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von Ace Kaiser    erstellt: 17.09.2009    letztes Update: 29.06.2011    Geschichte, Abenteuer / P12    (in Arbeit)
Eiskronenzitadelle, Nordend
Azeroth, gestern Nachmittag, kurz nach dem Kaffee

Arthas, der Prinz Lordaerons, saß auf seinem eisigen Thron. Sein Blick ging über die Heerschar seiner Untergebenen. Die Untoten, Produkte der Geissel. Seit er mit dem alten Lichkönig verschmolzen war, hatte sein altes Leben als Mensch all seine Bedeutung verloren. Die lächerlichen Ziele der Sterblichen waren so... Lächerlich. Sie mussten begreifen, dass es wahre Macht nur aus dem Tod heraus gab, wahres Verstehen nur im Vergehen lag.
Da standen sie, seine Fleischmonstren, seine Skelettkrieger, seine Ghule, Banshees, die höherrangigen Lichs und die Konstrukte aus den Fleischwerken, seine Todesritter. Seine stolze Armee, die über Azeroth kommen würde wie die Pest, die sie war. Zwei Länder waren nun fest im Griff der Geissel, und ein drittes würde noch hinzukommen, sobald er in seiner unendlichen Weisheit erlaubte, dass die Verlassenen, die der Illusion eines freien Willens nachhingen, in den Schoß der Geissel zurückkehrten. Danach würde nichts mehr so sein wie zuvor. Horde oder Allianz, es war egal. Das Land würde tot und öde sein. Das Land würde sein werden. Teldrassil, der Weltenbaum, die Hyjal-Ebene, das alte Lordaeron, das nun Unterstadt hieß, die Überreste des erloschenen Sonnenbrunnens samt der Elbenstadt Silbermond würde sein werden. In den unterirdischen Kavernen der Zwerge von Eisenschmiede würden die untoten Zwerge, die er nehmen würde, sein neues Kriegsgerät schmieden. Die untoten Gnome, die er nehmen würde, bedeuteten mit ihrem Genie noch heimtückischere... Andererseits, wenn er es recht bedachte, konnte er eigentlich nichts mit Untergebenen anfangen, die dort schwimmen mussten, wo selbst Zwerge noch stehen konnten. Vielleicht konnte man aus sieben oder acht von ihnen ein Fleischkonstrukt formen? Eventuell mit acht Paar Händen, was die Zeit für Innovationen verkürzen würde? Arthas beschloss, sich darüber mit seinen Fleischformern zu beraten.
Wo war er stehen geblieben? Ach ja, die Königreiche der Allianz. Sturmwind, was war schon Sturmwind? Doch nur ein Stolperstein auf seinem Weg zur absoluten Macht. Und welcher Widerstand sollte schon von Kalimdor kommen? Orks? Lachhaft. Die Tauren? Ihre mystisch verbrämte Ansicht der Welt und ihr Verständnis für alles Lebende war ein purer Hohn für all jene, die den TOD kannten. Die Trolle? Okay, die Trolle würden vielleicht ein Problem darstellen. Er konnte keine Untoten in seiner Armee gebrauchen, die ihre Untoten Kameraden rauchten!
Aber auch dafür würde sich eine Lösung finden, wie für alle seine Probleme. Er würde...
"Und hier befinden wir uns im Thronsaal der Festung des Lichkönigs. Bitte beachten Sie die Fleischkonstrukte zur Linken. Im Gegensatz zu den Fleischkonvulsten, denen wir zuvor begegnet sind, haben die Fleischformer des Lichkönigs lediglich vier Menschen als Substanz gebraucht, und nicht mehr acht. Diese Halbierung des Bedarfs bei Verdopplung des Ausstoßes an Konstrukten gilt als die Innovation des Jahres und hat dem Lichkönig unter anderem den Innovationssonderpreis der Evil-Expo eingebracht."
Aufgeregtes, interessiertes Raunen erklang. Irritiert sah sich Arthas um und erkannte eine Gruppe intelligenter Wesenheiten, die von einem innionischen Führer mit Standortfähnchen in den Thronsaal geleitet wurden.
"Und hier haben wir ihn auch selbst, den legendären König des Todes, den Meister der Seuche, das Übel über ganz Azeroth: Arthas, den Lichkönig!"
Die Menge, ein wilder Mix der Spezies des Multiversums, raunte vor seinem Thron erfreut auf, und dann gab es lang anhaltenden, donnernden Applaus.
Arthas erhob sich, um die Huldigungen entgegen zu nehmen, schüttelte Besucherhände, machte mit diversen weiblichen Spezies Erinnerungsfotos. Und als er einem Tovianer "versehentlich" das Leben aussaugte, konnte er wieder einmal mit seinem alten Witz punkten, eben einen besonderen Händedruck zu haben. Nach zwanzig Minuten verlagerte sich das Interesse der Touristengruppe auf die Lichs und Todesritter. Sehr viel länger hätte er die Meute auch nicht ertragen. Aber was sollte er machen? Er war nun einmal durch und durch ein Lich, der Aufmerksamkeit brauchte wie andere die Luft zum atmen. Deshalb war er dankbar dafür, dass SpaceCross Tours Nordend und seine Eiskronenzitadelle in ihren Tourenplan aufgenommen hatte. Mehrmals täglich erhielten so die Touristen aus allen Ecken des Multiversums die Gelegenheit, ihn zu bewundern. Und mehrmals täglich genoss Arthas die Möglichkeit, sich bewundern zu lassen.
Manchmal fragte er sich, ob er nicht einen Psychiater töten und wiederbeleben sollte, damit er mal mit einem Profi über seinen Bewunderungsfetisch sprechen konnte. Aber nur manchmal.
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