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von Unseelie    erstellt: 04.09.2009    letztes Update: 03.02.2012    Geschichte, Allgemein / P18 Slash    (in Arbeit)
A Moment in a Dream



Kurzzusammenfassung


    Was passiert, wenn man ein ziemlicher Final Fantasy VII Fan ist, das Spiel schon oft genug gespielt hat und den Film beinahe rückwärts auswendig kennt und bei eben diesem der Blitz das Haus trifft? Richtig ! Man landet in dieser so sehr geliebten Welt, auch wenn es keine logische Erklärung gibt, warum ein Blitzschlag dafür auch nur im geringsten verantwortlich sein sollte ! Und nicht zu vergessen darf die Frage, wie so etwas überhaupt möglich sein soll, auf GAR KEINEN Fall gestellt werden. Zwei Freunde landen urplötzlich in der Welt von FF7 und finden sich als SOLDIER-Rekruten wieder und wenn sie am Anfang glauben, dass das Training die Hölle sei, so müssen sie doch feststellen, dass es im Vergleich zum Rest ein Paradies ist.

Vorwort


Huhu ^__^

Es ist Freitag und hier bin ich mal wieder

Hier ist der Anfang zu einer neuen Story und ich hoffe, dass sie euch gefällt ^^“

Hach ja, ich liebe es immer wieder, einen Titel für eine Story zu finden.

So, zuletzt schwirrte mir die ganze Zeit A Moment in a Dream im Kopf rum, aber fragt mich bitte nicht, warum …

Habe schon darüber nachgedacht, etwas mit Traum oder Dream zu nehmen und ich finde, diese Überschrift hat einen netten Klang ^^“

Um noch ein paar Worte zum Titel und zum Wort Traum zu verlieren : ich meine nicht nur die abendlichen Träume oder Tagträume, sondern auch Ziele, die man sich im Leben gesetzt hat und die man erreichen will und ich denke auch, dass man solche Träume braucht, um im Leben vorwärts zu kommen und zu wissen, wer man selbst ist – meine Güte, sind das weise Worte von mir XD

Das Genre ist erst einmal Allgemein, da ich noch nicht genau sagen kann, was es sein wird – es wird oder soll zumindest mehreres sein – natürlich wird Romanze und Humor darin vorkommen, wäre ja blöd, wenn nicht und es soll ab und zu mit einem Hauch Drama verfeinert sein und mal schauen, was mir sonst noch in den Sinn kommt ^^

Weiß, dass diese Art von Story nicht allen munden wird, aber ich hoffe, dass ihr mich nicht zu sehr steinigt *Schokolade hinwerf und versteck*

So, dann wünsch ich euch mal ein schönes Wochenende und alles Gutes, eure Unseelie ^_~



Kapitel 1


Sollte, könnte, müsste, dürfte (Prolog)



    Es war die letzte Stunde vor dem Ende angebrochen und nichts würde es mehr aufhalten können. Sie hatten schon lange gewusst, dass es kommen würde und jetzt war es da – so nah. Nach all den Strapazen der letzten Tage, war es bald soweit. Wie hatten sie die letzten Tage gehasst? Wie hatten sie sich nach dem Ende gesehnt und endlich sollte ihnen ihr Wunsch gewährt werden : Herbstferien ! Die letzten Tage an der Schule bestanden nur noch aus Frühstücken, Film schauen, Eis essen oder Pizza bestellen. Nach zwei Tagen hing es einem zum Hals raus, dass man dafür tatsächlich anwesend sein musste und nicht etwas anderes unternehmen konnte. Jetzt saß die Klasse vor dem tollen Film zu dem noch viel tolleren Buch, dass sie gelesen hatten und bemühten sich nach Kräften, nicht gänzlich einzuschlafen.

    Der Gong war wie eine himmlische Kirchenglocke und verkündete ihnen die Erlösung von dieser schläfrigen Stunde. Es war zwar die letzte Stunde des Tages und es war Freitag, also letzter Schultag vor den Ferien, aber trotzdem stürmte keiner der Schüler Freudensprünge vollführend aus dem Raum, denn alle hingen mit ihren Köpfen auf dem Tisch und hatten größte Mühe, nicht die Augen zu schließen und einzuschlafen.

    Dann kam tatsächlich der Abspann und der Film war zu Ende. Alle Schüler schrieen erschrocken auf, als der buckelige Lehrer plötzlich das Licht wieder anschaltete. „Ja, das war doch ein netter Film“, schmunzelte er und als er das unverständliche Gebrabbel einiger vernahm, lachte er kurz dreckig. „Seid ihr beide dann so gut, und zieht die Vorhänge wieder auf?“kommandierte er zwei ab. „Holst du dann deine DVD raus und machst alles aus?“ Neben der Tür wartete er, bis alle den Raum verlassen hatten und wünschte ihnen schöne Ferien.

    „Jack? Lebst du noch?“, fragte Melli müde auf dem Weg zu den Fahrrädern.

    „Körperlich ja, geistig bin ich mir unsicher, wo ich bin“, antwortete Jack, während er schielend versuchte etwas vor sich zu erkennen, als er sich wieder von der Müdigkeit losriss. „Wir haben jetzt Ferien; wo ist unsere Euphorie geblieben?“ Diese Frage sollte sich von alleine beantworten, als plötzlich eine Horde jubelnder Zwerge bei den Fahrrädern ankamen, die drohten, sie mit sich zu reißen und unter sich zu zertrampeln. „Habe ich schon einmal gesagt, dass ich Kinder nicht mag?“, fragte Jack ganz beiläufig.

    „Hm, nicht, dass ich mich erinnern kann“, antwortete Melli gespielt nachdenkend und stützte dabei ihr Kinn mit einer Hand ab, während sie sich mit der anderen irgendwo festhielt, um nicht von den Zwergen mitgerissen zu werden. „Ich dachte eigentlich immer, dass du sie schon magst, nur dass ein ganzes zu viel für dich wäre. Du bist meistens bereits nach einem halben satt.“

    Jack schien einen Moment darüber nachzudenken. „Stimmt.“ Er hielt sich an einer der Laternen fest und wartete darauf, dass diese Landplage abzog und sie gefahrlos an ihre Fahrräder rankamen. Er konnte sich nicht erinnern, dass er selbst jemals so als Kind war. Soweit er sich erinnern konnte, war er schon immer ruhig und zurückhaltend gewesen. Melli mochte noch eine sadistische Ader aufführen, aber diese konnte er nur mit einem unschuldigen Augenzwinkern abtun.

    Nach einigen Minuten waren die Kinder dann endlich verschwunden und die Großen konnten ohne Angst aus ihren Verstecken rauskommen und ihre Anker loslassen, um endlich an ihre Räder zu gelangen. Dann waren ihre eisernen Rösser nach ein paar Handgriffen auch schon startklar und man konnte sich etwas verschlafen auf den Weg nach Hause und in die Ferien machen.

    „Deine Eltern sind doch bereits in Urlaub gefahren, oder?“, fragte Melli, während sie ein Stück ihres Heimwegs gemeinsam fuhren und ließ ihr langes, weißes Haar dabei im Wind tanzen.

    „Jupp. Warum?“, erwiderte Jack und musste schnell einem herum streunenden Zwerg ausweichen.

    „Wollen wir nicht einen Filmabend machen?“, schlug sie vor und musste kurz darauf eine Vollbremsung machen, weil ein weiterer Zwerg plötzlich aus einem Seitenweg herausgesprungen kam. Zum Glück war ihre Vorderradbremse nur etwas stärker als die hintere. Sie bekam nur einen leichten Schock. „Ich hasse Kinder !“

    „Ich auch.“

    „Nein, du mag sie, sie sind nur zu viel für dich. Also? Was sagst du?“

    „Dürfte kein Problem sein, ist ja keiner da.“

    „Gut, dann schauen wir mal, wer alles Zeit hat. Bis heute Abend.“ Damit verabschiedete sich Melli und beide fuhren des Rest ihres Weges getrennt, aber Jack wollte ihr noch etwas hinterher rufen, doch hörte sie ihn nicht mehr und krachte mit einer Gruppe bestehend aus drei gefährlichen Zwergen zusammen. Er wusste, dass man diese kleinen Gestalten nicht unterschätzen durfte, vor allem ihre kleinen, spitzen Zähne nahmen die meisten nicht so ernst. Doch er wusste, dass Melli auf sich selbst aufpassen konnte und sie fing gleich an, die Winzlinge zusammenzuschreien, dass sie noch kleiner wurden. Sie war außer Gefahr.

     Jack konnte ganz gelassen nach Hause weiterfahren und zu seinem Glück wurde er von den Zwergen auf seinem Weg verschont. Entspannt darüber, nicht unter irgendwelchen Angriffen zu leiden, fuhr er über die goldenen Felder, während eine herbstliche Brise, zugleich so warm und doch mit einem Hauch von Kälte versehen, das Getreide sanft wog und Jacks kastanienrotbraune Haare streichelte. Er sah zum Himmel auf und überall waren dunkle Wolken aufgezogen, die Regen und schlimmeres für den Abend androhten. Das war nichts ungewöhnliches. Herbstgewitter gehörten einfach zum Herbst dazu wie Schnee zum Winter und Sonnenschein zum Sommer, aber Jack sah dem ganzen mit gemischten Gefühlen entgegen.

    Er mochte den Regen, er mochte ihn viel lieber als den strahlenden Sonnenschein. Der Regen hatte immer so etwas beruhigendes und erfrischendes und die Luft roch dann immer ganz besonders, vor allem wenn es schon länger nicht mehr geregnet hatte. Am liebsten schnappte er sich dann immer einen Regenschirm und ging raus durch das Nass spazieren, weswegen er schon oft mit einem Kopfschütteln bedacht worden war, besonders weil er eine schreckliche Panik vor Gewittern hatte, aber dass aus einem Schauer plötzlich ein Gewitter werden könnte, schien er ganz gekonnt zu verdrängen.

    Als er noch selbst ein Zwerg gewesen war, war er in ein Gewitter geraten und hatte sich in seiner kindlichen Dummheit unter einem Baum untergestellt, um sich dort vor dem Regen zu schützen. Natürlich hatten die Großen immer gesagt, dass man sich auf gar keinen Fall unter einen Baum stellten sollte, aber als ob Kinder jemals auf das hören würden, was ihre Eltern ihnen sagten. Es war dieser Baum, in den der Blitz einschlug und ihn dabei fast auch traf, aber bis auf einen tiefsitzenden Schock und leichte Verbrennungen hatte er keinen Schaden genommen.

     Er dachte auch jetzt nicht daran, dass es später gewittern könnte. Irgendwo in seinem Kopf wusste er es natürlich, aber durch seine große Angst vor Gewittern verstaute er diese Gedanken irgendwo tief in einer dunklen Ecke und alles war gut. Aber an diesem Abend würde er nicht Gefahr laufen, beim Spazieren im Regen in ein Gewitter zu geraten, da ja ein Filmabend anstand.

    Zuhause angekommen wurde er von Stille empfangen und das war schön. Er konnte es nicht leiden, wenn er gerade von der Schule nach Hause kam und direkt einer seiner Eltern um ihn herumschwirrte und dies oder das wollte und fragte. Aber seine Eltern waren bereits vor zwei Tagen in Urlaub gefahren und würden erst am Sonntag der nächsten Woche wiederkommen und so hatte er viel Ruhe.

    Als erstes wurden alle Schulsachen in die hinterste Ecke seines Zimmers verbannt und sollten da auch für zwei Wochen verweilen. Dann erst einmal etwas gemütlicheres für Zuhause anziehen und dann konnte man rumfragen, wer heute Abend Zeit hatte.

    Als ob Jack seine Lektion noch nicht gelernt hätte. Es war immer dasselbe : seine Eltern waren für mehrere Tage nicht da, er hatte sturmfrei und natürlich hatte keiner seiner Freunde Zeit, so dass die sturmfreie Zeit vollkommen sinnlos und ungenutzt verstrich. Von Melli bekam er dann eine genauso vernichtende Antwort. Sie hatte auch niemanden gefunden, der Zeit hatte. Also machten sie einen Filmabend zu zweit.

    Gut, das hatte auch einige positive Seiten. Weniger Menschen machten weniger Dreck. Weniger Menschen zu versorgen bedeutete weniger Aufwand. Weniger Menschen bei einem Filmabend erleichterte die Filmauswahl und er wusste ganz genau, was er und Melli gerne sahen. Ziemlich weit oben auf der Liste standen schlechte Horrorfilme, aber nur die, die so schlecht waren, dass man drüber lachen konnte und somit eher eine Komödie waren. Es gab auch Horrorfilme, die so schlecht waren, dass man nicht mehr drüber lachen konnte und diese taten ihnen schon fast körperlich weh und deswegen vermieden sie diese. Die Klassiker unter den Horrorfilmen mussten natürlich, egal wie gut, dabei sein. Aber sie konnten sich auch normalere Filme anschauen, die man auch zufällig aufgegriffenen Menschen auf der Straße zumuten konnte. Die einzige Frage war nur, worauf sie heute Abend Lust hatten, aber da sie nur zu zweit waren, konnte man das ja ganz leicht spontan entscheiden.

    Seine Mutter war so gut gewesen, das ganze Haus von oben bis unten zu putzen, bevor sie in Urlaub gefahren war, so dass Jack sich in dieser Hinsicht um nichts kümmern musste, sollten Gäste vorbeikommen. Alles wurde auf ein Schlachtfeld reduziert : sein eigenes Zimmer. Gut, da half nichts. Ärmel hochkrempeln und auf ins Ungewisse ! Das übliche Bild : der Mülleimer war voll und es bildete sich bereits ein kleiner Berg auf ihm; die Wäsche hatte ebenfalls ihren eigenen Berg; die leeren Wasserflaschen stapelten sich auch schon wieder im zweistelligen Bereich. Außer diesen Sachen lag wie üblich hier und dort etwas, was eigentlich einen festen Platz hatte, wo er nur zu faul war, es wieder zurückzulegen. Manchmal hatte er Anfälle, in denen er sein Zimmer einfach aufräumen musste und zwar von oben bis unten, von der hintersten Ecke bis zur Tür, aber diesmal blieb ein solcher Anfall aus und sein Elan war nicht vorzufinden.

    Nachdem sein Zimmer wieder halbwegs ansehnlich war, war er der Ansicht, dass er sich eindeutig etwas zur Entspannung verdient hätte und so ging er noch schnell duschen, bevor Melli kam, denn viel Zeit hatte er nicht mehr; da er keinen Elan beim Aufräumen besaß, hatte dies entsprechend viel Zeit in Anspruch genommen. Er schafft es gerade noch so seine nassen Haare mit einem Handtuch zu verwickeln und zu einer Art Turban hochzubinden, und sich etwas anzuziehen, bevor es unten an der Tür klingelte. Schon an der Art konnte er heraushören, dass es Melli war. Auch wenn sie nur einmal gedrückt hatte, fand er immer etwas an der Art, wie die Klingel wiederhallte, dass ihm sagte, dass es Melli war.

    Dank dem Turban auf seinem Kopf hatte er es nicht geschafft, sich ein T-Shirt oder irgendetwas anderes schnell anzuziehen und somit begrüßte er sie nun mit seinem entblößten, schlanken Oberkörper an der Tür. „Hm, gefällt mir. Werde ich von jetzt an immer so begrüßt?“, fragte sie mit einem süßen Schmunzeln.

    „Bilde dir nichts ein“, erwiderte er ihr kalt und schlug dabei die Tür laut zu.

    „Macht nichts, du bist ohnehin zu bleich. Du solltest mal auf die Sonnenbank.“

    Sie bekam keine Antwort, nur Jacks üblichen Blick, der einem klar machte, dass man gerade etwas verdammt blödes gesagt hatte und jetzt am besten still sein sollte.

    „Spielverderber“, nuschelte Melli, während sie ihm ins Wohnzimmer folgte. „So, was wollen wir dann schauen?“

    Jack hatte eigentlich angenommen, dass sie sich schnell für einen Film entscheiden würden, allerdings stellte sich heraus, dass der eine den Film des anderen nicht mochte und so ging das Spiel zurück und somit saßen die beiden in einer Sackgasse. Doch entschieden sie sich dann ganz einfach für den Film, den beide immer wieder sehen konnten : Final Fantasy VII Advent Children.

    Dazu verzogen sie sich allerdings aus dem Wohnzimmer hoch auf sein Zimmer, da dort einfach die bessere Atmosphäre für diesen Film herrschte. Final Fantasy-Figuren standen dort rum und Poster hingen an den Wänden und selbstgezeichnete Bilder. Jack hatte sich immer gewehrt sie zu zeichnen, da er den Schritt von der Vorzeichnung zum Fertigen nicht mochte. Er wollte immer wieder direkt zum Fertigen springen, aber das ging dann meistens nach hinten los, also quälte er sich stets durch die Vorstadien. Melli konnte allerdings noch schlechter zeichnen. Wer nicht einmal mit einem Zirkel einen Kreis hinbekam, sollte lieber keine Stifte in die Hand nehmen.

    Melli hatte sich direkt auf sein Bett geschmissen und es sich in den Kissen gemütlich gemacht, während für ihn sein Schreibtischstuhl übrig blieb. Jack legte den Film ein, während Melli über die mitgenommene Flasche Cola hermachte und genüsslich dabei zusah, wie Jack sich um alles kümmerte und sie keinen Finger rühren musste. Dann ging es auch schon los und beide waren gefesselt.

    Diese Fesselung löste sich erst, als plötzlich ein Donner die Erde erschütterte und der Blitz kurz durch das Fenster schien. Jack sprang sofort auf und krallte sich an Mellis Arm fest und rüttelte sie, so dass sie ihre ganze Cola über ihren Pullover verschüttete.

    „Jack !“, fuhr sie ihn an.

    „T- tschuldigung“, brachte er langsam hervor, während er sich wieder erholte und zu einem ruhigen Atem zurückkehrte.

    Sie seufzte. „Ist schon gut.“ Sie kannte es, wenn er sich bei einem Blitz erschreckte und sie wusste, dass er sich diesmal nur leicht erschreckt hatte. Es konnte bei ihm viel schlimmer ausarten. Sie bemühte sich aus dem Bett und ließ die Rollladen herunter, dass man die Blitze nicht mehr sehen konnte, und drehte den Ton laut auf, dass ihnen zwar etwas die Ohren weh taten, aber sie den Donner jetzt nicht mehr so gut hören konnten. Jack hatte sich derweil wieder auf den Stuhl zurückgesetzt und sah weiter den Film, auch wenn man zwei Schweißperlen auf seiner Stirn sehen konnte.

    Während Melli sich zurück aufs Bett setzte, schlug ein weiterer Blitz ein, doch diesmal zuckte Jack nur zusammen, als ob ihn jemand von hinten erschreckt hätte. Zufrieden wandte auch sie sich wieder dem Film zu und trocknete nebenher ihren Pullover mit Taschentüchern ab, die sie ohne Hinsehen in den Mülleimer werfen wollte und mit jedem daneben traf.

    Ein weiterer Blitz und diesmal war der Donner lauter geworden. Selbst mit dem aufgedrehten Ton konnten sie ihn gut hören und Jack zuckte wieder heftiger zusammen und musste für ein paar Sekunden seine Augen schließen. Wenn das Gewitter direkt über dem Haus vorbeiziehen würde, dann würde der Abend für Jack kein gutes Ende nehmen. Aber es könnte schlimmer kommen : bei einem Stromausfall würde der Film enden und damit gäbe es keine Geräuschkulisse, die den Donner etwas verdrängen könnte und dann würde Jack garantiert verrückt spielen. Melli hatte es einmal erlebt und sie hatte ihn nicht wiedererkannt.

    „Blitze schlagen doch nicht in Häuser ein, oder?“, fragte Jack irgendwann.

    „Eigentlich nicht, dafür gibt es doch Blitzableiter. Da sollte nichts passieren“, beantwortete Melli etwas unsicher seine Frage. Sie hatte sich schließlich noch nie mit dem Thema beschäftigt. Bisher ist es ihr noch nicht untergekommen und von daher musste sie davon ausgehen, dass man etwas dagegen unternehmen konnte und Blitzableiter waren die einfachste Lösung.

    Es gab jedoch einen Hacken an ihrer Erklärung : sollte.  Sollte, könnte, müsste, dürfte – all diese kleinen Wörter bedeuteten immer eines : es kann auch ganz anders kommen ! Die Tatsache, dass es plötzlich sehr laut, gleißend hell und verdammt heiß wurde, machte ihnen dies mehr als deutlich, bevor ihnen schwarz wurde und sie ihr Bewusstsein verloren.
 
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