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von Hanna    erstellt: 07.09.2009    letztes Update: 25.09.2010    Geschichte, Romanze / P12    (abgebrochen)
Hallo…diesmal nur ein kurzes Kapitel….ich bin die nächsten Tage nicht da, also rechnet bitte nicht vor Sonntag mit einem neuen Kapitel.

Wow….5 Favoriteneintäge und schon drei Reviews nach dem ersten Kaptitel
@Bella Marie C    Danke, dass du meine Beta wirst, und es ist toll, dass dir meine Geschichte gefällt….

@xxCarinaXX      Vielen Dank für das tolle Lob! Ich hoffe, ich war schnell genug…

@ MissLilianPotter Danke für deinen Review…und…du hast Recht mit deiner Vermutung

^^ xo cornflake
Kapitel 2

Alice und ich schauten uns sprachlos an, wir verstanden beide nicht, was gerade passiert war. Wir konnten es nicht fassen.
„Was?“, mehr konnte ich nicht ausstoßen. Mein Mund war staubtrocken. Ich konnte kaum noch atmen, geschweige den sprechen.
Ich sah in Alices geweitete, braune Augen. Ihre Pupillen waren riesig, so als hätte sie Belladonna verwendet. Sie schüttelte den Kopf, nicht um zu verneinen, nein, einfach so, als würde sie nicht glauben, was passiert war. Wie denn auch? Ich konnte selbst nicht glauben. Ich merkte wie sich Tränen in meinen Augen sammelten. Mensch, ich dürfte jetzt nicht auch noch anfangen zu weinen. Lily, reiß dich zusammen, du hast es Txell versprochen. Aber ich konnte es nicht. Und dann, dann sank Alice vor mir auf den kalten Boden. Ihr Gesicht von den Händen verborgen. Aus ihrem schwarzen Pferdeschwanz hatten sich viele Strähnen gelöst. Sie schluchzte kurz auf. Und da, da konnte ich auch nicht mehr an mich halten. Tränen kullerten aus meinen grünen Augen und liefen mir über die Wange, als ich mich neben Alice sinken ließ. Ich legte den Arm um sie und hielt sie fest, damit mir niemand auch noch Alice rauben konnte. Stumm saßen wir da, nebeneinander, die Beine angewinkelt. Wir hielten uns fest, ganz fest.
Niemand brach die Stille, bis auf unser schluchzten.

Auf einmal zog Alice ihren Zauberstab und beschwor ein riesengroßes Buch hervor und hielt es mir hin. Ich klappte es neugierig auf.
Mein Mund stand offen.
In diesem Buch hatte Alice alle sechs vergangen Schuljahre mit ihrer zuerst krakeligen und später schrägen Schrift und Bildern festgehalten.
Das erste Festmahl, wo wir nebeneinander gesessen hatten und schon da den Grundstein unserer Freundschaft gelegt hatten.
Im zweiten Schuljahr, wo Alice unter anderem ein Bild von uns, bei unserer ersten nächtlichen, heimlichen Flugstunde, gemacht hatte.
Im dritten Schuljahr, ich musste schmunzeln, als ich ein Bild sah, wie ich den kleinen James Potter zum ersten Mal wegen seinen Date- Fragen anschrie.
So ging es weiter, wir mussten oft lachen. Bilder aus glücklichen Zeiten.
Alices Medizin gegen Kummer wirkte. Auf der letzten beklebten Seite war ein Bild von dem Besuch in der Winkelgasse. Wir grinsten alle fröhlich in die Kamera und winkten.
„Ich wusste nicht“, sagte Alice traurig, „Dass das unser letztes gemeinsames Bild sein sollte.“ Sie deutet traurig auf die leeren Seiten.
Und fragte dann: „Wo Txell jetzt wohl ist?“
Ich zuckte mit den Schultern und tippte auf das Buch.
„Das hier“, sagte ich, „Ist wirklich wunderschön.“
Alice schniefte: „ Es war für uns alle gedacht.“
Ich nahm sie wieder in den Arm: „Auch wenn es uns schwer fällt. Wir sollten Txells Wunsch respektieren und es vermeiden über sie zu reden.“, ich deutete auf mein Herz, und fuhr leise fort: „Wenn ich nur ihren Namen sage, nur an sie denke, dann tut das hier, in meinem Herzen so unglaublich weh.“

Mein Herz bestand bisher aus drei Teilen. Eins für meine Familie, eins für Alice und eins für Txell. Wie es sich anfühlt, wenn ein Teil davon einfach so, ohne Vorwarnung entfernt wird, wusste ich schon von damals, als meine Schwester sich von mir entfremdete. Aber ich hatte Petunia schon fast überwunden, als mein Herz erneut zerrissen wurde. Heute wurde mein Herz wieder entzweit und ich wusste, dass mich dieser Verlust schwächen würde, wenn ich es nicht schaffte es irgendwie zu schützen. Mein Herz würde immer eine Baustelle bleiben, so viel stand fest. Es würde mit tausenden Fäden geflickt werden und trotzdem immer wieder auseinander fallen. Ich beschloss mir einen Schildkrötenpanzer zuzulegen und niemanden so leicht mehr an mich heran zu lassen.

Ich weiß nicht, ob ich diesen inneren Monolog laut gesprochen hatte, denn Alice guckte mich nickend an.
Wir gaben uns die Hand und schworen uns nicht mehr über Txell zu reden.  


Diese Nacht konnte ich nicht mehr einschlafen. Ich versuchte alles, Schäfchenzählen, Zaubersprüche aufsagen. Selbst meine, sonst immer helfende, Schlafkassette, die ich heimlich in Professor Binns Unterricht aufgenommen hatte, half nicht.
Gegen halb drei gab ich auf, schnappte mir meinen Besen und flog hinaus in die Nacht.
Es war ein so befreiendes Gefühl. Der Wind sauste mir um die Ohren, mein rotes offenes Haar flattertete mir um die Ohren. Ich gab Gas, wollte schneller, nur um erstmal alles hinter mir zu lassen.  

„Stop!“, rief plötzlich eine laute Stimme, „Lily Evans, Sie fliegen zu schnell. Deswegen werden Sie nach Askaban gebracht.“
„Nein,“, schrie ich verzweifelt, „Nein, bitte nicht, ich bin doch noch viel zu jung.“ Und dann, dann kam mein Retter angeflogen. Er trug eine schwarze Maske.
„Habe keine Angst Lily,“, sagte er mit einer weichen, schönen Stimmer. Ich konnte seine Augenfarbe sehen. Ein warmes Hellbraun mit kleinen Sprenkeln, „Ich werde dich hier raus bringen. Lily ich…“

„Lily, Lily. Habe keine Angst Lily. Lily. Wach auf, Lily, es ist nur ein Traum.“ Ich wurde an der Schulter geschüttelt. Langsam öffnete ich die Augen und war – mächtig enttäuscht, als ich die grünen Augen meiner Mutter erblickte.

„Wo ist er?“, fragte ich verstört.
„Lily,“, sagte sie um mich zur Ruhe zu bringen.
„Wo ist er?“, fragte ich nochmal mit Nachdruck.
„Lilymaus, hier ist niemand.“, meine Mum seufzte. Ich sah sie an. Ihr roter Haar war verwuschelt, so als wäre sie gerade aufgestanden, „Du hast ganz unruhig geschlafen und etwas von einem Askaban geschrieen und dass du für irgendetwas zu jung wärst. Lily,“ sie sah mich ernst an, „Ist irgendetwas passiert?“
Ich verneinte. Was sollte ich ihr denn schon sagen?
Klar Mum, eine meiner besten Freundinnen und ihre Familie werden von einem Schlimmen Zauberer verfolgt, von dem du nicht mal weißt, dass es ihn gibt, weil ich dir noch nie etwas von den negativen Nachrichten der Zauberer erzählt habe, damit du mich nicht vor lauter Angst von der Schule nimmst! Nein, besser sagte ich ihr gar nichts.
Mum schaute mir noch einmal forschend ins Gesicht und seufzte dann.  
„Es ist schade, dass du mir nicht mehr alles erzählst.“ Sagte sie und verschwand aus meinem Zimmer.
Ich wurde fast schwach, aber nur fast. Lilian, reiß dich zusammen, du willst doch nicht deine Mum mit solchen Sachen belasten. Du bist doch eine starke, selbständige Frau, du kommst mit solchen Sachen klar.

Ich starrte auf die jetzt wieder verschlossene Tür. Ich hatte sie vor ein paar Jahren in meiner Lieblingsfarbe –grün- gestrichen. Ich hob meinen Zauberstab und schon wurde die Tür schwarz, ein schwarz, das nur die Leute sehen konnten, die Alices, Txells (bei diesem Namen starb ich innerlich tausende Tode) und mein Geheimnis kannten.



Die letzte Ferienwoche verbrachte ich mit Hausaufgaben.

Am 31. August packte ich meinen Koffer fertig und säumte noch einen Umhang fertig – Alice und ich hatten verabredet, dass wir dass bei unseren Umhängen machen würden, da Txell es immer bei den ihrigen gemacht hatte.

Und schon brach der erste September an. Meine Eltern brachten  mich im Auto zu dem Bahnhof Kings Kross in London.
Meine Schwester hatte es vorgezogen sich mit einem gezischten: „Viel Spaß in der Beklopptenschule. Hoffentlich schafft es jemand dieses Sanatorium in die Luft zu sprengen. Das wäre eine Wohltat für uns Normalen.“, zu verabschieden. Hatte mein armes Herz nicht schon genug gelitten?

In letzter Minute durchquerte ich die Absperrung, die für Muggel, als nichtmagische Menschen, undurchdringbar war. Mein Dad wollte mich einmal auf den Bahnsteig begleiten, war gegen die Wand geprallt und war mit einem Trauma ins Krankenhaus eingeliefert worden. Ich lächelte vor mich hin und betrat im ersten Waggon das Schulsprecherabteil.
Wer wohl der andere Schulsprecher war? Ich sah über einen der schwarzen Sessel einen schwarzen Haarschopf ragen.
„Hallo,“ sagte ich lächelnd, als sich mein Schulsprecherkollege im dem Stuhl zum mir umdrehte. Mir verrutschte das Lächeln. Es war – ob ihr es glaubt oder nicht – mein verhasster Gryffindormitschüler James Potter.
„Was willst du den hier?“, zischte ich, „Das Abteil ist nur für Schulsprecher.“
„Ich weiß!“, er grinste, ja, er grinste wirklich, und zeigte auf ein poliertes Schulsprecherabzeichen.
„Das verkraften meine armen Nerven nicht!“, stöhnte ich und ließ mich frustriert in einen Sessel fallen.


Ich starre ihn an – ich, Lilian Evans, ich – starre ihn wirklich an. Wirklich ohne scheiß. Ich starre ihn – James Potter an, wie er so leicht den Vertrauensschüler ihre Pflichten erklärt und, nach Absprache mit mir natürlich, sie für die Rundgänge einteilt. Als alle Schüler draußen sind, beugt er sich zu mir und sagt leise grinsend „Du kannst ruhig wieder den Mund zumachen, Evans.“, er fährt sich durchs Haar, „Ich bin wohl doch gar nicht so schlimm oder?

Peng, die Abteiltür fliegt vor Potters Nase zu und ich stapfe durch die Waggons des roten Hogwartsexpress um Alice zu finden. Sie knutscht zwar gerade mit Frank rum, lässt aber von ihm ab, als ich in das Abteil hineinstürme.
„Potter. Ist. Schulsprecher. Ich. Er. Zusammen. In. Wohnung. Ziehen. Müssen.“, stammle ich hervor. Alice beginnt schallend an zu lachen.
Na klasse. Tolle Freundin!

Review? *ganz lieb gucken*
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