Fanfiktion / Bücher / Harry Potter / Unerwartet -  in Slytherin
21. Kapitel
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von MadamePomfrey    erstellt: 30.09.2009    letztes Update: 16.10.2009    Allgemein / P16    (fertiggestellt) 38 Reviews
Draco saß schweigend und bedrückt neben seinem Vater. Er sah nicht zu dem Labyrinth hinunter, er sah nur zu ein paar Sitzen in einer Sitzreihe weiter unter ihm. Dort stand Joey, beobachtete die Finalrunde und scherzte mit ihren Freunden. Sie hatte Spaß, doch immer wenn sie sich zu ihm umdrehte, sah sie besorgt und tröstend zugleich aus. Sie wusste, wie es ihm ging und wollte ihm wenigstens einen kleinen Trost zu kommen lassen. Doch auch seinem Vater fiel auf, dass das Mädchen von vorhin ihnen auffällig oft Blicke zuwarf.
„Wer ist das?“
Draco sah nervös in das abweisende Gesicht seines Vaters.
„Wer?“
Er deutete mit dem Stock, den er immer bei sich hatte, auf Joey und hob missgelaunt eine Braue.
„Dieses Mädchen dort. Wie hieß sie noch gleich?“
„Josephine Powell, Vater.“
„Reinblut?“
Draco wurde rosa auf den blassen Wangen.
„Ich weiß es nicht. Ich weiß allerdings, das ihr Vater ein Zauberer gewesen sein muss, denn er hat ihr einige Zauber beigebracht.“
„Gewesen sein muss?“
„Ja, er ist tot.“
Lucius nickte nur und sah wieder zu Joey. Dann runzelte er die Stirn.
„Sie sieht auffällig oft zu uns herüber.“
Draco wurde wieder rosa, doch er konnte es gut verbergen. Er zuckte desinteressiert mit den Schultern und sagte, ein wenig aufschneiderisch und eingebildet:
„Ich bin eben sehr beliebt unter den Mädchen.“
Lucius musste schmunzeln und wollte etwas sagen, doch dann griff er sich plötzlich an den rechten Unterarm und verzog ganz kurz das Gesicht. Draco sah seinen Vater fragend an, doch dieser stand ohne eine weitere Erklärung auf und ging zu den Treppen.
„Ich muss gehen.“
Draco stand ebenfalls auf und sah ihn verwirrt an.
„Vater?“
Lucius drehte sich zu ihm um und beugte sich vor, um seinem Sohn etwas ins Ohr zu flüstern, damit es niemand sonst hören konnte.
„Er ruft nach mir. Ich kann es kaum glauben... Er...“
Draco riss entsetzt die Augen auf und starrte auf den Arm seines Vaters, wo sich etwas befand, was  ihm jetzt erst richtig bewusst wurde: Das Dunkle Mal.
„Er...?“
„Der Dunkle Lord, mein Sohn. Er lebt.“
Draco sah seinen Vater ängstlich an.
„Aber...“
Lucius sah seinem Sohn tief, ernst  und vielsagend in die Augen.
„Halte dich bereit, Draco.“

Es war bereits dunkel und einige Fackeln waren entzündet worden. Fleur Delacour war bereits ausgeschieden und jetzt musste es sich nur noch zwischen Harry, Cedric und Victor entscheiden. Das war ein Grund für die Hogwarts Schüler, sich schon ein wenig zu freuen, denn zwei der drei waren ihre Champions. Die Wahrscheinlichkeit das sie gewannen war relativ hoch.
Joey hatte ihr Opernglas beiseite gelegt, konnte sie doch ohnehin nichts mehr sehen. Sie sah gebannt auf das Labyrinth und Damian sah gebannt zu ihr.
Es war erstaunlich, wie sehr sie ihre aufgewühlten Gefühle, was Draco  und Theodor anging, verbergen konnte. Er jedoch spürte ihre Anspannung und rückte näher. Er legte eine Hand auf ihre und sie lehnte sich, ohne ihn anzusehen, an ihn und seufzte. Er seufzte ebenfalls und versuchte ihr, ohne Worte, zu vermitteln, dass er für sie da war und das schon alles gut werde würde.
Doch dann sprang sie plötzlich erschrocken auf und  sein Blick fiel wieder nach vorne.
„Ist das Diggory?“
Damian griff nun selbst zu dem Opernglas und setzte es an die Augen. Er runzelte die Stirn.
„Es ist nicht nur Diggory, Potter ist auch dort unten.“
Joey fluchte verhalten, von hier oben aus konnte sie überhaupt nichts sehen. Sie runzelte entschlossen die Tür und schwang sich über die Rückenlehne der Sitzreihe vor ihr. Damian sprang auf und sah ihr fassungslos hinterher, wie sie über die Sitzreihen nach unten sprang.
„Jo!“
Sie hörte ihn nicht oder wollte ihn nicht hören, denn sie lief einfach weiter, achtete nicht auf die Menschen, die ihr empört hinter her sahen. Er wusste, dass sie Böses ahnte und auch ihn erfasste ein schlimmes Gefühl. Er ging seine Sitzreihe entlang, zu den Treppen und lief dann ebenfalls hinunter.
Unten angekommen, blieb er entsetzt stehen. Joey stand neben Hermine Granger und Ron Weasley, sie wurden von den Lehrern zurück gehalten weiter hinunter zu gehen, doch auch von hier aus konnten sie erahnen, was passiert war. Hermine hatte sich die Hand vor den Mund geschlagen und Joey war leichenblass.
Cedric Diggory lag leblos auf dem Boden, Harry war über ihn gebeugt und redete mit Dumbledore. Man sah deutlich, dass Harry geweint hatte und Cedric sah unnatürlich steif und blass aus. Damian wusste, dass er tot war. Es war schwer zu beschreiben, doch man sah es sofort.
Er ging weiter zu seiner Freundin und zog sie an seine Brust, sie sollte nicht weiter hin sehen. Als sie ihren Kopf an seiner Schulter vergrub, begann sie unkontrolliert zu zittern und zu stammeln:
„Oh Gott... Oh mein Gott, Damian! Ist er...? Er ist...“
„Ja, er ist tot.“
Sie fing an zu weinen und es schüttelte sie regelrecht durch. Er drückte sie weiter an sich und sah bedauernd zu Hermine und Ron, denen es nicht anders ging. Er sah, wie Harry von dem Leichnam weg geführt wurde. Professor Moody brachte ihn offensichtlich zurück zum Schloss. Dumbledore redete auf Mr. Und Mrs. Diggory ein und Professor Flitwick brachte die Schüler zu Ordnung. Damian reihte sich unwillkürlich, zusammen mit Joey und den anderen beiden, in die Reihen ein, die von Flitwick und dem massigen Hagrid in die Große Halle gelotst wurden. Er drehte sich noch einmal zu der Tragödie um und bemerkte, wie Dumbledore, Snape und McGonagall Moody hinter her eilten. Sie alle wirkten besorgt und misstrauisch. Er runzelte die Stirn, irgendetwas ging hier vor  und es war nichts Gutes.
In der Großen Halle kam dann Draco auf sie zugeeilt. Er nahm Damian die völlig verstörte Joey ab, der das nur stirnrunzelnd hin nahm. Es ärgerte ihn, das Draco jetzt erst kam und einen auf Beschützer machte, obwohl er schon viel früher bei ihr hätte sein sollen. Er sah besorgt auf Joey hinunter und dann ernst zu ihm.
„Diggory ist tot, oder?“
Damian nickte nur und Draco wurde blass. Damian fiel etwas auf und er hob spöttisch die Braue.
„Wo ist denn dein Vater?“
„Er ist... er ist...“
Damian lachte spöttisch auf.
„Er ist zu ihm oder?“
Draco wurde blass und sah ihn verwirrt an, doch dann kräuselte er die Stirn.
„Was weißt du schon davon?“
„Ich kann eins und eins zusammen zählen.“
Draco wollte wütend etwas erwidern, doch dann schaltete sich Joey ein. Sie hatte aufgehört zu weinen und sah die beiden irritiert an.
„Was meint ihr mit 'er ist zu ihm gegangen'?“
Draco wurde rot und wollte es ihr langsam und vorsichtig erklären, doch es rutschte Damian viel schneller raus und während er sprach sah Draco abfällig an.
„Er ist zu seinem Meister geeilt. Der Dunkle Lord ist wieder auferstanden, richtig Draco?“
Draco nickte nur und Joey wich alle Farbe aus dem Gesicht. Sie riss die Augen auf und stotterte erst leise etwas vor sich hin, doch dann drehte sie sich hektisch suchend um.
„Wo ist Harry? Wo sind Hermine und Ron?“
Damian sah ebenfalls durch die Große Halle. Er war größer als sie und konnte mehr sehen. Er deutete über die Köpfe einiger Schüler hinweg, zum Eingang in die Eingangshalle.
„Sie sind dort. Sie reden auf Professor Flitwick ein...“
Joey ließ ihn nicht ausreden und rannte los. Draco wollte ihr nach, doch Damian hielt ihn auf.
„Lass sie!“
„Was...?“
„Du glaubst doch wohl nicht, dass dich Hermine oder Ron in ihrer Nähe haben wollen? Und wenn sie wirklich zu Harry gebracht werden, meinst du, er will dich sehen?“
Draco wurde rot und sah ihn ärgerlich an, doch Damian grinste triumphierend und sagte noch:
„Vor allem, wenn raus kommt, dass dein Vater dabei war, als sie Harry haben töten wollen?“
Draco ballte die Hände zu Fäusten und sah zu Boden.
Er hatte sich früher oder später entscheiden müssen, doch nun fühlte es sich an, als würde ihm der Boden unter den Füßen weg gezogen werden und die Welt hörte auf sich zu drehen.

Wenig später stand Joey wirklich im Krankenflügel, in einiger Entfernung zu den anderen, die bei Harry auf dem Bett saßen, und hörte zu, was Harry erlebt hatte, nachdem er den Trimagischen Pokal angefasst hatte.
Als Harry seine Geschichte beendet hatte und mit Hermine und Ron alles weitere besprach, sah Ron auf und direkt zu ihr. Sie wurde rot und sah zu Boden. Sie war eigentlich nur hier, weil Hermine sie mitgezogen hatte. Sie wusste nicht so wirklich, was sie hier sollte. Sie hatte das Gefühl, dass sie nur stören würde.
Ron seufzte und fuhr sich durch das rote Haar, dann stand er auf und kam zu ihr.
„Hey...“
Sie sah auf und nickte.
„Ich... also, ich... Es tut mir leid.“
Sie sah ihn fragend an.
„Was meinst du?“
Ron sah verlegen zu Boden und seine Ohren leuchteten rot.
„Das ich so fies zu dir war. Ich... Ich meine, du wirst jetzt meine... also Mums Pflegekind. Und... nun, du bist in meiner Klassenstufe und wirst das alles,“,
er sah vielsagend zu Harry und Hermine, die sich immer noch leise unterhielten.
„ja auch mitbekommen. Und da dachte ich mir, es ist doch besser, dich als Freundin zu haben.“
„Als zur Feindin?“
Er musste schmunzeln.
„Nein. Als das wir dich unwissend lassen und eventuell in Gefahr bringen. Ich habe mit Harry und Hermine gesprochen und wir denken, wir können dir vertrauen.“
Joeys Gesicht hellte sich auf und sie strahlte Ron erfreut an, was ihn wieder rot werden ließ.
„Und... und wir denken, wir sollten dir alles anvertrauen, was wir wissen und so. Ich meine, du wirst jetzt ein Teil der Familie sein und wir wollen dich... schon irgendwie... als Freundin haben.“
Sie grinste und fiel Ron spontan um den Hals. Sie drückte sich kurz an ihn.
„Danke, Ron!“
Ron machte sich verlegen von ihr los und deutete dann, mit einem Kopfnicken, zu den anderen zwei.
„Na dann, komm mal mit. Wir haben ja viel zu reden.“
Joey nickte und folgte Ron ein wenig nervös, aber sehr erfreut und aufgeregt, zu Harrys Bett, wo sie herzlich von den anderen begrüßt wurde.

Weder Damian noch Joey war aufgefallen, das Theodor in ihrer Mitte gefehlt hatte. Er war, nach dem das ganze Chaos ausgebrochen war, von ihnen abgerückt. Auch er konnte sich einiges zusammen reimen und wusste, was das für ihn zu bedeuten hatte.
Die Eule, die in der Nacht an sein Fenster klopfte, bewies es. Sie  brachte einen Brief seines Vaters.
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