus wie ihre Mutter.
Die gleichen Gesichtszüge, die gleiche Größe und der gleiche Körperbau.
Es gab eine Zeit, in der Emjana diese Ähnlichkeit wegen verzweifelt wäre, doch diese Zeit schien vorbei.
Mit jedem weiteren Tag ließ Emjana ein weiteres Stück ihrer Vergangenheit hinter sich und Aragorn war froh darüber.
Es tat gut zu sehen wie die Last der Vergangenheit von seiner Tochter abfiel.
“Das ist es nicht. Die Prinzessin verpasst ihre Sprachstunde.”
Fredas gereizte Stimme holte den König aus seinen Gedanken.
So, Emjana verpasste also ihre Sprachstunde.
Schon seit Beginn dieses Unterrichts hatte Aragorn sich gefragt, was Emjana mit dem Wissen anfangen sollte.
Sie hatten Übersetzer.
Aragorn sah keinen Sinn darin eine neue Sprache zu lernen.
Um den Schein zu wahren und Freda zu besänftigen, dachte Aragorn darüber nach wo Emjana sein könnte.
Und tatsächlich fiel ihm etwas ein.
“Sag, Legolas, ist heute nicht der Tag von Heerführer Haleths Rückkehr?”, fragte er und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
Freda registrierte dies mit einem missbilligenden Stirnrunzeln.
Auch Legolas konnte ein Grinsen nicht unterdrücken und antwortete:
“Ja, das stimmt. Heerführer Haleth wird heute zurück erwartet.”
Der König wandte sich an Freda.
“Nun, ich denke, meine Tochter wird dem Heerführer und seinem Heer entgegen geritten sein. Sie und Haleth haben sich lange Zeit nicht gesehen. Emjana hat wohl nicht warten wollen.”
Freda rümpfte die Nase.
“Dieser Heerführer scheint mir kein guter Umgang für Eure Tochter, wenn sie seinetwegen ihren Unterricht verpasst.”
Aragorn unterdrückte ein Seufzen.
“Freda, sie sind jung und sie sind verliebt. Sie...”
“Leben ihr Verlangen aus, wann immer sie wollen”, unterbrach Freda ihren König.
Sie war die Einzige, die dies wagte.
Aragorns Grinsen verschwand, ebenso das von Legolas während Gimlis breiter wurde und in Gandalfs Augen ein wissendes Funkeln trat.
Haleth und Emjana...
Sie...
Emjana war doch noch viel zu jung für so etwas.
Frei!
Sie war frei!
Frei von allen Gedanken und frei von allen Verpflichtungen.
Freda würde sie bestimmt schon im ganzen Palast suchen.
Wenn sie sich recht erinnerte, hätte sie jetzt irgendeine Sprachstunde.
Elbisch, wenn sie sich recht erinnerte.
Wieso sollte sie elbisch lernen?
Sie war bei Elben aufgewachsen, sie kannte alle Sprachen, die sie kennen musste, wusste alles was sie wissen musste.
Heute gab es wichtigeres als bekannte Dinge zu lernen.
Heute gab es Haleth.
Siebzehn Tage waren sie getrennt gewesen und heute würde er endlich zu ihr zurückkehren.
Emjana war in aller Hast aufgebrochen, um Freda zu entkommen.
Allein das alte Diadem ihrer Mutter hatte sie abgelegt.
Die kunstvolle Frisur, die ihr jeden Morgen gemacht wurde, war zerstört.
Viele Haarsträhnen hatten sie gelöst und während sie ihr Pferd weiter antrieb, löste sie auch noch die letzten Klammern.
Nach nur wenigen Momenten wehte Emjanas braunes, lockiges Haar im Wind.
Ihre eisblauen Augen strahlten nur so vor Lebensfreude.
Ohne es zu wissen bestätigte Emjana die Gedanken ihres Vaters.
Sie lebte ein neues Leben.
Fernab von all den finsteren Gedanken, die sie vor drei Jahren noch gehabt hatte.
Sie hatte alle Aufgaben erfüllt und lebte nun ein normales Leben.
So normal wie es als Prinzessin möglich war.
Doch nun war alles gut.
Es würde nie wieder ein Krieg wie der von vor drei Jahren ausbrechen, Emjana müsste nie wieder jemanden töten.
Egal ob er zu ihrer Familie gehörte oder ein Ork oder Uruk-Hai war.
Emjana wollte niemanden mehr töten und nie wieder in eine Schlacht ziehen.
Die Szenen aus dem Ringkrieg und all das Leid, was sie ertragen musste verfolgten Emjana noch immer in ihren Träumen, doch sie würde nie wieder kämpfen.
Zwar übte sie noch immer regelmäßig mit dem Schwert, aber auch nur um in Form zu bleiben und weil sie und Haleth immer noch nicht wussten wer von ihnen der Bessere war.
Emjana blickte auf und ihr Lächeln wurde glücklicher.
Haleth und sein Heer war bereits in Sichtweite.
Emjana drosselte das Tempo ihres Pferdes.
Des Pferdes, auf dem sie vor drei Jahren aus Isengard geflohen war.
Kurz bevor sie auf Haleths Heer traf, zügelte Emjana ihr Pferd.
Sie atmete einmal tief durch und glättete ihr Gesicht.
Ausdruckslos sah Emjana Haleth entgegen.
Haleth führte sein Heer in einem angenehmen Tempo an.
Daraus schloss Emjana, dass sie erfolgreich gewesen waren.
Als Haleth die Prinzessin erblickte lächelte er.
Emjana war seine große Liebe, das hatte er in den letzten drei Jahren begriffen.
Freudestrahlend ritt er seiner Prinzessin entgegen, erst einige Minuten später erkannte er Emjanas ausdruckslose Gesichtszüge.
Sein Lächeln wurde zu einem Grinsen.
Emjana wollte also spielen.
Als sie nur noch einen Meter von Emjana entfernt waren ließ Haleth sein kleines Heer an halten.
Emjanas Haare wehten im Wind und sie sah einfach atemberaubend aus.
Das fanden zumindestens die Männer aus Haleths Heer.
Mit Staunen in den Augen und geöffneten Mündern saßen sie auf ihren Pferden und blickten die Prinzessin an.
Ausdruckslos sah Emjana auf das Heer hinab.
“Was ist los mit euch? Habt ihr keinen Respekt vor eurer zukünftigen Königin?”, fragte sie mit einem undefinierbaren Unterton.
Die Männer erwachten aus ihrer Starre, dann beugten sie sich tief über die Hälse ihrer Pferde.
Einige stiegen sogar ab und knieten nieder.
Doch Emjanas eisblaue Augen waren nur auf den Heerführer gerichtet.
Dieser machte keine Anstalten sich zu verneigen.
Ein warmes Lächeln trat auf Emjanas Gesicht als sie sich an das Heer wandte.
“Es ist schön zu sehen, dass ihr alle Wohlauf zurückgekehrt seid und nun reitet zurück nach Minas Tirith. Nach Hause zu euren Familien. Ich habe noch etwas mit Heerführer Haleth zu besprechen.”
Das Heer setzte sich wieder in Bewegung.
Zurück blieben Haleth und Emjana.
Das warme Lächeln war wieder aus ihrem Gesicht verschwunden als sie wieder zu Haleth blickte.
“Und der Heerführer will seiner Prinzessin also keinen Respekt zollen”, sagte sie.
Haleth antwortete nicht.
Er grinste Emjana nur an.
Die Prinzessin Gondors stieg von ihrem Pferd ab und trat auf Haleth zu, der ebenfalls abgestiegen war.
“Fühlt sich der große Heerführer jetzt plötzlich zu überlegen, oder warum kniest du nicht nieder?”, fragte sie.
Haleth grinste als er sich so tief verneigte, dass es lächerlich wirkte.
Langsam aber sicher stahl sich ein Grinsen auf Emjanas Gesicht.
“Kannst du nicht einmal mitspielen?”, fragte Emjana belustigt.
Haleth zog sie weiter an sich, schlang seine Arme fest um ihre Hüften.
“Nein”, antwortete er leise.
“Wieso?”, flüsterte sie.
“Es macht einfach mehr Spaß deine Königinnenspielereien nicht ernst zu nehmen.”
Grinsend biss Emjana sich auf die Unterlippe, dann überbrückte sie die letzten Zentimeter zwischen ihnen.
Ihre Lippen trafen aufeinander und Emjana schloss genießerisch die Augen.
Zu lange hatte sie auf den Geschmack seiner Lippen verzichten müssen.
Leidenschaftlich ging Haleth auf den Kuss ein.
Er selbst konnte immer noch nicht glauben, dass er das Glück hatte das Herz der Prinzessin zu besitzen.
Seit drei Jahren waren sie ein Paar und es fühlte sich noch immer an wie am ersten Tag.
Mit jedem vergangenen Tag waren sie enger zusammengewachsen.
Jedes Ereignis brachte sie weiter zusammen.
Atemlos und erhitzt trennten sie sich.
Schwer atmend lehnte Emjana ihre Stirn gegen Haleths.
“Ich dachte, ihr kommt früher”, hauchte sie.
Lächelnd schüttelte Haleth den Kopf.
“Wir waren gut in der Zeit. Warum sollten wir uns beeilen?”
Emjana grinste.
“Weil es hier jemanden gibt, der auf dich wartet”, antwortete sie.
“Ach, wen denn?”, fragte er grinsend.
Lachend schlug Emjana Haleth gegen die Schulter.
Haleth drückte ihr noch einen Kuss auf und sagte dann:
“Lass uns zurückreiten.”
Emjana nickte und stieg wieder auf ihr Pferd.
Lächelnd wartete Emjana darauf, dass Haleth ebenfalls auf sein Pferd gestiegen war.
Dann ritten sie gemeinsam und sich Zeit lassen zurück nach Minas Tirith.
Emjana blickte Haleth von der Seite her an.
Er hatte sich in den letzten Jahren verändert.
Haleth hatte hart trainiert und viele Muskeln aufgebaut.
Seine Schwerttechnik hatte er perfektioniert, dank Haldirs hartem Training.
Auch charakterlich hatte Haleth sich verändert.
Während und vor dem Ringkrieg war Haleth ein ruhiger und schüchterner Junge gewesen, heute war er weder ruhig noch schüchtern.
Aus diesem Jungen war ein selbstbewusster, junger Heerführer geworden, der genau wusste was er wollte.
Und was er wollte war Emjana.
Für sie da sein, wenn sie nachts aus ihren Albträumen aufwachte und sie vor allem Übel beschützen.
Bis jetzt hatte er das immer geschafft.
“Du hast mir gefehlt”, sagte er und lächelte seine Prinzessin an.
Emjana erwiderte sein Lächeln, dann grinste sie und rief:
“Wir machen ein Wettrennen!”
Kaum, dass das letzte Wort gesprochen war gab Emjana ihrem Pferd die Sporen.
Lachend blickte Haleth ihr hinterher.
Emjana hatte ihre Vergangenheit größtenteils verarbeitet.
Es ging ihr gut und wenn es ihr gut ging, ging es auch Haleth gut.
Verträumt sah er der davon reitenden Prinzessin nach.
Wie ihre langen Haare im Wind wehten sah einfach umwerfend aus.
Während er sich den Duft ihres Haaren in Erinnerung rief, spornte er sein Pferd zum Galopp an.
Er wusste, dass Emjana bei diesem Rennen gewinnen würde, doch zu groß war die Freude sie wieder zusehen.
Lachend erreichten die den Palast des Königs.
Emjana wandte ihr Pferd zu Haleth und sagte:
“Ich habe gesiegt.”
Haleth ritt näher an sie heran und beugte sich zu ihr
“Das verwundert mich nicht”, sagte er und wollte sie küssen.
“Du hast deine Sprachstunde verpasst, Emjana.”
Die junge Frau wandte sich um.
“Vater”, sagte sie.
“War Freda sehr sauer?”, fragte sie.
“Nicht mehr als sonst”, antwortete der König, dann wandte er sich an seinen besten Heerführer.
“Heerführer Haleth.”
Haleth neigte respektvoll seinen Kopf.
“Mein König.”
Emjana und Haleth stiegen von ihren Pferden und übergaben sie den Stallburschen.
Während Emjana sich als Prinzessin neben ihren Vater stellte und vergeblich versuchte ihre Kleider zu ordnen, stellte Haleth sich respektvoll dem König gegenüber.
Gandalf blickte das junge Paar wissend an.
“Ist Eure Mission gut verlaufen, Heerführer?”, fragte Aragorn ernst.
Haleth nickte.
“Ja, mein Herr. Es ist alles so gelaufen wie wir es erwartet hatten.”
Auch Aragorn nickte.
“Gut, wir werden uns in einer Stunde im Speisesaal treffen. Dort gemeinsam essen und uns Euren genauen Bericht anhören.”
“Jawohl, mein König.”
Haleth nickte dem König und seiner Tochter noch einmal zu, dann ging er in sein Zimmer um sich frisch zu machen.
Aragorn wandte sich an seine Tochter.
“Du hast Freda sehr verärgert. Mal wieder”, sagte er leicht grinsend.
Emjana grinste ebenfalls.
“So schlimm kann es doch nicht gewesen sein”, antwortete sie.
Gandalf mischte sich ein:
“Du kennst doch Freda, Prinzessin.”
Emjana grinste Gandalf an.
“Du solltest dir auch etwas frisches anziehen”, sagte Aragorn und fuhr seiner Tochter übers Haar.
Sie nickte und ging auf ihr Zimmer.
“Hat er dich schon gefragt?”, fragte Gandalf und blickte der Prinzessin hinterher.
Aragorn blickte den Zauberer an.
“Nein, ich warte noch darauf. Aber ich denke, ich werde nicht mehr lange warten müssen.”
“Dieser Schritt wird ihr gut tun”, sagte Gandalf.
Aragorn nickte.
Dann ging er mit Gandalf in den Speisesaal.
Eine Stunde später saß der Rat des Königs im Speisesaal zusammen und wartete auf das Essen.
Freda rümpfte die Nase.
Wieder eine neue Tradition.
Berichtet und geplant wurde beim Essen.
Vorgeschlagen hatte das der Zwerg, Gimli.
Freda war gegen diesen Vorschlag gewesen, doch der König hatte zugestimmt und so war es beschlossene Sache.
Missmutig verließ Freda den Speisesaal.
Sie hatte kein Interesse daran, den Berichten des jungen Heerführers zu lauschen.
Emjana atmete tief durch und rückte das alte Diadem ihrer Mutter zurecht, welches sie als Prinzessin Gondors auszeichnete.
Sie hatte sich ein neues, dunkelblaues Kleid angezogen, doch ihr Haar hatte sie offen gelassen.
Lächelnd blickte sie den Rat an.
Einen nach dem Anderen.
Ihre damaligen Gefährten saßen nun in diesem Rat.
Viel verändert hatte sich nicht.
Legolas hatte die Ausbildung der Soldaten übernommen und war in letzter Zeit sehr anhänglich, wie Emjana festgestellt hatte.
Gandalf war Aragorns persönlicher Berater und half Emjana beim kontrollieren ihrer Kräfte.
Sie hatten schnell festgestellt, dass ihre Kräfte schnell außer Kontrolle gerieten, wenn sie sie nicht regelmäßig einsetzte.
Gimli hatte sich darauf spezialisiert Feste zu organisieren, jedes Jahr gab er ein Fest zum Sieg gegenüber Sauron und wenn er nicht gerade Feste feierte, half er Legolas bei den Soldaten.
Merry, Pippin, Frodo und Sam machten sich da nützlich wo sie konnten.
Sie verbreiteten gute Laune oder saßen einfach mit den Leuten zusammen und unterhielten sich.
Emjana blickte auf als das Essen kam.
Wenn sie so darüber nach dachte wollte sie gar nichts essen.
Sie wollte viel lieber Zeit mit Haleth verbringen.
“Heerführer Haleth, wie sieht es im Norden des Landes aus?”, fragte er König.
Emjana beobachtete jede Regung Haleths.
Jedes Mal, wenn Haleth in der Nähe ihres Vaters war achtete er genau darauf, dass er alle Vorschriften einhielt.
Sie lächelte.
Haleth wollte es ihrem Vater recht machen.
Er wollte das Aragorn ihn mochte.
Immerhin liebte er die Tochter des Königs.
“Die Orks und Uruk-Hai haben sich weit zurückgezogen. Bis an die Grenzen. Sie leben zurückgezogen, machen keine Jagd auf Menschen. Nur auf freilebende Tiere”, führte Haleth aus.
Emjana horchte auf.
“Gut... Solange sie sich ruhig verhalten, behalten wir sie im Auge. Sollte auch nur der Verdacht bestehen, dass sie einen Menschen angreifen werden wir Jagd auf sie machen.”
Die Prinzessin nahm einen Schluck aus ihrem Weinbecher und blickte ihren Vater an, dann fasste sie einen Entschluss.
“Könnten wir nicht einen Bund mit ihnen eingehen?”
Totenstille breitete sich in dem Speisesaal aus.
Alle Anwesenden hatten ihre Tätigkeiten unterbrochen.
Mitten im Kauen hatten sie gestoppt und blickte Emjana geschockt an.
“Einen Bund mit Orks und Uruk-Hai?”, wiederholte Merry mehr als überrascht.
“Vielleicht nicht unbedingt einen Bund, aber vielleicht einen Waffenstillstand”, erläuterte Emjana.
“Wieso sollten wir das tun?”, fragte Aragorn voller Skepsis.
“Na, weil sie uns nichts mehr tun”, sagte Emjana.
“Seit Saurons Vernichtung leben sie an der äußersten Grenze und haben keine Menschen mehr getötet. Sie überfallen keine Dörfer oder Städte mehr und wildern nur noch in den Wäldern und das seit über drei Jahren”, sagte Emjana fest.
“Haleth kann das bestätigen”, fügte sie hinzu.
Der junge Heerführer nickte.
“Ja, seit drei Jahren keine Toten oder Angriffe auf Menschen.”
“Und du selbst solltest es auch wissen.”
Emjana blickte ihren Vater an.
“Sie haben unzählige Menschen getötet”, sagte Frodo laut.
“Genau das haben auch wir getan!”, rief Emjana laut und sprang auf.
“Es sind Bestien!”, rief Gimli.
“Sie töten alles und jeden. Auf brutalste Weise!”
Emjana sah Gimli grimmig an.
“Sie sind vielleicht nicht klug, aber immer noch klug genug um nicht aufzufallen. Warum können sie sich nicht ändern?”
“Weil sie Bestien sind! Du hast gesehen wie grausam sie morden!”, rief Gimli aus.
Emjana stützte sich wütend auf den Tisch und sagte so ruhig, dass es bedrohlich klang:
“Ich durchbohrte das Herz meiner eigenen Mutter. Ist das nicht grausam?”
Gimli schwieg.
Er sah sie einfach nur böse an.
Emjana wandte sich an ihren Vater.
“Wir können es doch versuchen”, sagte sie.
Aragorn fuhr sich müde übers Gesicht und antwortete:
“Emjana, um einen Waffenstillstand zu erreichen müsste ich mit ihnen reden. Ich bezweifle, dass sich die Uruks und Orks darauf einlassen.”
“Wieso können wir es nicht einfach versuchen? Geben wir ihnen eine zweite Chance. Auch ich habe eine von dir bekommen.”
“Du bist meine Tochter!”, brachte Aragorn hervor.
“Bitte, Vater!”
“Du wirst dich doch nicht darauf einlassen, Aragorn!”, rief Gimli über den Tisch und versprühte sein Bier.
Der König atmete tief durch, dann sagte er:
“Wenn die Orks und Uruks bereit sind in Ruhe und ohne Gewalt mit mir zu sprechen, dann, und nur dann, bin ich bereit über einen Waffenstillstand nachzudenken.”
Fast alle der Gefährten blickten Vater und Tochter fassungslos an.
Allein Emjana lächelte dankbar.
“Danke, Vater.”
Und Haleth... Haleth saß auf seinem Stuhl und blickte seine Freundin ausdruckslos an.
Er wusste nicht was er davon halten sollte.
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