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von DieRumtreiberin    erstellt: 01.09.2009    letztes Update: 15.01.2012    Geschichte, Allgemein / P16    (in Arbeit)
2          Träumereien und Flüche

James
Der Rest der Woche verging langsam und James war erleichtert, als er sich am Freitagabend endlich in sein Bett legen konnte. Er und Sirius hatten den ganzen Abend nicht mehr miteinander geredet, weil sie noch eine Auseinandersetzung wegen Lily gehabt hatten und James hasste diese Stille. Die beiden Rumtreiber stritten sich so gut wie nie und wenn, dann vertrugen sie sich meistens fünf Minuten später wieder.
Sirius kam aus dem Badezimmer raus und wollte sich auch ins Bett legen.
„Pad?“, fragte James leise.
„Ja?“, fragte Sirius und er klang unglaublich erleichtert.
„Vielleicht hast du Recht und ich sollte wirklich mit Amber nach Hogsmead gehen.“
„Du musst echt nicht, wenn du nicht willst. Es ist eigentlich überhaupt nicht meine Sache, ich sollte mich da nicht so einmischen. Ich habe überreagiert. Aber langsam kann ich es echt nicht mehr mit ansehen. Immer starrst du Evans an, du denkst fast durchgehend an sie. Wenn du so weiter machst, gehst du noch kaputt. Sie will dich nicht, vergiss sie.“
Das waren harte Worte, aber tief in seinem Inneren wusste James, dass Sirius Recht hatte. Er seufzte.
„Ich weiß… Ich sollte sie mir aus dem Kopf schlagen.“
„Mhm…“, war das Einzige, was Sirius noch zustande brachte, dann schlief er ein.
„Wenn das nur so einfach wäre…“, murmelte James zu sich selbst und nur ein paar Minuten später versank er selbst im Tiefschlaf.

Lily stand vor ihm und sie lächelte ihn an. Er wollte ihre Hand nehmen, aber sie rannte weg. James rannte ihr hinterher, aber sie war schneller und immer, wenn er sie fast eingeholt hatte, lief sie wieder schneller und war auf einmal wieder ein ganzes Stück weiter vorne.
Dann stand er wieder direkt vor ihr und wollte sie grade in den Arm nehmen, als sie sich verwandelte und zu Snape wurde. Snape wuchs und wuchs immer weiter, bis er James um Längen überragte und dann lachte er ihn aus. Sein Lachen wurde immer lauter und gehässiger und es hallte tausend Mal wieder, bis es James in den Ohren wehtat. Dann hörte Snape auf zu lachen und flüsterte leise „Du wirst sie niemals kriegen, niemals.“
Immer wieder wiederholte er das letzte Wort, dann fing er an zu lachen, mit weit aufgerissenem Mund und den Finger auf ihn gerichtet. Lily kam wieder dazu, sie stellte sich neben Snape und starrte erst James an, ihre Augen voller Hass und Abneigung, danach wanderte ihr Blick zu Snape. Sofort wurden ihre wunderbar grünen Augen weich, Liebe war deutlich in ihnen zu erkennen. Wie sehr er sich doch wünschte, dass sie ihm diesen Blick schenken würde.
„Niemals.“, sagte sie, als hätte sie seine Gedanken gelesen. Dann fingen Snape und sie wieder an zu lachen und bald hörte es sich an, als würden nicht nur zwei Personen lachen, sondern hunderte. Es wurde immer lauter und lauter und James fiel auf die Knie und hielt gequält seine Ohren zu. Vom einen Moment auf den anderen war plötzlich alles still und James guckte verwirrt nach oben. Über ihm stand nun nur noch Lily, die ihn anguckte, als wäre er das verachtungswerteste, das sie jemals gesehen hatte.
„Ich hasse dich, James Potter. Ich hasse dich wie nichts anderes auf dieser Welt. Du bist abscheulich und wertlos.“
Dann kehrte sie ihm den Rücken zu und ging, verschwand im Nichts.

Schweiß gebadet und schwer atmend schreckte James hoch. Das konnte nicht… das durfte nicht wahr sein! Er guckte sich um. Er lag noch in seinem Bett, das war alles nur ein Traum gewesen, nur ein Traum, versuchte er sich selbst zu beruhigen. Er guckte auf seinen Wecker und konnte es nicht verhindern aufzustöhnen. Es war erst halb fünf, aber er konnte jetzt unmöglich wieder einschlafen. Er guckte auf die anderen Betten, Peter lag leise schnarchend auf seinem Bauch, seine Arme und Beide von sich gestreckt, Remus lag ruhig auf seiner Seite und Sirius hatte die Vorhänge zugezogen, aber James konnte auch ihn leise schnarchen hören. James entschloss sich aufzustehen, er zog sich schnell was über und verließ dann, so leise es ging, den Schlafsaal und den Gemeinschaftsraum. Er guckte noch einmal, wie das Portrait wieder zuklappte und ging dann ziellos den Korridor entlang. Er hatte die ganze Zeit den Blick auf den Boden gerichtet, davon ausgehend, dass niemand anders mehr um diese Zeit auf den Beinen sein würde. Auf jeden Fall dachte er das, bis er im fünften Stock plötzlich mit jemandem zusammenstieß. Er wollte sich grade entschuldigen, als er sah, wer es war.
„Snape.“, zischte er.
„Potter, was verleiht mir die Ehre?“, fragte er mit einem fiesen Grinsen in den Augen. James atmete einmal tief durch, er hatte nicht die Kraft sich auf ein Duell einzulassen, also antwortete er mit einem tonlosen „Nichts.“, und ging weiter.
Er wollte grade in den nächsten Gang einbiegen, als ihn plötzlich ein stechender Schmerz durch den Rücken fuhr. Der Schmerz breitete sich über den ganzen Körper aus und durchflutete ihn wie eine wütende Welle. Er guckte an sich runter und sah überall Blut, er fiel auf den Boden, kraftlos und erschöpft. Eine Dunkelheit beschlich ihn langsam, dann wurde alles Schwarz.

Severus
„Mr. Snape, was machen sie um diese Zeit - … Was in Merlins Namen ist denn hier passiert?!“, ertönte Minerva McGonagalls scharfe Stimme.
Mist, dachte Severus, warum musste diese alte Schrulle auch grade jetzt hier auftauchen?
Er musste sich etwas einfallen lassen und zwar schleunigst.
„Ehm… Ich… Es war Notwehr, Professor! Potter hat mich aus dem Hinterhalt angegriffen und knapp verfehlt. Als ich mich zu ihm umgedreht habe, wollte er grade noch einen Fluch auf mich abfeuern. Da habe ich mich natürlich gewehrt.“
Da Professor McGonagall nicht das Gegenteil beweisen konnte, guckte sie ihn einfach nur durchgehend an. Er zuckte nicht einmal mit der Wimper und ließ den prüfenden Blick über sich ergehen, allerdings schien sie von seiner Aussage trotzdem nicht wirklich überzeugt.
„Und wieso befinden sie sich überhaupt schon so früh auf den Fluren?“
„Ich… Ich bin Frühaufsteher. Da spricht doch nichts dagegen, oder?“
„Natürlich nicht.“, gab die Professorin mehr als unzufrieden zu. Die ganze Situation gefiel ihr ganz und gar nicht.
„Potter muss in den Krankenflügel. Und sie, Mr. Snape, sie gehen in ihren Gemeinschaftsraum und bleiben bis zum Frühstück da. Frühaufsteher hin oder her. Ich will später noch einmal mit ihnen reden, wenn Potter wieder bei sich ist. Ich hoffe für sie, dass sie die Wahrheit gesagt haben. Sie können jetzt gehen.“
Sie warf ihm einen weiteren prüfenden Blick zu. Er hätte sich ja denken können, dass er mit der Geschichte nicht so einfach davon kommen würde. Und was würde er sagen, wenn Potter die Wahrheit sagte, was er sicherlich sobald er wieder aufwachte tun würde. Wem würde man eher glauben? Aber selbst wenn, dachte Severus zufrieden, es gab keine weiteren Zeugen, es würde Aussage gegen Aussage stehen. Und im Zweifel für den Angeklagten. Sie konnten ihm gar nichts, genauso wie Potter. Zufrieden mit seiner Arbeit ging er in den Keller und öffnete die Geheimtür, die zum Slytherin Gemeinschaftsraum führte. Dort setzte er sich auf einen der grün-silbernen Sessel und wartete darauf, dass die anderen aufwachten und er zum Frühstück gehen konnte.  

Sirius
„Scheiße! Nein! Nein, das kann nicht wahr sein! Moony, gib mir sofort einen Spiegel! Moony, beeil dich!“, schrie Sirius durch den Schlafsaal.
„Pad! Ich habe noch geschlafen! Kannst du dir nicht selbst einen Spiegel holen? Oder geh ins Badezimmer.“, gab Remus müde zurück.
„Moony, nun mach schon, wirf mir den Spiegel zu, der neben deinem Bett liegt.“
Remus stöhnte einmal genervt auf, tat dann aber wie gewollt und warf seinem Freund den kleinen Zweiwegspiegel zu. Wieso der neben seinem Bett lag, war ihm allerdings unklar.
Sirius fing den Spiegel und guckte hektisch hinein, dann atmete er einmal erleichtert aus.
„Puh, ich dachte schon!“
„Was ist denn überhaupt los?“, fragte Remus nun doch relativ neugierig.
„Ach nichts, ich habe nur schlecht geträumt.“, antwortete Sirius glücklich.
„Was hast du denn geträumt?“, fragte Peter und guckte Sirius fragend an, dieser grinste fies.
„Ich habe nur geträumt, dass du schöner bist als ich, aber das wird wohl nie passieren, Wormy.“
Kaum hatte er den Satz zu Ende gesprochen, schon flog ein Kissen durchs Zimmer direkt in Sirius Gesicht.
„Hey! Bleib mal locker, Moony. War doch gar nicht an dich gerichtet. Wie spät ist es überhaupt?“
„Kurz vor neun.“
„WAS?! Kurz vor neun? Scheiße, wir müssen in den Unterricht! James? Steh auf. Wir müssen los!“, Sirius war so panisch, dass er nicht mal merkte, dass James ihm nicht antwortete. Er kramte seine Sachen zusammen und zog sich in Rekordgeschwindigkeit um. Als er fertig war, sah er sich um. Remus saß immer noch auf seinem Bett und schaute belustigt drein, Peter sah die ganze Zeit unsicher von Remus zu Sirius und schien sich noch nicht so recht entscheiden zu können, was er jetzt tun sollte.
„Moony, Wormtail, jetzt macht schon! Ich will nicht schon wieder  zu spät kommen! Warum stehst du nicht auf Remus? Beeil dich lieber!“
„Sirius-“
„Mach schon!“, drängte Sirius weiter.
„Sirius, beruhig dich, es ist Samstag.“
„Remus, wir haben keine Zeit mehr für… Was?“
„Es ist Samstag, wir haben heute keinen Unterricht.“
„Warum, im Namen von Merlins Unterhosen, sagst du mir das erst jetzt?“
„Nun ja, es war lustig dich so zu sehen. Ich wollte mir und Wormy den Spaß nicht verderben.“, antwortete Remus schlicht.
Sirius grummelte etwas Unverständliches vor sich hin und schickte abwechselnd Remus dann Peter den Todesblick.
„Naja, jetzt, wo ich schon mal angezogen bin… wollen wir zum Frühstück?“
Remus und Peter nickten unisono.
„Ja, können wir. Prongs, kommst du mit?“, fragte Peter, als keine Antwort kam versuchte Remus es nochmal.
„Prongs?“, immer noch keine Antwort.
„Er kann unmöglich nach deinem Geschrei noch schlafen!“, meinte Peter skeptisch.
„Tut er auch nicht, sein Bett ist schon leer.“, sagte Sirius.
„Oh, dann wird er wohl schon beim Frühstück sein.“

Die drei Rumtreiber betraten die Große Halle. Da es noch relativ früh an einem Samstagmorgen war, war die Halle noch sehr leer. Sie blickten den Gryffindortisch entlang, doch James war nirgendwo in Sicht.
„Vielleicht ist er in der Eulerei und schickt einen Brief an seine Eltern.“, schlug Remus vor.
„James und Briefe schreiben? Niemals. Das ist, als würde ich in die Bibliothek gehen, einfach unmöglich.“
„Aber wo könnte er sonst sein?“, fragte Peter skeptisch.
„Keine Ahnung. Ist doch jetzt erst einmal egal, lass uns hinsetzen und… oh-oh.“
„Was ist?“, fragte der kleinste besorgt.
„Haben wir in letzter Zeit etwas Unerlaubtes getan, Moony?“
„Ehm… Nein, nicht das ich wüsste, warum?“
„Weil McGonagall in direktem Kurs auf uns zusteuert… und was könnte das anderes bedeuten, als Ärger?“
In dem Moment, wo Sirius zu Ende gesprochen hatte, stand Professor McGonagall auch schon vor ihnen. Sie wollte grade anfangen zu reden, da sprudelte es aus Sirius heraus.
„Wir waren’s nicht! Ehrlich, wir haben nichts getan. Sie können uns nicht für etwas die Schuld geben, wenn sie gar keine Beweise haben.“
„Darum geht es nicht, Mr. Black.“
„Nicht? Oh… Ehm… Entschuldigung. Fahren sie bitte fort, sagen sie uns, worum es geht.“
„Es geht um Mr. Potter.“
„Hat er etwas ausgefressen?“, fragte Remus und er klang dabei irgendwie müde.
„Nein, er liegt im Krankenflügel. Es sieht nicht gut aus.“

~*~

Anmerkungen:
Danke für die Reviews! Ich bin wirklich froh, dass ein paar von euch noch dabei sind :)
Alles, alles Liebe,
DieRumtreiberin :)
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