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Geschichte: Fanfiktion
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von Celest
erstellt: 01.09.2009
letztes Update: 02.03.2011
Geschichte, Romanze / P18
(abgebrochen, keine anonymen Reviews)
Wie konnte ihr, ja, gerade ihr, so etwas passieren? Es müsste erst ein paar Stunden her gewesen sein, da hatte sie einen Fehler gemacht, für den sogar jeder Anfänger Ärger kassiert hätte. Aber wollen wir mal nichts überstürzten.
Hell, viel zu hell, und noch viel wärmer war dieser Morgen gewesen. Sie hatte es satt gebraten zu werden. Wenn es etwas gab, was die Assassine noch mehr hasste als Machos, dann war es diese elende Sonne. Der Sommer war doch wirklich unnötig. Alles verdorrte, die Welt brannte, die Menschen fielen um, so wie Dominosteine bei einem Erdbeben der Stärke Neun, und man wurde träge. Unnötig, ganz ehrlich, einfach nur unnötig…
Und gerade an solch einem Tage wartete Arbeit auf die geplagte Sheena. Sie hatte sowas von keine Lust dazu, doch als Oberhaupt durfte sie sich eine derartige Schwäche nicht mehr erlauben. So schleppte sie sich genervt und kaputt zur Besprechung des Einsatzes. Orochi wartete bereits nervös auf sie, anscheinend hatte sie für seinen Geschmack zu lange gebraucht… Sie betrachtete sein Gesicht. Ihm schien diese brütende Hitze nichts auszumachen, obwohl seine Tracht auch nicht gerade die luftigste war. Aber gut, sie ahnte, was nun passieren würde…
„Du bist spät, Sheena…“ Es klang ein gefährlicher Unterton mit, doch sie konnte sich bereits denken, dass er sie höchstens wieder wie ein Kleinkind behandeln würde. „Das ziemt sich nicht.“ Das Wort „ziemen“ konnte sie persönlich noch nie leiden, vor allem nicht mehr, seit er nichts Besseres zu tun hatte, als ihr dieses ständig mitten ins Gesicht zu pfeffern. Schön, dann ziemte es sich eben nicht, aber ziemte es sich für diese vermaledeite Sonne, die Menschen so zu belästigen? Sie wusste, dass er einen solchen Grund nicht gelten lassen würde und ließ somit den Versuch, etwas zu entgegnen, schneller wieder unter den Tisch fallen, als es ihr bei kühleren Situationen lieb gewesen wäre.
Da bemerkte sie etwas, das sie doch nachdenklich stimmte. Orochi wirkte nervös. Nicht nur ein wenig, sonder sehr. Er trommelte mit den Fingern auf dem niedrigen Holztisch. Doch Sheena machte es unruhig. Es war nicht normal, dass er sich so benahm, bei weitem nicht.
„Worum… geht es?“ Ihre Stimme war leise, beinahe schon erstickt. Doch versuchte sie eine ernste Körperhaltung zu symbolisieren. Etwas Ruhiges, Beständiges und nicht zuletzt Anmutiges haftete ihr an, während sich eine kleine Sorgenfalte über ihre Stirn zog. Ein langer Seufzer zog sich aus der Lunge von Orochi. „Entführung.“ Hatte er gerade eben noch gesessen, so konnte er nun nicht umhin, sich aufzurichten und ziellos in dem kleinen Raum hin und her zu schreiten. Sheena wagte es nicht weiter zu fragen. Ihr war bewusst, dass er ganz von selbst weitersprechen würde, sobald er seine Gedanken etwas sortiert hatte. Seine Schritte führten ihn zum halb geöffneten Fenster, vor dem leicht ein dunkler Vorhang in der warmen Brise schlängelte. „Es ist ernst, Sheena. Es geht um die Prinzessin. Und noch dazu um Terroristen.“
Er hatte recht, mit so etwas konnte man nicht spaßen. „Ist denn das Motiv bekannt?“ Er seufzte und sah sie besorgt an. Wie würde sie damit umgehen können? Er wusste, was tief in ihr vorging…
„Sie verlangen die Hinrichtung… des Auserwählten. Warum, ist jedoch noch nicht bekannt. Sie meinten, es sei genug ihre Forderungen zu stellen, sie seien keinem eine Erklärung schuldig.“
Ihre Haltung verzeichnete keine Veränderung, ihr Gesicht wirkte wie eingefroren. Ihr war klar, wie sehr der König seine Tochter liebte. „Die… Frist. Wie lange ist die Frist?“
Er wagte nicht sie anzusehen. Sein Blick wanderte auf den Boden neben ihr. „Heute Abend, am frühen Morgen wurde Zelos inhaftiert. Wenn sich nichts tut bis dorthin, wird der König auf sie eingehen.“ Ihr war nicht bewusst, dass sie ihn nicht anblickte, sondern starr die Wand fixierte. So sah das also aus. Kaum hatte der Auserwählte keine Funktion der Öffentlichkeit mehr, konnte man sich ihm einfach entledigen. Das hatte er nicht verdient, beim besten Willen nicht.
„Haben wir denn schon… Informationen?“
Er wartete einen Augenblick und entschied sich dann doch, ihr in das Gesicht zu blicken. Starr, wie sie da saß, mit Würde und Anmut, sollte man nicht denken, dass sie es nicht ertrug, den Gedanken an heute Abend weiterzuführen. Und doch verriet sie der starre Blick auf die Dielen der Wand.
„Ja, wir gehen davon aus, dass sie sich in der Kanalisation von Meltokio verschanzt haben. Es ist jedoch nur eine Vermutung. Sie wissen sich zu tarnen, wir haben es hier nicht mit Amateuren zu tun.“ Ja, davon konnte man ausgehen. Immerhin haben sie die Prinzessin ohne großen Trubel entführt, es geschafft, sich klar zu äußern ohne erkannt zu werden, und sollten sie sich noch in Meltokio aufhalten, musste man davon ausgehen, dass sie ihr Handwerk wirklich mehr als gut verstanden. Sie fragte sich ernsthaft, wer sich auf sowas so gut vorbereiten könnte. War das wirklich erst jetzt geplant worden?
„Verstanden. Haben wir Leute übrig?“ Sie wagte noch immer nicht zu blinzeln, als hätte sie Angst, etwas Wichtiges zu verpassen. „Nicht viele. Manche sind noch vom letzten Unfall verletzt. Andere sind zu weit weg, um es noch rechtzeitig zu schaffen.“ Der letzte Unfall. Ein paar ihrer Leute waren von einer alten Waffe, einer Art Bombe, getroffen worden. Ihr Hirn schien schnell zu arbeiten. Sie handelte taktisch und instinktiv. „Gut, wir schlagen sofort zu. Ich werde reingehen, postiere unsere Leute an allen Ecken und Enden der Kanalisation. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Sie sollen sich beeilen!“ Mit diesen Worten hatte sie sich bereits erhoben und gleichzeitig ihre Strähnen zurecht gerückt. Sie würde versuchen sie zu überraschen, auszuräuchern und das Pack somit ans Tageslicht zu scheuchen. Sie wartete weder auf ihre Leute, noch auf die Antwort, die Orochi ihr eigentlich schuldig gewesen wäre. Ihre Gedanken drehten sich wieder einmal nur um den idiotischen Auserwählten, auch wenn sie es nur selten wirklich zugeben wollte.
Die Stunden flogen dahin wie die Blätter der Bäume an ihrem Kopf, in dem es allmählich leer wurde. Sie hatte gemerkt, dass ihre Leute ihr bereits folgten. Auf die Leute aus Mizuho war einfach Verlass. Und doch war sie zu nervös, um sich zu entspannen. Schon nach kurzer Zeit und unendlichen Flashbacks in Gedanken ragten die Mauern der alten Stadt vor ihrem Antlitz auf. Sie blickte kurz auf, doch beachtete diese geliebte und gleichzeitig gehasste Mauern kaum. Ohne viele Umschweife betrat sie die Untergründe der Stadt. Sie ahnte schon, wo sie sich verschanzen würden, wenn sie denn wirklich hier waren. Sie folgte einem engen Pfad. Ihr blieb nur die Hoffnung, dass sie mit ihrer Vermutung richtig lagen. Nicht auszudenken, was wäre, wenn sie sich getä….
Ein dumpfer Knall erklang. Der Schmerz zog sich über ihre Schultern, den Rücken hinunter. Es schmerzte. Sie ging zu Boden. Noch versuchte sie, ihren Angreifer zu erblicken, doch schon spürte sie das Blut über ihren Rücken laufen… sie verlor das Bewusstsein…
Es war stockfinster, als sie ihre Augen öffnete. Einen Moment lang war sie sich nicht einmal sicher, ob sie überhaupt schon wach war und all das nicht nur ein Traum. Doch vergebens, noch immer konnte sie die Schmerzen auf ihrem Rücken und ihren Schultern spüren. Wie konnte ihr, ja, gerade ihr, so etwas passieren? Es müsste erst ein paar Stunden her gewesen sein, da hatte sie einen Fehler gemacht, für den sogar jeder Anfänger Ärger kassiert hätte.
Wie konnte sie nur so gedankenlos umherwandern, ohne auf die Geräusche um sich herum zu achten? Sie hatte es vergeigt, war zu überzeugt von sich selbst gewesen. Nun lag sie hier wie ein geschlagener Hund. Sie hatte sich auf die Seite gerollt. Auf dem Rücken konnte sie nicht liegen, ohne Höllenqualen zu erleiden. Ihr Blick streifte die Dunkelheit. Wie spät mochte es wohl sein? Die Fesseln, die ihr an Armen und Beinen befestigt worden waren, konnte sie nicht lösen, dazu war ihr Körper gerade nicht in der Lage. Dunkle Räume brachten böse Erinnerungen mit sich. Sie fühlte sich machtlos, einsam und schuldig. Hätte sie doch nur mehr aufgepasst, wäre weder sie in einer solchen Lage, noch alle anderen in dieser Situation. Ihre Augen blickten weiter in das tiefschwarze Nichts. Da erwischte sie sich plötzlich dabei, wie eine Träne quer über ihr Gesicht rann. Es hatte keinen Zweck, sie rührte sich einfach nicht. Sie hatte aufgegeben, wieder einmal. Wenn es ihn nicht mehr gab, sollte es sie besser auch nicht mehr geben. Erneut schloss sie die Augen. Eine letzte Träne, die sich in ihrem Augenwinkel gesammelt hatte, floss den vorgebenen Weg ihrer Grübchen zu den Lippen hinab. Salzig, dieser Geschmack... ebenso wie auch das Gefühl.
Nicht weit entfernt waren eilige Schritte zu vernehmen. Sie waren auf dem Weg, auf dem Weg zu ihr. Das wusste sie genau. Doch es war ihr egal. Was sollten sie denn machen? Sie quälen? Mehr würde ihre Seele nicht mehr leiden können. Ihr Schmerzen zufügen? Ihr Körper litt bereits schon bis zu dem Punkt, an dem er sich selbst betäubte. Ihr sagen wie wenig sie wert war? Das war ihr bereits klar gewesen.
Die Tür öffnete sich mit einem Knarren. Das Licht war zu grell für ihre Augen. Doch sie zwinkerte nicht, sie blickte wütend, stolz und mit erhabenen Tränen in Richtung der Lichtquelle, bis sie eine Stimme hörte.
„Whoa, da kommt man um dir zu helfen und was erntet man? Einen Todesstrahl, direkt aus deinen feuchten Augen!“ Sie traute ihren Ohren nicht. War sie etwa wieder eingeschlafen? Spielte ihre Phantasie ihr einen mehr als bösen Streich? Gerade eben ging sie in Gedanken noch alle Dinge durch, die sie ihm sagen wollte, die sie gerne mit ihm getan hätte, für die sie aber viel zu Stolz gewesen war... und nun sollte er vor ihr stehen? Einbildung war doch etwas Grausames.
Doch vielleicht lag sie auch im Sterben? Wer weiß? Sie wollte sich dieser Schwäche ihrer eigenen Person hingeben.
„Zelos… komm zu mir, bitte. Ich muss dir etwas sagen!“ Den Versuch, sich aufzurappeln, musste sie wieder aufgeben. Selbst im Tode scheinen Schmerzen alltäglich zu sein. Zumindest war sie nicht bei Bewusstsein, das war ihr klar.
„Wahhh, du schlägst mich nur wieder. Ich hab rein gar nichts gemacht, nur dass du’s weißt, meine Liebe.“ Trotz dieser Worte kam der hochgewachsene, seltsamerweise enorm männlich wirkende Zelos Wilder, seines Zeichens ehemaliger Auserwählter, auf sie zu. Lag es am Licht, oder wollte sie ihn in ihrer Erinnerung einfach einmal so sehen? Es war egal…
Er beugte sich über sie und sie hatte das Gefühl, dass ihr der Duft seines Shampoos in die Nase stieg. Sie hatte es nie gesagt, nie offen zugegeben, doch sie liebte den Geruch seiner Haare. Sie selbst hätte gerne längere Haare gehabt, doch ihr wären sie nur im Weg gewesen. Sie fand es auch nicht unmännlich gut zu riechen oder lange Haare zu haben, sie fand, es passte einfach zu ihm. Sie waren ein Teil von ihm und sie liebte alles an ihm. „Zelos. Ich weiß, das hier ist nicht wirklich. Aber wenn ich schon gehen muss,“ sie streckte die Hand nach ihm aus, während er ihren Rücken begutachtete „will ich dir vorher zumindest die Wahrheit sagen.“ Verwirrt blickten seine Augen in die ihren. Das Licht spiegelte sich in ihnen und zeigte einen besonderen, unwiderstehlichen Glanz. Sie kannte diesen Anblick. Früher an den Lagerfeuern, wenn er in Gedanken versunken die Flammen angestarrt hatte, haben seine Augen genauso ausgesehen. Schon damals hatte sie die Flucht ergriffen bevor sie in den unendlichen Tiefen seines Blickes verschwand, doch nun war alles egal. Sie gab sich diesen Augen, die einem die Wahrheit regelrecht aufzwangen, hin.
„Ich hasse die Dunkelheit, ich hasse die Einsamkeit. Ich hasse es, immer stark sein zu müssen... und ich liebe dich, wie du bist. Auch wenn du ein Trottel bist, auch wenn du es nie ernst mit etwas meinst, so weiß ich doch, dass in dir mehr steckt. Und ich merke, wie du mich durchschaust. Verdammt, ich will nicht, dass du mich wieder verlässt!“
Verwirrt blickte er sie an. „Hast du… auch Schläge auf den Kopf bekommen….?“ Es war nicht fair, so mit ihm zu spielen. „Warum sollte ich in einer solchen Situation etwas sagen, das ich nicht so meine?“
Sein Gesicht schien ein wenig Röte zu bekommen. Wieder wandte er sich den Verletzungen zu. Er seufzte. „Kein Zweck,“ kurz hoben sich seine Schultern und er öffnete die Handflächen nach oben, „ich werde dich wohl tragen müssen.“ Er schien einen Moment zu überlegen, ob er sie auf den Armen tragen sollte, doch bei diesen Verletzungen schien es beinahe unmöglich zu sein, ohne sie Schmerzen aussetzen zu müssen. Dann eben anders. „Oi, Sheena,“ er stellte sich vor sie und ging in die Hocke. „schaffst du es, dich an mir fest zu halten?“
Sie ächzte und stöhnte ein wenig, doch es ging erstaunlich gut. „Na ja, würdest du mir die Fesseln abnehmen?“
Der Rotschopf drehte sich um und betrachtete die Fesseltechnik an ihren Armen und Beinen. „Wie schade, da hätte man etwas draus machen können.“ Seine Stimme wirkte abwesend, als wolle er einen Scherz machen, war jedoch nicht bei der Sache. Mit Vorsicht öffnete er die Schnüre und griff in seine Tasche. „Hier, versuch‘s mal damit.“ Er drückte ihr ein Apfelgel in die Hand und stand auf. Das wohlige Leuchten um ihn herum kannte sie. Das Licht, das er erzeugte, zeigte klar, dass auch er Wunden an seinem Körper hatte. Seltsam…
„First Aid!“
In ihrem Kopf wurde es leichter. Erneut ging er vor ihr auf die Knie. Sie umfasste seinen Hals. Mit einem kräftigen Ruck umfasste er ihre Beine und stand auf, ohne ihre Wirbelsäule zu sehr zu belasten. Sie schloss die Augen. Der Geruch seiner Haare, die seines Schweißes und die des Bluts vermischten sich und vernebelten ihre Sinne. Sie wusste nicht, wie ihr geschah, als sie plötzlich rot anlief und sich bei ganz und gar nicht unschuldigen Gedanken ertappte. Doch dies war ein Traum. Nur eine Illusion, die ihr als Letztes auf dieser Erde gewährt wurde. Und der Engel, der ihre Leiden von ihr nehmen und ihren letzten Weg geleiten sollte, war in Form ihres Geliebten erschienen. Also durfte sie sich doch sicher auch äußern, oder nicht?
„Ich wünschte…“ Sie hatte die Augen geschlossen und das Gesicht in seinem Nacken vergraben. „Du würdest mich halten, mich lieben, bis ich die letzte Grenze überschreite…“
Sie merkte, wie sich sein Kopf ein wenig drehte, doch er erwiderte nichts. Er brachte sie zu seinem Haus, das hatte sie bereits gemerkt. Mit Mühe und Not öffnete er die Tür zu seinem Anwesen. „Sebastian?“, murmelte sie. „Hat Urlaub.“, flüsterte Zelos.
Er brachte sie in sein Schlafzimmer. „Sheena, ich werde dich jetzt auf dem Bett absetzen, bitte leg dich auf den Bauch.“ Seine Stimme hatte einen ungewohnt tiefen, aber doch etwas nervösen Unterton. „Ich muss deine Wunden säubern.“
Mit einem kleinen „plumps“ landete sie auf ihrem Hintern. Sie fühlte sich eigentlich schon recht gut. Im Tod würde man ja auch keine Schmerzen fühlen. Sie legte sich bereits hin und er hatte den Raum verlassen. Nur kurze Zeit später stand er mit einem Lappen und einer Schüssel Wasser wieder neben ihr. Sanft fuhr er ihre Haut ab, berührte ab und an kurz wie zufällig ihre Haut.
„Sheena…“ er hielt kurz inne. „Ich weiß, ich habe dir das nie gesagt. Aber du bist die wohl weiblichste Person, die mir je begegnet ist.“ Er wandte das Gesicht von ihr ab. Obwohl sie ihn anblickte, sah sie seinen Ausdruck nicht. Nicht mal ein wenig.
„Du bist stark und stolz. Du bist schön und mutig, hast einen wunderschönen Körper, der perfekt zu deinem anmutigen Charakter passt. Du bist für mich der Inbegriff einer Frau. Aus diesem Grunde habe ich Respekt, vielleicht sogar ein wenig Angst vor dir. Die anderen können mich nicht verletzen, sie können mir nichts anhaben. Doch wenn du mir etwas antun willst, so kannst du es ohne große Anstrengungen tun.“ Er machte eine Pause und wusch erneut den Lappen aus. „Und wenn ich deine Haut berühre, verliere ich beinahe den Verstand." Kaum sah er wieder auf ihren Rücken, merkte sie, dass sein Gesicht errötet war. Die Haltung seiner Beine verriet, dass er mehr erregt sein musste, als sie es sich hätte vorstellen können. Sie seufzte und schloss einen weiteren Moment die Augen. „Ja, Träume sind doch etwas Schönes. Wenn das Sterben so schön ist, hätte ich es vielleicht schon früher tun sollen…“ Sie hörte einen lauten Ton. Zelos hatte sowohl die Schüssel, als auch den Lappen auf den Boden befördert und blickte ihr ernst in die Augen.
„Das ist kein Traum.“
Sein Kopf kam ihrem Gesicht immer näher.
„Ich werde es dir beweisen…“
Es geschah schnell. Seine Lippen pressten sich auf die ihren. Sie spürte, wie er leicht an ihrer Unterlippe sog und mit der Spitze seiner Zunge leicht darüberfuhr. Perplex, dieser Ausdruck passte auf sie, als sie schon spürte, wie er versuchte, mit seiner Zunge Einlass in ihren Mund zu erhaschen. Sie war erschrocken, rührte sich nicht. Da öffnete er seine Augen. Diese unglaublich tiefen, leidenschaftlichen, wunderschönen Augen, die ihr die Schamesröte ins Gesicht trieben. Ein ganzes Buch konnte aus diesem Blick geschrieben werden. Sein Blick war alles, was sie sich nur wünschen konnte. Männlich, verführerisch, liebevoll. Entziehen war keine Option. Sie war Gefangene seiner Lust, seiner Liebe und ihres Verlangens. Vorsichtig, etwas grobmotorisch öffnete sie ihre Lippen und lies ihn gewähren. Seine Zunge spielte mit ihrer Zungenspitze. Berührte sie leicht, streifte sie, bevor er wieder genüsslich ihre Lippen berührte. Noch immer lag sie auf dem Bauch, doch stütze sie sich der Leidenschaft Knecht ein wenig mit dem Arm ab, um in seine Richtung zu blicken.
„Ich liebe dich. Und heute werde ich dich lieben, selbst wenn du daran zerbrichst. Denn du hast mich um den Verstand gebracht. Du warst es, der mich provoziert hat, und darum werde ich dir nun geben, wonach wir uns so sehr sehnen. Denn unsere Seelen sind verwandt, sie sind im Einklang... und sie wissen es. Nur unsere Körper suchen noch nach der Vereinigung, um ein vollkommenes Wesen zu werden.“
Mit diesen Worten drückte er sie sanft zurück auf die Matratze. Mit beiden Armen griff er unter ihren Körper. Sie lag nur da, war Wachs in seinen Händen. Was machte diesen Mann nur aus? Es war nicht das Posen oder die Sprüche. Es war seine Ausstrahlung, seine Männlichkeit, diese unglaubliche Leidenschaft und Liebe. Vorsichtig suchten seine geschickten Hände nach den Stellen an ihrer Kleidung, welche sie entledigen könnten. Lange musste er nicht suchen. Schon hatte er ihr dieses wunderbare Wesen vor sich, in seiner ganzen Reinheit, seiner ganzen Schönheit. Einen Moment überlegte er noch, ob er seine Erregung verstecken sollte, doch es war bereits zu spät. Sie machte ihn mehr an, als er es jemals bei einer Frau erlebt hatte. Und er hatte viele gehabt, um die Einsamkeit zu überwinden.
Sein Atem berührte ihre Kniekehlen, wanderte langsam die Oberschenkel hoch. Ein Raunen tönte aus ihrer Kehle. Nur eine Sekunde, dann war es ihr auch schon wieder peinlich. Sie erstickte den Ton in dem großen Kissen. Da hörte sie ein tiefes, grollendes Raunen hinter sich.
„Schatz, es wäre besser, du lässt das bleiben, wenn du möchtest, dass ich sanft mit dir umgehe.“
Sie wusste nun nicht, was ihr peinlicher war. Der Ton oder wie sehr seine Stimme und Worte sie erregten. Es war ihr unangenehm, dass sie merkte, wie ihre Oberschenkel bereits leicht feucht wurden. Seine Hände fuhren auch noch genau in diesem Moment ihre Beine ab. Er musste es merken, da war sie sich sicher. Noch immer hielt sie das Gesicht in das Kissen gedrückt. Doch dieses Mal aus Scham.
Leicht betastete er die feuchten Stellen. Sie merkte, wie sein Oberkörper sich plötzlich über den ihren beugte, ohne ihn direkt zu berühren. Die Hitze seiner Haut brannte regelrecht auf der ihren. Wann hatte er sein Hemd ausgezogen? Je näher er ihr kam, desto mehr merkte sie, wie sehr er erregt war. Und nicht nur das, er konnte sich auch wirklich gut bestückt schimpfen. Es wunderte sie kaum mehr, dass es so viele Abhängige von ihm gab. Und doch war es peinlich, wie ihr Körper reagierte.
Sein Mund näherte sich ihrem Ohr. „Ich liebe alles an dir. Mehr, als du dir jemals vorstellen kannst. Deine Stimme, dein gesamter Körper, all das bringt mich um den Verstand, raubt mir die Sinne. Ich hätte nie zu träumen gewagt, dass du mir einmal die Gelegenheit bietest, dir meine Liebe zu beweisen. Jetzt bin ich derjenige, der sich fragt, ob all das nicht nur ein Traum meiner einsamen Nächte ist.“
Seine Hand glitt langsam und sanft ihre Seite hinab. Es brachte sie um den Verstand. Etwas wie Scham gab es nicht mehr. Sie liebte ihn und wollte von ihm geliebt werden. Leicht hob sie ihren Oberkörper an, um seinen Händen Platz zu gewähren. Sanft massierte er ihre Brüste. Die weiche Masse fühlte sich unglaublich zart an. Und sie merkte, wie ihre Brustwarzen langsam erregt wurden. Leicht glitten seine Fingerspitzen über sie. Wie konnten nur solch große, starke Hände so zärtlich sein? Seine langen, starken Finger waren einfach sexy. Kaum berührte er ihre Brust an der empfindlichsten Stelle, zuckte sie zusammen. Das Gewicht ihres Körpers, gestützt auf ihre Arme, erlag nun dem Verlangen und wurde mit einem kleinen Aufschrei zurück in seine ursprüngliche Position gebracht. Eigentlich wollte sie sich ja drehen, ihn anblicken... doch sie wusste jetzt schon, dass er es nicht zulassen würde. Ihre Wunden taten zwar bei Bewegungen fast nicht mehr weh, doch wenn sie sich darauf legen würde und die Wunden auf dem Laken reiben würden, würde sie mit Sicherheit Schmerzen haben. Und so unterließ sie den Versuch, sich drehen zu wollen, ebenso wie den peinlichen Versuch, erneut ihren Oberkörper anzuheben, ohne dabei vor Ekstase wieder hinzufallen.
Seine Lippen glitten über ihren Nacken, leicht, kaum spürbar, und hinterließen eine Gänsehaut. Er küsste ihre Wunden. „Wäre ich doch nur früher bei dir gewesen…“
Die Küsse glitten langsam weiter hinab, über ihren wohlgeformten und trainierten Hintern, liebkosten ihre Oberschenkel. Bisher hatten seine Beine über den ihren gekniet. Nun schob er sie sanft auseinander, um sich zwischen ihnen niederzulassen. Sie merkte, wie seine Hände langsam und gemächlich ihre weiche Haut am Innenschenkel entlangfuhren. Immer weiter ohne Unterlass gingen sie ihren Weg der Leidenschaft bis zu der Stelle, an der sie in Wahrheit schon lange erwartet worden waren. Leicht strich er mit seinen Fingern über die wohl empfindlichste Stelle ihres weiblichen Körpers, und noch bevor sie einen Laut von sich geben konnte, stöhnte er schon auf. Es war einfach unglaublich, wie sehr sie allein durch ihre Anwesenheit sein Blut in Wallung brachte. Er konnte sich kaum konzentrieren, war drauf und dran, sich seiner Lust hinzugeben. Doch noch war es nicht so weit. Noch wollte er sie weiter spüren. Jeden Zentimeter ihres perfekten Körpers, jede noch so kleine Stelle ihrer makellosen Haut. Seine Fingerkuppe rieb zart über die Stelle, die sie kraftlos machte. Sie vergrub ihre Nägel in das Kissen, erstickte einen Aufschrei, so dass er nur noch leichtes Quietschen war, und konnte keine Widerworte sprechen. Doch wollte sie es auch nicht. Seine zweite Hand fuhr leicht über ihre feuchte Erregung. Die Röte durch die Hitze des Gefechts stand beiden regelrecht in das Gesicht geschrieben.
Einer seiner langen schlanken Finger glitt leicht in sie hinein. Nun konnte sie einen leichten Lustschrei nicht unterdrücken. Es schien ihn anzumachen, wenn sie sich so verhielt. Er bewegte seine Hände geschickt.
Seine Nägel kratzen nicht, seine Bewegungen waren rhythmisch, seine Finger flink. Es brachte sie bis kurz vor den absoluten Höhepunkt. Da spürte sie, wie seine Haare plötzlich ihre Oberschenkel kitzelten. Er würde doch nicht…
Doch da spielte seine Zunge bereits mit seiner Liebsten. Ihre Beine zucken kurz, doch nur wenige Sekunden später genoss sie nur noch, was hier mit ihr geschah. Egal, was er tat, es wirkte nie schmutzig, nie unrein. Es war, als könne sie die Liebe spüren. Als wäre das, was er ihr von der Vollkommenheit erzählt hatte, tatsächlich genau so, wie er es beschreiben hatte. Unglaublich überwältigend.
Geschickt kitzelte seine Zungenspitze über alle empfindlichen Stellen, die sie finden konnte, bevor sie ihn nur noch Raunen hörte. „Sheena… Honey…“ er erhob sich leicht hinter ihr. „Ist es ok… wenn ich nun richtig anfange?“
Er klang zaghaft, als habe er Angst vor ihrer Antwort, als ahne er, dass sie ihn abstoßen würde, wie einen Virus. „Allein in dieser Nacht, in diesem Traum, kann ich von dir nur einmal geliebt werden. Höre nicht auf, ich könnte es mir nie verzeihen…“
Sie merkte, wie er sich langsam an den unteren Rand des Bettes begab, und konnte hören, wie er seine Hose öffnete und der Stoff langsam zu Boden glitt. Seine Hände griffen zielsicher nach ihrer Taille und zu dieser leicht nach hinten oben. Ihre Brüste rieben über das Laken und die Arme waren flach nach vorne gelegt, während ihre Hüfte sich nun ein Stück in die Luft hob. „Ich habe es dir gesagt, dies ist kein Traum, und ich werde es dir beweisen, selbst wenn du daran zerbrichst.“ Seine Stimme hatte etwas Ernstes, Trauriges an sich. Erneut ließ er seine Hände über ihren Körper gleiten, bevor er ihre Wunden küsste. „Doch habe ich Angst, du könntest tatsächlich an mir zerbrechen. Dann holt uns die Realität wieder aus diesem wunderschönen Moment und lässt mich für meine Gier leiden. Was tun?“
Sie hatte ihren Körper nicht bewegt, lag regungslos, doch ungeduldig vor ihm. „Und wenn du mich zerbrichst, so würde ich das doch weniger bereuen, als nun aus Angst einen Rückzieher zu machen. Was ist schon ein Verlust in Ekstase gegen ein Leben in Zweifel und Selbsthass?“
Sein übliches, lockeres Lachen erklang. „Gut, der Punkt geht an dich. Dann mach dich bereit auf etwas, das deinen Verstand und deine Sinne übersteigen wird. Und sage nicht, ich hätte dich nicht gewarnt.“
Da spürte sie auch schon, wie er sie leicht penetrierte. Sanft drang er mit der Spitze in sie ein, entlockte ihr einen Lustseufzer nach dem nächsten. Er ging behutsam mit ihr um, solange er sich selbst noch unter Kontrolle hatte. Doch dann geschah, womit er nicht gerechnet hatte. Plötzlich richtete sie ihren Oberkörper auf, stützte sich auf ihre Arme und ließ ihn somit gänzlich in sich eindringen. Und in diesem Moment waren sogar ihre Stimmen in einem lauten Schrei der Lust vereint. Ihre Körper wurden eins, immer heftiger konnte sie sein Verlangen spüren und Zelos selbst sich nicht mehr beherrschen. Jegliche Gedanken weit von diesem Moment waren verschwunden.
Wie lange mag dieses Spiel wohl so gegangen sein? Wie oft hatte sie bereits ihr Limit erreicht? Sein Arm umklammerte ihre Taille, um sie kräftig an seinen Körper ziehen zu können. Seine andere Hand umfasste ihre Brust an der empfindlichsten Stelle. Sie spürte, dass es gleich erneut so weit sein würde. Ihre Kräfte ließen langsam nach. Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten bereits ihre Haare. Sie bemerkte, dass auch er sich nun seltsam benahm. Da hörte sie es. Er stöhnte laut auf. Es war ein tiefer, animalischer Ton. Und genau dieser, gepaart mit seinem kräftigen Stoßen, brachte sie zum letzten Orgasmus an diesem Tage. Was danach geschah, wusste sie nicht mehr. Ihr Bewusstsein verabschiedete sich. Doch das war schon in Ordnung. Reue empfand sie nicht. Es war schön, dass ihr vor ihrem letzten Schlaf noch einmal ein solcher Traum gewährt worden war.
Blinzelnd blickte sie in eine helle Lichtquelle. Sollte sie tatsächlich in etwas wie den Himmel kommen? Nach allem, was sie erlebt hatten, zweifelte sie an einem solchen Ort. Und da lag er neben ihr. In seiner ganzen reinen Schönheit. Der rothaarige Engel, den sie sehen wollte. Der ihr Herz vor Sehnsucht zerriss. Doch Moment, sollte das etwa heißen, das alles war überhaupt kein Traum?
Vorsichtig bewegte sie sich. Noch immer konnte sie den Schmerz auf ihrer Haut spüren, noch immer die Spuren ihres Verlangens erahnen. Und darauf gab es nur eine einzige Antwort.
Ein lauter Schrei durchdrang Mark und Bein des ehemaligen Auserwählten. So unsanft geweckt zu werden, das war er nicht gewohnt. „Whoaaaa, also die Schreie gestern Abend haben mir aber um Einiges besser gefallen, Honey…“
Sie war bereits aufgesprungen und saß nun neben ihm, die Decke vor die Brust gedrückt. So gut es ging, verdeckte sie alles, was sie sonst auch zu verdecken pflegte. „Das… war doch nur ein Traum…“
Zelos reckte seinen nackten Körper und richtete sich ebenfalls langsam auf. Mit einem Seufzen rieb er sich die Augen. Seine Stimme nahm einen traurigen Unterton an. „Du glaubst also noch immer nicht an meine Worte und Taten… Da will man einmal offen und ehrlich zu dir sein und du verdrängst es. Das sind schöne Vorzeichen einer glücklichen Liebe…“
Noch immer perplex, war sie erneut in eine Starrphase getreten. Peinlichst genau achtete sie darauf, seine Haut nicht zu berühren. „Was ist gestern passiert...? Ich dachte, wir wären Tod. Zumindest ich…“
Zelos stand auf und schien sich seiner geballten, puren Männlichkeit nicht zu schämen, während sie verlegen den Kopf drehte. Er reckte seine Arme über den Kopf und lief zum Fenster, um frische Luft in das Zimmer zu lassen.
„Okay, fangen wir einmal von vorn an. Die Entführung und deinen Einsatz muss ich wohl nicht erwähnen. Meine Gefangennahme wurde ja wirklich groß in Szene gesetzt – ein Glück, bin ich so ein begabter Schauspieler – um die Terroristen in Sicherheit zu wiegen. Doch ich wäre nicht der großartige Zelos Wilder, wenn ich nicht schneller wieder aus der Zelle draußen, als drin gewesen wäre. Es war geplant, dass ich die Sache selbst in die Hand nehme. Immerhin ging es ja auch irgendwie um mich. Nun ja, kaum war ich also so weit, mich in feindliches Gebiet zu begeben, sah ich auch schon die Leute aus Mizuho mit der Anführerin dieser durchgeknallten Sekte. Sie meinten, sie hätten deine Waffe in ihrem Bein gefunden. Das Gift hätte sie nach einer Weile lahm gelegt, doch von dir sei keine Spur zu finden gewesen. Ich wies sie also an, sich um dieses Weibsstück zu kümmern und auch die Prinzessin zu ihrem Vater zu bringen. Wäre ich ihr über den Weg gelaufen, hätte mich das nur unnötig Zeit gekostet.“
Er machte eine theatralische Pause und wandte sich mit hinter dem Kopf verschränkten Armen provokativ ihr zu.
„Dann machte ich mich auf die Suche nach dir. Als ich dich gefunden hatte, warst du der festen Annahme, das Ganze wäre ein Traum und du auf dem besten Wege zu sterben. Den Rest kennst du, dabei habe ich mein Bestes gegeben, dich von der Realität zu überzeugen. Stattdessen war die Nacht mit mir wohl nur noch traumhafter.“
Er grinste. Wenn sie doch nur etwas gehabt hätte, das sie nach ihm werfen konnte….
Mit einer schnellen Bewegung schleuderte sie ihm ein Kissen mit voller Wucht entgegen. Dieses traf ihn mitten ins Gesicht. Er stürzte sich auf sie.
„Nicht so, meine Liebe, nicht so. Wenn du mich willst, brauchst du es doch nur zu sagen.“, hauchte er in ihr Ohr und leckte leicht über die obere Hälfte der Ohrmuschel.
„W…Warum wollten sie dich überhaupt so dringend loswerden?“
Er schien wieder gefasst zu sein und setzte sich vor sie. „Nun, anscheinend haben sie das schon lange geplant. Ich habe mal mit der einen oder anderen… na ja, jedenfalls wollten sie mehr, also habe ich sie abserviert. Sie meinten, ich sei ein grausamer Racheengel und sollte dorthin zurück, wo ich herkam. Himmel oder Hölle, eigentlich war es ihnen egal.“
Sheena konnte nicht umhin, einen bissigen, etwas verletzten Kommentar von sich zu geben. „Kein Wunder, bei all den Dingen, die du einer Frau in solch einer Situation zu sagen pflegst. Mir geht es im Moment auch nicht anders…“
Er sah in ihr Gesicht, das Leid, die Scham waren ihr geradezu hineingeschrieben. Doch was sollte er dazu noch sagen? Sein Blick richtete sich wieder hinaus in die Freiheit.
„Weißt du, schon seit meiner Geburt ist mein Leben nur von einer Sache bestimmt. Dem Streben nach Freiheit. Pflichten und Käfige sind nichts für mich. Die Frauen versuchen ständig, sich mein Herz Untertan zu machen, doch das ist nicht mein Stil. Ich bin kein Mensch, der sich irgendwie knechten lassen möchte.“
Sie verstand, was er ihr zu sagen versuchte. Im Eifer der Situation hatte er wohl Dinge zu ihr gesagt, die sie hören wollte, aber die auf lange Sicht wohl einfach nicht seine Art waren.
„Jedoch... mit dir war es anders. Du hast mich unbeherrscht gemacht, meinen Verstand geraubt.“
Sheena, zwar etwas verwundert, doch immer noch verbittert, konnte sich einen Einwurf nicht verkneifen: „Als ob da viel zu rauben wäre…“ Er beachtete diese Aussage nicht weiter. „Es war das erste Mal, dass ich es nicht getan habe, um selbst glücklich zu werden, sondern um meine Partnerin glücklich zu machen. Und das machte mich zufriedener, befriedigter als bei allen anderen zusammen. Mein Herz lässt sich nicht gefangen nehmen, doch es erwählt seinen Meister.“
Plötzlich wandte er sich wieder ihrer Schönheit zu. „Sheena, heirate mich! Noch heute!“
Geschockt von seinem plötzlichen Wandel, blieben ihr erst einmal die Worte im Halse stecken. Sie versuchte, klar zu denken, doch sie wusste, wenn wieder einmal eine Situation wie gestern Mittag eintreten und sie jetzt nach ihrem Verstand handeln würde, würde sie es erneut bereuen. Also blieb nur eines; auf ihr Gefühl zu hören.
„Nun…, nur, wenn du mir beweisen kannst, dass dies hier kein Traum ist…“
Mit diesen Worten wandte sich der Auserwählte seiner zukünftigen Frau erneut zu, um sie in einen süßen, leidenschaftlichen Traum zu entführen…
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