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von NamikaCerise    erstellt: 04.10.2009    letztes Update: 31.03.2012    Geschichte, Allgemein / P12    (pausiert)
Heeeeeey, ich bin wieder da!^^
Ja, mich gibt es noch und hier kommt mit über einem Monat Verspätung das 1. Kapitel von Together for tomorrow. Das war eine Schinderei, kann ich euch sagen. Ich habe über ein Jahr in der Ich-Form geschrieben, mich da in die 3. Person einzufinden war/ist schwer. Ganze 10 Versionen habe ich von diesem Kapitel angefangen…das hier ist das verzweifelte Endprodukt.^^°
Okay, genug gelabert…viel Spaß.

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Der Beginn von etwas Neuem

„Geht es dir auch wirklich gut? Hast du noch genug zum Essen? Warst du etwa immer noch nicht bei Yo?“  Es waren diese drei Fragen, die Hao dazu brachten, genervt die Augen zu verdrehen und das Handy sinken zu lassen. Er wusste, dass sie es nur gut mit ihm meinte, aber ihr ständiges Nachfragen war einfach schrecklich.
Wie oft hatten Manila und er dieses Gespräch schon geführt? Es war erst eine Woche vergangen, seit sie sich, auf ihren Wunsch hin, am Bahnsteig getrennt hatten und er sich auf den Weg nach Tokio gemacht hatte. Hao ging es in dieser riesigen Stadt recht gut. Zumindest hatte er bisher nicht das Bedürfnis verspürt, sich aus dem Staub zu machen und eventuell zu Manila zurück zu kehren. Und das, obwohl er wieder einmal die Nächte auf der kalten Straße verbringen musste. Jeder normale Mensch wäre bei diesen nächtlichen Temperaturen halb umgekommen, aber ihm schien das nichts auszumachen. Gut, er hatte Spirit of Fire und er hatte auch früher schon eine lange Zeit draußen gelebt…aber langsam kam es Hao trotzdem so vor, als wäre er zu anpassungsfähig.
Manila schien das völlig anders zu sehen, denn während sich Hao über seine Anpassungsfähigkeit Gedanken machte, war  sie dabei vor Sorge um ihn beinahe umzukommen.  Jeden Tag mindestens ein Anruf von ihr…bei dem Hao sein Gehirn ohnehin abschaltete oder an andere Dinge dachte. Gerade waren seine Gedanken wieder auf den Grund gestoßen, aus dem er hier war: Yo
Ja, es stimmte. Er war nun schon seit einer Woche in Tokio und hatte nicht einmal den Versuch gestartet, zu ihm zu gehen. Hao biss sich strafend auf die Unterlippe, bis diese anfing zu bluten und er den leichten Geschmack von Eisen auf der Zunge bemerkte. Manila hatte zu seinem größten Bedauern Recht behalten. Er wagte es sich einfach nicht, ihn aufzusuchen…ihn um Hilfe zu bitten…ihn zu fragen, ob er für eine Weile bei ihm unterkommen konnte.
Wie sollte er ihm auch gegenüber treten, nach all dem, was beim Schamanenturnier zwischen ihnen vorgefallen war? Das war nicht nur ein eskalierter Streit zwischen Brüdern gewesen, wie Manila wohl noch immer anzunehmen schien; zumindest klang es so, wenn sie ihm diesbezüglich eine Strafpredigt hielt. Nein, er hatte Yo beinahe umgebracht…
Manila hatte zwar beim Kampf zugesehen, doch die genauen Hintergründe waren ihr verborgen geblieben. Auch wusste sie nicht über seine Vergangenheit Bescheid, das wurde Hao in diesem Moment bewusst. Sie wusste nicht, wer er wirklich war. Wusste nichts von seinen Wiedergeburten und den wahren Hintergründen des Kampfes am Sternenheiligtum.
„Und doch bezeichnet sie mich als Freund…“, murmelte Hao, den Blick über die belebte Straße wandern lassend und hatte Manila, die noch immer durch das Handy auf ihn einredete, komplett vergessen.
Ob er wollte oder nicht, er musste sich eingestehen, dass auch Manila für ihn eine gute Freundin geworden war. Wie kurz die Zeit mit ihr auch gewesen sein mochte, ihre Wirkung hatte sie getan.
War Hao doch viel fröhlicher, als noch vor ein paar Wochen und erschien ihm die Welt nur noch halb so grau und elend. Ja, momentan erstrahlte sie für ihn in einem ungewohnt hellen Glanz und in vielen bunten Farben, was wohl auch auf die Jahreszeit zurück zu führen war.
Der Blick des Schamanen blieb an den verfärbten Blättern des Baumes hängen, unter dessen Krone er sich gerade befand. Sicherlich würden sie nicht mehr lange so aussehen. Schon in wenigen Tagen müssten sie beginnen zu fallen. Daran erkannte man deutlich, dass es schon Mitte Oktober war…dass es Herbst geworden war.
„Hao Asakura!“, ertönte urplötzlich Manilas Stimme aus dem Lautsprecher des Handys in Haos Hand und ließ den Angesprochenen erschrocken zusammenzucken. Hatte das Mädchen doch tatsächlich so laut geschrien, dass die Menschen um ihn herum verwundert in seine Richtung blickten.
„Schrei doch nicht so. Du hast selbst gesagt, ich sei auf der Straße nicht sicher und meinen Namen hat jetzt sicherlich jeder im Umkreis von 5 Metern gehört!“, zischte Hao Manila leise aber bestimmt zu, doch schien sie diese Tatsache gekonnt zu ignorieren.
„Wie soll ich denn sonst auf mich aufmerksam machen? Du hörst mir schließlich nicht zu und außerdem… tu jetzt bitte nicht so, als würdest du dich darum scheren, was ich dir sage. Eine Woche ist schon rum und bist immer noch obdachlos. Dabei hattest du mir versprochen, auf direktem Wege zu Yo zu gehen.“
„Natürlich höre ich zu und hör auf mir Schuldgefühle einzureden. Ich weiß noch ziemlich genau, was ich dir versprochen habe und was nicht.“
„Schön, denn ich hatte da was ganz Anderes im Gefühl…“, murrte Manila noch, dann herrschte Stille. Eine recht unangenehme Stille, denn keiner der Beiden wollte in diesem Streit nachgeben. Gerade Hao nicht, obwohl er wusste, dass Manila im Recht war. Es widerstrebte ihm einfach.
„Hao…kannst du jetzt bitte meine Fragen beantworten?“ Manilas Stimme war nicht mehr als ein Flüstern, als sie wieder zu sprechen begann und damit hatte sie es endgültig geschafft, ihm ein schlechtes Gewissen zu bereiten. Er konnte es sich schon bildlich vorstellen, wie sie missmutig irgendwo herum stand und mal wieder Tränen in den Augen hatte. Und er hasste es, sie weinen zu sehen.
Es war immer wieder unheimlich. Manilas Stimmung konnte sich schlagartig und ohne ersichtlichen Grund verändern, ins Positive oder ins Negative umschlagen. War sie gerade eben nicht noch aufgebracht und wütend gewesen? Nun schien sie eher traurig und verzweifelt zu sein.
„Ist ja gut…“, seufzte Hao also schließlich und ließ sich auf den Boden fallen. „Ich will mich nicht mit dir streiten. Dann fang mal an zu fragen.“
„Aktion geglückt!“, rief Manila plötzlich, was Hao dazu veranlasste das Handy ab jetzt demonstrativ von seinem Ohr fernzuhalten. „Ich wusste, wenn ich mit der Mitleidstur komme, würdest du nachgeben.“
„Dann war die Trauerstimmung also nur gespielt?“
„Ja, selbstverständlich!“, war das Letzte, was Manila sagte, bevor nur noch ein lautes Lachen von ihr zu hören war.
Hao lehnte sich in der Zwischenzeit gegen den Baumstamm und dachte scharf darüber nach, ob er mit so einem Mädchen wirklich befreundet sein wollte. Sie hatte ihm Dinge verschwiegen, ihn angelogen, hatte über ihn gelacht, tat das gerade schon wieder, verstellte sich, um an ihr Ziel zu kommen…sie hatte ihn von der Straße herunter geholt, hatte ihm neuen Lebensmut und Zuversicht gegeben…
Er konnte tun, was er wollte. Hao musste sich eingestehen, dass ihre positiven Seiten durchaus die Überhand hatten und all das Negative war gar nichts gegen seine eigenen Fehler. Eigentlich sollte er sich glücklich schätzen, dass Manila ihn als einen Freund akzeptierte.
Irgendwann, es kam Hao wie eine Ewigkeit vor, hatte sich Manilas Lachanfall gelegt und die Beiden konnten wieder eine normale Unterhaltung miteinander führen. Nein, viel mehr ähnelte die ganze Sache einem Frage- und Antwortspiel.
„Wie geht es dir?“
„Den Umständen entsprechend, gut.“
„Hast du genug zum Essen? „
„Glaub mir Manila, dank deiner Verpackungskünste habe ich noch mehr als genug Nahrungsmittel bei mir.“ Der Braunhaarige hielt inne, um in den Rucksack neben sich zu schauen. Es war ihm ein Rätsel, wie Manila all das verstauen konnte.
„Und ich glaube, die Frage, ob du bei Yo warst, hat sich schon erübrigt.“
„Bingo…“
„Hao, du hast noch nicht einmal versucht ihn zu treffen. Ich weiß überhaupt nicht, was dein Problem ist. Du hast doch sonst so viel Selbstbewusstsein! Warum schaffst du es nicht, deinem Bruder einen Besuch abzustatten?“
„Das hat mehrere Gründe, auf die ich jetzt allerdings nicht näher eingehen will. Mach’s gut.“
…Und so war auch dieses Telefonat beendet. Manila müsste sich langsam daran gewöhnt haben, dass Hao immer wenn ihm eine Frage unangenehm war, dazu neigte, einfach aufzulegen. Doch er war sich sicher, dass seine <Freundin> gerade vor Wut kochte.
„Liegt vielleicht daran, dass jede unserer Unterhaltungen so läuft…seit ich weiß, wie man das Teil hier bedient.“ Ja, das hatte Hao in den letzten Tagen gelernt. Zumindest konnte er mittlerweile so mit dem Handy umgehen, dass er es ein oder vorzugsweise ausstellen konnte.
„Mit der Zeit wird es besser.“, flüsterte Hao und schaute abermals in die Baumkrone hinauf.
Durch die bunten Blätter hindurch konnte er den Himmel erkennen. Es begann schon zu dämmern. Wieder einmal ein Tag vorbei und wieder einmal hatte er Yo betreffend keine Fortschritte gemacht. Er wusste, er hatte es Manila versprochen und ihm war auch klar, dass er so wie jetzt nicht länger leben konnte. Doch er konnte sich nicht überwinden, den Weg nach Funbarigaoka einzuschlagen. Mehrmals war er in dieser Woche schon drauf und dran gewesen…doch er hatte es nicht getan.
Warum nicht? Er wusste es selbst nicht genau. Hatte er Angst? Vielleicht ja…womöglich konnte man dieses Gefühl Angst nennen, doch nicht davor, angegriffen zu werden, wenn er bei seinem Bruder auftauchte. Er war sich mittlerweile ohnehin sicher, dass Yo der Letzte wäre, der ihm ohne vorher zu reden, einen Angriff entgegen schicken würde.
Nein, er hatte Angst davor, dass…
„Hey, sag mal, spinnst du?!“, rief Hao erschrocken und stellte im nächsten Moment fest, dass er aufgesprungen war und jetzt kerzengerade am Baum stand.
Spirit of Fire war aus heiterem Himmel vor ihm aufgetaucht und da Hao mit den Gedanken so weit weg wie nur irgend möglich gewesen war, hatte er gerade eben einen Schock fürs Leben erlitten. Es verging einige Zeit, bis der Schamane sich wieder gefasst hatte und seinem Geist mit neutraler Stimme eine simple Frage stellte, die er sich selbst nicht beantworten konnte.
„Was meinst du, soll ich jetzt tun?“
Hao wusste, dass sein Schutzgeist ihm nicht antworten konnte, doch es war für ihn zur Gewohnheit geworden, mit ihm zu sprechen oder ihn um Rat zu fragen und manchmal hatte Spirit of Fire ihm auf seine ganz eigene Art und Weise geholfen. Er musste sich nur an die Suche nach Manila erinnern…ohne ihn hätte Hao sie schon nach kürzester Zeit aufgegeben gehabt und so hoffte er auch diesmal auf die Hilfe des Feuergeistes.
Dieser schwebte allerdings nur neben dem Braunhaarigen, um ratlos mit den kleinen Schultern zu zucken. Das war eine Entscheidung, die er Hao nicht abnehmen konnte.
Neulich bei Manila hatte der Schamane den Entschluss ihr zu helfen, falls sie auf falsche Gedanken kam, bereits gefasst gehabt. Er hatte ihn lediglich etwas unterstützen müssen. Im jetzigen Fall allerdings konnte er Hao nicht einfach seine Meinung aufzwingen. Das wäre nicht richtig. Auch wenn er der gleichen Meinung wie Manila war: So konnte es nicht weiter gehen. Er musste zu Yo gehen und sich mit ihm aussprechen, denn Spirit of Fire hatte schon vor einiger Zeit bemerkt, dass Hao sich im Grunde wünschte, wenigstens einmal ein vernünftiges Gespräch mit seinem Bruder führen zu können. Er tat zwar noch immer so, als wäre Yo ihm egal…aber die Tatsache, dass er ihn Manila gegenüber verteidigt hatte und seine Worte, bevor er an dem Abend vor einer Woche auf der Straße eingeschlafen war, bewiesen ganz deutlich das Gegenteil.
„Aus deinem Blick schließe ich, dass du mir nicht weiterhelfen kannst…oder willst.“ Hao hatte seinen Schutzgeist aufmerksam gemustert und er kannte diesen gut genug, um aus dessen Blick lesen zu können. „Weißt du was? Langsam glaube ich, es wäre besser gewesen, mich zu weigern hierher zu kommen, aber andererseits…“ Hao machte eine kleine Pause, seufzte kurz und trat einige Schritte unter der Baumkrone hervor. „Andererseits liegt ihr wirklich viel daran, dass ich bei Yo unterkomme, denn dort wird man mich garantiert nicht vermuten, falls man herausfinden sollte, dass ich noch am Leben bin. Außerdem…warum mache ich mir Sorgen, zu ihm zu gehen? Was soll schon passieren?“
Wenn er ehrlich war, fielen Hao ziemlich viele Dinge ein, die ihm zustoßen konnten. Sollten bei seinem Eintreffen Yos Freunde anwesend sein und  es zu einem Kampf kommen, war er klar im Nachteil. Nicht nur, dass er im Gegenteil zu Yo und seinen Freunden allein war…nein, er war auch nicht mehr dazu in der Lage Gedanken zu lesen und dann gab es da noch eine Kleinigkeit, die er nicht einmal Manila erzählt hatte.
Er hatte ihr nicht sagen können, dass er Spirit of Fire nicht nur so klein hielt, weil es praktischer war. Ganz im Gegenteil…viel mehr war es so, dass sein Furyoku beträchtlich gesunken war.
War von den 1,25 Millionen doch kaum noch etwas übrig. Hao kannte die genauen Werte nicht, aber er wollte sie auch gar nicht kennen. Das würde ihm nur einen Schlag ins Gesicht versetzen und seine gute Laune in den Keller sinken lassen.
„Seit wann…können die Furyokuwerte sinken? Die hätten sich doch schön längst wieder regeneriert haben müssen.“, flüsterte Hao verzweifelt und ließ dabei den Kopf hängen, doch wandte er sich kurze Zeit später wieder hilfesuchend an Sprit of Fire, der ihm augenscheinlich überhaupt nicht zugehört hatte.
Der Feuergeist starrte nur wie gebannt zu einem leerstehenden Haus hinüber, dass sich auf der anderen Straßenseite befand und machte keine Anstalten, den Blick wieder abzuwenden.
„Was ist?“ Langsam richtete auch Hao den Blick auf das verlassene Gebäude, das inmitten der, selbst am Abend noch belebten Straße, ziemlich fehl am Platze wirkte.
Die Sonne war mittlerweile untergegangen und da es Herbst war, sanken auch die Temperaturen stätig, so dass Hao schnell ein unangenehmer Schauer über den Rücken jagte. Aber war es wirklich die Kälte, die ihn frösteln ließ?
Noch einmal huschte sein Blick zu Spirit of Fire, dann verengte er die Augen zu kleinen Schlitzen, um aus dieser Entfernung durch die Fenster des Hauses blicken und so vielleicht etwas im Inneren ausmachen zu können.
Dazu kam er jedoch nicht mehr. Spirit of Fire reagierte von jetzt auf gleich und ehe Hao etwas dazu sagen konnte, hatte sein Schutzgeist ihn auch schon am Ärmel gepackt und zerrte den sprachlosen Schamanen davon.

Zur gleichen Zeit hatte Yo gänzlich andere Probleme, die dafür sorgten, dass er kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand. Mit einem Stift in der einen und dem Taschenrechner in der anderen Hand, huschten seine Blicke über die Seiten des Buches auf dem Wohnzimmertisch, bis seine Augen schließlich zufielen und der Kopf des Braunhaarigen Bekanntschaft mit der Tischplatte machte.
„Aua…verdammt…Mathematik, du grausames Fach.“, murmelte Yo verzweifelt und schlug, noch immer mit dem Kopf auf dem Tisch liegend, sein Mathebuch zu. „Ich bin ganz ehrlich. In solchen Momenten wünsche ich mir das Schamanenturnier zurück. Keine Hausaufgaben, keine Mathematik… das Turnier ist besser als Schule.“
„Lasst das nicht Anna hören, sonst hetzt sie Euch wieder ein Trainingsprogramm auf den Hals.“ Amidamaru war soeben neben seinem Meister aufgetaucht und schaute mitfühlend auf ihn herab.
Yo hatte es in letzter Zeit aber auch wirklich nicht leicht gehabt. Nach dem Schamanenturnier hatte zwar Annas Höllentraining nachgelassen, doch lag das wohl eher daran, dass auch sie fortan andere Dinge zu tun hatte, als sich einen Trainingsplan für ihren Verlobten auszudenken.
Es war schon Oktober. Nur noch ein halbes Jahr trennte die Beiden von der bevorstehenden Aufnahmeprüfung für die Oberschule* und diese wollten sie natürlich bestehen. Leichter gesagt als getan, hatten sie während des Wettkampfes doch mehr Unterrichtsstoff verpasst, als ihnen lieb war. Gerade Yo bereitete das ständige Lernen zunehmend Schwierigkeiten. Er hatte vollkommen andere Dinge im Kopf, die er auch gerne preisgab, doch ignorierten Anna, Amidamaru und sein Freund Manta, der immer mal wieder zum Lernen vorbei schaut, diese mit größter Sorgfalt.
So kam es auch dieses mal, als Yo urplötzlich sein Buch packte, aufstand, es zurück in seine Schultasche steckte und dann wie angewurzelt am Fenster stehen blieb, um in den dunklen Himmel hinauf zu schauen, an dem schon einige kleine Sterne auszumachen waren.
„Was Hao wohl gerade macht?“ Yo stellte diese Frage mit ehrlichem Interesse in der Stimme, doch er wusste, dass weder sein Schutzgeist noch irgendwer anders ihm eine Antwort geben konnte. Für die Meisten war Hao bei ihrem Kampf gestorben und die Tatsache, dass man seit Wochen nichts von ihm gehört hatte, bestätigten diese Vermutung nur noch.
„Aber ich weiß, dass er lebt.“ Amidamarus entgleistes Gesicht und sein Kopfschütteln ignorierend, sprach er ungehindert weiter. „Ich weiß, dass er lebt, weil ich ihn nicht wirklich…ach, Moment…“ In Yos Erläuterung mischte sich ein nerv tötendes Klingen, dass vom Telefon stammte. Hecktisch lief er hinaus in den Flur, um das Gespräch entgegen zu nehmen und während dieser Zeit beendete er seine Worte in Gedanken.
Er wusste, dass sein Bruder lebte. Er wusste es, da er sich zu 100% sicher war, dass sein Angriff Hao beim Kampf zwar getroffen, ihn jedoch nicht lebensbedrohlich oder gar tödlich verletzt hatte. Yo hatte ihn nicht töten können…hatte es nicht gewollt. Bei dem Gedanken, seinen Bruder endgültig vernichten zu müssen, sei er damals auch noch so gefährlich gewesen, waren ihm einfach die Tränen in die Augen geschossen. Ob Hao das wohl gesehen hatte? Ehrlich gesagt…Yo hoffte es. Denn wenn sein Bruder Yos Zweifeln bemerkt hatte, würde er vielleicht begriffen haben, dass er ihm etwas bedeutete. Dass er ihn gerne als Bruder haben würde.
Nach kurzer Suche hatte Yo das Telefon, das mal wieder nicht dort lag wo es hingehörte, gefunden und musste gezwungener Maßen aus seinen Gedanken auftauchen.
„Ja, hier bei Asakura.“, meldete er sich, lief zurück ins Wohnzimmer und wartete auf das, was da wohl kommen würde.
Sein Blick huschte zur Wanduhr herüber. Es war schon 20 Uhr, wer konnte das noch sein? Seine Freunde meldeten sich um diese Zeit meistens nicht mehr und dass Anna später kommen würde, das wusste er. Selbst sie hatte sich dazu breitschlagen lassen, bei Manta Nachhilfe zu nehmen und deswegen war sie wohl noch bei ihm zu Hause.
„Ähm…spreche ich mit Yo?“, fragte eine Mädchenstimme und Yo wusste sofort, dass er diese Person nicht kannte.
„Ja, das bin ich und mit wem habe ich das Vergnügen?“, fragte er freundlich, denn die Stimme klang für ihn sehr sympathisch…wenn auch etwas nervös.
„Das…das ist nicht so wichtig. Entschuldige bitte die Störung, aber ich rufe an, weil…“
Amidamaru beobachtete das Geschehen von der anderen Ecke des Zimmers aus und war geschockt, als sich Yos Augen zuerst erschrocken weiteten, er dann ganz blass wurde und im nächsten Moment, ohne sich vom Anrufer zu verabschieden, das Telefon ausschaltete und auf den Tisch legte.
„Was ist passiert?“ Der Samuraigeist konnte sich keinen Reim auf dieses Verhalten machen. Es beunruhigte ihn sogar ein bisschen, doch langsam nahm Yos Gesicht wieder seine normale Farbe an. „Wer hat angerufen?“
„Keine Ahnung…“, murmelte Yo nur, ließ seine Schultasche im Zimmer liegen und griff sich, zurück im Flur, seine Jacke. „Ich muss nochmal weg. Sollte Anna kommen, sag ihr bitte, dass ich bald zurück bin.“
„Wo wollt Ihr denn um diese Zeit noch hin? Nun sagt schon…was ist passiert?“ Yo stand schon zwischen Tür und Angeln, als sein Schutzgeist diese Frage stellte, deshalb drehte er sich auch nicht zu ihm herum. Seine Worte jedoch drangen trotz allem laut und deutlich an Amidamarus Ohr.
„Er ist hier…Hao ist in der Stadt.“

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Waaaaaah, okay, das war es und es kommt mir vor, als hätte ich mit dieser Story wieder bei 0 angefangen… *seufz*
Das Kapi hat mich echt um den Verstand gebracht und ich bin noch immer nicht zufrieden damit…die 3. Person fällt mir nach wie vor schwer, aber ich werde mich schon irgendwie hinein fuchsen und dann werde ich bestimmt mit jedem Kapitel besser und selbstbewusster.^^ (Mir wurde ja oft genug gesagt, dass es mir an Selbstvertrauen fehlt…)
Ich hoffe, dass es euch wenigstens ein bisschen gefallen hat und dass ihr mir einige kleine Fehler vergebt. Wenigstens in diesem Kapitel. Beim nächsten mal dürft ihr meckern. xD

*Erklärung: Oberschule
Also, das wissen sicherlich die Meisten, aber hier trotzdem nochmal. Das japanische Schulsystem ist wie folgt eingeteilt. 6 Jahre Grundschule, 3 Jahre Mittelschule und 3 Jahre Oberschule. Um die Oberschule zu besuchen, muss in der Regel eine Aufnahmeprüfung abgelegt werden. Yo und Co. sind in meiner Story 15, was dem Alter der letzten Mittelschul-Klasse entspricht. Also heißt es für die Charas lernen, lernen, lernen, um die Oberschule besuchen zu dürfen.^^

Das war es erst einmal von mir. Bis dann…

Eure Namika^^
 
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