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Geschichte: Fanfiktion
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von Aelphaba
erstellt: 27.09.2009
letztes Update: 27.09.2009
Geschichte, Romanze / P16 Slash
(fertiggestellt)
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Ich hab genauso Angst wie du
Ich verstecke Dich, vor Deinem schlimmsten Traum
Und wärme Dich, wenn Du an Dir erfrierst
Ich küsse Dich, wenn Dich keiner küssen mag
Und liebe Dich, wenn Du Dich wieder verlierst
Ihre Lippen glitten mit vielen kleinen Küssen Glindas makellosen Hals entlang. Berührungen so zärtlich wie Schmetterlinge, die ihre Liebe bezeugten. Es war eine junge Liebe, gerade erblüht wie die ersten zarten Blüten nach einem Winter. Die Gefühle schienen ihnen selbst noch ungewiss und zerbrechlich und doch hatten sie schon die erste Bewährungsprobe bestanden. Vor ein paar Stunden hatten sie sich auf dem Dachboden des Palastes verbarrikadiert, während der Zauberer immer mehr Soldaten nach ihnen schickte. Auf diesem Dachboden, nicht mehr als einer lumpigen, staubigen, dämmrigen Kammer, fiel die Entscheidung, die ihr Leben veränderte.
„Komm mit mir! Bedenk was wir alles bewirken könnten, zusammen!“ Hoffnungsvoll sah Elphaba in Glindas blaue Augen und spürte ein Feuer darin lodern, dass auch in ihrem Herzen entfacht war. Gemeinsam griffen sie nach dem Besen, hielten ihn fest zwischen sich. Elphaba kam es vor, als hätte sie bereits jetzt die Schwerkraft besiegt. Ihre Hände streiften kurz Glindas kleinere und das Herz drohte ihr aus der Brust zu springen, so wild schlug es.
Als Glinda wieder aufsah, schien sich plötzlich ein Eispanzer um sie gelegt zu haben. Von einer Sekunde zur anderen war sie wieder in Galinda zurückverwandelt, dem oberflächlichen, verwöhnten Mädchen aus den Perther Bergen. Ihr Blick sagte Nein. Elphaba erschauderte angesichts der Kälte, die die Blonde ausstrahlte.
„Du zitterst ja. Hier, wickel’ dich ein.“ Glinda zog irgendwoher einen Umhang hervor, legte ihn ihr um die Schultern.
Zweifellos gab es viele gute Gründe für sie, ihr Leben nicht einfach wegzuwerfen. Der Zauberer hatte ihr gerade ein unwiderstehliches Angebot gemacht. Sie würde ein Leben in Ansehen und Wohlstand genießen, wie sie es sich immer gewünscht hatte, bewundert und geliebt von ganz Oz. Und dann gab es ja noch ihre Familie, Freunde und am allerwichtigsten Fiyero, die sie unmöglich alle zurücklassen konnte. Das wäre verrückt gewesen. Also hatten sie sich in diesem Augenblick Lebewohl gesagt. Keine von beiden konnte zornig sein, nur enttäuscht, wie alles verlief. Aber jede verstand die Entscheidung der anderen. Das Schicksal hatte sie eine kurze Zeit auf einen gemeinsamen Weg geführt, nur waren sie jetzt an den Punkt gekommen, wo sie sich wieder in zwei entgegengesetzte Richtungen bewegten. Elphaba, die sonst ganz auf ihren Verstand baute, musste ausführen, was ihr Herz als richtig erkannt hatte, und Glinda, die sich zu oft von ihren Launen und Emotionen treiben ließ, hatte eine Entscheidung aus reinem Kalkül getroffen. Es war einfach so viel besser für sie, sich für die Seite des Zauberers zu entscheiden, anstatt wie Elphaba Entbehrung und Verfolgung zu wählen.
Ich hab genauso Angst wie Du
Meine Flügel sind aus Blei
Und bist Du verrückt, bin ich’s umso mehr
Vom Fliegen sind wir noch ganz schwer
Doch dann kam alles ganz anders. Die Barrikade an der Tür brach, die Soldaten stürmten den Dachboden und ergriffen die erstbeste Person, die sie sahen: Glinda. Elphaba hatte sich gerade mit dem Besen aus dem Fenster fallen lassen, nicht sicher, ob der Stecken sie wirklich tragen würde. Hinter sich konnte sie Glindas Schreie hören. Vor Schreck riss sie den Besen herum, legte dabei einige Etagen im freien Fall zurück, bis sie wieder Kontrolle über das störrische Stück Holz fand. Dann stieg sie hoch. Durch die geöffneten Scheiben konnte sie sehen, wie Glinda sich mit den Soldaten einen Kampf lieferte, um sich trat, kratzte und sie mit ihrer winzigen Handtasche schlug. Vier Männer hatten alle Hände voll zu tun, sie zu bändigen. Wenn es so weiter ging, würden sie sie ernsthaft verletzten. Elphaba konnte nicht anders.
„Mich sucht ihr! Mich!“ schrie sie und flog in den Dachboden zurück. Ihre kraftvolle Stimme ließ die Laternen der Soldaten zerspringen. Die Männer sanken auf den Boden, Hände über den Ohren. Glinda sah sie ungläubig an. „Elphie, du bist zurückgekommen!“
„Soll ich dich in den Händen eines Tyrannen, unserer manipulativen Madame Schuldirektor und ihrer Schergen zurücklassen? Sag mir, ist es wirklich das, was du willst?“
Glinda hielt inne. Die Antwort, der sie sich gerade noch so sicher gewesen war, wollte ihr einfach nicht über die Lippen kommen. Elphabas Frage hatte ihren Eispalast wie ein Vorschlaghammer zum Einsturz gebracht. Sie fühlte sich seltsam lebendig. Das Eis begann zu schmelzen und Tränen traten ihr in die Augen. „Nein, Elphie. Ich will das hier eigentlich gar nicht tun. Und ich vermisse dich jetzt schon.“
„Dann komm mit mir mit und sei du selbst.“ Sie streckte die Hand nach ihr aus.
„Willst du mich denn überhaupt noch bei dir haben, so wie ich bin? Mit all meinen Fehlern und Schwächen?“
Elphaba zog sie an sich in eine Umarmung. „Deine Schwächen sind meine Stärken und umgekehrt. Ich habe das schon vor langer Zeit lieben gelernt.“ Sie hielt ihr den Besen hin und ließ Glinda vor sich aufsitzen, schlang die Arme um sie, als sie hinter ihr Platz nahm. Gemeinsam stiegen sie empor, frei und schwerelos.
Ich denk mir für Dich einen Himmel aus
Und glaub für Dich, wenn Du selber nicht glaubst
Ich denk für Dich, die Sonne neu
Und klau sie Dir, wenn Du Feuer brauchst
Erst als sie die Smaragdsstadt weit hinter sich gelassen hatten, wagte Elphaba ihr Tempo zu drosseln. Sie befanden sich mittlerweile über den Madeleines und es schien sicher genug zu sein. Die Gegend war felsig, aber auch mit viel Büschen bewachsen, was ihren zahlreiche Unterschlupfmöglichkeiten bot. Als sie den Eingang zu einer Höhle entdeckte, ließ Elphaba den Besen ganz zum Erdboden sinken.
Beiden pulsierte noch das Adrenalin in den Adern und versetzte sie in einen leicht berauschten Zustand. Elphaba bereitete ihnen ein notdürftiges Lager, breitete ihren Mantel auf dem Boden aus und legte die Tasche als Kissen zurecht. Ihr erster Kuss war nicht mehr als ein kurzes Berühren der Lippen, unschlüssig, was daraus werden sollte. Verstohlen schauten sie in verschiedene Richtungen und ertappten sich doch dabei, wie sie gleich wieder den Blick der anderen suchten. Als sich ihre Augen trafen, stand die Welt für einen Moment still. Sie streckten gleichzeitig die Hände nacheinander aus.
Glinda ließ sich zurücksinken, als Elphaba sich über sie beugte. Oder vielleicht wurde sie auch einfach von der Grünen zu Boden gepresst. Sie zogen einander langsam aus. Glinda bewundere den schlanken grünen Körper, der Kraft ausstrahlte und gleichzeitig etwas Zerbrechliches hatte, eine Verletzlichkeit, die Elphaba nur ihr anvertraute. Und sie ließ das Grün mit ihrer makellos elfenbeinfarbenen Haut verschmelzen. Sie versuchte all ihre Liebe zu transportieren, als ihre Lippen sich erneut trafen. Würde die Liebe ausreichen?
Ich hab genauso Angst wie Du
Meine Flügel sind aus Blei
Und bist Du verrückt, bin ich’s umso mehr
Vom Fliegen sind wir noch ganz schwer
Eine Hand fuhr ehrfürchtig Glindas Schenkel empor. Kleine Tränen des Glücks traten in Elphabas Augen. Beide konnten kaum glauben, was hier geschah. Keine hatte erwartet, dass aus Vorurteilen und Hass Freundschaft, aus Freundschaft Liebe entstehen würde. Aber es war geschehen. Das war schon ein Wunder an sich. Aber die Liebe erwidert zu finden, sie leben zu dürfen, war mehr als beide je gehofft hatten. Glinda schloss die Augen, als Elphaba sie zwischen den Beinen berührte, und atmete zitternd. Sie erwartete unsicher Elphabas Reaktion. Aber die Grüne lächelte, als sie sie spürte und Sterne strahlten in ihren Augen. Glinda setzte sich in Elphaba Schoß auf und schlang die Beine um sie. Zum zweiten Mal an diesem Tag hatten sie das Gefühl, die Schwerkraft hinter sich zu lassen.
Die Spannung, die sich seit Monaten zwischen ihnen aufgebaut hatte, wurde endlich entladen. War es ein Strohfeuer oder eine Kernfusion, die ihr ganzes Leben lang brennen würde? Konnten sie aufeinander zählen? Glinda betäubte ihren Verstand mit einem weiteren Kuss. Sie wollte sich alle Fantasien rauben lassen von dieser Frau, die sie seit dem ersten Augenblick fasziniert hatte.
Ich hatte schon immer Schwierigkeiten mit dem Leben
Und hatte schon immer Schwierigkeiten das auch zuzugeben
Ich wollte schon immer schneller laufen, höher fliegen
Wollte schon immer höher hinaus
Und bin noch drunter geblieben
Elphaba war dankbar, als die Morgenluft kühl über sie strich. Glinda lag erschöpft und schweißgebadet in ihrem Arm.
„Ab heute wird alles anders sein, oder? Komplizierter. Heute werden die Probleme anfangen.“ fragte die Blonde mit leiser Stimme.
„Ja. Es könnte sein, dass wir niemals mehr glücklicher sind in unserem Leben, aber das Leid, das uns erwartet, noch gar nicht ahnen können. Bereust du schon, dass du mitgekommen bist?“
„Nein“ antwortete Glinda aus vollem Herzen.
Ich hab genauso Angst wie Du
Meine Flügel sind aus Blei
Und bist Du verrückt, bin ich’s umso mehr
Vom Fliegen sind wir noch ganz schwer
Ich hab genauso Angst wie Du.
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