■
Geschichte: Fanfiktion
/ Prominente
/ Musik
/ Finnische Gruppen
/ My Isolation [abgebrochen]
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
von Bon Voyeur
erstellt: 01.09.2009
letztes Update: 03.04.2010
Geschichte, Drama / P18 Slash
(abgebrochen)
Danke für die vielen tollen Reviews, ich hab euch über die tolle Antwort-Funktion geantwortet ^^
Und nun viel Spaß
----------------------------------
Nachdem sie alles abgebaut und verstaut hatten, machten sich die Fünf auf den kurzen Weg zum Amadeus. Es war später Nachmittag und noch nicht viel los dort. Während Sammy und Jason an die Bar gingen, um Getränke zu holen, machten es sich Christian, Vivian und Juke bequem. Da das Amadeus bis auf ein paar Menschen leer war, schoben sie zwei Tische zusammen und setzten sich auf die Bank neben der Jukebox. Weder Christian noch Vivian sprachen den Drummer an. Anscheinend warteten sie auf die anderen beiden zwei, die bald mit den Getränken zurück zum Tisch kamen. Nachdem jeder sein Glas vor sich hatte, ging das Schweigen weiter. Immer wieder huschten Vivians Augen zu Sammy, als erwarte er, dass dieser den Anfang machen würde.
Nachdem selbiger einen Schluck aus seinem Glas nahm, atmete er tief ein und wandte sich an Juke.
“Also, willst du dann mal sagen was los ist?”
Unbehaglich rutschte der Jüngere auf seinem Platz hin und her. Etwas Negatives über jemanden zu sagen, ganz egal ob er diese Person mochte oder nicht, behagte ihm nicht. Allerdings war ihm klar, dass keiner ihn so einfach in Frieden lassen würde. Schließlich war sein Verhalten grade im Klubi alles andere als nachvollziehbar für den Rest der Band gewesen.
Seine Augen auf den Tisch gerichtet, atmete er tief durch.
“Bevor ich euch erzähle, was los ist, möchte ich vorher noch etwas sagen. Ihr wisst, dass ich nie über andere etwas Schlechtes sagen würde, egal wie sehr ich diese Person mag oder nicht. Und ich würde auch nie etwas weiter erzählen oder glauben, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass das, was mir erzählt wurde, zu einem sehr großem Teil der Wahrheit entspricht.”
Christian nickte. “Juke, das wissen wir doch. Ich glaube, neben Jason bist du die friedfertigste Person, die ich kenne.”
Juke lächelte.
“Okay und was hat das nun mit dem zu tun, was grad im Klubi los war?”, fragte Vivian angesäuert. Dem Drummer war klar, dass der Gitarrist wenig begeistert davon war, dass er die Probe einfach so abgebrochen hatte. Und ihm war ebenfalls klar, dass das, was er nun erzählen würde, gerade bei Vivian nicht gelten würde.
“Die drei Mädchen, die da waren… Sie sind doch einfach aus dem Klubi gestürmt. Ich wollte halt wissen, was los war. Also bin ich ihnen hinterher.”
Mit einem wütenden Ausdruck in den Augen lehnte Vivian sich zurück und atmete aus. Sammy sah seinen Kollegen warnend an und wandte sich dann wieder an den Jüngeren.
“Es tut mir ja auch leid, aber ich fand es halt komisch, dass Tiia mit ihnen redet und sie flüchten quasi aus dem Club. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich hatte recht.”
Abfällig schnalzte Vivian mit der Zunge, doch immer noch hielt er sich zurück. Dass er dem Drummer anscheinend nicht glaubte, stand ganz außer Zweifel. Dennoch redete Juke unbeirrt weiter.
“Die Mädchen standen vor dem Club und ich fragte sie halt, ob wir so schlecht wären, dass man es nicht ertragen würde. Da sah ich dann, dass eine von ihnen richtig zitterte und ich fragte noch mal nach. Tiia ist zu ihnen rüber gekommen und hat wohl gesagt, dass der Sänger ihr gehören würde und wem der Sänger gehöre, dem gehöre auch die Band. Deswegen sollten die Drei doch gehen.”
Ungläubig sahen sich Christian und Jason an, während Sammy nachdenklich die Lippen schürzte. Vivian dagegen lachte sarkastisch auf.
“Also bitte. Die Drei wussten sicher, dass das Torstis Freundin ist, waren nicht begeistert, dass sie da war und haben sich schön eine Story einfallen lassen, die sie ihren Freundinnen erzählen können, damit damit sie einen Grund haben, Tiia zu hassen.”
“Oh bitte, als wäre es nötig, sich da eine Geschichte einfallen zu lassen um die nicht zu mögen”, warf Jason kopfschüttelnd ein, was den Keyboarder zum Lachen brachte.
“Du glaubst also, dass die Mädchen mich angelogen haben und die Geschichte nicht stimmt?”, wollte Juke noch einmal von dem Gitarristen wissen, der daraufhin mit dem Kopf nickte.
“Natürlich stimmt das nicht. Tiia ist vielleicht nicht die Sympathischste...”
“Das ist jetzt aber wirklich nett ausgedrückt”, bemerkte Christian, woraufhin Vivian ihn genervt ansah.
“Okay, ihr mögt sie nicht und ich kann auch nicht viel mit ihr anfangen, aber das ist dann doch eine Spur übertrieben. Sie hat mit Sicherheit nur angemerkt, dass sie sich nicht sicher ist, ob wir von der Anwesenheit von Fans begeistert sind und sie gebeten zu gehen und zack, schon waren die Mädels sauer und haben sich diese Geschichte einfallen lassen.”
Vivians Worte ärgerten Juke. Mit vor der Brust verschränkten Armen lehnte er sich zurück und sah den Gitarristen trotzig an. Ihm war bewusst, dass er nun aussah wie ein kleines Kind, doch das störte ihn gerade herzlich wenig, denn es war wirklich wie der Drummer zu Anfang erklärt hatte: Er war niemand, der einfach Dinge behauptete oder glaubte. Doch was Tiia betraf, hatte er schon das Gefühl, dass sie zu sowas fähig wäre.
“Und was wollen wir jetzt machen?”, fragte Sammy in die Runde.
Jason räusperte sich. “Meiner Meinung nach sollten wir mit Tiia reden. Egal, was da nun vorgefallen ist, beides ist nicht richtig. Selbst wenn sie es nur gesagt hat, damit wir unsere Ruhe bei der Probe haben, so hätte sie wenigstens vorher fragen können. Schließlich stehen wir da oben und nicht sie.”
“Mit Tiia reden? Wieso denn das? Ich denke nicht, dass so eine Situation noch mal vor kommt und wenn doch, können wir dann doch immer noch was sagen.” Vivians Einwurf brachte ihm ungläubige Blicke ein, von denen er sich nichts annahm. “Wie auch immer, ihr könnt mir ja dann bei dem Gig sagen, zu welchem Ergebnis ihr gekommen seid. Ich muss nun erstmal arbeiten gehen.”
Mit den Worten stand der Gitarrist auf und zog sich seinen Mantel an, ehe er sich von den Anderen verabschiedete.
Christian sah der Gestalt nach, die aus der Türe ging und rechts abbog. Dabei schüttelte er den Kopf und sah die anderen der Reihe nach an.
“Es tut mir leid, es sagen zu müssen, aber hin und wieder schäme ich mich ja schon, mit ihm befreundet zu sein. Habt ihr den Patch auf seiner Tasche gesehen?”
Fragend sahen die Anderen den Keyboarder an.
“Ein Lovex-Patch? Hallo? Geht es noch? Liebe zur Band - schön und gut, aber das ist dann doch etwas drüber.”
Sammy lachte und schlug sich auf den Oberschenkel.
“Wobei ich nicht weiß, was ich schlimmer finde. Wenn man sich für ihn auf der Straße fremdschämt oder auf der Bühne”, gab der Bassist zu denken und sah in die Runde.
“Auf der Bühne? Wieso denn das?” Irritiert beugte sich Juke nach vorne und wartete auf eine Antwort.
“Naja, das, was er da macht und Bühnenperformance schimpft. Also da würd ich mir schon mal gerne eine Tüte über den Kopf ziehen oder zumindest sagen, dass er nur zufällig in der Band ist”, erklärte Jason weiter.
“Ich weiß ganz genau was du meinst”, stimmte Sammy zu und wischte sich eine Lachträne aus dem Augenwinkel. “Dieses furchtbare Rudern, was er da immer macht.”
Während er sprach, stand der Dunkelhaarige auf und demonstrierte das Gesagte, was die anderen zum Lachen brachte.
“Gib’s zu, du hast doch sicher vor dem Spiegel geübt”, japste Jason und hielt sich den Bauch.
Auch Juke lachte, dennoch konnte er an nichts anderes als an Torsti und Tiia denken. Sicherlich verstand er Vivians Einwand. Man sollte solch eine Geschichte nicht einfach glauben. Doch irgendwas war da, was ihm sagte, dass er dem Ganzen lieber Glauben schenken sollte. Jason hatte es schon gesagt: Tiia war bei niemandem aus der Band beliebt, uch nicht bei Christians Freundin, die fast genauso friedfertig wie Juke war.
Das Verhalten der Dunkelhaarigen gegenüber der Band, und somit Torstis Freunden, war alles andere als normal. Sie wollte nie etwas mit ihnen unternehmen, was zur Folge hatte, dass die Jungs Torsti auch weniger sahen. Und nun sah Juke ihn gar nicht mehr. Er hatte irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft der Sänger zu einer Verabredung nicht erschienen war ohne sich zu melden oder abzusagen.
Das Schlimmste an der ganzen Sache war für ihn, dass er noch nicht einmal böse mit Torsti war. Er war bitterlich enttäuscht. Bevor die junge Frau in das Leben des Blonden getreten war, waren sie immer unterwegs gewesen; sie waren zusammen auf Konzerte gegangen, hin und wieder in Clubs, sie waren sogar zusammen in den Urlaub gefahren. Für ihn war klar, dass da mehr hinter steckte, als einfaches verliebt sein. Doch wie sollte er den Anderen klar machen, dass das nicht einfach ein Gefühl war, sondern, dass er wusste, dass da etwas nicht stimmte, wenn er keine Beweise hatte?
“Juke? Haaaallo?”
Irritiert blinzelte der Drummer und sah auf die Hand, die sich vor seinem Gesicht hin und her bewegte.
“Ah, da bist du ja wieder. Und, war schön im Traumland?” Christian lachte und trank den Rest von seinem Bier.
“Tut mir leid, ich war mit meinen Gedanken woanders”, erklärte Juke.
“Kein Problem, ich hatte auch nur gefragt ob du noch was bleibst?”
Der Jüngere sah zu Sammy und Jason. Letzterer zog sich bereits seine Jacke über und sammelte seine Sachen ein.
“Ja, ich glaube, ich bleib noch etwas.”
Christian nickte und wandte sich an den Gitarristen, der von seinem leeren Glas zu dem Drummer sah.
“Ich leiste unserem Bebi noch etwas Gesellschaft. Wir sehen uns dann ja bei dem Gig.”
Kaum waren die beiden Freunde aus der Türe, wandte sich Sammy an seinen Freund.
“Okay, ich hol noch eine Runde Nachschub und dann sagst du mir vielleicht mal, was los ist.”
Überrascht sah Juke dem Älteren nach. Sicherlich machte ihm die Situation mit Torsti zu schaffen, aber dass man es ihm so deutlich ansah, verunsicherte ihn.
Nachdem Sammy die Getränke verteilt hatte, lehnte er sich zurück und sah den jüngeren auffordernd an.
“Ganz ehrlich Sammy, ich weiß grad nicht, was du von mir hören willst. Ich hab ja schon gesagt, was vorhin geschehen ist. Wenn ihr meint, wir sollten uns da nicht einmischen...”
“Das hat doch gar keiner gesagt. Okay, außer Vivian, aber du weißt wie er ist. Es ist eigentlich unwichtig, weil es sich in erster Linie um niemanden aus der Band dreht und bevor du mich unterbrechen willst; ich seh es genauso wie du. Zumindest, dass wir mit Tiia sprechen sollten.
Das ist es doch, was dir auf dem Herzen liegt, oder?”
Unbehaglich rutschte Juke auf seinem Platz hin und her.
“Unter uns?”
Sammy nickte
“Du kennst mich: Ehe ich etwas über jemanden sage, den ich nicht leiden kann, würd ich mir eher die Zunge abbeißen. Aber irgendwas ist da an Tiia, was mich stört. Ich kann es nicht beschreiben, aber Torstis Verhalten hat sich, seit er mit ihr zusammen ist, total verändert. Ich erkenn ihn kaum wieder.”
Mitfühlend sah der Gitarrist seinen Freund an. “Aber das ist doch nur natürlich. Jeder verändert sich, wenn er frisch verliebt ist. Sicherlich ist es ziemlich ungesund von Torsti, sich gerade nur auf seine Freundin zu konzentrieren, aber das wird sich auch wieder legen.”
Ungläubig zog Juke eine Augenbraue hoch. “Das geht nun schon seit fast einem Jahr so. Die Hormonausrede dürfte eigentlich schon nicht mehr gelten. Außerdem ist es auch eine ziemlich merkwürdige Beziehung, findest du nicht? Ich habe in der ganzen Zeit nicht einmal erlebt, dass die Beiden etwas mit Freunden unternommen haben, uns mit eingeschlossen.”
Nun schien Sammy alarmiert. “Wie meinst du das? Willst du mir sagen, dass du in der ganzen Zeit nichts mit den Beiden unternommen hast?”
Juke biss sich auf die Lippe. Er wollte das nicht mit einem der Anderen besprechen, schließlich war das eine Sache zwischen Torsti und ihm. Andererseits, was hatte es ihm das letzte Mal gebracht, als er den Sänger auf die Situation angesprochen und gefragt hatte, wieso er ihn immer versetzte? Er bekam eine kurze Entschuldigung ohne weitere Erklärung und seitdem hatte er nicht mehr versucht, erneut mit ihm zu sprechen oder sich zu treffen.
“Anfangs schon. Zwar immer nur kurz, aber da habe ich Torsti wenigstens hin und wieder noch gesehen. Tiia kam angeblich nicht mit, weil sie ihm seine Männerabende gönnen wollte.”
Sammys blaue Augen waren unverwandt auf den Drummer gerichtet. Ihm war auch schon das ungesunde Verhältnis zwischen dem Sänger und seiner Freundin aufgefallen. In seinen Augen war Torsti viel zu sehr auf sie fixiert, doch hatte er sich immer damit beruhigt, dass er sich sicherlich noch mit Juke treffen würde. Das hier zog ihm nun doch den Boden unter den Füßen weg.
“Und irgendwann traft ihr euch dann nicht mehr?”, hakte der Gitarrist nach und griff nach seinem Glas, aus dem er einen Schluck nahm.
“Bitte, Sammy, versprich mir, dass du nicht schlecht von ihm denken wirst. Ich will nicht, dass er denkt, ich würde euch gegen ihn aufbringen wollen.”
“Als würde ich das tun. Außerdem bleibt das, was du mir hier erzählst, unter uns. Ich frage mich nur gerade, wieso du vorher nie was sagtest.
Hast du ihn mal gefragt, wieso er keine Zeit mehr hat?”
Juke schüttelte den Kopf. “So hab ich das nie gefragt. Irgendwann kam er halt zu den Treffen zu spät. Erst zehn Minuten, dann dreißig. Dann kam er gar nicht mehr. Er sagte auch nicht ab. Als ich ihn fragte, was los sei, entschuldigte er sich nur für sein Nichterscheinen und das war es dann. Ab da hab ich es eigentlich aufgegeben, denn egal was ich sage oder tue, ich komme nicht mehr an ihn ran.”
Irritiert runzelte der Gitarrist die Stirn. “Und du glaubst, das hat was mit Tiia zu tun.”
“Muss es ja. Denn wenn es was anderes wäre, hätte er mir das definitiv erzählt. Was nur nicht in meinen Kopf will ist, was diese Frau mit ihm macht, dass er sich so komplett vom sozialen Leben fern hält.”
Während sich der Drummer zurücklehnte, atmete er tief ein und sprach dann weiter. “Aber weißt du, was mir am meisten Angst macht? Das erste Mal in meinem Leben empfinde ich wirklich Hass für einen Menschen.”
Sammy, der nachdenklich auf den Tisch gestarrt hatte, wandte den Kopf zu dem Jüngeren.
“Nicht Torsti gegenüber, versteh mich da nun nicht falsch. Und eigentlich ist Hass ein wirklich heftiges Wort und eine sehr starke Empfindung für jemanden, den ich kaum kenne, aber ich kann da nichts für. Wenn ich Tiia sehe, verkrampfen sich meine kompletten Innereien und ich bekomme das Gefühl, ihr den Hals umdrehen zu müssen.”
“Bravo Juke, ich glaube, das waren die unversöhnlichsten Worte die ich je von dir gehört habe.
Allerdings solltest du vielleicht vorsichtig sein mit dem, was du sagst. Torsti war eigentlich immer ein Vernunftsmensch und egal, was da gerade passiert, es wird sicher eine plausible Erklärung für alles geben. Deshalb sollten wir mit Tiia sprechen. Am besten wäre es, wenn wir erst einmal nur über den Vorfall im Klubi sprechen würden. Wir können sie ja fragen, was da vorgefallen ist. Je nachdem, was sie sagt, sollten wir entscheiden, wie es weiter geht.”
“Und was ist mit Vivian?”, gab Juke zu bedenken, der sich nicht vorstellen wollte, was für ein Donnerwetter über sie hereinbrechen würde, doch Sammy winkte einfach ab.
“Vivian will den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Aber das geht nun mal nicht immer und das ist ihm auch klar. Sicher ist es unangenehm, mit der Freundin eines Freundes über ihr Verhalten zu sprechen und ich bin mir nicht sicher, was Torsti dazu sagt, aber wir sollten das schon klären. Christian und Jason sehen es sicher ebenso wie wir.
Warte ab Juke, Torsti wird sich schon wieder einkriegen.”
Den Satz in den Ohren, ging Juke Richtung Bahnhof. Sammy und er hatten noch ihre Gläser geleert und waren dann aufgebrochen. Der Gitarrist fand, dass sie das alles schnell klären sollten und erklärte sich bereit, mit Tiia bei dem Auftritt zu sprechen. Obwohl die Aussicht bestand, endlich Klarheit über alles zu bekommen, hatte Juke ein richtig schlechtes Gefühl im Bauch.
Was würde Torsti sagen? Denn dieser, und da war der Drummer sich ziemlich sicher, würde nicht davon begeistert sein, wenn seine Freunde sich in seine Beziehung einmischten. Andererseits beeinträchtigte diese Beziehung Torstis Einsatz in der Band und das gab ihnen dann schon das Recht, etwas zu sagen. Schließlich war Lovex nicht irgendeine kleine Schülerband, auch wenn es gerade Probleme mit ihrem Plattenlabel gab. Touren durch Europa und zwei Alben - da durfte man schon von allen Beteiligten erwarten, dass man sich 100% in die Sache hineinkniete. Gut, Vivian übertrieb es hin und wieder. Aber auf eine recht amüsante Art und Weise.
An einer roten Ampel hielt Juke an und tauchte das erste Mal seit er das Amadeus verlassen hatte aus seinen Gedanken wieder auf. Er war einfach blind losgelaufen, doch seine Füße kannten den Weg anscheinend fast im Schlaf. Dennoch musste er sich kurz orientieren.
Bei einem Blick auf die Uhr kam er zum Schluss, dass er es noch locker schaffte, einen Kakao im Café Europa zu trinken, bevor sein Bus kam.
Mit der Aussicht auf die heiße Belohnung für diesen anstrengenden Tag lief er über die Straße, die Hämeenkatu entlang und bog in die Aleksanterinkatu ein, als ihn jemand unsanft anrempelte.
Überrascht schaute er langen braunen Haaren nach, als ihn eine nur zu bekannte Stimme aus seiner Starre holte.
“Tiia!”
Torsti kam aus dem Cafè gelaufen und stand einem sichtlich irritierten Juke gegenüber, der ihn ebenso überrascht musterte.
“Was ist denn hier los?”, fragte dieser und sah in die Richtung, in der Tiia verschwunden war.
“Nichts Juke, gar nichts ist los”, fauchte Torsti den Drummer an, der erschrocken zurückwich.
“Hey, ich bin dein Freund.” Besänftigend hob Juke die Hände, doch achtete der Blonde nicht auf ihn. Verärgert schob er sich an den jüngeren vorbei, der ihn allerdings am Arm festhielt.
“Torsti, was ist denn passiert?”
Mit einem Ruck riss dieser sich los und funkelte den Drummer wütend an.
“Es geht dich nichts an, Juke und nun lass mich in Frieden!”
Verständnislos stand Juke auf dem Bordstein und sah Torsti nach, der in dieselbe Richtung wie Tiia verschwunden war. Noch nie in den ganzen Jahren, die Torsti und er sich kannten, hatte der Blonde so mit ihm gesprochen. Juke war sich noch nicht mal sicher, ob er den Sänger jemals hatte schreien hören.
Unsicher, was er nun mit sich anfangen sollte, drehte er sich einmal um seine eigene Achse. Die Aussicht auf die Schokolade im Café war mit diesem einen Moment unwichtig geworden. Er machte sich Sorgen um seinen besten Freund, der sich so sehr verändert hatte. Dennoch steuerten seine Füße zum Eingang, vor dem er kurz stehen blieb. Er war sich sicher, dass er bestimmt nicht erfahren würde, was gerade geschehen war. Dennoch drängte ihn etwas, hinein zu gehen.
Drinnen war es gut besucht. Aus allen Ecken drangen Stimmen an sein Ohr, die von der leisen Musik im Hintergrund untermalt wurden. Sein Blick schweifte über die Gäste, in der Hoffnung, irgendeinen Anhaltspunkt zu finden, als ihm eine Gruppe Mädchen ins Auge fiel, die - wenn er richtig verstand - Deutsch sprachen. Zwar verstand er nicht, was sie sagten, doch klang in ihren Stimmen so etwas wie Verwunderung.
Über sich selber verärgert schüttelte der junge Mann den Kopf. Wahrscheinlich bildete er es sich einfach ein und diese Urlauberinnen hatten rein gar nichts mit dem Streit zwischen Tiia und Torsti zu tun. Vielleicht hatten sie sich wegen etwas völlig anderem gestritten. Allerdings war er sich sicher, dass er diesen Grund wohl nie erfahren würde.
----------------------------------
Und denkt dran, für Mord kommt man in den Knast *pat*
||||
10px|12px|15px|17px|19px
Times|Arial|Helvetica
25%|50%|75%|100%
Linksbündig|Blocksatz
gering|normal|groß|sehr groß
